Konflikte · Drohnenangriff im Sudan
80 Tote nach Drohnenangriff auf Verkehrsknotenpunkt für den Markttag im Sudan gemeldet
Ein Zeuge beschrieb zwei Angriffe auf Fahrgäste, die in al-Dibab auf Lastwagen nach Hause warteten. Die gemeldete Opferzahl umfasst 30 Menschen, die nach dem Transport starben; die Verantwortung ist weiterhin nicht verifiziert.
Video in der Originalsprache
Transkript · WIRD GELADEN
Aus dem englischen Original übersetzt.
ThemenverlaufTag 2
1 Bericht20 Medien22 Quellen
Ahmed Wadi half dabei, seinen Bruder Mohamed unter 50 Leichen zu begraben, nachdem ein Drohnenangriff al-Dibab getroffen hatte. Die meisten Getroffenen hatten auf eine Mitfahrgelegenheit nach Hause gewartet: Der Markttag war vorbei, und Fahrgäste hatten sich in der Nähe des Marktes versammelt, um Lastwagen zurück in ihre Dörfer zu nehmen. 2
Eine medizinische Quelle und ein Augenzeuge berichteten von 80 Toten nach dem Angriff am Sonntagabend, dem 18. Oktober 2026, im sudanesischen Bundesstaat West-Kordofan. Dabei handelt es sich um eine zugeschriebene Opferzahl, nicht um eine unabhängig überprüfte endgültige Zählung. Auch die Verantwortung ist unbestätigt: Eine der paramilitärischen Rapid Support Forces nahestehende Verwaltung hat die sudanesische Armee beschuldigt, doch die vorliegenden Berichte belegen nicht, wer die Drohne gestartet hat. 2
Wadi beschrieb zwei Angriffe im Abstand von 10 Minuten an «einem Verkehrsknotenpunkt, an dem sich Menschen versammeln, um nach Ende des Markttags in ihre Dörfer zurückzufahren». Seine Aussage verortet den Angriff an einer zivilen Haltestelle für Fahrgäste. Sie belegt weder den Ursprung der Drohne noch ihren Betreiber oder dessen beabsichtigtes Ziel. 2
Der Bericht reicht über den Begräbnisort hinaus. Wadi sagte, 47 weitere Menschen seien in die nächstgelegene Stadt al-Mujlad gebracht worden. Eine anonyme medizinische Quelle sagte, 30 von ihnen seien später an ihren Verletzungen gestorben. Für diese Fahrgäste bedeutete die Fahrt aus al-Dibab nicht, den Angriff zu überleben. 2
Die wichtigsten Fakten
Was die Todeszahl umfasst
Die Abfolge der Opferzahlen ist wichtig, weil die Angaben sich überschneidende Gruppen beschreiben und nicht getrennte Summen, die addiert werden sollten. Die 50 Leichen aus Wadis Bericht über die Beerdigung und die 30 gemeldeten Todesfälle nach dem Transport ergeben zusammen die gemeldeten 80. Diese 30 gehörten zu den 47 Menschen, die nach al-Mujlad gebracht wurden; sie sind keine zusätzliche Gruppe neben diesen. 2
Auch lässt sich aus der Subtraktion von 30 von 47 nicht schließen, dass 17 Menschen jetzt leben und sich erholen. Die Berichte enthalten keine Angaben zu ihrem späteren Zustand, keine vollständige Zahl der Verletzten und keine Bilanz aller Menschen, die behandelt werden mussten. Es gibt weder eine Stellungnahme des namentlich genannten aufnehmenden Krankenhauses noch ein Patientenregister oder eine vollständige Liste der Toten, anhand derer sich die Zahlen überprüfen ließen.
Berichte, die am Montag, dem 19. Oktober, veröffentlicht wurden, verwendeten unterschiedliche Formulierungen. The Guardian meldete 80 Tote; France 24 berichtete von mindestens 80. Der Bericht von RFI, der ausdrücklich einer medizinischen Quelle und einem von AFP interviewten Zeugen zugeschrieben wurde, verwendete die Formulierung «etwa 80». Diese Formulierungen sollten weder zu einer präzisen, endgültigen Zahl vereinheitlicht noch mit mehreren unabhängig überprüften Opferbilanzen verwechselt werden. 2 1 4
Die Berichterstattung von AFP liegt mehreren veröffentlichten Berichten zugrunde, und The Guardian nennt in seinem ausführlicheren Artikel einen Beitrag von AFP. Dass die Zahl in mehreren Medien auftaucht, verleiht ihr daher Reichweite, aber keine unabhängige Bestätigung. Wadis Aussage ist ein Augenzeugenbericht darüber, was er selbst beobachtet hat; die Unterlagen eines aufnehmenden Krankenhauses würden eine andere Art der Überprüfung dessen ermöglichen, was nach dem Verlassen der Stadt mit den Verletzten geschah. 19 2
Einer solchen Überprüfung stehen erhebliche Hindernisse entgegen. Wadi kommunizierte über Satelliteninternet, um eine Kommunikationssperre zu umgehen. Die medizinische Quelle bat aus Sicherheitsgründen um Anonymität. Diese Umstände tragen dazu bei zu erklären, warum ein detaillierter Bericht über zahlreiche Opfer vorliegen kann, ohne dass es eine öffentliche, unabhängig überprüfte Bilanz der Getöteten und Verletzten gibt. Sie machen eine solche Bilanz jedoch nicht entbehrlich. 2
Ein Vorwurf, kein nachgewiesener Täter
Tasis, die von den Rapid Support Forces ausgerufene Verwaltung, beschuldigte die sudanesische Armee, den Angriff am Sonntag ausgeführt zu haben. West-Kordofan steht unter der Kontrolle der RSF. Die Kontrolle vor Ort identifiziert jedoch nicht den Betreiber einer Drohne, und der Vorwurf einer einer Konfliktpartei nahestehenden Verwaltung ist keine unabhängige Feststellung. 2
Die vorliegenden Berichte enthalten weder eine unabhängig überprüfte Zuordnung noch eine bestätigte Reaktion der Armee auf diesen konkreten Vorwurf. Die Zeugenaussagen zu den Opfern und die Anschuldigung zur Verantwortung müssen getrennt betrachtet werden: Wer akzeptiert, dass Zeugen einen tödlichen Angriff beschrieben haben, muss deshalb nicht auch Tasis’ Identifizierung des Angreifers akzeptieren.
