Energie · Nuklearabfälle
Finnlands Onkalo erhält Betriebsgenehmigung, doch die Einlagerung muss warten
Fast vierzehn Jahre nach dem Antrag auf eine Baugenehmigung hat Finnlands wegweisendes Endlager eine Betriebsgenehmigung erhalten. Inbetriebnahme und behördliche Abnahme stehen noch zwischen Onkalo und der dauerhaften Endlagerung abgebrannter Brennelemente.
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1 Bericht22 Medien50 Quellen
Fast vierzehn Jahre nachdem Posiva die Genehmigung zum Bau des finnischen Endlagers für abgebrannte Brennelemente beantragt hatte, hat das Projekt eine weitere Schwelle erreicht: die Betriebsgenehmigung. Das Unternehmen teilt mit, dass die finnische Regierung Onkalo am 22. Oktober 2026 eine Betriebsgenehmigung erteilt hat. Damit kommt ein langjähriges Vorhaben voran, abgebrannten Brennstoffen einen dauerhaften Verbleib zu geben – doch das bedeutet nicht, dass die Einlagerung bereits begonnen hat. 18 2
Bevor abgebrannte Brennelemente dauerhaft unter der Erde eingelagert werden können, muss Posiva Inbetriebnahmetests und Inspektionen abschließen, und die finnische Strahlenschutz- und Nuklearsicherheitsbehörde STUK muss diese Arbeiten überprüfen und genehmigen. Ein Eröffnungstermin wurde nicht festgelegt, berichtete Al Jazeera am 23. Oktober unter Berufung auf den Betreiber. Der nächste Meilenstein ist keine weitere Absichtserklärung, sondern die behördliche Bestätigung, dass die Anlage und die Menschen, die sie betreiben, bereit sind. 1
Onkalo soll das weltweit erste permanente unterirdische Endlager für abgebrannte Brennelemente aus kommerziellen Kernkraftwerken werden. Diese Abgrenzung ist enger – und aussagekräftiger – als die Bezeichnung als erster Standort für die Entsorgung radioaktiver Abfälle. Andere Länder verfügen bereits über Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Abgebrannte Reaktorbrennstoffe sind die besondere Herausforderung, die Finnland zu bewältigen versucht. 6 29 41
Ein Ziel unter Finnlands Reaktorflotte
Die Anlage befindet sich in Olkiluoto in Eurajoki im Westen Finnlands. Eine oberirdische Verpackungsanlage ist mit einer unterirdischen Endlageranlage verbunden; laut der Beschreibung von STUK vom September 2021 liegt das vorgesehene Ziel der über den Behälteraufzugsschacht hinabtransportierten Behälter in 420 Metern Tiefe. Das ist eine dokumentierte Endlagerteufe, keine Messung sämtlicher Tunnel des Komplexes. 6 29
Onkalo begann als unterirdische Forschungseinrichtung, in der untersucht wurde, ob das Grundgestein von Olkiluoto für die Endlagerung geeignet ist. Forschung, Bau und Tests dienten allesamt demselben späteren Zweck. Doch das Ausheben des Gesteins, der Zusammenbau der Endlagerausrüstung und die Erprobung ihrer Nutzung sind andere Leistungen als die dauerhafte Endlagerung radioaktiver abgebrannter Brennelemente. 30
Die Eigentümer von Posiva sind Teollisuuden Voima, bekannt als TVO, und Fortum Power and Heat. Ihr Endlagerprogramm umfasst abgebrannte Brennelemente aus den Kernkraftwerken Olkiluoto und Loviisa und soll Finnlands fünf Reaktoren dienen. Loviisa ist Teil dieses vorgesehenen Programms, auch wenn Fortum über separate Genehmigungen für sein Kraftwerk und die dazugehörigen Abfallwirtschaftsanlagen verfügt. Die genauen, einzelnen Reaktoren zugeordneten Auflagen der endgültigen Onkalo-Betriebsgenehmigung wurden für diesen Bericht nicht unabhängig überprüft. 17 6 1 12
Die angegebene Auslegungskapazität beträgt 6,500 Tonnen Uran. Die Einheit ist wichtig: Sie misst die mit dem Brennstoff verbundene Uranmenge, nicht das Gesamtgewicht von Brennstoff, Behältern und sonstiger Verpackung. Außerdem handelt es sich um einen Auslegungswert und nicht um eine verbindliche Höchstmenge, die anhand der endgültigen Betriebsgenehmigung unabhängig bestätigt wurde. 1
Der lange Weg zur Betriebsgenehmigung
- 31. Dezember 201218
Posiva beantragt eine Baugenehmigung für die Verpackungs- und Endlageranlage.
