Konflikte · Flugbeschränkungen an Moskauer Flughäfen
Vier Moskauer Flughäfen schränkten den Flugverkehr ein. Die Wiedereröffnung klärte die Störungen nicht.
Nach einem Drohnenalarm wurden die Beschränkungen an allen vier großen Moskauer Flughäfen Berichten zufolge aufgehoben. Widersprüchliche Flugzahlen und fehlende Betriebszeiten lassen jedoch offen, wie weit die Erholung fortgeschritten war.
Video in der Originalsprache
Transkript · WIRD GELADEN
Aus dem englischen Original übersetzt.
ThemenverlaufTag 3
1 Bericht41 Medien52 Quellen
Vier Flughäfen: Alle wichtigen zivilen Zugangspunkte Moskaus schränkten am 23. Oktober 2026 angesichts eines gemeldeten Drohnenangriffs den Flugverkehr ein. Die Störung betraf Flugzeuge, die in der russischen Hauptstadt ankamen, ebenso wie solche, die auf ihren Abflug warteten. In Scheremetjewo wurden Passagiere aufgefordert, Schutz zu suchen. Später wurde gemeldet, dass die Beschränkungen aufgehoben worden seien. Das belegte jedoch nicht, dass die Reisen – oder die Flughafenfahrpläne – wieder normal liefen. 47 48
Betroffen waren die Flughäfen Scheremetjewo, Domodedowo, Wnukowo und Schukowski. Berichten zufolge kam es zu erheblichen Verspätungen und Ausfällen, doch die verfügbaren Zahlen lassen sich nicht zu einer verlässlichen endgültigen Gesamtzahl zusammenführen. Am Morgen des 24. Oktober lag weiterhin keine klare Aufstellung für jeden einzelnen Flughafen dazu vor, wie lange die Beschränkungen dauerten oder ob der Rückstau abgebaut war. 1 5 7 48
Diese Unterscheidung ist der praktische Kern des Vorfalls. Die Erlaubnis, den Flugverkehr wieder aufzunehmen, ist ein Meilenstein; gestrandete Passagiere weiterzubefördern und den Flugplan wiederherzustellen, ist ein anderer. Die Meldungen über die Wiedereröffnung belegen Ersteres, nicht Letzteres.
Was die Wiedereröffnung tatsächlich belegte
Nach Angaben von The Kyiv Independent verkündete die russische Zivilluftfahrtbehörde Rosawiazija um 14:05 Uhr Moskauer Zeit Beschränkungen für Ankünfte und Abflüge. Das ist der Zeitpunkt der Ankündigung, nicht der verifizierte gleichzeitige Beginn an allen vier Flughäfen. TASS und das Luftfahrtmedium AeroTime berichteten am 23. Oktober ebenfalls über Beschränkungen im gesamten Flughafennetz der Hauptstadt. 1 47 4
Zwei gemeldete Meilensteine, keine Dauer der Schließung
- 23. Oktober, 14:05 Uhr Moskauer Zeit1
Rosawiazija verkündete Beschränkungen für ankommende und abfliegende Flüge an allen vier großen Moskauer Flughäfen.
- 23. Oktober, 17:00 Uhr Moskauer Zeit1
TASS meldete eine Entwarnung in Scheremetjewo, wie The Kyiv Independent berichtete. Daraus ging nicht hervor, wann die Flüge wieder aufgenommen wurden.
In Scheremetjewo, Moskaus größtem Flughafen, führte ein Luftalarm dazu, dass wartende Passagiere angewiesen wurden, Schutz zu suchen. Die gemeldete Entwarnung um 17 Uhr bezog sich auf diesen Alarm. Sie lässt sich nicht zuverlässig als Ende der Flugbeschränkungen verwenden, geschweige denn als Zeitpunkt der ersten anschließenden Landung oder des ersten Abflugs. 1
Spätere Berichte beschrieben, dass Scheremetjewo und Schukowski zum normalen Betrieb zurückkehrten und in Scheremetjewo der Check-in wieder aufgenommen wurde. Wedomosti meldete, die Beschränkungen seien an allen vier Flughäfen aufgehoben worden, erklärte aber zugleich, dass Wnukowo und Domodedowo Flüge nach Abstimmung mit den zuständigen Behörden annähmen und abfertigten. Diese Einschränkungen sind wichtig: Genehmigte Flugbewegungen sind nicht dasselbe wie ein uneingeschränkter Flugplan. 46 48
Die genauen Zeitpunkte der Aufhebung und der ersten wieder aufgenommenen Flüge sind nicht geklärt. In den verfügbaren Informationen gab es auch keine aktuelle, datierte Betriebsmeldung vom 24. Oktober, die gezeigt hätte, ob sich die Störungen des Vortags im System erledigt hatten. Eine Meldung über die Wiedereröffnung sollte nicht zu einer Zusicherung ausgeweitet werden, dass sich jeder Flughafen erholt hatte. 46 48
Die Störungszahlen sind nicht miteinander vereinbar
Eine Momentaufnahme vom Tag meldete 150 verspätete Flüge an den vier Flughäfen: 75 in Wnukowo, 35 in Scheremetjewo, 31 in Domodedowo und neun in Schukowski. MiraNews bezifferte die Zahl in Wnukowo bis 15:30 Uhr auf 75, nachdem ein früheres Update 29 genannt hatte. Es handelte sich um aufeinanderfolgende Momentaufnahmen, nicht um getrennte Gruppen, die zusammengerechnet werden sollten. 5
Ein späterer Bericht von 360.ru nannte mehr als 340 Verspätungen an den Moskauer Flughäfen. Da weder ein genauer Erfassungszeitraum noch eine Aufschlüsselung nach Flughäfen feststand, weist diese Zahl auf umfassendere Störungen hin, liefert aber keine endgültige Bilanz. Sie kann auch nicht einfach zu den früheren 150 addiert werden. 7
