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Unternehmen · Fossilienauktion

Jodi wird für 47,3 Millionen Dollar verkauft. Wer darf es als Nächstes untersuchen?

Das Nanotyrannus-Skelett übertraf Sotheby’s Schätzung bei Weitem, nachdem es zuvor als junger T. rex angeboten worden war. Sein künftiger Standort und der Zugang für die Forschung bleiben unbekannt.

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1 Bericht24 Medien28 Quellen

Ein verwurzelter Zahn ist mit der Außenseite von Jodis rechtem Oberkiefer verwachsen. Darum herum liegt ein nahezu vollständiger Schädel, der etwa 50 Zähne in verschiedenen Entwicklungsstadien bewahrt – eine bemerkenswert detaillierte Aufzeichnung eines Raubtiers, das vor etwa 67 Millionen Jahren lebte. Dieser Schädel gehört nun einem nicht identifizierten Käufer. 28 1

Jodi, ein in Montana ausgegrabenes Nanotyrannus-Skelett, wurde am 27. Oktober 2026 bei Sotheby’s in New York für gemeldete 47,3 Millionen Dollar einschließlich Gebühren verkauft. Die Auktion legte fest, was jemand für das Fossil zu zahlen bereit war. Sie legte nicht fest, wohin es gebracht wird, ob Forschende es untersuchen können oder ob die Öffentlichkeit es wieder zu sehen bekommt. 3 1

Der Gewinner überbot fünf weitere potenzielle Käufer, die sich während einer etwa 12-minütigen Bieterrunde online und telefonisch beteiligten, teilte Sotheby’s der Associated Press mit. Damit ist Jodi das zweitteuerste Dinosaurierskelett, das je auf einer Auktion verkauft wurde. Nur der T. rex namens Gus war teurer; für ihn wurden im selben Sommer 50,1 Millionen Dollar gezahlt. 1

Die wichtigsten Fakten

  1. 47,3 Millionen DollarGemeldeter Preis einschließlich Gebühren 31
  2. 40,5 Millionen DollarZuschlag vor Gebühren 3
  3. 6–9 Millionen DollarSotheby’s Schätzung vor der Auktion 28

Die Abrechnung ist wichtig. ARTnews beziffert den Zuschlag – das Höchstgebot vor Gebühren – auf 40,5 Millionen Dollar. Das war bereits das Vierfache der oberen Sotheby’s-Schätzung von 9 Millionen Dollar plus die Hälfte davon. Vergleicht man den Gesamtbetrag von 47,3 Millionen mit dieser Schätzung, ergibt sich ein noch größerer Multiplikator, doch dabei werden die Gebühren nur auf einer Seite berücksichtigt. Um das Ergebnis als außergewöhnlich einzuordnen, ist kein überhöhter Vergleich nötig. 3 28

Im individuellen Sotheby’s-Katalogeintrag ist die Auktion als am 27. Oktober um 14:13 Uhr GMT abgeschlossen verzeichnet, doch im zugänglichen Text wird kein Endpreis angezeigt. Der allgemeine Ergebnisindex des Auktionshauses nennt ohne Erklärung den Zeitraum vom 27. Oktober bis zum 7. November; diese umfassendere Auflistung ändert nichts daran, dass der Los-Eintrag den abgeschlossenen Verkauf ausweist und am selben Tag darüber berichtet wurde. 28 2 3

Dieselben Knochen, ein anderer Dinosaurier

Jodi war bereits früher unter einem anderen Namen und mit einer anderen wissenschaftlichen Identität auf dem Markt. 2023 bot der Händler David Aaron das Skelett auf der Frieze Masters in London als Chomper an, einen jungen T. rex, mit einem Angebotspreis von 20 Millionen Dollar. Es wurde nicht verkauft. In der Provenienz führt Sotheby’s den Erwerb durch den derzeitigen Einlieferer im Jahr 2021 auf und bezeichnet die frühere Identifizierung als jungen T. rex ausdrücklich als Fehlbestimmung. 3 28

Hinter dieser Änderung steht eine seit Langem diskutierte wissenschaftliche Frage: War Nanotyrannus eine eigene Dinosauriergattung oder lediglich ein junger Tyrannosaurus rex? Lindsay E. Zanno und James G. Napoli kamen in einer am 30. Oktober 2025 in Nature veröffentlichten Studie zu dem Schluss, dass Nanotyrannus eine eigenständige Gattung war, die zeitgleich mit T. rex lebte. Die verfügbaren Belege weisen nicht nach, dass Jodi selbst im Rahmen dieser Forschung untersucht wurde. 18 24

