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Konflikte · Goldgräber im Sudan

Sudan leitet Untersuchung ein, nachdem Berichten zufolge mindestens 72 zivile Goldgräber getötet wurden

Ein Überlebender floh vor wiederholten Angriffen auf einen sudanesischen Arbeitsplatz für den Goldabbau. Eine Untersuchung muss nun die Opferzahl und die Verantwortung feststellen; die Anschuldigung gegen Ägypten ist weiterhin nicht verifiziert.

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ThemenverlaufTag 4

1 Bericht27 Medien35 Quellen

  1. Update 1Sudan leitet Untersuchung ein, nachdem Berichten zufolge mindestens 72 zivile Goldgräber getötet wurdenSie sind hier

Der Goldgräber Abdelaziz Youssef schilderte, wie er auf einen Berg floh, während ein Kampfjet wiederholt den Arbeitsplatz in Jabal al-Uqaydat nahe der sudanesischen Grenze zu Ägypten angriff. Emergency Lawyers, eine sudanesische Menschenrechtsgruppe, zufolge wurden bei dem Angriff am 10. Oktober 2026 mindestens 72 zivile Goldgräber getötet. Dabei handelt es sich um eine vorläufige Mindestzahl, nicht um eine abgeschlossene Zählung; die Gruppe warnte, dass sie steigen könnte. 34 1

Aufnahmen der Folgen des Angriffs, beschrieben in einem Bericht der New York Times, der von der Daily Gazette und DNYUZ übernommen wurde, zeigten stark verstümmelte Körper junger Männer zwischen Säcken mit Golderz. Der Schauplatz war ein kleinbetriebliches Goldabbaugebiet. Eine militärische Nutzung wurde nicht nachgewiesen, ebenso wenig wie die Zahl der dort arbeitenden Menschen, die Zahl derjenigen, denen die Flucht gelang, oder das gesamte vom Angriff betroffene Gebiet. Diese Lücken sind für eine Untersuchung relevant. Sie ändern nichts an den gemeldeten zivilen Opfern. 28 27

Der Sudan hat nun eine Untersuchung zur Ermittlung der Fakten angeordnet. General Abdel Fattah al-Burhan, der Armeechef und De-facto-Führer des Landes, kündigte sie am Montag, dem 12. Oktober, an und bezeichnete den Tod der Goldgräber als „schmerzlichen Vorfall“. Die Untersuchung verändert die offizielle Reaktion, doch in der verfügbaren Berichterstattung bis zum 13. Oktober wurden weder eine endgültige Opferzahl festgestellt noch die angreifende Streitkraft identifiziert. Die Anschuldigung von Emergency Lawyers gegen die ägyptische Luftwaffe ist weiterhin nicht verifiziert. 5 9 7 1

Vom Angriff zu den offiziellen Reaktionen

  1. 10. Oktober, gegen 8 Uhr sudanesischer Zeit

    Youssef sagte AFP, ein Kampfjet sei über Jabal al-Uqaydat aufgetaucht und habe Angriffe geflogen.

    34
  2. 11. Oktober

    Emergency Lawyers meldete eine vorläufige Zahl von mindestens 72 getöteten Zivilisten und beschuldigte die ägyptische Luftwaffe.

    211
  3. 12. Oktober

    Burhan ordnete eine Untersuchung an. Das ägyptische Militär beschrieb eine Kampagne gegen illegalen Bergbau in der Östlichen Wüste und entlang der Grenze zum Sudan.

    32226

Die Toten zählen, nicht nur die Behauptungen

Reuters und AFP konnten weder die gemeldete Opferzahl noch die Verantwortung unabhängig verifizieren. Dabangas Bericht vom 13. Oktober schreibt eine Beschreibung von Dutzenden Toten gesondert dem Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten zu. „Dutzende“ und „mindestens 72“ müssen einander nicht widersprechen: Das eine ist eine allgemeine Beschreibung, das andere eine zahlenmäßige Mindestangabe. Keines von beiden liefert eine verifizierte endgültige Opferzahl. 1 2

