Justiz · Andrews Klage gegen die BeschlüsseFortlaufendes Thema · Bericht 1 von 2

Warum verklagt ein Verdächtiger die Polizei, die seine Wohnsitze durchsucht hat?

Andrew Mountbatten-Windsor ficht die Beschlüsse hinter den Durchsuchungen vom Februar an. Die Anhörung am Donnerstag entscheidet nicht, ob er gewinnt. Sie entscheidet, wie viel von dem Streit die Öffentlichkeit zu sehen bekommt.

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  1. Update 1Warum verklagt ein Verdächtiger die Polizei, die seine Wohnsitze durchsucht hat?Sie sind hier
  2. Update 2Andrews Durchsuchungsbeschlüsse wurden im Juli aufgehoben. Die Polizei hat das beschlagnahmte Material weiterhin in ihrem BesitzNeuer

Was bedeutet es, wenn ein Mann, der festgenommen, aber weder angeklagt noch entlastet wurde, die gegen ihn ermittelnde Polizei vor den High Court bringt? Im Fall von Andrew Mountbatten-Windsor, dem früheren Prinzen Andrew, bedeutet es: Er greift das Fundament des Verfahrens an, statt abzuwarten und sich gegen das fertige Ergebnis zu verteidigen. Er will erreichen, dass die Durchsuchungsbeschlüsse für zwei seiner Wohnsitze aufgehoben werden. Die Thames Valley Police, die ihn festgenommen und die Durchsuchungen durchgeführt hat, erklärt, sie sei deswegen in „Gerichtsverfahren verwickelt“, während ihre Ermittlungen weiterlaufen.

Die Klage wurde am 4./5. Oktober öffentlich. Ein Sprecher der Justiz erklärte, er habe beim High Court in London Klage gegen die Beschlüsse eingereicht, die die Durchsuchung zweier seiner Wohnsitze erlaubten 4. Diese Beschlüsse hatte am 18. Februar ein Richter am Central Criminal Court, dem Old Bailey, erlassen; sie betrafen sein Haus auf dem Anwesen Sandringham und die Royal Lodge in Windsor 1. Einige Medien nennen das Anwesen in Sandringham Marsh Farm 6. Der Daily Telegraph, der die Geschichte zuerst enthüllte, berichtete, er bitte das Gericht zu klären, ob die Thames Valley Police rechtmäßig gehandelt habe 5.

Von den Durchsuchungsbeschlüssen zum High Court

  1. Mi., 18. Feb.

    Ein Richter am Old Bailey erlässt die Durchsuchungsbeschlüsse für Sandringham und die Royal Lodge.

    1
  2. Do., 19. Feb.

    An seinem 66. Geburtstag wegen des Verdachts des Fehlverhaltens im öffentlichen Amt festgenommen; 11 Stunden lang befragt, dann unter laufenden Ermittlungen freigelassen.

    34
  3. So.–Mo., 4.–5. Okt.

    Die Klage auf Aufhebung der Beschlüsse wird öffentlich, zunächst durch den Telegraph, dann durch einen Sprecher der Justiz.

    45
  4. Do., 8. Okt.

    Nichtöffentliche Anhörung am High Court, Berichten zufolge um 14 Uhr, zum Antrag der Polizei, den Zugang zu Gerichtsunterlagen zu beschränken.

    19

Was die Klage ist und was nicht

AP berichtet, ihm sei die Zulassung zu einer gerichtlichen Überprüfung erteilt worden 3, und Berichte, die auf die erste Darstellung des Telegraph zurückgehen, besagen, ein Richter am High Court habe sie früher in diesem Jahr erteilt 5. Die Zulassung ist eine niedrige Hürde. Sie bedeutet, dass ein Richter die Klage für hinreichend vertretbar hielt, um sie weiterzuverfolgen. Sie ist keine Feststellung, dass die Beschlüsse rechtswidrig waren, und niemand sollte sie als Urteil über den Vorwurf des Fehlverhaltens verstehen, den dieses Verfahren nicht verhandelt.