Nanotyrannus war etwa halb so lang wie ein ausgewachsener T. rex und hatte im Verhältnis längere Vordergliedmaßen, größere Handkrallen und schlankere, klingenartige Zähne. Sotheby’s bezeichnet Jodi als Nanotyrannus cf. lancensis: Das „cf.“ kennzeichnet einen eingeschränkten Vergleich auf Artebene und keine vorbehaltlose Zuordnung zu einer Art. Laut Katalog wird dieses Individuum aufgrund seiner Größe und Knochenentwicklung als ausgewachsen eingestuft. 1 28

Sotheby’s bewirbt Jodi als eines von nur drei bekannten Nanotyrannus-Skeletten. Das ist die Seltenheitsbehauptung des Auktionshauses, keine unabhängig geprüfte Bestandsaufnahme. Die neue Identität und der letztliche Verkaufspreis ergeben eine auffällige Verbindung, aber keinen Beweis für einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang. Die vorliegenden Belege zeigen nicht, welchen Anteil die taxonomische Neueinordnung am Bieterverhalten hatte. Auch war der frühere Angebotspreis von 20 Millionen Dollar kein abgeschlossener Verkauf, an dem sich der Erlös des Verkäufers messen ließe. 3

Was unter dem Gestell erhalten ist

Die Rancherin Jodi Pierson entdeckte das Fossil 2019 auf ihrem Privatgrundstück nahe Jordan im Garfield County im US-Bundesstaat Montana. Es stammt aus der Hell-Creek-Formation und trägt ihren Namen. Clayton Phipps, Luke Phipps, Katie Busch, Nathan Cooper und Chris Morrow arbeiteten gemeinsam mit Jodi und Kelly Pierson daran, es während einer Feldsaison auszugraben. Die Bergung wurde 2020 in den ersten sechs Folgen von Dino Hunters gezeigt. 28

Im Katalog sind ungefähr 191 fossile Knochenelemente eines einzelnen Tieres aufgeführt und nicht ein aus mehreren Exemplaren zusammengesetztes Skelett. Neben dem Schädel gehören dazu ein vollständiges Becken und eine vollständige Gabelbeinspange, 15 der 20 Handknochen – einschließlich aller vier Handkrallen – sowie etwa die Hälfte der selten erhaltenen Bauchrippen. Sotheby’s zählt diese Bauchrippen nicht zu den Knochenelementen. Diese Details machen Jodi zu mehr als der erkennbaren Silhouette eines Dinosauriers. 28

Nicht alles an dieser Silhouette ist originales Fossil. Fehlende Abschnitte wurden mit 3D-gedruckten und modellierten Elementen auf einem eigens angefertigten Stützgestell ergänzt. Der AP-Bericht beschreibt Jodi als zu fast 70 Prozent vollständig, nennt für diese Schätzung jedoch keine Methode; sie sollte nicht als genaue Angabe dazu verstanden werden, wie viel des sichtbaren montierten Skeletts aus originalen Knochen besteht. 28 1

Auch eine Maßangabe wurde korrigiert. Der AP-Bericht vom 27. Oktober gibt Jodis Höhe mit 6,5 Fuß an. Sotheby’s Katalog korrigiert die frühere Angabe ausdrücklich auf ungefähr 9 Fuß 6 Zoll auf dem Traggerüst. Das ist die Höhe des montierten Skeletts, keine neu ermittelte Schätzung der Körpergröße des lebenden Tieres. Das Skelett misst von der Schnauze bis zum Schwanz 19,6 Fuß. 1 28

Ein Preis ist keine Zugangsregelung

Die Arbeit, Jodi zu finden, auszugraben und zu präparieren, verdient Anerkennung. Cassandra Hatton, Leiterin des Bereichs Wissenschaft und Naturgeschichte bei Sotheby’s, lobte den Einsatz des Ausgrabungsteams, das Exemplar zu verstehen und zu bewahren. Auktionshäuser argumentieren außerdem, private Investitionen finanzierten die kostspielige Ausgrabung, Konservierung und Erforschung. 1 3

Der Einwand mancher Paläontologen lautet nicht, dass diese Arbeit wertlos sei. Vielmehr bräuchten wissenschaftlich bedeutsame Fossilien eine verlässliche Betreuung, wiederholten Forschungszugang und Möglichkeiten zur öffentlichen Ausstellung – Funktionen, die Museen und andere Institutionen bieten können. Der wissenschaftliche Nutzen eines Exemplars hängt von mehr ab als davon, wie sorgfältig es geborgen wurde; Forschende müssen immer wieder auf das Material zugreifen können. 1 3

Ein anonymer Kauf beweist nicht, dass Jodi in einem Privatraum verschwinden wird. Er garantiert aber auch keine Unterbringung in einem Museum. Weder ein künftiger Standort noch eine Zusage zum wissenschaftlichen oder öffentlichen Zugang wurden bekannt gegeben. Hattons Lob für das Bergungsteam lässt keine Rückschlüsse auf die Absichten des neuen Eigentümers zu. 1 3