Bei den Zahlen zu Flugausfällen in Scheremetjewo ist besondere Vorsicht geboten. The Kyiv Independent meldete 85 Ausfälle und 229 Verspätungen im Laufe des Tages und führte die Zahlen auf Flightradar24 zurück. Das datierte zugrunde liegende Archiv des Trackers, der genaue Zeitpunkt der Momentaufnahme und die Erfassungsdefinitionen wurden jedoch nicht festgestellt. Es handelt sich um gemeldete tägliche Störungszahlen, nicht um eine verifizierte Zählung der Flüge, die ausschließlich von diesem Beschränkungszeitraum betroffen waren. 1
NGS nannte in einem auf den 23. Oktober datierten und mit 22:12 Uhr versehenen Bericht 55 gestrichene Ankünfte und 60 gestrichene Abflüge in Scheremetjewo – insgesamt 115 Ausfälle – als aktuelle Zahlen. Das unterscheidet sich von den 85 bei The Kyiv Independent. Die beiden Berichte wurden nicht miteinander in Einklang gebracht und könnten unterschiedliche Momentaufnahmen oder Erfassungsbereiche abdecken; allein die spätere Veröffentlichung belegt keine Änderung bei einer direkten Vergleichbarkeit. 3 1
Die verantwortungsvolle Schlussfolgerung lautet: erhebliche Reisebeeinträchtigungen, nicht eine einzige endgültige Zahl. Für keinen der drei anderen Flughäfen gibt es eine vergleichbare, verifizierte Gesamtzahl der Ausfälle und Verspätungen für den ganzen Tag. Ebenso gibt es keine Grundlage dafür, aus diesen Flugzahlen eine erfundene Zahl betroffener Passagiere oder einen finanziellen Schaden abzuleiten.
Eine Reaktion auf eine Bedrohung, kein Beleg für einen Einschlag
Die militärische Lage ist weniger eindeutig als die betriebliche. Berichten zufolge sagte der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin, die Luftabwehr habe 17 Drohnen abgeschossen, die auf die Stadt zuflogen. CGTN und Moskovsky Komsomolets veröffentlichten diese Behauptung am 23. Oktober. Sie bleibt eine offizielle Angabe zu Abfängen und ist keine unabhängig verifizierte Zählung. 13 15
Ein separater Bericht auf der offiziellen Website der Stadt Moskau, der mit 14:45 Uhr Moskauer Zeit angezeigt wurde, nannte die Zahl 19. In den später veröffentlichten Berichten von MK und CGTN blieb es jedoch bei einer Gesamtzahl von 17 innerhalb von zwei Stunden. Die ursprüngliche Abfolge der Meldungen wurde nicht festgestellt, daher lassen sich diese Berichte nicht zuverlässig als klare Entwicklung von 17 auf 19 darstellen. Ein Veröffentlichungsverzug oder unterschiedliche Erfassungszeiträume könnten die Abweichung erklären; anhand der verfügbaren Informationen lässt sie sich nicht klären. 14 15 13
In dem Bericht der Stadt hieß es außerdem, Einsatzkräfte seien dort im Einsatz gewesen, wo Trümmer niedergegangen seien. Diese Orte wurden nicht als Scheremetjewo bezeichnet. Im Internet verbreitete Fotos, die angeblich Drohnentrümmer auf dem Rollfeld des Flughafens zeigten, konnten laut The Kyiv Independent nicht unabhängig verifiziert werden. Auch ein beispielhaftes Flughafenfoto vom 28. Juli 2025 kann den Vorfall vom 23. Oktober nicht dokumentieren. 14 1
Ein Einschlag an einem Flughafen, Sachschäden oder Opfer wurden nicht unabhängig verifiziert. Das beweist nicht, dass es nichts davon gab. Es begrenzt vielmehr, was sich behaupten lässt: Schutzanweisungen und Flugbeschränkungen belegen eine Reaktion auf eine wahrgenommene Bedrohung, nicht, dass eine Drohne erfolgreich einen Flughafen getroffen hat. 1 47
Russische Amtsträger bezeichneten die Drohnen als ukrainisch. Die Ukraine hatte sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des ersten Berichts nicht geäußert, und bis zum 24. Oktober um 7:38 Uhr UTC wurde keine Bestätigung zu diesem konkreten Vorfall gefunden. Die Verantwortung blieb daher unabhängig ungeklärt, obwohl die Flugstörungen eindeutig dokumentiert waren. 1
Das größere Risiko für den Luftverkehr war bereits am 1. September thematisiert worden, als der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Fluggesellschaften, Versicherer und Regierungen warnte, „der russische Luftraum wird völlig gefährlich“. Er sagte außerdem, die Ukraine bedrohe die Zivilluftfahrt nicht, und forderte Fluggesellschaften mit Verbindungen nach Moskau, Sankt Petersburg und zu anderen großen Drehkreuzen auf, Drohnenrisiken einzukalkulieren. Diese Warnung liefert Kontext, ist aber weder ein Eingeständnis der Verantwortung für den 23. Oktober noch eine Bestätigung der Echtheit der angeblichen Trümmerfotos. 1
Wie ausgestrahlt 17 Zeilen
- Sheremetyevo told waiting passengers to take shelter.
