Konflikte · Rechenschaftspflicht des Militärs
Vance versprach Antworten zum Tod von sechs Soldaten. Was wird seine Nachverfolgung ergeben?
Berichten zufolge schloss die Army ihre Untersuchung zu Port Shuaiba im Juli ab. Nach Joey Amors Einwand stellt sich die Frage, was Vances versprochene Nachverfolgung ergeben wird – und wann.
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ThemenverlaufTag 1
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Was wird JD Vances Versprechen, die Todesfälle von sechs Soldaten untersuchen zu lassen, zu einer Untersuchung der Army beitragen, die Berichten zufolge bereits vor Monaten abgeschlossen wurde? Diese Frage bleibt nach der Forderung eines trauernden Ehemanns nach Rechenschaft offen – und sie erfordert mehr als eine weitere Zusicherung, dass sich jemand mit den Geschehnissen befassen wird.
Bei einer Bürgerversammlung von CBS News, die am Samstagabend, dem 17. Oktober, ausgestrahlt wurde, fragte Joey Amor den Vizepräsidenten, wie die Regierung Führungskräfte für Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Tod seiner Frau zur Verantwortung ziehen werde. Nicole M. Amor und fünf weitere Soldaten der Army Reserve kamen am 1. März 2026 bei einem iranischen Drohnenangriff auf den Hafen Port Shuaiba in Kuwait ums Leben. Ihr Mann behauptete, Fehler und „grundlegende Versäumnisse“ hätten zu den Todesopfern beigetragen. 4 36 35
Vance sagte, er höre von diesen Vorwürfen zum ersten Mal. Er versprach, mit Amor und anderen Soldaten zu sprechen, zu verstehen, was geschehen sei und was verbessert werden könne, und mögliche Versäumnisse im Kriegsministerium zu untersuchen. Er nannte weder eine zuständige Stelle, die diese Arbeit leiten soll, noch setzte er eine Frist oder kündigte einen Auftrag zur Einleitung einer neuen Untersuchung an. Ein Versprechen, der Sache nachzugehen, steht fest; eine neu eingeleitete Untersuchung nicht. 1
Die wichtigsten Fakten
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil die Regierung den Angriff bereits untersucht hatte. Am 9. Juli berichtete CBS unter Berufung auf Quellen, die Army habe ihre Untersuchung abgeschlossen und die Familien sollten noch am selben Tag unterrichtet werden. Weder die erwartete Unterrichtung noch der Abschluss der Untersuchung belegen, dass die Familien die Ergebnisse erhalten haben oder dass der Bericht öffentlich wurde. 8
Am 5. August beschrieb CBS eine mehr als 350 Seiten umfassende Untersuchung, deren Ergebnisse das Pentagon seit Wochen nicht offengelegt hatte. Am 10. September forderte die Familie von Captain Cody Khork weiterhin die Veröffentlichung. Die Familie argumentierte, sein Tod sei unnötig gewesen; das war ihre Einschätzung und keine offengelegte Schlussfolgerung der Überprüfung durch die Army. 20 24
Die Entscheidungen hinter der Verlegung
Der Angriff traf ein taktisches Operationszentrum in einem zivilen Hafen. In einem Schreiben vom 5. August an Admiral Brad Cooper, den Kommandeur des U.S. Central Command, beschrieb Senatorin Tammy Baldwin, wie eine iranische Shahed-Drohne am zweiten Kriegstag die provisorische Einrichtung traf. Dabei kamen sechs Soldaten ums Leben, die dem 103rd Sustainment Command der Army Reserve angehörten, und mindestens 30 weitere wurden verletzt. 7 8 21
In Baldwins Schreiben wurde ein konkreter Vorwurf dazu erhoben, wie die Soldaten an diesen Ort gelangten. Soldaten zufolge waren sie nur wenige Tage vor Kriegsbeginn aus dem größeren, besser verteidigten Camp Arifjan nach Port Shuaiba verlegt worden. Die Verlegung war Teil des Versuchs, US-Personal auf verschiedene Standorte zu verteilen und es so weniger anfällig für iranische Angriffe zu machen. 21
