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Unternehmen · Unternehmertum der Aboriginal-Bevölkerung

Vom Familienschuppen an Cedunas Hauptstraße: Zwei Brüder bauen einen Barbierbetrieb auf

Die Kunden von Tjerayh und Tjeryan Coleman-Ware kannten ihre Haarschnitte schon, bevor sie einen Laden hatten. Eine lokale Ausbildung half ihnen, diese Erfahrung in ihrer Heimatstadt in ein Geschäft umzuwandeln.

Verfasst 4 Min. Lesezeit

Video in der Originalsprache

Aus dem englischen Original übersetzt.

Ein neuer Barbershop in Ceduna wird als der erste der Stadt seit fast 50 Jahren beschrieben. Die Barbiere sind den Kunden jedoch keine Unbekannten: Einige lassen sich schon von den Coleman-Ware-Brüdern die Haare schneiden, seit diese an Familie und Freunden übten. Die Räumlichkeiten sind neu, die Beziehungen nicht.⁠1⁠2

Die Brüder Tjerayh und Tjeryan Coleman-Ware haben ihren Haarschneidebetrieb aus dem Schuppen hinter dem Elternhaus an die Hauptstraße der südaustralischen Stadt verlegt, in der sie aufgewachsen sind. Am 6. November 2026, als ABC seinen Bericht veröffentlichte, führten sie ihren eigenen Laden und verbanden dabei zu Hause erlernte Fähigkeiten, formale Qualifikationen und Kunden, die ihre Arbeit bereits kannten.⁠1

Darin besteht die wesentliche Veränderung – nicht darin, dass nach Jahrzehnten erstmals wieder jemand die Haare geschnitten bekommt, sondern in einem dauerhaften Geschäft, das auf etwas aufbaut, was die Brüder schon zuvor für die Menschen in ihrem Umfeld getan hatten.

Aus einem praktischen Bedarf wurde ein Beruf

Tjerayh war 15, als er zum ersten Mal die Haarschneidemaschine in die Hand nahm. Seine Schilderung der Anfänge klingt weniger nach einem Geschäftskonzept als nach einem praktischen Problem, das die Jungs in seinem Umfeld gemeinsam hatten: „Als wir mit all den Brüdern und so aufwuchsen, gab es niemanden, der uns die Haare schneiden konnte. Also wechselten wir uns einfach damit ab, einander die Haare zu schneiden“, sagte er ABC. „Ich fing an, mehr Gefallen daran zu finden als die anderen.“⁠1

Aus dem Interesse wurden Haarschnitte im Schuppen beim Elternhaus. Sein jüngerer Bruder Tjeryan sah ihm zu und wollte es selbst ausprobieren. „Wenn ich sehe, wie er Haare schneidet, will ich es auch versuchen, und ich glaube, so bin ich dazu gekommen“, sagte er.⁠1

Der Kunde Daniel Newchurch-Lawrie erinnert sich an die frühen Versuche. Tjerayh übte an Cousins, begann mit einfachen Haarschnitten und wurde technisch immer versierter. Freunde und Verwandte wussten, an wen sie sich wenden konnten, wenn sie einen Haarschnitt wollten, auch vor dem Beginn des Footballtrainings. Schon lange bevor die Brüder Geschäftsräume hatten, gehörte diese Arbeit durch solche Anfragen zum lokalen Alltag.⁠1

Die lokale Ausbildung schlug die Brücke zwischen selbst erworbener Erfahrung und einem eigenen Laden. 2024 erfuhr Tjerayh durch die Ceduna Aboriginal Corporation von der Möglichkeit, ein Certificate Three in Beauty and Barbering zu absolvieren. Die Corporation ist eine gemeindekontrollierte gemeinnützige Organisation, die sich für soziale und wirtschaftliche Reformen zugunsten der Aboriginal-Bevölkerung der Region einsetzt.⁠1

Beide Brüder schlossen den Kurs 2025 ab und erhielten 2026 ihre Qualifikationen – zwei getrennte Meilensteine auf demselben Weg. Sie wollten bereits einen eigenen Laden. „Wir haben so ziemlich alles so schnell wie möglich durchgezogen“, erinnerte sich Tjerayh.⁠1

Etwa zwei Monate vor dem Bericht im November wurde ein Laden zur Miete angeboten, und sie beschlossen, die Chance zu nutzen. Damit ist der Zeitpunkt gemeint, zu dem sich die Gelegenheit bot, Geschäftsräume zu bekommen, nicht der erste Geschäftstag: Das genaue Eröffnungsdatum ist nicht bekannt. Tjeryan hielt das Risiko für lohnenswert und sagte, die Gemeinde zeige ihnen viel Zuneigung.⁠1

Es ist schön, glaube ich, in der Stadt einen Laden zu führen, in der man aufgewachsen ist.