- All four of Moscow's main airports restricted arrivals and departures, disrupting travel across the capital's airport network. The restrictions were later reported lifted. How far did that reopening go toward restoring normal travel?
- Sheremetyevo, Domodedovo, Vnukovo and Zhukovsky all restricted civilian flights on October 23, 2026. Russia's aviation authority, Rosaviatsiya, announced the restrictions amid a reported drone raid. The disruption reached every one of the capital's four main airports.
- For passengers at Sheremetyevo, Moscow's largest airport, the response went beyond changes to departure boards. An air alert brought instructions to move to shelter. Across the airport network, restrictions affected both incoming aircraft and flights waiting to leave.
- Photographs circulated online claiming to show drone debris on Sheremetyevo's tarmac. Those pictures haven't been authenticated. The shelter instructions show how the airport responded to the threat, but they don't tell us whether a drone struck the airport.
- An airport photograph dated July 28, 2025, also accompanied coverage. It was an illustration from an earlier year. It can't show what happened during this incident. The alleged debris pictures don't provide a reliable basis for claims of airport damage or casualties.
- One daytime snapshot counted 150 delayed flights. Vnukovo accounted for 75, Sheremetyevo for 35, Domodedovo for 31 and Zhukovsky for nine. These figures capture disruption during the day, rather than a final count for the whole day.
- Vnukovo's 75 delays were counted at half past three, after an earlier update listed 29. Those are successive snapshots, so adding them would count some disruption twice. A later figure put delays across Moscow's airports above 340, without a precise counting window or airport breakdown.
- Moscow Mayor Sergey Sobyanin said air defenses shot down 17 drones heading toward the city. A separate official city statement gave 19. That statement appeared earlier than some accounts carrying 17, so the figures can't safely be treated as a rising total.
- The city statement also said emergency personnel were working where debris fell. It didn't identify those locations as Sheremetyevo. The mayor's interception figures remain official claims. Russian officials described the drones as Ukrainian, but Ukraine hadn't acknowledged this specific episode by the following morning.
- Sheremetyevo reportedly had 85 cancellations and 229 delays over the day. A later count listed 55 cancelled arrivals and 60 cancelled departures, making 115 cancellations. The two cancellation counts haven't been reconciled and may cover different snapshots or counting scopes.
- We can't put every one of those cancelled or delayed flights down to this restriction period. The figures don't support a single final total across all four airports, either. For travelers, they show substantial disruption, while leaving the full size of the backlog unresolved.
- Ukraine's president, Volodymyr Zelensky, had already warned airlines, insurers and governments about Russian airspace on September 1. He said Russian skies were becoming completely dangerous and would, in practice, be closed. He urged carriers to factor in drone risks.
- Zelensky also said Ukraine didn't threaten civil aviation. His warning covered carriers serving Moscow, St. Petersburg and other major hubs. It described the wider aviation risk weeks before these restrictions, without claiming responsibility for the October 23 episode.
- Rosaviatsiya announced the restrictions at five past two, Moscow time. Sheremetyevo's passenger-alert all-clear was reported at five. An all-clear ends the passenger alert. It doesn't tell travelers when the first aircraft landed or departed again.
- Sheremetyevo and Zhukovsky were subsequently described as returning to normal operations, and check-in resumed at Sheremetyevo. Restrictions were also reported lifted across all four airports. At that stage, Vnukovo and Domodedovo were still handling flights by agreement with the relevant authorities, allowing authorized movements while controls remained.
- The restrictions were reported lifted, but each airport's exact restriction period remained unclear. By October 24, there was still no clear answer on whether the delayed journeys, cancellations and airport schedules had recovered.
Quellen
52 Quellen41 Medien3 Agenturtexte
Quellenkarte
Verfolgen Sie die Belege zu diesem Bericht. Die Karte zeigt die Zusammenhänge; die Links darunter öffnen die im Artikel zitierten Quellen.
Die Quellenkarte lädt, während Sie lesen.
Übersetzung aktualisiert:
Änderungsprotokoll
- r1Erstmals veröffentlicht.