Auch der Nachrichtenbericht von Al Jazeeras Newsfeed vom 11. Oktober schreibt Menschenrechtsgruppen die Angabe von mehr als 50 Verletzten zu. Es gibt keine unabhängig verifizierte Gesamtzahl der Verletzten, keine vollständige Opferliste und keine gesicherten Angaben zum Schweregrad der Verletzungen oder zu den Behandlungsergebnissen. Festzustellen, wer starb und wer überlebte, ist daher eine zentrale Aufgabe und keine Fußnote zur Identifizierung des Flugzeugs. 32

Youssefs Schilderung gibt dem Angriff einen zeitlichen Ablauf aus menschlicher Perspektive. Der AFP-Bericht vom 11. Oktober, verbreitet von NAMPA, gibt den Zeitpunkt, an dem das Flugzeug auftauchte, mit etwa 8 Uhr Ortszeit beziehungsweise 06:00 GMT an. Laut AfricanQuarters’ Bericht über seine Schilderung schlug der Kampfjet fünfmal ein, bevor er auf den Berg rannte. Continental Bulletin nennt dagegen etwa 6 Uhr Ortszeit und beschreibt mehr als fünf Raketen. Der direkte AFP-Bericht wahrt die Unterscheidung der Ortszeiten; Angriffsserien und Raketen sind keine austauschbaren Zähleinheiten. Keine dieser Beschreibungen belegt die Nationalität des Flugzeugs. 34 16 20

Der ursprüngliche, auf AFP beruhende Bericht meldete außerdem, dass bei einem Angriff im Juni am selben Ort 23 Menschen getötet worden seien. Das ist eine separat gemeldete Opferzahl und keine Zahl, die zu den Todesfällen im Oktober addiert werden sollte. Das genaue Datum im Juni, eine unabhängige Bestätigung der Todesfälle, die Verantwortung und die präzise Identifizierung desselben Ortes sind nicht belegt. Die behauptete Wiederholung verdient eine Untersuchung, beweist aber nicht, dass dieselbe Streitkraft beide Angriffe ausgeführt hat. 1

Eine Erklärung zur Kampagne ist keine Antwort

Burhans Ausschuss umfasst Vertreter der Staatsanwaltschaft sowie der zuständigen Justiz- und Sicherheitsbehörden. Gegenstand ist laut Angaben der Tod der Goldgräber nahe der ägyptischen Grenze. Das vollständige Mandat, die Ermittlungsbefugnisse, Maßnahmen zur Beweissicherung und Vorkehrungen zur Veröffentlichung der Ergebnisse sind nicht bekannt. In der Berichterstattung bis zum 13. Oktober sind weder eine Frist noch abgeschlossene Ergebnisse genannt. 5 10 7

Auch Ägypten äußerte sich am 12. Oktober öffentlich und revidierte damit den Bericht vom 11. Oktober, wonach sich die Behörden beider Länder nicht geäußert hätten. Anadolu beschrieb die Mitteilung des Militärs als Ankündigung einer Operation gegen illegalen Goldabbau in der Östlichen Wüste, verbunden mit einem Hinweis auf die engen Beziehungen zum Sudan. Al Manassa berichtete, es handle sich um die dritte Phase einer ausgeweiteten Sicherheitskampagne. Einem auf AFP beruhenden Bericht zufolge fand die Operation entlang der ägyptisch-sudanesischen Grenze statt. 1 22 26 11

Die geografische Einordnung ist wichtig. Eine Kampagne in der Östlichen Wüste oder entlang der ägyptischen Grenze ist für sich genommen kein Eingeständnis eines Angriffs im Sudan. In den wichtigsten Berichten wird Jabal al-Uqaydat als sudanesisch bezeichnet. Die am 12. Oktober von DNYUZ veröffentlichte Berichterstattung der New York Times verortet die Mine im Bundesstaat River Nile; SOFX nennt dagegen den Bundesstaat Red Sea. Dieser Widerspruch ist ungeklärt, und verifizierte Koordinaten oder eine Karte mit den einzelnen Angriffsorten liegen nicht vor. 8 27 29

Auch die Bezeichnung einer Kampagne als Vorgehen gegen illegalen Bergbau belegt weder, dass diese Arbeiter eine Straftat begingen, noch dass dieser Ort ein militärisches Ziel war oder der Einsatz tödlicher Gewalt gegen die dort anwesenden Menschen rechtmäßig war. Dabei geht es um Fragen zu diesem konkreten Arbeitsplatz und Angriff. Eine Kampagnenbezeichnung kann sie nicht beantworten.

