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Justiz · Grenfell-Ermittlungen

Grenfell-Familien warten auf Gerechtigkeit, während die Polizei Anklagen gegen 54 Personen beantragt

Die Familien warten weiterhin auf strafrechtliche Verantwortlichkeit für 72 Todesfälle. Die abschließenden Polizeiakten liegen nun der Staatsanwaltschaft vor, die Entscheidungen über Anklagen vor dem zehnten Jahrestag des Brandes zugesagt hat – nicht Prozesse oder Urteile.

ThemenverlaufTag 1

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Für die trauernden Familien und Überlebenden des Grenfell Tower sind die Todesfälle von 72 Menschen weiterhin strafrechtlich nicht geahndet. Die abschließenden polizeilichen Beweismittel liegen nun der Staatsanwaltschaft vor – ein bedeutsamer Schritt hin zu möglichen Anklagen, aber noch keine Antwort auf ihre Forderung nach Gerechtigkeit. Grenfell United, die Gruppe der Familien und Überlebenden, erklärte, bislang sei niemand strafrechtlich zur Verantwortung gezogen worden, und forderte, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, wie BBC News berichtet. 1

Am 30. September 2026 gab die Metropolitan Police bekannt, ihre abschließende Ermittlungsakte an die Crown Prosecution Service übermittelt zu haben. Sie beantragte Anklagen gegen 54 Personen sowie 20 Unternehmen und Organisationen. BBC und The Independent berichteten über die Übergabe. Anklageentscheidungen oder Strafverfolgungen wurden nicht bekannt gegeben: Die Polizei hat die Staatsanwaltschaft gebeten, Anklagen zu prüfen, aber nicht erklärt, dass diese genehmigt worden seien. 2 6

Die wichtigsten Fakten

  1. 54Personen, gegen die Anklagen geprüft werden sollen 26
  2. 20Unternehmen und Organisationen, die überwiesen wurden 26
  3. 72Bei dem Brand ums Leben gekommene Menschen 1

Die CPS erklärt, sie werde vor dem 14. Juni 2027, dem zehnten Jahrestag des Brandes, über Anklagen entscheiden, berichtet LBC. Diese Zusage ist konkret und begrenzt. Sie betrifft Entscheidungen über Anklagen – nicht abgeschlossene Prozesse, Urteile oder Strafzumessungen. Für Familien, die auf strafrechtliche Verantwortlichkeit warten, unterscheidet sich damit der nächste zugesagte Schritt von dem Ergebnis, das sie anstreben. 4

Zu den möglichen Straftaten zählen Unternehmens-Totschlag, Totschlag durch grobe Fahrlässigkeit, Verstöße gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften, Betrug und damit verbundene Straftaten sowie Amtsmissbrauch. Das ist die Bandbreite der geprüften Tatbestände, nicht die Behauptung, dass jeder überwiesenen Person oder Organisation alle diese Straftaten vorgeworfen werden. Aus den verfügbaren Berichten geht nicht hervor, welche Vorwürfe welchem vorgeschlagenen Angeklagten zugeordnet werden oder wie viele Anklagen es letztlich geben wird. 1 9

Auch enthält das für diesen Bericht verfügbare Material keine verifizierte Liste der überwiesenen Personen und Organisationen. Es wäre falsch, diese Lücke mit Namen aus anderen Zusammenhängen der Grenfell-Geschichte zu füllen. Eine Überweisung durch die Polizei ist weder eine Feststellung strafrechtlicher Schuld noch eine Garantie für eine Strafverfolgung.

Ein abgeschlossener Schritt, kein Urteil

Der stellvertretende Assistant Commissioner Kevin Southworth bezeichnete die Übergabe laut GB News als „Meilenstein in den polizeilichen Ermittlungen“. Damit ist die Einreichung der abschließenden Polizeiakten abgeschlossen; die Entscheidung, ob Anklagen genehmigt werden, liegt bei der Staatsanwaltschaft. 7

Die Met hatte ihren Zeitplan am 19. Mai 2026 dargelegt und erklärt, die Ermittlungen lägen im Plan, alle Akten zu möglichen Anklagen bis Ende September einzureichen. Mit der Übergabe im September wurde dieser Zeitplan eingehalten. In der Mitteilung vom Mai hieß es außerdem, das Ermittlungsteam sei auf 220 Personen angewachsen. Das ist jedoch eine frühere Momentaufnahme des Personalstands und keine bestätigte Zahl für September. 10