Sein Rechtsteam sagt, die Beschlüsse seien nicht rechtmäßig gewesen 2. Darüber hinaus sind die Gründe nicht öffentlich. Wir haben keine offizielle Stellungnahme seiner Anwälte gefunden, daher ist unbekannt, was genau an den Beschlüssen beanstandet wird. Es könnte darum gehen, wie sie erwirkt, wie sie abgefasst oder wie sie vollstreckt wurden. Die Quellen sagen dazu nichts, und Spekulation wäre beiden Seiten gegenüber unfair.

Was der Donnerstag tatsächlich entscheidet

Hier war die Berichterstattung am ungenauesten. Donnerstag, der 8. Oktober, ist nicht die vollständige Überprüfung. Die Berichte deuten auf eine nichtöffentliche Anhörung hin, Berichten zufolge um 14 Uhr vor Mr Justice Nicholas Hilliard, der nicht der Richter ist, der die Beschlüsse erlassen hat. Es geht um einen Antrag der Thames Valley Police, den Zugang zu bestimmten Gerichtsunterlagen zu beschränken, mit der Begründung, ihre Veröffentlichung könne die laufenden strafrechtlichen Ermittlungen beeinträchtigen 19 9. Sollte der Richter geneigt sein, Beschränkungen zu gewähren, dürfen Medienorganisationen möglicherweise vor einer endgültigen Entscheidung Stellungnahmen abgeben. Ob Andrew erscheinen wird, ist nicht bekannt.

Die Darstellungen passen nicht sauber zusammen. NPR sagte unter Berufung auf einen Sprecher der Justiz, eine Anhörung zur Klage sei für Donnerstag angesetzt 4. Auch AP nannte den Donnerstag und brachte ihn mit der gerichtlichen Überprüfung in Verbindung 3. Sky News sagte nur, es sei „bekannt“, dass um den 9. Oktober eine nichtöffentliche Anhörung darüber anstehe, ob bestimmte Dokumente freigegeben werden 1. Die am besten belegte Lesart ist eine einzige Anhörung am Donnerstag zu Dokumentbeschränkungen, wobei Skys Datum eine weniger gut belegte Fassung desselben Ereignisses ist. Das ist unsere Schlussfolgerung, nichts, was ein Medium so angibt.

Während unsere Ermittlungen wegen Fehlverhaltens im öffentlichen Amt andauern, sind wir in Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit zuvor beim Central Criminal Court erwirkten Beschlüssen verwickelt. Da diese Verfahren derzeit laufen, wäre es unangemessen, uns weiter dazu zu äußern.

Thames Valley Police 1619

Die Position der Polizei ist unbequem, aber schlüssig. Sie ist zugleich Ermittlerin und Beklagte, und sie möchte, dass ein Teil der Unterlagen unter Verschluss bleibt, solange die Ermittlungen laufen. Andrews Seite will vermutlich das Gegenteil. Der Donnerstag ist der erste Test dafür, wie offen dieser Streit ausgetragen wird.

Was ein Erfolg bedeuten würde

Ein Rechtskommentator sagte ITV News, ein Erfolg könnte beschlagnahmtes Material unverwertbar machen und ihm Anspruch auf Schadenersatz und Kostenerstattung geben, doch die Polizei könnte Berufung einlegen 2. Das ist die Einschätzung eines einzelnen Kommentators; kein Gericht hat darüber entschieden. Der Rechtskommentator von Sky, Joshua Rosenberg, nannte es ziemlich ungewöhnlich, dass der Gegenstand von Ermittlungen deren Führung und seine Festnahme anficht 1. Der Grund, warum sich der Aufwand lohnt, liegt auf der Hand. Wenn das bei den Durchsuchungen gesammelte Material für den Fall zentral ist und die Beschlüsse fallen, könnte den Ermittlungen die Grundlage entzogen werden. Scheitert die Klage, hat er Monate und Geld in einen Streit investiert, der die Beweise dort lässt, wo sie waren.

Der Hintergrund ist nur als Kontext von Bedeutung. Er wurde wegen des Verdachts des Fehlverhaltens im öffentlichen Amt festgenommen; der Vorwurf lautet, er habe als britischer Handelsgesandter sensible Informationen an Jeffrey Epstein weitergegeben 4. ITV zufolge scheinen die Epstein-Akten zu zeigen, dass er vertrauliche Dokumente weitergab 2. Er hat Fehlverhalten stets bestritten 1. Eine Anklage wurde bislang nicht gemeldet. König Charles III. entzog ihm im vergangenen Jahr seine Titel und setzte ihn aus seiner Residenz 3.

