Justiz · Polizeiliche Gewaltanwendung
Neue Festnahmevideos aus Auburn liefern Kontext – aber kein Urteil zu mindestens 20 Schlägen
Der Beamte wurde am 28. Oktober beurlaubt. Die am folgenden Tag veröffentlichten zusätzlichen Aufnahmen zeigen mehr vom Einsatz, lassen aber die Frage offen, ob der Mann möglicherweise nach einer Waffe gegriffen hat – ebenso wie die Rechtfertigung für die wiederholten Schläge.
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Aus dem englischen Original übersetzt.
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Was erklären die neu veröffentlichten Festnahmevideos aus Auburn – und rechtfertigen sie, dass ein Beamter einen Mann mindestens 20-mal schlug? Sie erweitern die Dokumentation der Ereignisse vor und nach den Schlägen. Ob die Gewaltanwendung rechtmäßig war, klären sie nicht. Genau diese Frage steht nun im Mittelpunkt einer Untersuchung, deren Leitung und Umfang weiterhin unklar sind. 1 5
Die Polizei von Auburn veröffentlichte am Donnerstag, dem 29. Oktober, zusätzliche Aufnahmen von Körperkameras, Dashcams und Verkehrskameras. Sie stammen von dem Einsatz einen Tag zuvor in Auburn im Bundesstaat Washington. Die Polizei bestätigte außerdem, dass der 33-jährige Mann in Gewahrsam genommen und gegen Kaution freigelassen worden war. Der Beamte war bereits beurlaubt: In der am Donnerstag veröffentlichten und von KOMO wiedergegebenen Erklärung des Polizeireviers hieß es, die Entscheidung sei «gestern» getroffen worden; damit ist der 28. Oktober als Beginn der Beurlaubung belegt. Eine Beurlaubung ist eine vorläufige arbeitsrechtliche Maßnahme, weder die Feststellung eines Fehlverhaltens noch eine Entlastung. 11
Die neuen Aufnahmen liefern etwas, das das etwa einminütige Video eines Augenzeugen nicht zeigen konnte: den Weg des Beamten zum Mann, den Einsatz eines Tasers, den Versuch, ihm Handschellen anzulegen, und die Folgen. Die Körperkamera des Beamten fällt jedoch während des Gerangels zu Boden, und seine spätere Erklärung enthält Unsicherheit darüber, ob der Mann möglicherweise nach einer Waffe gegriffen hat. Mehr Videomaterial bedeutet nicht zwangsläufig, dass jede entscheidende Bewegung eindeutig zu sehen ist. 1
Was die Kameras zeigen – und was nicht
Die Polizei wurde am 28. Oktober gegen 15:15 Uhr zu Auburn Way North und 37th Street Northeast geschickt, nachdem Meldungen über einen Mann eingegangen waren, der auf die Fahrbahn lief und versuchte, in vorbeifahrende Fahrzeuge einzusteigen. Nach Angaben des Polizeireviers missachtete der Mann Anweisungen, ein Beamter setzte einen Taser ein, und als der Beamte versuchte, ihm Handschellen anzulegen, kam es zu einem körperlichen Gerangel. Diese Schilderungen des Widerstands stammen von der Polizei und sind keine abgeschlossenen Ermittlungsergebnisse. 11
Die gemeldete Gefahr im Straßenverkehr wird durch Zeugenaussagen gestützt. Todd A. Fee Sr., Mitarbeiter eines nahe gelegenen Autohauses, sagte KIRO 7, er sei dem Mann begegnet, als er einen Kunden bei einer Probefahrt begleitete. Der Mann sei vor ihr Auto getreten, sagte Fee, und habe anschließend nach den Türgriffen anderer Fahrzeuge gegriffen, während die Fahrer abbremsten, um ihm auszuweichen. Fee stellte auch die Schläge infrage und sagte, die Polizei habe weitere Möglichkeiten zur Deeskalation gehabt. Seine Aussage ist in beiden Punkten relevant: Eine gefährliche Situation kann ein Eingreifen erfordern, ohne damit zu belegen, dass jede spätere Gewaltanwendung notwendig war. 5
Die zuerst verbreitete Aufnahme zeigte einen Beamten, der rittlings auf dem oberkörperfreien Mann auf der Fahrbahn saß, ihn mit einer Hand am Boden hielt und mit der anderen schlug, bevor er die Faust wechselte. Der Mann hob die Hände, um sich zu schützen; der Beamte hielt ein Handgelenk fest und schlug weiter. Der Verkehr fuhr nur wenige Meter entfernt vorbei. The Seattle Times beschrieb mindestens 20 Schläge, während der Auburn Reporter etwa 22 schätzte. Diese ungefähren Zahlen sind miteinander vereinbar, stellen aber keine bestätigte exakte Gesamtzahl dar. 1 12
