Bericht
Vier Tote bei Angriff auf Büro in Kyjiw, während Angriffe den Internetzugang stören
Bei einem Angriff auf ein Büro in Kyjiw starben vier Menschen, während Angriffe auf Kommunikationsstandorte den Internetzugang störten. Was beschädigt wurde, ist klarer als die Identität der Opfer – oder der Zeitpunkt, an dem alle Dienste wieder verfügbar sein werden.
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ThemenverlaufTag 2
1 Bericht45 Medien61 Quellen
Zwei Leichen wurden vor einem Bürogebäude in Kyjiw gefunden, eine weitere darin und eine in einem Auto auf dem Parkplatz. Bis zum späten Nachmittag des 25. September zählte die Polizei in Kyjiw vier Tote, nachdem eine russische Drohne das Gebäude im Hauptstadtbezirk Solomjanskyj getroffen hatte. Einsatzkräfte löschten einen Brand neben dem Gebäude. Die überprüften Berichte nennen die Identität der Getöteten nicht. 40
Der Angriff erfolgte in einer Woche, in der Rechenzentren und Internetanbieter angegriffen wurden. Das ukrainische Ministerium für digitale Transformation schätzte, dass die Internetstörungen nach den Angriffen vom 23. und 24. September etwa 100,000 Haushalte in Kyjiw und der umliegenden Region betrafen. Dabei handelt es sich um eine Schätzung der von vorübergehenden Ausfällen betroffenen Haushalte, nicht um die Zahl der Getöteten, einzelner Nutzer oder der am 27. September nachweislich weiterhin ausgefallenen Verbindungen. 271
Die wichtigsten Fakten
Wir berichteten am 13. September, dass separate Drohnenangriffe auf Tankstellen in Kyjiw am 11. September zwei Menschen getötet hatten. Die hier gemeldeten vier Todesfälle ereigneten sich bei einem späteren Angriff auf ein Bürogebäude, während die Kommunikationsausfälle bereits vor diesem tödlichen Angriff begonnen hatten. Es handelt sich um getrennte Ereignisse, nicht um eine aktualisierte Opferzahl der Angriffe auf die Tankstellen.
Die Zahl der Opfer des Angriffs vom 25. September änderte sich im Verlauf der Rettungsarbeiten. Kyiv Post meldete in einem Bericht gegen 3:10 p.m. Kyjiwer Zeit drei Tote; eine um 4:45 p.m. veröffentlichte Mitteilung der Polizei meldete vier Leichen. Bürgermeister Vitali Klitschko meldete sieben Verletzte, darunter ein Kind, während die Polizei später mindestens 10 Verletzte angab. Dies sind unterschiedliche Angaben zu den Verletzten desselben Angriffs und keine Zahlen, die addiert werden sollten. 422240
Die Schäden sind klarer als die Adresse
The Guardian bezeichnete den tödlichen Angriff als Treffer auf die Büros von Datagroup. In separat überprüften Polizeiberichten wird der getroffene Ort als Bürogebäude bezeichnet; daraus geht nicht hervor, dass alle vier Opfer auf dem Gelände von Datagroup starben. Datagroup-Direktor Mykhailo Shelemba sagte, das Rechenzentrum des Unternehmens sei beschädigt worden, die Mitarbeiter seien jedoch unverletzt geblieben, Kundendaten seien erhalten geblieben und die Dienste seien von Ausweichstandorten aus weitergelaufen. Die Opfer dürfen nicht als Mitarbeiter von Datagroup bezeichnet werden; aus den überprüften Berichten lässt sich nicht abschließend ableiten, wo sich die Geräte des Unternehmens im Verhältnis zu dem Gebäude befanden, in dem die Leichen gefunden wurden. 14044
Die früheren Schäden an der Kommunikationsinfrastruktur hatten Auswirkungen weit über ein einzelnes Gebäude hinaus. Anbieter meldeten Störungen bei Pavutina, UTELS, KyivLink und Crazy Network. Crazy Network meldete den Ausfall des Internetzugangs für Kunden in Kyjiw, Winnyzja und der Region Chmelnyzkyj sowie eine Störung seines Telefondienstes. Ein Bericht besagte, dass die meisten UTELS-Kunden nach etwa zwei Stunden wieder verbunden waren, zwei Hosting-Unternehmen jedoch keinen voraussichtlichen Wiederherstellungstermin nennen konnten. Die Wiederherstellung nach zwei Stunden betraf UTELS; sie war kein Zeitplan für alle Anbieter oder alle 100,000 Haushalte. 5710