Was die physischen Beweise belegen können

Eine möglicherweise identifizierte Munition ist ein Ermittlungsansatz, kein Urteil. The Sudan Times berichtete am 13. Oktober, eine Untersuchung von Aufnahmen durch die New York Times habe offenbar eine nicht explodierte, in Ägypten hergestellte Bombe vom Typ NASR 400 gezeigt. Der von der Daily Gazette und DNYUZ übernommene, der NYT zugeschriebene Bericht ist auf den 12. Oktober datiert; der 13. Oktober ist das Datum der Zusammenfassung durch The Sudan Times, nicht das nachgewiesene Datum der zugrunde liegenden Untersuchung. 17 28 27

Der verfügbare Bericht enthält weder eine vollständige Analyse zur Authentifizierung und Geolokalisierung noch Angaben zur Herkunft des Clips oder die Kennzeichnungen, Abmessungen und fachliche Einschätzung, die zur Überprüfung der Identifizierung nötig wären. Ein separates, mit AFP beschriftetes Standbild der Folgen des Angriffs aus einem am 12. Oktober beschafften Video authentifiziert die Bombenaufnahme nicht. Selbst eine bestätigte Waffe ägyptischer Herstellung würde für sich genommen nicht zeigen, wer das Flugzeug steuerte. 17 8

Bekannt

  • Der Sudan ordnete am 12. Oktober eine Untersuchung zur Ermittlung der Fakten über den Tod der Goldgräber nahe der ägyptischen Grenze an. 35

Unbekannt

  • Die endgültige Opferzahl, die genauen Einschlagsorte und die angreifende Streitkraft sind weiterhin nicht verifiziert.

Als Nächstes

  • Ob die Ermittler die Opfer identifizieren, physische Beweise sichern und authentifizieren und Ergebnisse veröffentlichen, die den Angriff mit den Verantwortlichen in Verbindung bringen.

Die entscheidende Aufgabe der Untersuchung ist es, Menschen, Orte und Beweise miteinander zu verknüpfen: Wer wurde getötet, wo schlugen die Waffen ein, und wer ordnete den Angriff an und führte ihn aus? Die Anschuldigung gegen Ägypten zu wiederholen, würde die Verantwortung nicht belegen. Ägyptens Beschreibung der Kampagne zu wiederholen, würde nicht erklären, warum Berichten zufolge zivile Goldgräber ums Leben kamen.

Quellen für diesen Bericht

Khaleej Times/AFP: vorläufige Opferzahl und Anschuldigung. 1 Dabanga: Untersuchung, humanitäre Darstellung und ägyptische Reaktion. 2 Sudan Tribune: Ankündigung der Untersuchung. 3 Africanews: Burhans Untersuchung. 4 Radio Tamazuj: Ausschuss und Tod der Goldgräber. 5

Mada Masr: Todesfälle, Untersuchung und Kampagne gegen den Bergbau. 6 UANWORLD: Stand der Untersuchung. 7 The Straits Times: Grenzoperation und Bildunterschrift zum Angriffsort. 8 AFP/NAMPA: Bericht vom 12. Oktober über die Untersuchung. 9 Radio Tamazuj: alternative Veröffentlichung des Berichts über die Untersuchung. 10

Hindustan Times/AFP: Operation an der ägyptischen Grenze. 11 Kulu Media: Vorgehen und Untersuchung im Sudan. 12 Khaleej Times: erste Berichte von Überlebenden. 13 Arab News: Bericht der Menschenrechtsgruppe zur Opferzahl. 14 Al Jazeera: Bericht zur Opferzahl vom 11. Oktober. 15

AfricanQuarters: Bericht eines Überlebenden über wiederholte Angriffe. 16 The Sudan Times: mutmaßliche Identifizierung der Bombe. 17 Dawn: Bericht der Menschenrechtsgruppe zur Opferzahl. 18 ChronicleAI: Bericht über das Bergbaucamp. 19 Continental Bulletin: Zeitpunkt und Beschreibung der Angriffe. 20