In dem kurzen Clip waren keine anderen Beamten zu sehen; er zeigte weder den Anfang noch die Folgen des Einsatzes. Die später veröffentlichten Aufnahmen zeigen mehrere Beamte vor Ort. Die Einschränkung des ersten Videos lag in seinem Bildausschnitt – nicht darin, dass es den Beweis erbrachte, der Beamte habe während des gesamten Einsatzes allein gehandelt. 1 12
Die Beschreibung der veröffentlichten 18-minütigen Körperkameraaufnahme durch The Seattle Times liefert einen vollständigeren Ablauf. Der Beamte geht auf den Mann auf der Fahrbahn zu und befiehlt ihm, sich auf den Boden zu legen. Dabei warnt er, dass er einen Taser einsetzen werde. Er schießt damit; der Mann schreit und fällt hin. Der Beamte dreht ihn um, um ihm Handschellen anzulegen, und der Mann versucht, sich wieder zurückzudrehen. Ob der Mann zu diesem Zeitpunkt versucht, den Beamten zu schlagen, ist unklar. 1
Die Körperkamera zeigt sechs Schläge mit geschlossener Faust ins Gesicht des Mannes, bevor sie zu Boden fällt. Etwa drei Minuten lang zeichnet sie den Asphalt auf. Eine andere Überwachungskameraperspektive scheint zu zeigen, wie der Mann beim Schlagen versucht, einen Arm um den Beamten zu legen. Während des Einsatzes sagt der Beamte: «Hör auf, nach meiner Ausrüstung zu greifen.» Dieser Befehl und die mehrdeutige Armbewegung belegen für sich genommen keinen Griff nach einer Waffe. Dieser Bericht stützt sich auf die veröffentlichten Beschreibungen der Aufnahmen durch die Medien und nicht auf eine unabhängige Analyse Bild für Bild. 1
Ich glaube, er hat nach meiner Waffe gegriffen. Ich bin mir nicht zu 100 % sicher … also habe ich einfach angefangen, Schläge auszuteilen.
Diese Unsicherheit lässt sich nicht aus der Erklärung des Beamten herausredigieren. Er sagt dem Sanitäter außerdem, der Mann habe ihm ins Gesicht gedrückt und versucht, nach seinen Haaren zu greifen; zudem habe er geglaubt, der Mann habe versucht, ein Auto zu rauben. Das sind die Schilderungen und Einschätzungen des Beamten; weder ein Griff nach einer Waffe noch ein versuchter Autoraub ist durch die vorliegenden Berichte belegt. Die Ermittler müssen die wahrgenommene Bedrohung anhand der Bewegungen und Umstände in jeder Phase bewerten. 1
Nachdem ein anderer Beamter die Kamera wieder befestigt hat, halten mehrere Beamte den Mann fest. Die Knöchel des Beamten, der ihn geschlagen hat, sind blutig. Er fragt: «Kannst du meine Ärmel zurückkrempeln … damit ich wenigstens cool aussehe.» Später, bevor er sich zur Behandlung ins Krankenhaus begibt, sagt er: «Na ja, das wird in die Bücher eingehen.» Der Mann liegt weiterhin am Boden und ruft: «Es tut mir leid.» Die Bemerkungen dokumentieren die Folgen des Vorfalls; sie ersetzen keine Bewertung der Gewaltanwendung selbst. 1
Nach Angaben der Polizei gelang es schließlich vier Beamten, den Mann unter Kontrolle zu bringen und ihm Handschellen anzulegen. Feuerwehrkräfte seien gerufen worden, weil er auch nach dem Festhalten weiter geschrien und sich gewehrt habe. Polizeisprecher Kolby Crossley bezeichnete die Verletzungen beider Männer zunächst als geringfügig; beide kamen zur Untersuchung ins Krankenhaus. Diese Beschreibung der Verletzungen stammt von der Polizei, nicht aus veröffentlichten medizinischen Befunden. 1 11
Was die Rechenschaftspflicht noch klären muss
Der zuletzt gemeldete Gewahrsamsstatus des Mannes ist nicht mehr ein Krankenhausaufenthalt mit anschließender erwarteter Inhaftierung. KOMO berichtete am Donnerstag, die Polizei habe bestätigt, dass er wegen nicht als Verbrechen eingestuftem Besitz kontrollierter Substanzen, ordnungswidrigen Verhaltens, Behinderung und versuchter Körperverletzung in Gewahrsam genommen und anschließend gegen Kaution freigelassen worden sei. Dabei handelt es sich um bei der Inhaftierung erhobene Vorwürfe, nicht um Verurteilungen; aus den verfügbaren Berichten geht weder eine Anklageschrift der Staatsanwaltschaft noch ein Gerichtsausgang hervor. 11