Den in dem Schreiben wiedergegebenen Vorwürfen zufolge hatten frühere Bewertungen des Schutzes der Truppen ergeben, dass die Hafenanlage ungeeignet war, weil ihr notwendige Verteidigungsanlagen fehlten. Dennoch wurden Soldaten dorthin verlegt. Diese Behauptungen werfen eine ernste Frage auf: ob ein Versuch, eine bestimmte Art der Gefährdung zu verringern, die Truppen an einen Ort brachte, an dem sie einem Angriff schlechter standhalten konnten. Es bleiben jedoch Vorwürfe von Soldaten und sind keine offengelegten Erkenntnisse der Untersuchung durch die Army. 21
Bei der Bürgerversammlung machte Vance eine gesonderte Aussage: Die Regierung habe die Praktiken zur Standortwahl von Truppen geändert, nachdem sie einen schwerwiegenden Fehler festgestellt habe. Zu operativen Einzelheiten äußerte er sich nicht. Er nannte weder die Praktiken noch die Standorte, den Zeitpunkt der Änderungen oder das Kommando, das sie angeordnet hatte. Seine Darstellung lässt sich daher bislang nicht mit der Verlegung zwischen Camp Arifjan und Port Shuaiba in Verbindung bringen – geschweige denn als Beleg dafür werten, dass die Sicherheitslücke behoben wurde. 1
Auch bedeutet Vances erklärte Unkenntnis von Amors Vorwürfen nicht, dass er noch nie von den Todesfällen gehört hatte oder dass die Regierung sie nie untersucht hatte. Es ist möglich, dass umfassendere militärische Praktiken geändert wurden, bevor eine bestimmte Beschwerde den Vizepräsidenten erreicht. Es fehlt eine Erklärung, die die Beschwerde, die frühere Untersuchung und die von ihm beschriebenen Änderungen miteinander verknüpft.
Sechs Menschenleben, keine abstrakte Zahl
Nicole M. Amor war 39 Jahre alt und stammte aus White Bear Lake, Minnesota. In der offiziellen Verlustmeldung vom 3. März wurde sie als Sergeant First Class geführt; eine am 17. März eingebrachte Senatsresolution ehrte sie als Master Sergeant, dem Rang, der bei CBS’ Bürgerversammlung genannt wurde. Die Unterlagen dokumentieren unterschiedliche Rangangaben, belegen aber weder ein Datum der Beförderung noch ausdrücklich, dass sie posthum befördert wurde. 36 40 3
In der Mitteilung vom 3. März wurden außerdem Sergeant Declan J. Coady, 20, aus West Des Moines, Iowa, Captain Cody A. Khork, 35, aus Winter Haven, Florida, und Sergeant First Class Noah L. Tietjens, 42, aus Bellevue, Nebraska, genannt. AP bezeichnete Coadys Beförderung als posthum. Eine Mitteilung der Army Reserve vom 11. März identifizierte Major Jeffrey O’Brien aus Waukee, Iowa, und Chief Warrant Officer 3 Robert Marzan, 54, aus Spotsylvania, Virginia. 36 7 35
In der Berichterstattung vom 18. Oktober gab es widersprüchliche transkribierte Namensangaben: Im Bericht von CBS News wurde der Name der Ehefrau als Nicole Amore wiedergegeben, während der Bericht von MS NOW „Master Sartan Kohlhammer“ nannte. Die ursprüngliche CBS-Seite und die offiziellen Verlustmeldungen belegen den Namen Nicole M. Amor; ihr Mann heißt Joey Amor. Diese widersprüchlichen Wiedergaben belegen weder eine zweite Soldatin noch einen separaten Wortwechsel. 1 2 3 36
Amors Einwand war nicht einfach ein Ausdruck der Ablehnung des Krieges. Er wollte wissen, wer für militärische Entscheidungen Rechenschaft ablegen wird, die seiner Ansicht nach zum Tod seiner Frau beigetragen haben. Diese Behauptung wurde durch keine offengelegte Untersuchungserkenntnis bestätigt. Sie als unbewiesen zu bezeichnen, ist jedoch kein Ersatz für eine Antwort.