AFP/NAMPA: vorläufige Zahl ziviler Opfer. 21 Anadolu: Ankündigung der Kampagne durch das ägyptische Militär. 22 Al Jazeera: Berichte über Unsicherheit an der Grenze. 23 24NewsHD/AFP: Bericht über die ägyptische Operation. 24 African Insider/AFP: Bericht über die ägyptische Operation. 25

Al Manassa: Berichterstattung über die dritte Phase der Kampagne. 26 DNYUZ: übernommener Bericht der New York Times. 27 Daily Gazette: übernommener Bericht der New York Times. 28 SOFX: Bericht über den Angriff und alternative Zuordnung zum Bundesstaat. 29 The Sudan Times: Berichte von Überlebenden. 30

SourceRated: Bericht über Luftangriff. 31 Al Jazeera Newsfeed: Berichte über Tote und Verletzte. 32 AFP/NAMPA: späterer Bericht zur Opferzahl vom 11. Oktober. 33 AFP/NAMPA: namentlich genannter Überlebender und örtliche Angriffszeit. 34 Arab News Japan: Bericht der Menschenrechtsgruppe zur Opferzahl. 35

Wie ausgestrahlt 14 Zeilen
  1. A gold miner fled up a mountain to escape repeated airstrikes.
  2. Emergency Lawyers says at least 72 civilian miners died at a gold-mining workplace near the Egyptian border. The count is preliminary and not yet confirmed. Sudan has ordered an investigation, while the group warns the toll could rise.
  3. Who launched the strikes, and what can Sudan's investigation resolve about the miners' deaths?
  4. The reported attack hit Jabal al-Uqaydat on October 10. Miners there were extracting gold on a small scale. Rights groups also put injuries at more than 50. The people at the center of the investigation were working when the aircraft arrived.
  5. Surviving miner Abdelaziz Youssef described a jet appearing around eight in the morning, Sudan local time. He said it struck five times and he ran up the mountain. His account describes repeated attacks, but doesn't identify the aircraft's nationality. The five strikes he described also don't tell us how many weapons were used.
  6. Egypt's military describes its campaign as operating in the Eastern Desert and along the Sudan border. Jabal al-Uqaydat is identified as a Sudanese mining site. Investigators need to pin down where the strikes landed before connecting that workplace to the border campaign.
  7. The mine's state is disputed, with River Nile state and Red Sea state both named. Its exact position hasn't been resolved. Aftermath footage has been described as showing mutilated bodies of young men among sacks of mineral ore. That scene conveys the human loss, but can't provide a complete count of everyone killed.
  8. A June strike was also reported to have killed 23 people at the same site. That earlier toll is separate from October's. The claimed recurrence gives investigators another incident to examine, although the June attack's location and responsibility still need confirmation.
  9. General Abdel Fattah al-Burhan ordered the fact-finding inquiry on October 12. Sudan's army chief and de facto leader called the miners' deaths a “painful incident.” His committee includes the Public Prosecution and relevant judicial and security authorities.
  10. The inquiry gives Sudan an official route to investigate the deaths. The United Nations humanitarian office separately described dozens killed. That broad description can fit Emergency Lawyers' minimum of 72. Investigators still have to identify the victims and determine a final toll.
  11. Emergency Lawyers accuses Egypt's air force of carrying out the attack. Egypt's military described the third phase of its anti-illegal-mining campaign on October 12. It called other accounts misleading rumors and emphasized ties with Sudan, without confirming deaths.
  12. Egypt's announcement leaves responsibility for this particular strike unresolved. Describing mining as illegal also leaves investigators with specific questions about this workplace. They need evidence about the people present and the decisions behind the attack to assess whether lethal force was lawful.
  13. Footage has been described as apparently showing an unexploded Egyptian-made NASR 400 bomb. Its identification and location still need verification. Even if the weapon was made in Egypt, that alone wouldn't identify who operated the aircraft.
  14. The investigation has to connect physical evidence to this site and to the force that attacked it. As of October 13, Sudan had released no completed findings and announced no deadline for the committee to report.

Quellen

35 Quellen27 Medien1 Agenturtext

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