Es ist wichtig, die Daten auseinanderzuhalten. Berichte über Schäden an einem Bürogebäude im Bezirk Solomjanskyj, in dem sich Kommunikationsausrüstung befand, am 23. September können nicht automatisch als Berichte über den Angriff vom 25. September behandelt werden, bei dem vier Menschen starben. Auch belegt ein Bericht, dem zufolge drei Rechenzentren in Kyjiw beschädigt worden sein könnten, nicht, dass drei direkte Treffer bestätigt wurden. 631
Der Druck hielt an. Das Rechenzentrum von Cosmonova in Kyjiw wurde am 26. September zweimal getroffen. Dabei wurden sein Backbone-Netzwerk beschädigt und Internetdienste, Fernsehausstrahlungen sowie einige ukrainische Medienbetriebe unterbrochen. Berichten zufolge gehörte Kolo.TV zu den betroffenen Anbietern. Cosmonova erklärte, die Mitarbeiter seien in Sicherheit und Kundendaten dank geografischer Redundanz erhalten geblieben, doch die beschädigte Einrichtung in Kyjiw werde nicht wieder in Betrieb genommen. Das Unternehmen verlegte Dienste an andere Standorte und stellte sie schrittweise wieder her. Erhaltene Daten sind nicht dasselbe wie eine ununterbrochene Verbindung, und eine Verlegung ist keine Wiedereröffnung. Ein Bericht vom 27. September über den zweiten Angriff belegt keinen dritten Angriff an diesem Tag. 495051522354
Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete die Angriffe auf große ukrainische Rechenzentren als Versuch, den Informationsfluss zu unterbrechen. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, Angriffe auf Rechenzentren und Internetanbieter hätten die Möglichkeiten der Menschen beeinträchtigt, in Verbindung zu bleiben, zu lernen und zu arbeiten. The Guardian beschrieb ein offensichtliches Bestreben, die digitale Wirtschaft der Ukraine zu schwächen. Die Dienstunterbrechungen und beschädigten Einrichtungen sind dokumentiert; ein konkreter operativer Befehl, der dieses Ziel festlegt, liegt jedoch nicht vor. Ebenso belegen die überprüften Berichte weder einen landesweiten Zusammenbruch des Internets noch eine bestätigte Unterbrechung von Krankenhaus- oder Bankdienstleistungen. 123
Ein Brand jenseits der Grenze
In Polen betrifft eine separate Untersuchung einen Brand vom 23. September an einer Starlink-Bodenstation in Wola Krobowska, die die Konnektivität in Mittel- und Osteuropa, einschließlich der Ukraine, unterstützt. Berichten zufolge wurden Teile der Stromversorgung beschädigt, darunter ein Transformator, ein Verteilerkasten und ein Generator. Sie klären nicht, ob die Antennen beschädigt wurden, ob die Station in Betrieb blieb oder ob ukrainische Streitkräfte dadurch ihre Verbindung verloren. 331839
Der polnische stellvertretende Ministerpräsident Krzysztof Gawkowski bezeichnete den Brand als Sabotage mit dem Ziel, den von ukrainischen Streitkräften genutzten Internetzugang zu stören, und brachte eine mögliche Beteiligung Russlands ins Spiel. Die polnische Generalstaatsanwaltschaft leitete am 25. September Ermittlungen wegen des Verdachts auf Sabotage, Tätigkeit für einen ausländischen Nachrichtendienst gegen Polen und eine terroristische Straftat ein. Staatsanwalt Przemysław Nowak sagte, es bestehe ein begründeter Verdacht auf Anweisungen russischer Spezialdienste. Dabei handelt es sich um einen Ermittlungsverdacht, nicht um einen identifizierten Täter oder einen Beweis für eine Abstimmung mit den Angriffen auf Kyjiw. 353356
Bekannt
Unbekannt
- Die Identität der Opfer, der vollständige Stand der Wiederherstellung der Dienste und ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Brand in Polen und den Angriffen auf Kyjiw sind weiterhin ungeklärt.
Als Nächstes
- Ob betroffene Kunden andernorts wieder versorgt werden und welche Erkenntnisse die polnischen Ermittler zum Brand gewinnen.