- 30. Dezember 202148
Während der Bau läuft, reicht Posiva den Antrag auf Betriebsgenehmigung ein.
- 4. August 2026118
Mit der Veröffentlichung der Sicherheitsbewertung von STUK geht die Betriebsgenehmigung in die Regierungsvorbereitung.
- 22. Oktober 20262
Posiva gibt bekannt, dass die Regierung die Betriebsgenehmigung erteilt hat.
Das System testen, nicht nur die Maschinen
Bei der Inbetriebnahme geht es um mehr als die Prüfung, ob einzelne Maschinen anspringen. Posivas integrierter Probebetrieb sollte Anlagen, Systeme, Abläufe und Organisation gemeinsam testen, einschließlich des Personals, das sie betreiben soll. Ein Endlager muss als koordinierter Betrieb funktionieren und darf nicht bloß eine Ansammlung fertiggestellter Komponenten sein. 35
Es wurden bereits umfangreiche Vorbereitungen getroffen. Am 3. Mai 2024 teilte Posiva mit, dass die unterirdische Belüftung und die Rohrleitungen fertiggestellt und in dem für den Probebetrieb erforderlichen Umfang in Betrieb genommen worden seien. Das war die Bereitschaft für eine festgelegte Testphase – keine Erklärung, dass die gesamte Inbetriebnahme abgeschlossen sei. 36
Der Testbetrieb begann am 30. August 2024 mit nicht radioaktiven Dummy-Brennelementen. Ein Update vom 16. Dezember bestätigte, dass der integrierte Probebetrieb Ende August begonnen hatte und bei den Tests keine abgebrannten Brennelemente verwendet wurden. Diese Berichte belegen, dass die Erprobung begonnen hat; sie belegen nicht, dass das gesamte Testprogramm abgeschlossen und endgültig abgenommen wurde. 34 35
Auch eine spätere Genehmigung war genau eingegrenzt. Am 25. November 2025 teilte Posiva mit, dass STUK den Bauplan für ein stranggepresstes Kupferrohr genehmigt habe, das Teil der Kupferhülle des Endlagerbehälters ist. Es handelte sich um die Genehmigung eines Bauteilplans, nicht um die Genehmigung des vollständig fertiggestellten Behälters oder die Erlaubnis, den Endlagerbetrieb aufzunehmen. Ebenso wenig darf eine Fertigungsgenehmigung mit einem Nachweis langfristiger Einschlusswirkung verwechselt werden. 39
Die Bekanntgabe der Betriebsgenehmigung im Oktober ist ein folgenreicherer Schritt, doch auch ihre rechtlichen Einzelheiten müssen sorgfältig betrachtet werden. Die Erteilung ist in Posivas Mitteilung dokumentiert; das endgültige behördliche Entscheidungsdokument wurde für diesen Bericht nicht unabhängig beschafft. Daher lassen sich die Geltungsdauer, verbindliche Mengen und detaillierte Auflagen hier nicht bestätigen, und frühere Antragsunterlagen können die endgültige Entscheidung nicht ersetzen. 2 14
Der Bau ist nicht die ganze Rechnung
Auch bei den Finanzangaben ist vergleichbare Genauigkeit geboten. Al Jazeera bezifferte die geschätzten Kosten der Anlage auf $1.16 Milliarden. Unabhängig davon nannte ein französischer Bericht vom 23. Oktober ungefähre Baukosten von €1 Milliarde. Beide Angaben betreffen dasselbe Projekt und dürfen nicht zusammengerechnet werden; eine genaue Umrechnung zwischen den Schätzungen ist nicht belegt. Keine der beiden Angaben ist eine bestätigte Gesamtsumme für die gesamte Betriebsdauer der Anlage. 1 23
Ein Posiva zugeordneter Kostendatensatz für Endlageranlagen im International Nuclear Information System verdeutlicht den Umfang der Verpflichtungen: die Charakterisierung des unterirdischen Gesteins, Investitionen über und unter Tage, den Betrieb, die Stilllegung der Verpackungsanlage und den Verschluss des Endlagers. Der Bau von Onkalo ist nur ein Teil der Kosten für die dauerhafte Endlagerung. Eine datierte Kostenbasis des Betreibers, die all diese Verpflichtungen mit der genannten Bausumme verknüpft, ist weiterhin nicht verifiziert. 21
Ungeklärt bleibt der Zeitplan. Es gibt keinen bestätigten Zeitplan für den Abschluss der einzelnen Tests, keinen bestätigten Termin für die abschließende Abnahme durch STUK vor Betriebsbeginn und keinen Eröffnungstermin. Posiva, geführt von Geschäftsführer Ilkka Poikolainen, muss die Inbetriebnahmearbeiten noch abschließen und die Genehmigung der Aufsichtsbehörde erhalten. Die Genehmigung im Oktober bringt Onkalo seinem Zweck näher. Sie belegt nicht, dass dort bereits radioaktive abgebrannte Brennelemente dauerhaft eingelagert wurden. 1
Wie ausgestrahlt 17 Zeilen
- Finland is preparing to bury spent nuclear fuel 420 metres underground. Posiva says the government has granted Onkalo an operating licence. The project would create the world's first permanent underground disposal route for spent fuel from commercial reactors. When can Finland turn that permission into permanent disposal?
