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Justiz · Strafe wegen Tierquälerei

Knoesen erhält Bewährungsstrafe für die Tötung der Kelpie-Hündin Faith

Die Richterin bezeichnete die Tötung von Faith als Folter, setzte Bradley Gavin Knoesens zwölfmonatige Haftstrafe jedoch zur Bewährung aus. Die berichteten Gründe verweisen auf frühere Gerichtsentscheidungen; eine Abschiebung ist weiterhin nicht bestätigt.

Verfasst 4 Min. Lesezeit

Video in der Originalsprache

Aus dem englischen Original übersetzt.

Faith erlangte kurz wieder das Bewusstsein, bevor Bradley Gavin Knoesen sie tötete. Die einjährige Kelpie-Hündin war wiederholt unter Wasser gedrückt worden; nachdem sie wiederbelebt worden war, schlug Knoesen sie mit einer Glasflasche zu Tode, wie das Gericht bei der Strafzumessung hörte.⁠1

Richterin Donna Webb bezeichnete den Angriff als Folter. Doch die Strafe, die sie am 5. November vor dem Magistrates Court in Kalgoorlie verhängte, verpflichtet Knoesen nicht dazu, sofort eine Haftstrafe anzutreten: Der 31-jährige britische Backpacker erhielt nach seinem Schuldeingeständnis, einem Tier unnötigen Schaden zugefügt zu haben, 12 Monate Haft, die für 12 Monate zur Bewährung ausgesetzt wurden. Die Staatsanwaltschaft hatte eine sofortige Haftstrafe gefordert.⁠1

Bei diesem Ausgang müssen zwei Unterscheidungen gewahrt bleiben. Eine zur Bewährung ausgesetzte Haftstrafe ist nicht dasselbe wie das Ausbleiben einer Gefängnisstrafe. Und dass Knoesen keine sofortige Haftstrafe antreten muss, bedeutet nicht, dass er keine Zeit in Gewahrsam verbracht hat: Seit dem Angriff am 23. September war er in Haft und wurde per Video aus dem Eastern Goldfields Regional Prison zur Strafzumessung zugeschaltet. Während der Anhörung sagte er nichts.⁠1

Wenn ich diese Fakten höre, wirkt das auf mich eher wie Folter … unbegreiflich.

Donna Webb 1

Ein Angriff, der trotz Flehen weiterging

Die Einzelheiten der Strafzumessung beruhen auf dem zeitnahen Gerichtsbericht von ABC News. Darin werden wiederholte Gewalttaten mit Gelegenheiten aufzuhören geschildert – nicht ein einziger tödlicher Schlag. Nachdem Knoesen Faith getötet hatte, band er ihren Körper an sein Motorrad und schleifte ihn durch Buschland am Stadtrand von Kalgoorlie in den Goldfields von Western Australia.⁠1

Sein Cousin war anwesend. Knoesen forderte ihn wiederholt auf mitzumachen; stattdessen bat der Cousin ihn aufzuhören und weinte unkontrolliert, während sich der Angriff abspielte. Polizeistaatsanwältin Amy Southall sagte, Knoesen habe gewollt, dass Faiths Besitzer sehe, was er dem Hund angetan hatte. Der Besitzer war nicht der Cousin, und Knoesens Verbindung zu dieser Person blieb vor Gericht unklar. Die Aussage belegt, was Knoesen gesagt hatte, ist aber keine vollständige Erklärung seines Motivs.⁠1

Verteidiger Anthony Eyers bezeichnete seinen Mandanten als „Hundeliebhaber“, dessen Verhalten „untypisch“ sei. Er sagte dem Gericht, Knoesen sei Hochschulabsolvent und habe einen Abschluss in Informatik. Southall wies diese Charakterisierung seines Verhaltens zurück: „Es war vollkommen grundlos und unnötig … ein schockierendes Verhalten“, sagte sie. „Nicht die Handlungen eines Hundeliebhabers.“⁠1

Das Gericht hörte, Knoesen habe mit seinem Cousin eine „extreme Menge Alkohol“ konsumiert. Webb akzeptierte Trunkenheit nicht als Erklärung. Sie bezeichnete Faiths Tod als „langwierig“, sagte, die Tat habe die Öffentlichkeit empört, und verglich sie mit den schlimmsten Fällen von Tierquälerei, die der Bundesstaat erlebt habe. An die Verteidigung gewandt sagte sie: „Ihr Mandant schien unglaublich entschlossen, dieses Tier zu töten.“⁠1