Tjeryan Coleman-Ware 1

Was die Behauptung von 50 Jahren bedeutet

ABC South Australia bezeichnet das Geschäft als Cedunas ersten Barbershop seit „fünf Jahrzehnten“; ABC AM schreibt „fast 50 Jahre“. Die historische Lücke wurde nicht unabhängig überprüft, und aus den Berichten geht nicht genau hervor, was für diesen Vergleich als Barbershop gilt. Am besten versteht man dies als zugeschriebene Aussage über den Abstand zwischen Geschäften, nicht als vollständige Geschichte des Haareschneidens vor Ort.⁠1⁠2

Es gibt einen konkreten Grund, diese Unterscheidung beizubehalten. Im Juli 2022 berichtete ABC, dass der mobile Dienst Walkabout Barber in Ceduna kostenlose Haarschnitte anbot. Dieser Besuch belegt keinen früheren dauerhaften Laden und widerspricht daher für sich genommen nicht der Behauptung einer jahrzehntelangen Lücke. Er zeigt jedoch, warum „kein Barbershop“ nicht mit „kein Zugang zu Barbierdiensten“ gleichgesetzt werden kann. Die Behauptung sagt auch nicht aus, welche anderen Friseurdienstleistungen die Einwohner nutzten.⁠11

Auch die Aussage zur Eigentümerschaft hat eine Grenze, die gewahrt werden sollte. ABC berichtet, dass der Laden der Brüder zu 100 Prozent von Aboriginals geführt wird und ihnen gehört und der einzige derartige Laden an Cedunas Hauptstraße ist. Diese Alleinstellung wurde nicht unabhängig bestätigt. Wichtiger noch: Die Aussage bezieht sich auf die Hauptstraße – nicht darauf, dass ihr Laden das einzige Aboriginal-Unternehmen der Stadt ist.⁠1

Keine dieser Einschränkungen schmälert die Leistung der Brüder. Ihre Bedeutung hängt nicht davon ab, zu beweisen, dass es nirgendwo in der Nähe etwas Vergleichbares gab. Sie haben eine informelle Dienstleistung professionalisiert, eine Ausbildung absolviert und in ihrer Heimatstadt einen eigenen Standort dafür geschaffen.

Die Familie bleibt Teil des Geschäftsalltags. Ein jüngerer Cousin hilft nach der Schule beim Fegen. Ohrringe, die die Mutter und die kleine Schwester der Brüder hergestellt haben, werden auf einem Stand an der Theke verkauft. Das sind bescheidene, konkrete Beiträge: Die Beteiligung der Familie zeigt sich an einem gefegten Boden und verkauften Waren, nicht an großspurigen Behauptungen über einen wirtschaftlichen Wandel.⁠1

Für Tjerayh zeigt sich der unmittelbarste Erfolg an der Person, die von seinem Stuhl aufsteht. Es gefällt ihm, jemandem zu helfen, der mit seinen Haaren und seinem Aussehen unzufrieden hereinkommt. „Und wenn sie dann vom Stuhl aufstehen, fühlen sie sich besser mit sich selbst“, sagte er. Der neue Laden gibt dieser vertrauten Arbeit ein Zuhause an der Hauptstraße.⁠1

Wie ausgestrahlt
  1. Two brothers have turned a backyard haircutting operation into a main-street shop.
  2. Tjerayh and Tjeryan Coleman-Ware now run a business in the South Australian town where they grew up. It's reportedly Ceduna's first barber shop in nearly fifty years.
  3. What's changed for local customers, and what does that decades-long gap really tell us?
  4. The brothers have moved their work out of the family shed and onto Ceduna's main street. They bring customers who already know their haircuts, along with qualifications earned through a local training opportunity.
  5. The business is also reportedly the main street's only one hundred per cent Aboriginal-owned and operated shop. That claim covers shops on the main street. The brothers' business sits within a longer local history of people getting their hair cut.
  6. The Walkabout Barber provided free haircuts in Ceduna in July 2022. That visiting service gave residents access to barbering between permanent shops. So the nearly fifty-year claim can't tell us how long people went without a haircut, or what other hairdressing services they used.
  7. Tjerayh was fifteen when he first picked up the clippers. He and the boys around him took turns cutting each other's hair. He enjoyed it more than the others, and eventually began cutting people's hair in the shed at the family home.
  8. Tjerayh remembers the practical need behind those early haircuts. He said, “Just growing up with all the brothers and all that, there was no-one to cut our hair, so we'd just take it in turns cutting each other's hair.” Younger brother Tjeryan watched him work and wanted to try it himself.
  9. Tjerayh heard about the training opportunity in 2024. Both brothers completed their Certificate Three in Beauty and Barbering in 2025, then received their qualifications in 2026. They already wanted to open a shop of their own.
  10. Ceduna Aboriginal Corporation offered the course to local people. It's a community-controlled, not-for-profit organisation working toward social and economic reform for Aboriginal people in the region. Tjerayh recalled their determination to finish, saying, “We pretty much flew through everything as quick as we could.”
  11. A shop came up for lease about two months before November 2026, and the brothers decided to take the opportunity. By November, they were running the premises. Tjeryan felt the risk was worthwhile and said people in the community were showing them love.
  12. Tjeryan describes the reward in local terms. “It's nice running a shop in the town that you grew up in, I guess.” The brothers have brought their skills back to people who knew them before they had premises.
  13. Daniel Newchurch-Lawrie has had his hair cut by the brothers since their earliest efforts. He remembers Tjerayh practising on cousins, beginning with straightforward haircuts and becoming more technically accomplished. Friends and relatives would ask him for a cut before football started.
  14. Those relationships now carry into the shop. Customers who once asked a relative or a friend for a haircut can come to the brothers' own premises. The change brings their home-grown experience and formal training together in a business they operate themselves.
  15. A younger cousin helps sweep the shop floors after school. On the counter, a stand sells earrings made by the brothers' mother and little sister. Family members have small, practical roles in the business's daily life.
  16. For Tjerayh, the reward comes when someone leaves the chair feeling better about themselves. He likes helping customers who arrive unhappy with how their hair looks. As he puts it, “And then after leaving the chair they feel better about themselves.”

Quellen10

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Übersetzung aktualisiert:

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