Was Rechenschaft bedeuten müsste
Der Druck des Kongresses geht der Bürgerversammlung voraus. Baldwin befragte Verteidigungsminister Pete Hegseth am 21. Juli zur Freigabe der Untersuchung. Laut ihrem späteren Schreiben sagte er, er werde sich mit dem Central Command abstimmen, um dem Kongress weitere Informationen zukommen zu lassen. Am 5. August bat sie Cooper, die Ergebnisse öffentlich zu machen und dem Kongress die vollständige Untersuchung, die zugrunde liegenden Unterlagen sowie jede zusätzliche geheime Prüfung vorzulegen. 21
Die Prüfung geht über die Entscheidung hinaus, am Hafen zu arbeiten. In einem Schreiben von Abgeordneten vom 29. Juli wurden Bedenken hinsichtlich einer unzureichenden Versorgung verletzter Soldaten geäußert. In einem Bericht von AP vom 5. Oktober hieß es, Truppen seien in den Krieg eingetreten, ohne einen umfassenden Plan für einen Massenanfall von Verletzten umzusetzen – also Vorkehrungen für den Umgang mit einer großen Zahl gleichzeitig Verwundeter. Keine der beiden Darstellungen belegt, dass eine Schlussfolgerung der Überprüfung durch die Army ergab, ein bestimmtes Versäumnis habe die sechs Todesfälle verursacht. 38 23
Die Washington Post berichtete am 30. Juli über Pläne für eine separate Untersuchung des Kongresses, angesichts der Zweifel von Abgeordneten an der Unparteilichkeit des Pentagons. Aus den verfügbaren Unterlagen geht weder hervor, ob diese Untersuchung begonnen hat, noch welchen Umfang sie hat oder ob sie abgeschlossen wurde. Auch deshalb muss zwischen einer angekündigten Absicht und nachweislich laufenden Arbeiten unterschieden werden. 26
Auch der Ablauf der Unterrichtungen für die Familien ist nach wie vor ungeklärt. In Baldwins Schreiben vom 5. August wurde auf Medienberichte verwiesen, wonach Familien erste Erkenntnisse mitgeteilt worden seien. HNGN berichtete am 8. Oktober, die Familien seien weiterhin nicht unterrichtet worden. Aus diesen Darstellungen geht weder hervor, welche Familien welche Informationen erhalten haben, noch ob eine erste Mitteilung sich von einer vollständigen Unterrichtung unterschied oder ob alle sechs Familien gleich behandelt wurden. Auch ist mit Stand vom 18. Oktober nicht belegt, ob die vollständige Untersuchung öffentlich zugänglich gemacht wurde. 21 19
Der Vorwurf von Abgeordnetem Jim McGovern gegen Vance – er sei ahnungslos und versuche, eine nicht zu rechtfertigende Situation in ein günstiges Licht zu rücken – erhöht den politischen Druck, liefert aber keine neuen Belege zu den Entscheidungen vor dem Angriff. Die Forderung der Familien ist konkreter als die politische Auseinandersetzung: Was ist geschehen, wer hat die Entscheidungen getroffen und welche Konsequenzen folgten daraus? 2
Wie ausgestrahlt 19 Zeilen
- An Iranian drone killed six Army Reserve soldiers at a civilian port. Now a bereaved husband is demanding accountability, and Vice President JD Vance has promised to investigate. The Army had already examined the attack months earlier. What will Vance's promise add to that investigation?