Warum die Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt wurde

Webb setzte die Strafe dennoch zur Bewährung aus und verwies auf Entscheidungen des Supreme Court in anderen Fällen von Tierquälerei. Diese Entscheidungen sind die in der Berichterstattung genannte Erklärung für den Ausgang – nicht die Übernahme der Darstellung der Verteidigung, Knoesen sei ein Hundeliebhaber, und auch keine Feststellung, dass Alkohol ihn entschuldige. Die Einschätzung der Gewalt durch die Richterin fiel scharf aus; die von ihr gewählte Strafe erforderte jedoch keinen sofortigen Haftantritt.⁠1

Der verfügbare Gerichtsbericht nennt weder die konkreten Entscheidungen des Supreme Court noch gibt er die vollständige Begründung für die Strafzumessung wieder. Das schränkt ein, wie weit sich der Ausgang erklären lässt. Es wäre nicht gerechtfertigt zu behaupten, diese Präzedenzfälle hätten Webb keine Wahl gelassen, oder eine detaillierte Abwägung zu rekonstruieren, die in der verfügbaren Berichterstattung nicht veröffentlicht wurde.

Das Strafzumessungsgesetz von Western Australia erlaubt es, eine Haftstrafe zur Bewährung auszusetzen, selbst wenn das Gericht eine Gefängnisstrafe für angemessen hält. Nach Paragraf 76 muss eine Haftstrafe angemessen gewesen sein, wenn eine Aussetzung nicht möglich gewesen wäre. Dieser Rechtsmechanismus ermöglicht den scheinbaren Widerspruch hier: Ein Gericht kann eine Straftat scharf verurteilen, eine Haftstrafe verhängen und deren Vollstreckung aussetzen. 12 Monate Haft, ausgesetzt für 12 Monate, bedeutet eine einjährige Haftstrafe, deren Vollstreckung für einen Zeitraum von einem Jahr aufgeschoben wird – keine zusammengenommene zweijährige Gefängnisstrafe.⁠3

Bei gewöhnlichen Bewährungsstrafen sieht Paragraf 78 weitere gerichtliche Maßnahmen vor, wenn eine Person wegen einer weiteren Straftat verurteilt wird, die während der Bewährungszeit begangen wurde, sofern darauf eine mögliche Gefängnisstrafe steht. Maßgeblich ist der Zeitpunkt, zu dem die neue Straftat begangen wurde. Dieser Auslöser legt für sich genommen nicht fest, wie viel von der ausgesetzten Strafe ein Gericht zu verbüßen anordnen würde.⁠4

Auch hinsichtlich dieser konkreten Anordnung sind den Aussagen Grenzen gesetzt. Aus dem Bericht über die Strafzumessung geht weder eine genaue Berechnung der Anrechnung von Knoesens Untersuchungshaft vor der Verurteilung noch hervor, ob zusätzliche Auflagen oder ein Verbot des Tierbesitzes verhängt wurden. Seine Haft seit dem 23. September wird berichtet; wie diese Haft bei der Strafe im Einzelnen berücksichtigt wurde, nicht.⁠1

Abschiebung bleibt eine Prognose, keine Entscheidung

Knoesen kam im April mit einem Working-Holiday-Visum nach Australien. Er hatte mit seiner Tante und seinem Cousin in Kalgoorlie gelebt und als unterirdischer Lkw-Fahrer im Bergbau gearbeitet. Eyers sagte dem Gericht, sein Mandant werde wahrscheinlich abgeschoben. Das war die Erwartung des Verteidigers, keine verkündete Regierungsentscheidung.⁠1

ABC berichtete, dass es das Department of Home Affairs um eine Stellungnahme gebeten hatte. Aus dem Bericht über die Strafzumessung geht weder eine Visumsannullierung noch eine Entscheidung über Einwanderungshaft oder Entfernung aus dem Land noch eine abgeschlossene Abschiebung hervor. Es gibt kein bestätigtes Datum, an dem Knoesen Australien verlassen muss.⁠1

Das Strafverfahren ist mit einem Schuldeingeständnis und der Strafzumessung abgeschlossen. Für seine Zukunft in Sachen Einwanderung liegt noch kein bestätigtes öffentliches Ergebnis vor. Es ist entscheidend, diese Fragen getrennt zu behandeln: Das Gericht hat seine Strafe verhängt, aber die Prognose des Anwalts legt nicht fest, was die Regierung als Nächstes tun wird.