Wer zahlt

Ein Geldgeber wurde nicht genannt. Palastquellen sagen, nichts von den Kosten werde aus der Zuwendung des Königs an Andrew bezahlt 2. Eine Quelle im Buckingham-Palast sagt, der König spiele bei der Rechtsstrategie keine Rolle, und seine private finanzielle Unterstützung für seinen Bruder solle nicht für den Fall verwendet werden 15 13. Steuergelder sind nicht beteiligt. So bleibt eine hochkarätige Klage vor dem High Court ohne genannten Geldgeber – eine Frage, die dem Gericht womöglich nie gestellt wird, der Öffentlichkeit aber berechtigterweise.

Bekannt

  • Er reichte beim High Court Klage auf Aufhebung der Beschlüsse ein, die die Durchsuchung zweier seiner Wohnsitze erlaubten; Berichten zufolge wurde die Zulassung des Verfahrens erteilt. 43
  • Die Thames Valley Police bestätigt Gerichtsverfahren über beim Central Criminal Court erwirkte Beschlüsse und erklärt, ihre Ermittlungen wegen Fehlverhaltens im Amt dauerten an. 1
  • Die Anhörung am Donnerstag ist eine nichtöffentliche über einen Antrag der Polizei auf Beschränkung von Gerichtsunterlagen, nicht die vollständige Überprüfung. 199

Unbekannt

  • Die rechtlichen Gründe, wer die Klage finanziert und ob Andrew am Donnerstag erscheint.
  • Ob die von Sky genannte Anhörung „um den 9. Oktober“ und die Anhörung am Donnerstag dasselbe Ereignis sind.
  • Wann die inhaltliche Überprüfung verhandelt wird und ob die Ermittlungen mit einer Anklage oder ohne weitere Maßnahmen enden.

Als Nächstes

  • Die Entscheidung des Richters über die Beschränkung von Unterlagen und ob Medienorganisationen Stellungnahmen abgeben dürfen.
  • Ein Termin für die vollständige gerichtliche Überprüfung der Beschlüsse.
Wie ausgestrahlt 11 Zeilen
  1. Andrew Mountbatten-Windsor is challenging in court the warrants police used to search his homes.
  2. He was arrested on suspicion of misconduct in public office, and he has been neither charged nor cleared. If he wins, material seized in the searches could become inadmissible, though police could appeal.
  3. So what does Thursday's hearing actually decide, and what is still unknown?
  4. An Old Bailey judge issued the warrants on 18 February. He was arrested the next day, his 66th birthday, questioned under caution for 11 hours, then released under investigation. Nearly eight months later, his claim to quash those warrants is before the High Court.
  5. Detectives searched two homes: his residence on the Sandringham estate, also reported as Marsh Farm, and Royal Lodge in Windsor. The allegation is that as UK trade envoy he shared sensitive information with Jeffrey Epstein. He has always denied wrongdoing.
  6. The force that arrested him is the other side of this case. Its investigation continues, and it is also asking the court to restrict access to certain documents, arguing that release could affect that investigation.
  7. The accounts differ: Thursday, or around the ninth; the judicial review, or the release of documents. The better-supported reading is one Thursday hearing on document restrictions. That is an inference, not a confirmed fact.
  8. At 2pm Thursday, Mr Justice Nicholas Hilliard, who did not issue the warrants, hears the application on document restrictions, in private at least at the start. It is not the full review. Media may be heard if restrictions are contemplated. Whether Andrew attends is unknown.
  9. No court has found the warrants unlawful. A judge granted permission for the review earlier this year, which means only that the claim is arguable. His legal team say the warrants were not lawful, but the grounds are not public and no statement from his lawyers has been published.
  10. Nobody has named who is paying for a High Court challenge. Buckingham Palace says none of it comes from the King's allocation to Andrew, and that the King has no role in the legal strategy. Taxpayer funding is not involved.
  11. Thursday addresses only the police application to restrict court documents. It is fairly unusual for the subject of an investigation to challenge its handling and his arrest. Still unknown: the legal grounds, the funder, when the full review is heard, and whether the investigation ends in a charge or no further action.

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