Katastrophen · Einsturz in Eastleigh
Vier Menschen nach Einsturz in Nairobi gerettet, doch Ladenbesucher bleiben unauffindbar
Die Bauarbeiter galten als erfasst. Doch wegen der betriebenen Geschäfte unter dem unvollendeten Hochhaus in Eastleigh warten Familien auf eine verlässliche Auskunft über alle Vermissten.
Video in der Originalsprache
Transkript · WIRD GELADEN
Aus dem englischen Original übersetzt.
ThemenverlaufTag 3
1 Bericht35 Medien49 Quellen4 Videos
Bis Sonntag, den 25. Oktober, waren vier Menschen lebend aus dem eingestürzten Hochhaus im Nairobi-Viertel Eastleigh gerettet worden. Doch die zentrale Frage blieb unbeantwortet: Wer wurde noch vermisst? Die Behörden hatten die Bauarbeiter erfasst, aber unter dem unvollendeten Gebäude waren Geschäfte in Betrieb, und es gab keine abgestimmte öffentliche Erfassung ihrer Anwesenden. Die Zahl der Geretteten war ein konkreter Fortschritt. Sie sagte jedoch nicht aus, wie nah die Suche daran war, alle zu finden. 40 10
Der Sonntagsbericht von People Daily, der um 18:16 Uhr ostafrikanischer Zeit angezeigt wurde, schrieb die vier Rettungen der Polizei zu; auch Associated Press nannte am dritten Tag des Einsatzes eine Gesamtzahl von vier. Damit werden frühere Angaben von zunächst einer und dann zwei überlebenden Personen ersetzt – es handelt sich nicht um vier weitere Menschen, die zu diesen Meldungen hinzuzurechnen wären. In der verfügbaren Berichterstattung wurde keine bestätigte Zahl der Todesopfer festgestellt. Das ist nicht dasselbe wie eine verifizierte Zahl von null. 40 38
Die wichtigsten Fakten
Das Gebäude stürzte am Freitagnachmittag, dem 23. Oktober 2026, auf dem Gelände an der 9th Street in Eastleigh ein, einem dicht besiedelten Geschäfts- und Wohngebiet. Berichte verorten es außerdem an der Yusuf Haji Avenue, nahe dem Day to Day Supermarket. Diese Beschreibungen bezeichnen denselben Unglücksort, ohne zu belegen, dass die beiden Straßennamen austauschbar sind. 27 29
Die Menschen, die in den Zahlen fehlen
Innenminister Kipchumba Murkomen unterschied in seiner Darstellung die Bauarbeiter von allen anderen: Alle 67 Arbeiter seien erfasst worden; 66 seien unverletzt entkommen, einer liege mit Verletzungen, die als nicht lebensbedrohlich beschrieben wurden, in stabilem Zustand im Krankenhaus. Das war eine wichtige Teilerfassung, beantwortete aber nicht die Frage nach Ladenbesitzern, Kunden oder Passanten. 10
Murkomen sagte, am Freitag seien sieben Menschen als vermisst gemeldet worden, und die Retter hätten mit einigen Menschen unter den Trümmern Kontakt aufgenommen. Die Zahl wurde auch am Samstag weiter verbreitet. Die Sorge galt Menschen, die mit 11 betriebenen Geschäften im Erdgeschoss und im Keller in Verbindung standen. Sieben war die Zahl der gemeldeten Vermissten, nicht eine bestätigte Zahl der Menschen unter dem Beton. 4 10
Die Zahlen des Roten Kreuzes waren weniger einheitlich. In einem Bericht von AL.com vom 24. Oktober wurden dem Katastrophenschutzbeauftragten des Kenya Red Cross, Vincent Ochieng, 31 Vermisstenmeldungen zugeschrieben; im AP-Bericht des Temple Daily Telegram vom selben Tag waren es 21. Beide Berichte sagten, die Meldungen würden noch überprüft. Der Unterschied im Umfang oder im Stichtag wurde nicht erklärt, weshalb keine der beiden Zahlen sicher als endgültiges Register ausgegeben werden kann. 4 9
Separat teilte das Rote Kreuz mit, dass 26 zuvor vermisste Personen ausfindig gemacht worden seien. Ihre Namen wurden nicht öffentlich mit den anderen Registern abgeglichen. Eine Person ausfindig zu machen kann bedeuten, sie anderswo sicher anzutreffen, statt sie aus den Trümmern zu retten; einige Arbeiter könnten vor dem Einsturz gegangen sein. Von 31 die 26 abzuziehen und zu melden, fünf würden noch vermisst, würde aus nicht abgeglichenen Aufzeichnungen eine Gewissheit konstruieren. 10 6