Wie ausgestrahlt
  1. Bradley Gavin Knoesen killed a pet kelpie and received a suspended prison sentence.
  2. Prosecutors wanted immediate imprisonment, and the magistrate described the attack as torture. But the sentence doesn't require him to begin an immediate prison term.
  3. What led the court to suspend the sentence, and will he now have to leave Australia?
  4. Knoesen pleaded guilty to causing an animal unnecessary harm. The 31-year-old British backpacker was sentenced at Kalgoorlie Magistrates Court on November fifth. The dog he killed was Faith, a one-year-old pet kelpie.
  5. The court imposed twelve months in prison and suspended that term for twelve months. The suspension puts the prison term on hold for that period. Knoesen had already spent time in custody while awaiting the outcome.
  6. Western Australia's sentencing law allows a court to suspend imprisonment even when it considers a prison term appropriate. A suspended sentence also carries the risk of further court action if the person commits another offence.
  7. Under the rules for ordinary suspended sentences, a further conviction can bring the sentence back before a court. The new offence must have happened during the suspension period and carry a possible prison penalty. The entire term isn't automatically activated.
  8. Knoesen had been held in Kalgoorlie since the September twenty-third attack. He appeared for sentencing by video from Eastern Goldfields Regional Prison and didn't speak during the hearing. Earlier proceedings had concerned bail, before the guilty plea resolved the charge.
  9. Faith briefly regained consciousness before Knoesen killed her. The violence continued through several stages, even as his cousin pleaded with him to stop.
  10. Knoesen had consumed what the court heard was an extreme amount of alcohol with his cousin. He picked Faith up and repeatedly submerged her in water. She lost consciousness and was briefly revived before he beat her to death with a glass bottle.
  11. He then tied her body to his motorbike and dragged it through bushland on Kalgoorlie's outskirts. Knoesen repeatedly invited his cousin to join in. His cousin instead asked him to stop and wept uncontrollably as the attack unfolded.
  12. Police prosecutor Amy Southall said Knoesen wanted Faith's owner to see what he'd done to the dog. Faith belonged to someone other than the cousin. Knoesen's connection to her owner was unclear in court.
  13. Defence lawyer Anthony Eyers described Knoesen as a “dog lover” whose behaviour was “out of character”. Southall challenged that description, saying these were “not the actions of a dog lover”. She asked the court to send him straight to prison.
  14. Knoesen had arrived in Australia in April on a working holiday visa. He was living with his aunt and cousin in Kalgoorlie and working as an underground truck driver in the mining industry. Eyers also told the court his client was a university graduate with a computer science degree.
  15. Southall called the attack “absolutely gratuitous and unnecessary” and described it as “shocking behaviour”. Magistrate Donna Webb said the crime had outraged the public and compared it with the worst animal-cruelty cases seen in Western Australia.
  16. Webb described Faith's death as “protracted”. She said, “When I hear these facts, it strikes me more as torture … beyond comprehension.” She rejected alcohol as an explanation and said Knoesen appeared incredibly determined to kill the animal.
  17. Webb nevertheless suspended the prison term, pointing to Supreme Court decisions in other animal-cruelty cases. Those earlier decisions were the explanation she cited for the outcome, despite the prosecution's request for immediate imprisonment and her own severe assessment of the attack.
  18. The RSPCA recorded 256 animal-cruelty reports across Goldfields-Esperance last financial year, a rise of 24 percent. Within that region, Kalgoorlie-Boulder accounted for 121 reports, up 20 percent. The figures cover welfare reports across the community.
  19. The RSPCA said 90 percent involved dogs or puppies with insufficient care, food, water or shelter. In a separate Perth case the previous week, a puppy farmer who kept more than a hundred dogs in appalling conditions was sent to prison.
  20. Eyers said Knoesen was likely to be deported. No government decision requiring him to leave Australia has been announced. His criminal sentence has been imposed, while his immigration future remains unresolved.

Quellen13

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