- The six soldiers died at Port Shuaiba in Kuwait on March first, twenty twenty-six. Senator Tammy Baldwin's later letter put the number of additional soldiers injured at at least thirty.
- Joey Amor asked Vance who would answer for the decisions surrounding his wife's death. He alleged mistakes and fundamental failures had contributed to the attack's toll, leaving six families grieving.
- The exchange aired in a town hall on Saturday night, October seventeenth. Amor wanted to know how the administration would hold responsible leaders accountable. Vance said he was hearing these allegations for the first time, and promised to speak with Amor and other soldiers.
- Nicole M. Amor was thirty-nine, from White Bear Lake, Minnesota. The Army's March third announcement identified her as a sergeant first class. A Senate resolution submitted March seventeenth honored her as a master sergeant.
- Vance pledged to understand what happened, examine what could improve, and investigate possible failures within the Department of War. He also said the administration had changed troop-location practices after recognizing a major mistake. He withheld operational details.
- Sergeant Declan J. Coady was twenty, from West Des Moines, Iowa. Captain Cody A. Khork was thirty-five, from Winter Haven, Florida. Sergeant First Class Noah L. Tietjens was forty-two, from Bellevue, Nebraska.
- Major Jeffrey O’Brien was from Waukee, Iowa. Chief Warrant Officer Three Robert Marzan was fifty-four, from Spotsylvania, Virginia. All six soldiers were associated with the Army Reserve's One Hundred Third Sustainment Command. Coady's promotion was posthumous.
- The decisions about where those soldiers worked had drawn scrutiny well before the town hall. Baldwin's August fifth letter described an Iranian Shahed drone striking a temporary military facility at the port on the war's second day. The facility served as a tactical operations center.
- Soldiers alleged they'd been moved to Port Shuaiba from the larger, better-defended Camp Arifjan only days before the war. Baldwin recounted their allegations in her letter. The relocation was part of an effort to disperse personnel and reduce vulnerability to Iranian attacks.
- Those soldiers said earlier safety assessments had found the port facility unsuitable because it lacked necessary defenses. They said the move went ahead anyway. Vance hasn't explained whether these were the same troop-location decisions he meant when he said practices had changed.
- The March first strike had already led to a reportedly completed Army investigation by July ninth. Vance's town-hall promise aired October seventeenth, months later. Families were expected to receive a July briefing, but whether that happened is unclear.
- By August fifth, the investigation ran to more than three hundred fifty pages, and the Pentagon had declined for weeks to disclose its findings. On September tenth, Khork's family was still demanding its release. His family argued that his death had been unnecessary.
- Senator Tammy Baldwin pressed Secretary Pete Hegseth about releasing the investigation on July twenty-first. He said he'd coordinate with Central Command to give Congress more information. On August fifth, Baldwin sent her demand to its commander, Admiral Brad Cooper.
- She sought public release of the findings, and the full investigation for Congress, along with its supporting documents and any additional classified review. Lawmakers also discussed a separate congressional investigation in July, amid doubts about the Pentagon's objectivity.
- Some initial findings were reportedly shared with families, yet families were also still waiting for briefings in October. It isn't clear which families received what information, or whether the full investigation was public by October eighteenth.
- The scrutiny also reaches the treatment of survivors. A July twenty-ninth lawmakers' letter raised concerns about inadequate care for injured personnel. Troops had also entered the war without putting a broad mass-casualty plan into practice. That would organize the response when many people are wounded at once.
- Representative Jim McGovern called Vance clueless and accused him of putting a favorable spin on an indefensible situation. His criticism adds political pressure, while the families are still seeking an explanation of military decisions.
- Vance's promise now puts the follow-up with him. He has pledged conversations with Amor and soldiers, and an investigation into what happened. He hasn't identified an office to lead that work or supplied a deadline. The six families are still waiting to learn what accountability will follow.
Quellen
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