Auch bei den Beschreibungen der Überlebenden ist Zurückhaltung geboten. NBC berichtete von einer geretteten Frau; Berichte vom Samstag beschrieben einen Mann, der mehr als 24 Stunden nach dem Einsturz ins Krankenhaus gebracht wurde; in der Sonntagsausstrahlung von ABC war von zwei Menschen die Rede, die etwa 24 Stunden nach dem Einsturz lebend gefunden worden seien. Ohne abgeglichene Identitäten und Rettungszeitpunkte lassen sich diese Beschreibungen nicht einfach zusammenzählen. Die später von der Polizei zugeschriebene Gesamtzahl von vier ist die am besten belegte zahlenmäßige Aktualisierung. 20 5 2 40
Auch die erste medizinische Auskunft ist unvollständig. Das Rote Kreuz meldete zwei Verletzte, die ins Kenyatta National Hospital gebracht wurden. Es ist nicht geklärt, inwieweit sich diese Patienten mit dem verletzten Bauarbeiter oder später Geretteten überschneiden; außerdem gibt es keinen neuen, verifizierten Krankenhausbericht zum Zustand aller Geretteten. Aus zwei Verlegungen darf keine endgültige Zahl der Verletzten abgeleitet werden. 10 38
Suche unter übereinandergestürzten Betonmassen
Die Stockwerke stürzten wie ein Kartenhaus ein und bildeten an einer belebten Geschäftsstraße einen Haufen aus Beton und Stahl. Die Einsatzkräfte arbeiteten sich zu den unteren Stockwerken und zum Keller vor. Anwohner berichteten, Angehörige hätten unter den Trümmern um Hilfe gerufen, bevor ihre Telefone nicht mehr erreichbar gewesen seien. Der Kontaktabbruch ließ nicht erkennen, was ihnen zugestoßen war; er hinterließ bei den Familien ein quälendes Schweigen, das sich durch die offiziellen Zahlen nicht auflösen ließ. 24 10 25
Schweres Gerät war anfangs knapp. Später traf ein Bagger ein und begann, Beton und Stahl zu bewegen. In späteren Berichten hieß es jedoch, die Einsatzkräfte hätten den Baggereinsatz aus Sorge gestoppt, dass die Ausgrabungsarbeiten die Luftzufuhr für Menschen darunter einschränken könnten. Die BBC berichtete unter Berufung auf Daily Nation über diese Vorsichtsmaßnahme; ein anderer Bericht schilderte, dass Eingeschlossene sagten, die Maschinen beeinträchtigten ihre Luftzufuhr. Dabei handelte es sich um gemeldete operative Bedenken, nicht um gemessene Sauerstoffwerte oder einen Beleg dafür, dass die Maschinen jemanden getötet hätten. 25 12 14
Die Retter setzten außerdem Spürhunde und Wärmesensoren ein. An dem Einsatz beteiligten sich das Kenya Red Cross, die Kenya Defence Forces, die Notfallteams des Verwaltungsbezirks Nairobi und der National Youth Service. Der Zugang wurde schwieriger, als Menschen benachbarte Geschäfte plünderten und die Polizei Tränengas einsetzte. Deutsche Welle berichtete, der Vorfall habe die Bemühungen erschwert, den Zugang für die Rettungskräfte freizumachen. Aus der Berichterstattung geht jedoch weder eine Dauer der Verzögerung noch ein dadurch verursachtes Opfer hervor. 9 10 27 23
Selbst grundlegende Angaben zum Gebäude sind noch ungeklärt. In ihrer Sendung vom 25. Oktober bezeichnete ABC News es als 12 Stockwerke hoch; Mehr News Agency nannte am 24. Oktober 18 Stockwerke; die BBC berichtete am selben Tag, man gehe von 16 oder 18 aus. Die Polizei sprach von mehr als zehn im Bau befindlichen Stockwerken. Keine dieser Angaben liefert eine abschließend bestätigte offizielle Stockwerkszahl. Auch der Zeitpunkt des Einsturzes ist nur ungefähr bekannt: Euronews zitierte die Angabe des Roten Kreuzes von etwa 13:40 Uhr Ortszeit, während ABC/AP etwa 13:00 Uhr angaben. 2 13 12 25 26
Eine Genehmigung ist nicht gleich mehrere Genehmigungen
Die drängendste Frage zur Regulierung lautet, warum unter einem unvollendeten Hochhaus Geschäfte betrieben wurden. Gouverneur Johnson Sakaja sagte, der Bezirk habe eine Nutzungsänderung für das Grundstück genehmigt, nicht aber den Antrag für ein geplantes Gebäude mit 15 Stockwerken und Keller. Außerdem hätten den Eigentümern die erforderlichen Unterlagen zur Nutzungsaufnahme gefehlt. Die geplante Höhe beschreibt einen Antrag, nicht unbedingt das Gebäude, das zum Zeitpunkt des Einsturzes stand. 10 12