Auch die geplante Gesamtzahl der betroffenen Personen hat sich gegenüber einer früheren Schätzung geändert. In einem BBC-Bericht vom 19. Mai war von möglichen Anklagen gegen bis zu 57 Personen und 20 Unternehmen die Rede. Die abschließende Überweisung im September betrifft 54 Personen sowie 20 Unternehmen und Organisationen. Die neuere Zahl ersetzt die frühere Obergrenze; der Grund für die Abweichung ist nicht belegt. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass drei Personen entlastet oder drei Fälle fallengelassen wurden. 21 2

Der berichtete Umfang der Ermittlungen ist beträchtlich. BBC News berichtet, dass die Met 150 Millionen £ für die Operation Northleigh ausgegeben und die Handlungen von 15,000 Personen sowie 700 Organisationen untersucht hat. Diese Zahlen beschreiben die Polizeiausgaben und den Umfang der Ermittlungen – nicht Entschädigungen, eine Geldstrafe oder die Kosten eines künftigen Prozesses. Die Untersuchung der Handlungen einer Person belegt weder einen Verdacht noch ein Fehlverhalten; die wesentlich höheren Zahlen zum Umfang der Ermittlungen dürfen nicht mit der Zahl der vorgeschlagenen Angeklagten verwechselt werden. 1

Was die Staatsanwaltschaft als Nächstes entscheiden muss

Ermittler und Staatsanwälte müssen bei Entscheidungen über Anklagen den Code for Crown Prosecutors anwenden. Die CPS beschreibt den Full Code Test als ein Verfahren mit zwei Stufen, wobei zunächst die Beweiswürdigung erfolgt. Die Staatsanwälte müssen überzeugt sein, dass gegen jeden Angeklagten wegen jeder Anklage genügend Beweise vorliegen, um eine „realistische Aussicht auf eine Verurteilung“ zu begründen. 15 25

Diese Anforderung erklärt, warum die Gesamtzahlen der Polizei nicht zwangsläufig zu einer identischen Zahl genehmigter Strafverfolgungen führen. Entscheidend ist nicht, ob die Ermittlungen insgesamt umfangreich sind, sondern ob die Beweise die Anforderungen für bestimmte Angeklagte und bestimmte Anklagen erfüllen. Die gesonderte Prüfung des öffentlichen Interesses ist für sich genommen keine Feststellung der Schuld. Aus den bisher veröffentlichten Informationen geht nicht hervor, wie die CPS die Beweise gegen eine der 54 Personen oder eine der 20 Organisationen bewerten wird.

Eine wichtige Einschränkung betrifft Aussagen, die bei der öffentlichen Untersuchung zu Grenfell gemacht wurden. Am 26. Februar 2020 kündigte der Attorney General eine Zusicherung an, die einzelne Zeugen davor schützte, dass ihre Aussagen vor der Untersuchung in einem künftigen Strafverfahren gegen sie verwendet würden. Das ursprüngliche offizielle Faktenblatt bezog sich ausdrücklich auf Phase 2, Module 1–3, und schloss Unternehmen aus; zeitgenössische juristische Berichte bezeichneten die geschützten Aussagen als mündliche Aussagen. Es handelte sich um einen Schutz vor der Verwendung von Beweismitteln, nicht um eine pauschale Zusage, dass Zeugen niemals strafrechtlich verfolgt werden könnten. 30 12 32

Der Ausschluss von Unternehmen galt nicht dauerhaft. Am 1. Juni 2020 kündigte die damalige Attorney General Suella Braverman eine Ausweitung auf juristische Personen, darunter Unternehmen, an. Deren mündliche Aussagen waren vor einer Verwendung gegen sie in künftigen Strafverfahren geschützt. Das Faktenblatt zur Ausweitung erklärte zudem, dass juristische Personen die Beantwortung von Fragen nicht mit der Begründung verweigern durften, dadurch einer Selbstbelastung ausgesetzt zu sein. 36 34 39

Beide Aspekte dieser Vorgeschichte sind wichtig. Es wäre falsch, den Ausschluss vom Februar so wiederzugeben, als seien Unternehmen weiterhin von diesem Schutz ausgenommen. Ebenso falsch wäre es, die Ausweitung vom Juni als Immunität vor Strafverfolgung zu beschreiben: Der Schutz bestimmter Aussagen und der Schutz vor Strafverfolgung sind zwei verschiedene Dinge.

Aus den verfügbaren Informationen gehen weder die vollständigen geltenden Regeln zu bereits bestehenden Dokumenten, unabhängig erlangten Beweisen oder Ausnahmen bei Falschaussagen hervor, noch ist belegt, ob die Ausweitung vom Juni die ursprüngliche Beschränkung auf bestimmte Module unverändert beibehielt. Daher gibt es hier keine Grundlage für die Behauptung, die gesamte Beweisakte der Untersuchung könne frei gegen jeden Angeklagten verwendet werden oder stehe der Staatsanwaltschaft vollständig nicht zur Verfügung. Die Zusicherung allein belegt nicht, dass eine vorgeschlagene Anklage Erfolg haben oder scheitern wird.