Auf der zunächst erwarteten Liste der Vorwürfe standen auch Widerstand gegen die Festnahme und ein näher bezeichneter Versuch einer Körperverletzung dritten Grades. In der späteren Bestätigung fehlte der Widerstand gegen die Festnahme; auch der Grad der Körperverletzung wurde nicht genannt. Warum sich die gemeldete Liste änderte, ist weiterhin ungeklärt. Daraus geht nicht hervor, dass die Staatsanwaltschaft eine bestimmte Anklage erhoben oder später fallengelassen hat. 1 11
Laut The Seattle Times verlangen die Vorschriften von Auburn, dass Gewaltanwendung «objektiv angemessen» ist; andere Beamte sind verpflichtet, bei unangemessener Gewaltanwendung einzuschreiten. Die Untersuchung muss deshalb über die Frage hinausgehen, ob es zu einem Gerangel kam. Sie muss prüfen, welche Bedrohung in den verschiedenen Phasen des Einsatzes bestand, ob die Gewalt weiterhin erforderlich war, welche Möglichkeiten zur Deeskalation bestanden und ob andere Beamte eingreifen konnten und mussten. 1
Der Berater für Polizeipraxis Jerry Rodriguez, der 35 Jahre lang im Polizeidienst tätig war, sagte KIRO 7, dass strafrechtliche und dienstrechtliche Untersuchungen unterschiedliche Fragen stellen. Eine strafrechtliche Untersuchung prüft die rechtliche Rechtfertigung; eine dienstrechtliche Untersuchung bewertet zusätzlich die Einhaltung von Richtlinien, Verfahren und Ausbildungsvorgaben vor, während und unmittelbar nach dem Einsatz. Die Polizei von Auburn beantwortete die Fragen von KIRO 7 dazu nicht, wer die dienstrechtliche Prüfung durchführt und ob zusätzlich eine strafrechtliche Untersuchung läuft. 5
Bekannt
- Der Beamte wurde am 28. Oktober beurlaubt; nach Angaben der Polizei dauern die Ermittlungen an. 11
Unbekannt
- Aus den verfügbaren Berichten gehen weder die Identität des Prüfers noch die Existenz einer strafrechtlichen Untersuchung, die Identität des Beamten oder die Frage hervor, ob die Beurlaubung bezahlt ist.
Als Nächstes
- Zu beobachten sind die Benennung des Ermittlers, Feststellungen zum Ablauf der Gewaltanwendung und Gerichtsunterlagen, die die gegen den Mann erhobenen Vorwürfe im Zusammenhang mit seiner Inhaftierung klären. Das Polizeirevier hat keine Frist für den Abschluss genannt.
Auch die Frage nach der Stimme der Zivilgesellschaft in der Stadt stellt sich. Pastor LaShund Lambert, Mitglied des Polizeibeirats von Auburn, sagte gegenüber KIRO Newsradio, dass der Beirat seit Dezember 2025 nicht mehr getagt habe. «Deshalb brauchten wir den Polizeibeirat», sagte er. Er habe angeboten zurückzutreten, wenn dadurch die Sitzungen wieder stattfinden könnten. MyNorthwest berichtete, dass die Polizei und Bürgermeisterin Nancy Backus seine Fragen zur Unterbrechung nicht beantwortet hatten. Der Grund dafür ist weiterhin ungeklärt. 14
Lambert sagte, er vertraue weiterhin Polizeichef Mark Caillier und anderen Führungskräften, setze sich aber für Richtlinien und einen öffentlichen Dialog ein, die das Vertrauen stärken. Seine Sorge galt beiden Seiten: Ein Beamter dürfe nicht zu Unrecht verteufelt werden, und ein gefährlicher Beamter dürfe sich nicht der Rechenschaft entziehen. Auch der frühere Sheriff von King County, John Urquhart, bezeichnete die Aufnahmen als erschütternd und mahnte zugleich, vor einem Urteil gründlich zu ermitteln. 14
Das ist kein Argument dafür, die Schläge zu ignorieren. Es ist ein Argument für eine Untersuchung, die konkret genug ist, um sie zu erklären. Die neuen Videos erweitern die Dokumentation; die nächste bedeutsame Veröffentlichung muss mehr leisten, als lediglich auf den Widerstand hinzuweisen. Sie muss darlegen, welche Gewalt wann und warum gerechtfertigt war.