In einem frühen Bericht beschrieb Tuko das Gebäude allgemein als vom Bezirk genehmigt, jedoch ohne Nutzungsbescheinigung. Ein späterer Bericht von People Daily zitierte Sakaja mit der Aussage, erforderliche Genehmigungen hätten gefehlt; ein angebliches Genehmigungsdokument bezeichnete er als gefälscht. Die genauere Unterscheidung ist wichtig: Die Erlaubnis, die Nutzung eines Grundstücks zu ändern, ist keine Genehmigung der Baupläne, und beides ist keine Erlaubnis zur Nutzung des Gebäudes. Die vollständigen Genehmigungsunterlagen sind in der verfügbaren Berichterstattung nicht geklärt. 31 37 45
Die National Construction Authority nannte 9th Street Plaza Limited als Bauherrn, Stromax Holdings E.A Limited als Auftragnehmer, Emmanuel Mwangi Maina als Architekten und Joseph Muturi Mugu als Tragwerksplaner. In der gemeldeten Stellungnahme der Behörde wurden Projektfunktionen zugewiesen, nicht die Verantwortung für den Einsturz. Das Projekt wurde im Juli 2025 registriert; diese Registrierung belegt nicht, dass die Bau- und Nutzungsanforderungen des Bezirks erfüllt waren. 14 30
Auch die rechtlichen Angaben sind noch ungeklärt. Polizeikommandant Issa Mohamud sagte, dem Eigentümer und allen, die den Bau genehmigt hätten, könnten Anklagen drohen, falls die Ermittler kriminelle Fahrlässigkeit feststellten. Regierungssprecher Charles Owino wurde separat mit der Aussage zitiert, der eingetragene Eigentümer und eine weitere Person befänden sich bereits in Gewahrsam und seien angeklagt. Aus der verfügbaren Berichterstattung geht nicht eindeutig hervor, wer nach dem Einsturz festgenommen wurde oder welche Anklagen tatsächlich erhoben worden waren. 10 9
Sakaja kritisierte auch den Umgang mit 14 Verdächtigen, die mit dem Gebäude in Verbindung stehen. Sie seien im Juni festgenommen und ohne Anklage gegen eine Kaution von 50,000 kenianischen Schilling freigelassen worden. Das Jahr dieser Festnahmen, ihr Zusammenhang mit den Ermittlungen nach dem Einsturz und die dazugehörigen Gerichtsakten wurden nicht geklärt. Seine Kritik kann eine Feststellung der Verantwortlichkeit nicht ersetzen. 46
Das umfassendere Sicherheitsproblem ist dokumentiert: FRANCE 24 zitierte eine landesweite Bilanz von 86 Gebäudeeinstürzen zwischen 2009 und 2019 mit geschätzt 200 Todesopfern. Diese historischen Zahlen beschreiben weder die Opfer in Eastleigh noch erklären sie den Einsturz dieses Gebäudes. 21
Auch am Sonntag hieß es weiterhin, die Such- und Rettungsarbeiten dauerten an. Die spätere Meldung von vier Geretteten belegte weder, dass der Einsatz beendet war, noch, dass jeder Teil der Trümmer durchsucht worden war. Für die Familien ist die nächste entscheidende Antwort keine weitere, nicht abgestimmte Zahl. Es braucht eine Erfassung, die Namen mit dem jeweiligen Schicksal verknüpft – mit Personen, die anderswo gefunden wurden, Geretteten und allen, die in den Geschäften und auf der Straße noch vermisst werden. 2 40
Wie ausgestrahlt 24 Zeilen
- Rescuers have pulled four people alive from a collapsed high-rise in Nairobi. Shops were operating beneath the unfinished building, and families still don't have a settled count of who's missing. The unresolved task is accounting for everyone who was in those shops.
- Police put the rescue total at four by Sunday, the third day of the response. That updates Saturday's account of one survivor and a later account of two. The four includes earlier rescues.
- The building came down at the 9th Street site in Eastleigh, a densely populated business and residential area. The site is also described along Yusuf Haji Avenue, near Day to Day Supermarket. Those descriptions refer to the same emergency.
- The floors pancaked into a mound of concrete and steel along a busy commercial street. Crews worked toward the lower floors and basement. Residents described calls for help from loved ones beneath the debris, followed by phones becoming unreachable.
