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Unternehmen · Arabische Luftfahrt

Arabische Fluggesellschaften droht ein Verlust von 4,3 Milliarden US-Dollar, da Konflikte und Kosten die Drehkreuze unter Druck setzen

Nach einem Gewinn von 11 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 steht den AACO-Mitgliedern eine scharfe Kehrtwende bevor: Die Nachfrage sinkt stärker als die Kapazität, während Treibstoff einen größeren Anteil der Kosten ausmacht.

Verfasst 6 Min. Lesezeit

Video in der Originalsprache

Aus dem englischen Original übersetzt.

4,3 Milliarden US-Dollar Gesamtverlust: Das ist die Prognose der Arab Air Carriers’ Organization für ihre Mitgliedsfluggesellschaften im Jahr 2026, ein Jahr nachdem sie rund 11 Milliarden US-Dollar verdient hatten. Der prognostizierte Rückgang um 15,3 Milliarden US-Dollar bedeutet eine scharfe Kehrtwende für Fluggesellschaften, deren Drehkreuze Passagiere und Fracht weit über den Nahen Osten und Nordafrika hinaus verbinden. Es handelt sich um eine Prognose für das Gesamtjahresergebnis, nicht um bereits gemeldete Verluste.⁠5

Der Druck kommt von beiden Seiten des Geschäfts. Konfliktbedingte Störungen schwächen den Verkehr und erschweren den Betrieb, während höhere Energiekosten einen größeren Teil der Ausgaben der Fluggesellschaften aufzehren. Die Passagiernachfrage dürfte deutlich stärker zurückgehen als die angebotene Flugkapazität der Mitglieder. Damit drohen den Fluggesellschaften weniger ausgelastete Maschinen, gerade jetzt, da ihre Kostenlast schwerer zu tragen ist.⁠5⁠3

Die AACO stellte ihren Jahresbericht den Delegierten bei ihrer 59. Jahreshauptversammlung in Doha elektronisch zur Verfügung. Dort fanden am 3. November Arbeitssitzungen statt, nachdem die Versammlung am 2. November eröffnet worden war. Qatar Airways war Gastgeber der Veranstaltung, deren Vorsitz der Konzernchef Hamad Al-Khater führte. Mehr als 200 Führungskräfte und Branchenvertreter nahmen teil. Der Verband vertritt 39 Fluggesellschaften, darunter Qatar Airways, Emirates, Etihad Airways und Gulf Air. Seine gemeinsame Prognose bedeutet nicht, dass jedes Mitglied Verluste machen wird.⁠5⁠3

Der Druck hinter dem Schlagzeilenverlust

Dies ist keine Fortsetzung eines schlechten Jahres 2025. Die Mitglieder beendeten jenes Jahr mit einer Nettomarge von 10,8%. Der Passagierverkehr wuchs um 7,6% und damit stärker als die Kapazität, die um 5,8% zunahm. Der Frachtverkehr legte um 4% zu. Die Fluggesellschaften starteten mit einem profitablen Geschäft und wachsender Nachfrage ins Jahr 2026.⁠5

Wir starteten mit starkem Rückenwind ins Jahr 2026, nachdem wir 2025 sehr gute Ergebnisse erzielt hatten. Leider hielt dieser Schwung nicht an.

Abdul Wahab Teffaha 11

In seiner Rede zur Lage der Branche sagte der Generalsekretär der AACO, die Ende 2023 in der Region begonnene Krise habe ihre Auswirkungen in diesem Jahr ausgeweitet und das Luftverkehrsnetz erneut unter Druck gesetzt. Die Aussichten beschreiben die daraus entstandenen Schäden, beziffern aber keinen Verlust in Dollar für einen bestimmten Angriff, eine Schließung oder eine Umleitung.⁠11⁠5

Die wichtigsten Fakten

  1. −10,3%Prognostizierte Passagiernachfrage der Mitglieder im Jahr 2026 5
  2. −4,7%Prognostizierte Passagierkapazität der Mitglieder im Jahr 2026 5
  3. −5,2%Prognostizierter Frachtverkehr der Mitglieder im Jahr 2026 5