Entscheidend ist nun, gegen welche Personen und Organisationen die CPS gegebenenfalls Anklage erheben wird, welche Straftatbestände sie genehmigen wird und wann sie diese Entscheidungen bekannt gibt. Die abschließende Überweisung durch die Polizei ist abgeschlossen; die strafrechtliche Verantwortlichkeit ist es nicht. Als nächster konkreter Schritt ist eine Anklageentscheidung vor dem 14. Juni 2027 zugesagt – kein Gerichtsurteil bis zu diesem Jahrestag. 4

Wie ausgestrahlt 10 Zeilen
  1. Police seek Grenfell charges against 54 people and 20 companies and organisations. The fire killed 72 people, but no charging decisions or prosecutions have been announced. Will the final police evidence lead to prosecutions, and what must prosecutors decide first?
  2. The Metropolitan Police submitted its final investigation file to the Crown Prosecution Service on September thirtieth, twenty twenty-six. Prosecutors now have the final police evidence to consider, but the referral neither establishes criminal guilt nor guarantees that anyone will be prosecuted. The Crown Prosecution Service says it will make charging decisions before June fourteenth, twenty twenty-seven, the tenth anniversary of the fire. That commitment concerns decisions on charges, not completed trials, verdicts or sentences.
  3. Corporate manslaughter and gross negligence manslaughter are among the potential offences. The range also includes health and safety offences, fraud and fraud-related offences, and misconduct in public office. That does not mean every referred person or organisation faces every offence. There is no established final count of charges, no verified list of the referred parties available here, and no established link between particular allegations and particular proposed defendants. That limit does not prove that every identity has been withheld everywhere.
  4. The final files reached prosecutors within the police force's stated timetable. The handover completes a consequential police step; it does not complete the process of deciding whether anyone should face a criminal court.
  5. May's potential total was up to 57 individuals; the final referral concerns 54. The reason for that difference is not established. It cannot be described as three people being cleared or three cases being dropped. On May nineteenth, the police also said the investigation team had increased to 220 and that all charging files were on track for submission by the end of September. The handover fulfils that schedule. The staffing figure remains a May snapshot, not a verified September headcount.
  6. Operation Northleigh has a reported police investigation cost of 150 million pounds, with the actions of 15,000 people and 700 organisations examined. Those figures are not yet confirmed independently. They measure the investigation's scope, not its proposed defendants. Examining someone's actions does not establish suspicion or wrongdoing. The spending is not compensation, a fine or the cost of a future trial. Bereaved families and survivors continue to demand justice for the 72 deaths; criminal accountability remains unresolved.
  7. Each defendant and each proposed charge must meet an evidential requirement. Prosecutors must apply the Code for Crown Prosecutors. Its Full Code Test has two stages, with evidence considered first: there must be enough evidence to provide a realistic prospect of conviction against each defendant on each charge. The separate public-interest stage is not itself a finding of guilt. Police referral totals therefore do not dictate an identical set of authorised prosecutions. How the evidence will be assessed against any particular person or organisation remains unknown.
  8. Companies' oral inquiry evidence was brought under protection in June twenty twenty, changing the earlier position. On February twenty-sixth, the Attorney General had announced an undertaking protecting individual witnesses against their inquiry evidence being used against them in a future prosecution. The original factsheet specified Phase Two, Modules One to Three, and excluded corporations. On June first, then Attorney General Suella Braverman extended the undertaking to legal persons, including corporate entities. Their oral evidence was protected from use against them in future criminal proceedings. The extension factsheet also said legal persons could not refuse to answer questions on the ground that their answers would risk self-incrimination.
  9. Protection for particular testimony is not immunity from prosecution. The original exclusion of corporations cannot be treated as the position after the June extension. But the complete rules governing pre-existing documents, independently obtained evidence and exceptions for false evidence are not established here. Nor is it established whether the June extension retained exactly the original module limitation. It would be wrong to assume either that the inquiry's entire evidential record is freely usable against every defendant, or that all of it is unavailable. The undertaking does not establish that any particular proposed charge succeeds or fails.
  10. The answer is that the final police referral makes prosecutions possible to consider, not certain to follow. Which individuals and organisations will be charged, which offences will be authorised, and the announcement date remain undecided. The next stated commitment is charging decisions before June fourteenth, twenty twenty-seven.

Quellen

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