Wie ausgestrahlt 20 Zeilen
- An officer punches a man at least twenty times while holding him down in the road. Auburn police have released more recordings, and the officer is on leave during an internal investigation. The man has been booked and released on bond. Investigators still have to determine whether each use of force was justified.
- Police responded around three fifteen Wednesday afternoon to Auburn Way North at 37th Street Northeast. Dispatchers had received calls about a man running into traffic and trying to enter passing vehicles. The encounter happened October twenty-eighth.
- A nearby car dealership worker, Todd A. Fee Senior, encountered the man while accompanying a customer on a test drive. He said the man moved in front of their car, then grabbed other vehicles' door handles as drivers slowed. Fee also questioned the punches and said officers had opportunities to de-escalate.
- The officer delivers at least twenty punches in the roughly minute-long bystander recording. The count is approximate. He straddles the shirtless man, holds him down with one hand and punches with the other, then switches fists.
- The man raises his hands to shield himself. The officer restrains a wrist while continuing to strike, with traffic passing only feet away. That bystander recording misses the beginning and aftermath. No other officers appear in that clip, but the later recordings show several officers at the scene.
- The department placed the officer on administrative leave Wednesday, October twenty-eighth, pending a full investigation. Thursday brought the additional recordings and confirmation of the man's booking and release on bond. The leave puts the officer's employment status under review while investigators examine his conduct.
- Police released available body-camera, dash-camera and traffic-camera recordings. Their account says the man refused commands and struggled when the officer tried to handcuff him after using a Taser. Police say four officers eventually restrained him, and fire personnel were called because he continued screaming and resisting after being handcuffed.
- The released body-camera recording runs eighteen minutes. The officer approaches the man in the roadway and orders him down, warning he'll use a Taser. He fires it, and the man screams and falls. The officer turns him over to attempt handcuffing.
- The man tries to turn back around. It's unclear whether he attempts to hit the officer at that point. The officer then begins punching him in the face. The camera captures six closed-fist punches before it falls to the ground.
- For about three minutes, the body camera records pavement. A different surveillance angle appears to show the man trying to wrap an arm around the officer while being punched. During the encounter, the officer says, “Stop grabbing my gear.”
- The officer later tells a medic the man was pushing on his face and trying to grab his hair. He also says he believed the man had been attempting a carjacking. That's the officer's explanation of what he thought was happening. His account of a possible gun grab includes an explicit uncertainty.
- The officer tells the medic, “I think he grabbed my gun. I’m not 100% sure … so I started just delivering strikes.” The recordings leave the possible gun grab unresolved. Investigators must assess that explanation alongside the movements and threats at each stage.
- When another officer reattaches the camera, several officers are restraining the man. The officer who punched him has bloodied knuckles. He asks, “Can you roll my sleeves back … so I at least look cool.” Later, he says, “Well, this’ll be one for the books,” before leaving for hospital treatment. The man remains on the ground yelling, “I’m sorry.”
- Police confirmed the man was booked for non-felony controlled-substance possession, disorderly conduct, obstruction and attempted assault, then released on bond. These are booking allegations. They haven't resulted in a conviction in this case.
- The initial anticipated booking list also included resisting arrest and specified third-degree attempted assault. The later confirmation omitted resisting arrest and didn't specify an assault degree. Police haven't explained that difference. Spokesperson Kolby Crossley said the man is thirty-three and initially described both men's injuries as minor. Both went to hospitals for evaluation.
- Police-practices consultant Jerry Rodriguez spent thirty-five years in law enforcement. He says a criminal inquiry examines whether force was legally justified. An administrative inquiry also examines the officer's compliance with policy, procedures and training before, during and immediately after the encounter.
- Auburn's rules require force to be “objectively reasonable.” Officers also have a duty to intervene against unreasonable force. Investigators must examine whether each use of force remained necessary, what chances existed to de-escalate, and whether others could and should have intervened. Former King County Sheriff John Urquhart called the footage jarring while urging a thorough investigation before judgment.
- Pastor LaShund Lambert says Auburn's Police Advisory Committee hasn't met since December twenty twenty-five. A committee member himself, he wants an active civilian voice. He said he offered to resign if that would allow meetings to continue.
- Lambert says he retains faith in Chief Mark Caillier and other leaders, but wants policy and public dialogue that sustain trust. He warned against unfairly demonizing an officer or allowing a dangerous officer to escape accountability. Police and Mayor Nancy Backus haven't answered questions about the committee's hiatus.
- The new recordings provide context before the punches and after the restraint. Whether every strike was justified remains unresolved. Police haven't said who's conducting the internal review or whether a criminal investigation is also underway. The department promises further updates as information becomes appropriate to release, but has announced no completion deadline.
Quellen
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