Die Passagierkennzahlen berücksichtigen die zurückgelegte Entfernung, nicht einfach die Zahl der Fluggäste. Bei den Revenue Passenger Kilometres werden die zahlenden Passagiere mit der zurückgelegten Entfernung multipliziert; bei den Available Seat Kilometres die angebotenen Sitzplätze mit der geflogenen Entfernung. Der Unterschied zwischen den prognostizierten Rückgängen ist entscheidend: Die Fluggesellschaften dürften ihr Angebot verringern, aber nicht schnell genug, um mit dem Nachfragerückgang Schritt zu halten. Die AACO beziffert die Passagierauslastung 2026 – den Anteil der genutzten Sitzplatzkapazität – auf 77%, gegenüber 81,8% im Jahr 2025.⁠5⁠11

Auch die Frachtentwicklung kehrt sich um. Der prognostizierte Rückgang folgt auf das Wachstum im Vorjahr, gemessen in Frachttonnenkilometern: dem Frachtgewicht multipliziert mit der zurückgelegten Entfernung. Dies ist eine Prognose für weniger Transportaktivität, keine Ankündigung eines Rückgangs der Frachteinnahmen um 5,2% oder eine Zählung bereits stornierter Sendungen. Für Unternehmen, die die Drehkreuze der Region nutzen, besteht die Sorge in einem betrieblich stark belasteten Netzwerk, das zugleich weniger Fracht befördert.⁠5

Die Treibstoffkosten verschärfen die Lage zusätzlich. In ihrer Berichterstattung vom 5. November über den Jahresbericht beziffert Euronews den Anteil des Treibstoffs an den Betriebskosten der Mitgliedsfluggesellschaften für 2026 auf voraussichtlich 37,3%, gegenüber 27,9% im Jahr 2025 – ein Anstieg um 9,4 Prozentpunkte. Dabei handelt es sich um Anteile an den Gesamtkosten, nicht um eine Prognose, dass die Treibstoffpreise selbst um 37,3% steigen werden. Die entsprechenden weltweiten Anteile betragen 31,4% und 25,4%. Damit steht den Mitgliedern eine höhere prognostizierte Treibstoffkostenlast bevor als der Branche insgesamt.⁠3

Die AACO erwartet, dass die operative Marge ihrer Mitglieder mit minus 2,7% ins Negative dreht, verglichen mit positiven 11,8% im Jahr 2025. Diese Kennzahl misst die Erträge aus dem laufenden Geschäft; sie unterscheidet sich vom Nettoergebnis und ist kein weiterer Verlust, der zu der Prognose von 4,3 Milliarden US-Dollar hinzugerechnet werden sollte.⁠5

Eine regionale Kehrtwende, kein weltweiter Verlust

Die weltweite Luftfahrtbranche wächst langsamer, doch ihre Aussichten unterscheiden sich weiterhin deutlich. Für 2026 wird ein globaler Nettogewinn von rund 23 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Nach den von Euronews wiedergegebenen Zahlen aus dem Jahresbericht wäre dies – wenn man die COVID-19-Zeit und ihre Folgen ausklammert – der niedrigste Gewinn seit 12 Jahren. Diese Einschränkung ist wichtig: Es wird nicht behauptet, dass die Gewinne unter die Ergebnisse aus der Pandemiezeit fallen werden.⁠3

Die weltweite Passagiernachfrage dürfte um 2,1% wachsen, nach 5,3% im Jahr 2025. Beim globalen Frachtwachstum wird eine Verlangsamung von 3,3% auf höchstens 0,7% erwartet. Beides deutet weiterhin auf Wachstum hin, anders als die für die AACO-Mitglieder prognostizierten Rückgänge. Da die weltweite Passagierkapazität langsamer wächst als die Nachfrage, dürfte die globale Auslastung von 83,5% auf 83,9% steigen. Die regionalen und globalen Durchschnittswerte beschreiben unterschiedliche Betriebsbedingungen.⁠11

Auch bei der Erneuerung ihrer Flotten haben die Fluggesellschaften nur begrenzten Spielraum. Laut AACO schränken verspätete Flugzeuge, Triebwerke und Ersatzteile die Ersatzbeschaffung ein und erhöhen die Betriebskosten. Der weltweite Auftragsbestand für Flugzeuge lag 2025 bei 17.250 und dürfte bis Ende 2026 auf mehr als 18.000 steigen. Der Exekutivausschuss hat eine Arbeitsgruppe beauftragt, gemeinsame Ersatzteillager zu untersuchen und die Zusammenarbeit möglicherweise auf die Beschaffung auszuweiten. Das ist eine noch zu prüfende operative Maßnahme, keine bereits erreichte Erholung.⁠5