Sotheby’s bietet Jodi mit allen Rechten und Unterlagen an, die Zustand, Echtheit und rechtmäßigen Besitz bestätigen. Laut Katalog wird das Skelett nach dem Verkauf an einen anderen Standort gebracht; der Käufer trägt die Abhol-, Versand- und Freigabegebühren, deren Höhe nicht angegeben ist. Das sind konkrete Vereinbarungen zur Übergabe des Objekts. Was weiterhin fehlt, ist eine Vereinbarung darüber, die darin enthaltenen wissenschaftlichen Erkenntnisse zugänglich zu machen. 28

Wie ausgestrahlt 16 Zeilen
  1. An anonymous buyer paid $47.3 million for a dinosaur skeleton. The fossil, nicknamed Jodi, has become the second-most-expensive dinosaur ever sold at auction. Its scientific value reaches beyond the sale room, but who gets to study it next is still unresolved.
  2. Sotheby's estimated Jodi at six million to nine million dollars. The winning bid reached 40.5 million dollars before fees. With fees, the buyer's total came to 47.3 million. Even before those fees, the price was four and a half times the high estimate.
  3. The New York sale on October 27, 2026, took roughly twelve minutes. The winner outbid five other prospective buyers participating online and by telephone. Only Gus, a T. rex sold for 50.1 million dollars that summer, has fetched more at a dinosaur auction.
  4. Jodi's bones came from the Hell Creek Formation near Jordan, Montana, in Garfield County. They date to about 67 million years ago, late in the Cretaceous period. Rancher Jodi Pierson discovered them on her private land in 2019, and the skeleton carries her name.
  5. The team recovered Jodi over one field season. Clayton Phipps, Luke Phipps, Katie Busch, Nathan Cooper and Chris Morrow worked alongside Jodi and Kelly Pierson. Their excavation featured in the first six episodes of Dino Hunters in 2020. Before the auction, Jodi had been displayed at Sotheby's upper Manhattan headquarters since earlier in October.
  6. Jodi contains approximately 191 fossil bone elements from one animal. The virtually complete skull alone contains 53 bones and roughly 50 teeth at different stages of emerging. One rooted tooth is fused to the outside of the right upper jaw.
  7. The neck preserves six vertebrae, the back eleven, the pelvis five and the tail fifteen. There are fifteen neck ribs, twenty-five back ribs and ten bones beneath the tail called chevrons. About half the rarely preserved belly ribs also survive. Sotheby's excludes those belly ribs from its fossil-bone count.
  8. Jodi stands approximately nine feet six inches high on its supporting frame. Sotheby's corrected an earlier six-foot-five-inch measurement. That corrected height describes the mount. The skeleton stretches 19.6 feet from nose to tail, and missing sections use 3D-printed and sculpted restorations.
  9. Jodi is described as almost seventy percent complete, though there's no stated method behind that estimate. The original material includes a complete pelvis and wishbone, plus fifteen of the twenty hand bones, with all four hand claws. The right foot preserves thirteen bones, including three of its four claws.
  10. The thigh bone measures about thirty-three and a half inches, and the upper-arm bone about fourteen and a half. Sotheby's classifies Jodi as an adult based on size and bone development. Its sepia coloring comes from mineralization characteristic of Hell Creek fossils. The arm and shoulder material also includes a separate shoulder blade and forearm bone.
  11. The consignor acquired these bones in 2021. At Frieze Masters in London in 2023, dealer David Aaron offered them as Chomper, a juvenile T. rex, for twenty million dollars. They didn't sell. Sotheby's now calls that earlier identification a misidentification.
  12. Research published in October 2025 concluded that Nanotyrannus was a distinct genus living alongside T. rex. It was about half an adult T. rex's length, with relatively longer forelimbs, larger hand claws and slender, blade-like teeth. Jodi's scientific name includes “cf. lancensis,” marking a qualified comparison at the species level.
  13. Sotheby's markets Jodi as one of only three known Nanotyrannus skeletons. That rarity claim comes from the auction house. The new sale total exceeds twice the earlier asking price, but the bidding doesn't tell us how much the changed identification contributed.
  14. Sotheby's science and natural history head, Cassandra Hatton, praised the excavation team's work preserving Jodi and its contribution to science. Recovering and preparing fossils takes investment, and auction houses argue that private money helps pay for excavation, preservation and study.
  15. Some paleontologists oppose private sales of significant fossils because museums provide stable stewardship, research access and public display. The buyer's anonymity doesn't tell us which path Jodi will take. Nobody has announced where the skeleton will go or promised access for researchers or the public.
  16. Sotheby's offered Jodi with full rights and documents certifying its condition, authenticity and legal ownership. The skeleton will move off-site after the sale. The purchaser must cover collection, shipping and release fees, whose amounts haven't been specified.

Quellen

28 Quellen24 Medien1 Agenturtext

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