Die Folgen der Woche lassen sich nicht auf eine einzige Zahl zu Ausfällen reduzieren. Ausweichstandorte hielten einige Dienste am Laufen, und einige Kunden waren schnell wieder verbunden; andere Anbieter hatten keine Schätzung für die Wiederherstellung, und ein beschädigtes Rechenzentrum bleibt dauerhaft geschlossen. Bei einem Angriff auf ein Büro starben vier Menschen. Beide Arten von Schaden sind real, doch die Beweislage rechtfertigt es nicht, diese Todesfälle Mitarbeitern von Datagroup zuzuschreiben oder einen mutmaßlichen Brand in Polen als Teil einer nachgewiesenen koordinierten Operation darzustellen.
Wie ausgestrahlt 11 Zeilen
- On September 13 we reported petrol-station strikes killed two; now an office strike has killed four. Attacks on communications infrastructure have also temporarily disrupted internet access for an estimated 100,000 households in Kyiv and the surrounding region. A damaged data-centre operator says its Kyiv site will not reopen. Which connections have returned, and is a fire at a Polish satellite station connected to the attacks?
- The four deaths came in a Russian drone strike on an office building in Kyiv’s Solomianskyi district on September 25. An early count stood at three. Later that afternoon, the count rose to four bodies: two outside the building, one inside and one in a car in the parking lot. That sequence does not establish when each person died. Emergency crews extinguished a fire beside the building in the parking area. The victims’ identities have not been established.
- The injury count also differs: seven, including a child, in one account, and at least ten in a later one. Those are competing counts of the same attack, not figures to add together. Both accounts put the death toll at four.
- Datagroup’s data centre was damaged, but its employees were unharmed, customer data was preserved and services continued from backup sites. The fatal strike has been identified as a hit on Datagroup’s offices, yet the checked police and company accounts do not establish that the four people died on its premises. There is no verified street address or conclusive match between the company’s equipment and the building where the bodies were found. The four must not be described as Datagroup employees.
- The household estimate concerns earlier attacks, beginning September 23 and continuing through the next day. It measures households affected by temporary internet disruption, not individual users and not the number still offline now. Damage at a Kyiv data centre affected Pavutina, UTELS, KyivLink and Crazy Network. Crazy Network’s customers lost internet access in Kyiv, Vinnytsia and the Khmelnytskyi region, and its telephone service was disrupted.
- Most UTELS customers were reconnected in about two hours. That was not a restoration time for every provider or for all 100,000 households; two hosting firms had no estimated restoration date in the same account. A communications-and-data-centre office building was also damaged in Solomianskyi district on September 23. That earlier damage cannot automatically be treated as the September 25 fatal strike. Nor is a suggestion that three data centres might have been damaged a verified count of three direct hits.
- Cosmonova’s Kyiv data centre was struck twice on September 26. Its backbone network was damaged, interrupting internet services, television broadcasts and some Ukrainian media operations; Kolo.TV was among the affected providers. Its staff were safe and client data was preserved through copies held in different places. Services were being moved to other resources and restored gradually. That protects data, but it does not mean every customer’s connection stayed up.
- The damaged Cosmonova facility will not operate again. A later account looking back at the second strike does not establish a third strike on September 27. The attacks reached beyond company buildings: losing a connection can affect calls, study and paid work, while hosting and media services depend on functioning networks. Ukraine’s assessment is that targeting major data centres seeks to disrupt information flow. The damage and service interruptions are established; a specific operational order to weaken the digital economy is not. There is no evidence here of a nationwide internet collapse or a verified interruption to hospital or banking services.
- A fire at a Starlink ground station in Wola Krobowska, central Poland, damaged its power infrastructure on September 23. The station supports connectivity across Central and Eastern Europe, including Ukraine. Accounts describe damage to a transformer, distribution board and generator; they do not establish whether antennas were damaged or whether the station remained operational. Polish authorities disclosed the fire the next day, and prosecutors opened an investigation on September 25 into suspected sabotage, activity for a foreign intelligence service against Poland and a terrorism-related offence.
- Poland’s deputy prime minister called the fire sabotage intended to disrupt internet access used by Ukrainian forces and raised possible Russian involvement. A prosecutor voiced reasonable suspicion that those responsible acted on orders from Russian special services. Neither suspicion identifies a perpetrator or proves that the fire was coordinated with the Kyiv strikes. There is no measured disruption to Ukrainian forces’ connectivity from the fire.
- So the answer is still divided. Some internet service returned quickly, and backup systems preserved customer data, but full restoration for every affected household and hosting customer has not been established; Cosmonova’s damaged Kyiv site will not reopen. Polish investigators have not established who caused the station fire or whether it was connected to the attacks in Ukraine.
Quellen
61 Quellen45 Medien3 Agenturtexte
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