Eine Prognose, viele unterschiedliche Ergebnisse für einzelne Fluggesellschaften

Die Schätzung des Gesamtverlusts steht neben Expansionsplänen. Qatar Airways teilte Euronews mit, die Zahl der Winterflüge zu europäischen Zielen wie London Heathrow und Frankfurt sowie die Verbindungen nach Asien, Afrika und Australien zu erhöhen. Emirates erklärte, die Modernisierung ihrer Flotte mit Investitionen von 7 Milliarden US-Dollar fortzusetzen, und nahm im Oktober einen täglichen Flug nach Helsinki auf. Wachstumspläne einzelner Fluggesellschaften widerlegen keine verbandsweite Verlustprognose. Sie zeigen auch nicht, welche Fluggesellschaften den Abschwung vermeiden werden.⁠3

Die AACO erwartet, dass die Ergebnisse je nach Lage der Drehkreuze und der Anfälligkeit gegenüber konfliktbetroffenen Märkten unterschiedlich ausfallen. Sie hat den prognostizierten Verlust von 4,3 Milliarden US-Dollar nicht auf einzelne Fluggesellschaften aufgeschlüsselt. Diese fehlende Aufschlüsselung schränkt ein, was die Schlagzeilenzahl Passagieren, Beschäftigten oder Investoren über eine bestimmte Fluggesellschaft sagen kann.⁠5

Die Versammlung in Doha sprach sich auch gegen eine geplante Ausweitung der europäischen Emissionshandelsregeln ab 2029 auf Flüge aus, die vom Europäischen Wirtschaftsraum in Länder außerhalb des EWR starten und innerhalb eines Umkreises von 5.000 Kilometern um den Flughafen Frankfurt liegen. Die AACO argumentiert, der Vorschlag verletze die Souveränität, und warnt vor sich überschneidenden Umweltauflagen, etwa wenn Emissionsminderungen nicht in allen verpflichtenden Systemen anerkannt werden. Dabei handelt es sich um einen gesonderten Streit über künftige Regulierung, nicht um eine nachgewiesene Ursache für den prognostizierten Verlust im Jahr 2026.⁠5

Auch bei den Währungsangaben ist ein Vorbehalt angebracht. Die eigene Mitteilung der AACO bestätigt die Prognose in US-Dollar. Euronews gab sie mit 3,82 Milliarden Euro wieder, doch Umrechnungsdatum und Berechnungsmethode sind nicht belegt. Der Eurobetrag sollte weder als zweite, konkurrierende Prognose noch als unabhängig bestätigte Schätzung der AACO verstanden werden.⁠5⁠3

Das endgültige Ergebnis hängt weiterhin davon ab, wie sich Konflikte, Treibstoffkosten und Betriebsstörungen im weiteren Verlauf des Jahres 2026 entwickeln. Die Aussichten machen bereits deutlich, was zusammenkommt: schwächere Nachfrage, weniger ausgelastete Passagierkapazitäten, rückläufige Frachtaktivität und ein höherer Anteil der Treibstoffkosten. Weltweit dürften Fluggesellschaften weiterhin Gewinne erzielen. Zusammengenommen steht den AACO-Mitgliedern ein deutlich schwierigeres Jahr bevor.⁠5⁠3