- Onkalo is at Olkiluoto in Eurajoki, western Finland. Its disposal programme serves fuel from the Olkiluoto and Loviisa nuclear power plants. Those plants belong to TVO and Fortum, the companies that own Posiva.
- The programme is intended to serve Finland's five reactors. Its practical purpose is to give their spent fuel a permanent destination. Other countries already have disposal facilities for low- and intermediate-level radioactive waste. Onkalo's first-of-its-kind role concerns spent fuel from commercial nuclear power plants.
- The government granted the licence on October 22, Posiva says. Before disposal begins, the company must complete commissioning tests and inspections. Finland's Radiation and Nuclear Safety Authority, known as STUK, must verify and approve that work.
- Commissioning means checking that the facility and its organisation can carry out their jobs together. Posiva has already tested equipment and procedures using dummy fuel. That work prepares the route for spent fuel, with regulatory acceptance still ahead.
- Posiva, led by chief executive Ilkka Poikolainen, links an above-ground encapsulation plant with an underground disposal facility. A canister-hoist shaft is designed to take disposal canisters down to the repository level, documented at 420 metres.
- That depth describes the planned destination of the canisters. Onkalo began as an underground research facility, where investigators studied whether Olkiluoto's bedrock was suitable for final disposal. The investigation, construction and testing have built toward the same goal: placing spent fuel underground permanently.
- Onkalo's stated design capacity is 6,500 tonnes of uranium. That measures the uranium associated with the fuel. The canisters and other packaging add mass of their own. The figure describes the facility's design capacity.
- Posiva's preparations stretch back well over a decade. The company applied for a construction licence on December 31, 2012. By January 2018, Finland was the only country that had begun building a repository for final disposal of its spent nuclear fuel.
- Posiva submitted its operating-licence application on December 30, 2021, while construction was still under way. That began the request for operating permission. The government grant announced this October came almost five years later.
- Underground ventilation and piping reached the readiness needed for a trial run, Posiva announced on May 3, 2024. The systems had been completed and commissioned far enough to support that test phase. The trial would then bring equipment and people together.
- Test operation began on August 30, 2024, using non-radioactive dummy fuel elements. The integrated trial tested how equipment, systems and processes worked together, alongside the organisation and personnel expected to run them.
- A December 16 update confirmed that the trial had begun at the end of August and used no spent nuclear fuel. Further approvals followed. On November 25, 2025, Posiva announced STUK's approval of a construction plan for an extruded copper tube used in the disposal canister's copper shell.
- The copper approval covered that component's construction plan. STUK's safety assessment was published on August 4, 2026, moving the operating licence into government preparation. October's grant advanced the project again, while leaving commissioning approval as the next gate.
- The site's estimated cost is 1.16 billion dollars. A separate construction estimate puts the building cost at about one billion euros. Both figures concern Onkalo, and they shouldn't be added together. The broader financial commitment continues through operation and eventual closure.
- A disposal facility's lifetime costs can cover underground characterisation, investment above and below ground, and operations. They can also include decommissioning the encapsulation plant and closing the repository. Those obligations extend beyond the work of building it.
- Posiva still has to finish commissioning tests and inspections, and STUK must accept that work before permanent disposal begins. Nobody has set an opening date.
Quellen
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