- Heavy equipment was scarce at first. One excavator later arrived and began shifting rubble. Responders subsequently stopped using diggers over concerns that excavation could restrict air reaching people below. One account described trapped people saying the machinery was affecting their air supply.
- Teams also used sniffer dogs and thermal sensors. The response brought together the Kenya Red Cross, Kenya Defence Forces, Nairobi County emergency teams and National Youth Service. Police fired tear gas at people looting neighboring shops, adding another complication as emergency teams tried to clear access.
- The Red Cross missing-person figures range from 31 reports to 21. Both figures describe reports still being checked. They don't tell rescuers how many people are beneath the concrete, and the difference between those registers hasn't been explained.
- Interior Cabinet Secretary Kipchumba Murkomen had said seven people were reported missing on Friday. That figure kept circulating through Saturday. Authorities said rescuers had contacted some people beneath the rubble, with concern focused on people associated with 11 occupied ground-floor and basement shops.
- The Red Cross separately said 26 previously missing people had been traced. Their names haven't been matched publicly to the other registers. Some workers may have left before the collapse. These figures can't be added or subtracted into a current missing total.
- Murkomen said all 67 construction workers were accounted for. He said 66 escaped unharmed and one was hospitalized in stable condition, with injuries that weren't life-threatening. His accounting covered the workforce, leaving shopkeepers, customers and passersby to be accounted for separately.
- A shorter description that only 66 workers were accounted for conflicts with that fuller breakdown. Murkomen's tally included the injured worker. And tracing someone can mean finding them safely elsewhere, so the 26 traced people can't be counted as rubble rescues.
- The Red Cross initially said two injured people were taken to Kenyatta National Hospital. A man rescued on Saturday, more than 24 hours after the collapse, also went to hospital. The patients haven't been publicly matched across those accounts.
- Earlier rescue descriptions included a woman, a man and a pair of survivors. Their identities and rescue times haven't been reconciled, so adding those descriptions would risk counting someone twice. The police total of four is the latest cumulative figure.
- The building's height has been described as 12 storeys, 18 storeys, or possibly 16 or 18. Police described more than ten storeys under construction. Authorities haven't settled the actual floor count.
- The collapse happened on Friday afternoon, October 23, 2026. The Red Cross time carried in early accounts was about one-forty. Other accounts placed it around one. The precise time remains approximate.
- Governor Johnson Sakaja said the county approved a change of use for the property. But he said the application for a 15-storey building plus basement hadn't been approved. He also said the owners lacked the required occupation paperwork.
- Sakaja later said required approvals were missing and dismissed a purported approval document as fake. Permission to change a property's use, approval of construction plans and permission to occupy cover different things. Shops were operating on both the ground floor and in the basement while upper floors remained unfinished.
- The National Construction Authority named 9th Street Plaza as developer and Stromax Holdings as contractor. It identified Emmanuel Mwangi Maina as architect and Joseph Muturi Mugu as structural engineer. The authority assigned their project roles without assigning responsibility for the collapse.
- The authority said the project was registered in July 2025. Acting Executive Director Susan Rutto signed the statement. Project registration alone doesn't show that county construction and occupancy requirements were met. Investigators still have to determine what physically caused the building to fail.
- Police commander Issa Mohamud said the owner and anyone who authorized construction could face charges if investigators found criminal negligence. Government spokesperson Charles Owino separately said the registered owner and another party were already in custody and charged.
- Police haven't clarified who was in custody after the collapse or which charges had been filed. Separately, Sakaja challenged the handling of 14 suspects linked to the building. He said they were arrested in June, then released on 50,000 Kenyan shillings bail without charges.
- Sakaja's complaint doesn't settle the legal position after this collapse. The year of those June arrests and their connection to the current investigation remain unclear. Nobody has been shown to bear criminal responsibility for the building's failure.
- Kenya recorded 86 building collapses between 2009 and 2019, with an estimated 200 deaths. Those historical national figures show the longer safety problem. They don't explain what brought down this building or describe casualties in Eastleigh.
- The minister's accounting covers the construction workforce. People who were in the shops and surrounding street still have no reconciled public accounting. Authorities haven't confirmed a death toll. Search teams were still working on Sunday.
Quellen
49 Quellen35 Medien4 Videos2 Agenturtexte
Quellenkarte
Verfolgen Sie die Belege zu diesem Bericht. Die Karte zeigt die Zusammenhänge; die Links darunter öffnen die im Artikel zitierten Quellen.
Die Quellenkarte lädt, während Sie lesen.
Übersetzung aktualisiert:
Änderungsprotokoll
- r1Erstmals veröffentlicht.