Wie ausgestrahlt
  1. Arab airlines face a four-point-three-billion-dollar combined loss forecast. Conflict is disrupting flights through hubs that connect passengers and freight far beyond the region. Their airline association expects passenger demand to fall faster than capacity. How much will those pressures change the final losses, and which carriers will bear them?
  2. The Arab Air Carriers' Organization expects its members to lose about 4.3 billion US dollars in calendar year 2026. The association represents 39 airlines across the Middle East and North Africa, including Qatar Airways, Emirates, Etihad Airways and Gulf Air.
  3. More than 200 executives and industry stakeholders gathered in Doha for the Qatar Airways-hosted meeting. Delegates received the annual outlook electronically at the association's fifty-ninth annual general meeting, whose working sessions took place November third, after the November second opening.
  4. The forecast reverses a strong year for these airlines. In 2025, members earned a 10.8 percent net margin. Passenger traffic grew 7.6 percent, while the seats offered, adjusted for distance flown, increased 5.8 percent. Cargo traffic grew four percent.
  5. Members earned about 11 billion US dollars in 2025. AACO now projects a 4.3 billion dollar loss for 2026. That's a 15.3 billion dollar deterioration in their combined bottom line, with the current year's final result still ahead.
  6. AACO secretary general Abdul Wahab Teffaha said the strong momentum at the start of 2026 didn't continue. The regional crisis began in late 2023, and its widening impact this year has disrupted operations and put renewed pressure on the transport network.
  7. Airlines measure passenger demand by multiplying paying passengers by the distance they travel. Capacity measures available seats multiplied by distance. Those measures capture how much flying customers buy and how much airlines offer. This year, AACO expects the gap between them to widen.
  8. Passenger demand is forecast to fall 10.3 percent, against a 4.7 percent reduction in capacity. Cargo traffic is expected to shrink 5.2 percent. That cargo measure combines freight weight and distance, capturing the transport work these airlines perform for businesses.
  9. AACO puts passenger load factor, the share of seat capacity actually used, at 77 percent this year, against 81.8 percent in 2025. It also forecasts a minus 2.7 percent operating margin. That measure of earnings from running the business stood at positive 11.8 percent in 2025 and 11.3 percent in 2024.
  10. Fuel's share of member operating costs rises from 27.9 percent in 2025 to a forecast 37.3 percent this year. That's 9.4 percentage points more of the cost bill. Worldwide, the comparable shares are 25.4 and 31.4 percent.
  11. Higher energy costs meet weaker demand, squeezing the money left from each flight. The consequences extend to businesses using the region's hubs to move goods, and to travellers connecting between continents. Airlines also face delivery delays that make renewing their fleets harder and more expensive.
  12. Worldwide airlines are still projected to earn about 23 billion US dollars in net profit this year. That would be their lowest profit in 12 years when the COVID period and its aftermath are excluded. AACO members face a much sharper collective reversal.
  13. Worldwide passenger-demand growth is expected to slow from 5.3 percent to 2.1 percent. Global cargo growth falls from 3.3 percent to no more than 0.7 percent. Both forecasts still show expansion, while AACO expects its members' traffic to contract.
  14. Global passenger capacity is forecast to grow 1.6 percent. With demand growing faster, worldwide load factor is projected to rise from 83.5 to 83.9 percent. The global operating margin stood at 7.2 percent in 2025. The regional and worldwide forecasts describe very different operating conditions.
  15. Manufacturers' global aircraft order backlog stood at 17,250 aircraft in 2025. AACO expects it to exceed 18,000 by the end of 2026. Delayed aircraft, engines and spare parts constrain fleet renewal and increase airlines' operating costs.
  16. Members had 1,587 aircraft in service at the end of July 2025. They received 121 aircraft during that year, and their combined order backlog reached 1,734. AACO's executive committee has directed a working group to study shared spare-parts inventories, with possible cooperation on procurement.
  17. Qatar Airways group chief executive Hamad Al-Khater, who chaired the meeting, said Middle East aviation supports as many as four million jobs. He put its contribution to the regional economy at about 290 billion US dollars.
  18. The sector's longer-term economic contribution is projected to reach 730 billion dollars by 2043. Arab airports handled more than 500 million passengers in 2025, an increase of 8.1 percent. That airport total reaches beyond AACO members' own traffic, showing the wider exposure of tourism, trade and workers to interrupted connections.
  19. AACO also opposed a proposed expansion of Europe's carbon-trading rules from 2029. It would cover flights departing the European Economic Area for countries outside it within 5,000 kilometres of Frankfurt Airport. The airlines say the expansion would infringe on national sovereignty.
  20. Teffaha warned of overlapping charges under European rules and CORSIA, the international aviation carbon-offsetting system. AACO wants emissions reductions recognised across those systems, including reductions linked to mandated sustainable fuel. Its resolution calls for globally coordinated measures that avoid charging airlines twice for the same emissions.
  21. Qatar Airways says it's increasing winter flights to major European destinations, including London Heathrow and Frankfurt. It also plans more flights across Asia, Africa and Australia. Emirates says it has restored about 91 percent of capacity and nearly 98 percent of its network.
  22. Emirates is also continuing fleet retrofits backed by seven billion dollars of investment. In October, it launched a daily Helsinki service, adding to its Nordic connections. Those expansion plans sit alongside a combined forecast that AACO expects to vary considerably with hub location and exposure to conflict-affected markets.
  23. The final 2026 outcome will depend on how conflict, fuel costs and operational disruption develop through the rest of the year. AACO hasn't allocated the projected 4.3 billion dollar loss carrier by carrier.

Quellen10

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Übersetzung aktualisiert:

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