Der Krieg im Sudan begann im April 2023, als ein Machtkampf zwischen den sudanesischen Streitkräften unter General Abdel Fattah al-Burhan und der RSF unter Führung von Mohamed Hamdan Dagalo in Kämpfe mündete. Der Bericht über al-Dibab schildert die Folgen an einem gewöhnlichen Ort ziviler Bewegungen – nicht an einer bezeichneten militärischen Einrichtung, sondern an einem Ort, an dem Menschen nach Ende des Handels auf ihre Abreise warteten. 2
Die medizinische Quelle berichtete außerdem von einem separaten Drohnenangriff in al-Mujlad, bei dem vier Menschen verletzt wurden, die gerade behandelt wurden. Diese Opfer gehören zu einem anderen Angriff und sind nicht Teil der gemeldeten 80 Toten in al-Dibab. Die vorliegenden Belege zeigen nicht, ob dieser separate Angriff jemanden unter den aus al-Dibab transportierten Fahrgästen traf. 2
Die nächsten aussagekräftigen Belege wären eine unabhängig zuordenbare Opferbilanz, Informationen über weiterhin behandlungsbedürftige Verletzte oder überprüfbare Beweise, die die verantwortliche Streitkraft identifizieren. Bis dahin bleiben sowohl die Opferzahl als auch die Zuschreibung ungeklärt. Das zentrale menschliche Detail steht bereits in Wadis Bericht: Für seinen Bruder Mohamed und Dutzende weitere Menschen endete die Heimfahrt nach dem Markttag mit einer Beerdigung. 2
Wie ausgestrahlt 16 Zeilen
- Ahmed Wadi buried his brother among 50 people killed in a drone attack.
- A medical source and an eyewitness put the death toll at 80, mostly commuters waiting for rides home. That total isn't yet confirmed. Who launched the drone at these passengers?
- The attack hit a transport hub near the market in al-Dibab on Sunday evening, October 18. People had gathered there after market day to travel back to their villages. The people caught in the attack were mostly waiting for those ordinary journeys home.
- Al-Dibab is in Sudan's West Kordofan state. Wadi said wounded passengers were taken to the nearest town, al-Mujlad. The medical source said many died there from their injuries.
- Wadi described two strikes, ten minutes apart. His account places both at the passenger pickup point near the market. He described the location as a place where people gathered to leave for their villages after the day's trading ended.
- Passengers were waiting for trucks home when the attack hit. Wadi's description puts the violence at a civilian gathering point, with people preparing to leave after the market closed.
- The casualty sequence extends beyond the people buried in al-Dibab. Wadi said 47 other people were transported to al-Mujlad. The medical source said 30 of those transferred later died. Those deaths are included in the reported total of 80.
- The 50 burials and 30 later deaths make up that total. Wadi's group of 47 transferred people includes those who later died. We don't know how many wounded people remain alive or what care they need.
- Wadi said his brother Mohamed was among the people he helped bury. The witness is also identified as Ahmed Abakar Wadi. He used satellite internet to communicate through a blackout. The medical source asked to remain anonymous for his safety.
- The communications blackout cut off ordinary connections, while the medical source feared for his safety. A hospital accounting could confirm or revise the toll and clarify how many wounded passengers still need treatment.
- Tasis, the administration declared by the paramilitary Rapid Support Forces, accused the Sudanese army of carrying out the attack. That accusation comes from an administration aligned with one side of the war. Responsibility hasn't been confirmed. The RSF controls West Kordofan.
- General Abdel Fattah al-Burhan heads the Sudanese Armed Forces. Mohamed Hamdan Dagalo leads the Rapid Support Forces. Their power struggle erupted into fighting in April 2023, beginning the war.
- Drone attacks have become increasingly deadly during that conflict. Between January and April, they accounted for at least 880 civilian deaths, more than 80 percent of conflict-related civilian deaths in Sudan. Friday's strikes on a livestock market in Nyala brought competing claims. The army said it killed RSF fighters. The RSF accused it of killing 30 civilians.
- Last week, the United Nations' political affairs chief, Rosemary DiCarlo, warned that the warring parties weren't moving closer to dialogue. She said they appeared to believe continued outside support would help them achieve their goals by force.
- Other drone attacks have brought further casualties. The medical source said a separate strike in al-Mujlad injured four people who were receiving treatment. A separate attack in Khartoum killed four people, including three children. Those casualties belong to separate attacks from the reported 80 deaths in al-Dibab.
- For the passengers taken out of al-Dibab, reaching the next town didn't guarantee survival. The medical source said 30 of the 47 people transferred to al-Mujlad died from their wounds.
Quellen
22 Quellen20 Medien1 Agenturtext
Quellenkarte
Verfolgen Sie die Belege zu diesem Bericht. Die Karte zeigt die Zusammenhänge; die Links darunter öffnen die im Artikel zitierten Quellen.
Die Quellenkarte lädt, während Sie lesen.
Übersetzung aktualisiert:
Änderungsprotokoll
- r1Erstmals veröffentlicht.
