Unternehmen · Wohnen auf Kreuzfahrtschiffen
Bewohner der Odyssey müssen ihre schwimmenden Wohnungen in Kambodscha verlassen
Einem Bericht zufolge hatten die Bewohner ungefähr sieben Stunden Zeit, das Schiff zu verlassen. Die 60-tägige Finanzierungssuche von Villa Vie garantiert keine Rückkehr – und Fragen zu Unterkunft und Rückerstattungen sind weiterhin ungeklärt.
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Kurz nach 7 Uhr morgens traf die Nachricht ein: Alle mussten bis 14 Uhr das Schiff verlassen. Für die Menschen, die an Bord der Odyssey lebten, bedeutete das ungefähr sieben Stunden, um sich auf den Auszug aus ihrem Zuhause vorzubereiten – und nicht einfach nur das vorzeitige Ende einer Kreuzfahrt. Ihre nächste Unterkunft, die Kosten für den Aufenthalt dort und der Zeitpunkt, zu dem sie möglicherweise wieder an Bord zurückkehren könnten, waren ungeklärt. 1
So schildert es der Bewohner Randy Cassingham, der über die am Montag, dem 26. Oktober, ausgehängte Mitteilung berichtete. Einen Tag später gab Villa Vie Residences öffentlich bekannt, dass das Unternehmen den Betrieb des Wohnschiffs in Kambodscha ausgesetzt habe und neue Finanzierungsmöglichkeiten verfolge. Der Unterschied ist wichtig: Die öffentliche Bekanntgabe erfolgte, nachdem die Bewohner angewiesen worden waren, das Schiff zu verlassen, und war nicht die erste Warnung, die sie erhielten. 1 2
Der Betreiber hat einen Zeitraum von 60 Tagen für eine Umstrukturierung und Rekapitalisierung angesetzt – also für die Neuorganisation des Unternehmens und die Beschaffung neuen Kapitals. Die Bewohner müssen unterdessen unmittelbar die Kosten für eine andere Unterkunft tragen. Der finanzielle Zeitplan des Unternehmens ist kein Wohnkonzept und auch kein Versprechen, dass ihre Kabinen wieder verfügbar sein werden.
Villa Vie erklärt, das Unternehmen arbeite mit den Bewohnern zusammen, um ihre Ausschiffung zu koordinieren und vorübergehende Unterkünfte zu finden. Aus der verfügbaren Berichterstattung geht jedoch nicht hervor, dass bereits Unterkünfte vermittelt, Flüge unterstützt oder Erstattungen zugesagt wurden. Wer für die Kosten der Unterbrechung aufkommt, bleibt eine praktische Frage, die mit der Bekanntgabe nicht geklärt wurde. 1 12
Eine Frist für die Finanzierung, kein Rückkehrdatum
Das Unternehmen führt die Aussetzung auf außergewöhnlich stark gestiegene Treibstoffkosten zurück. Maßnahmen zur Senkung des Verbrauchs hätten den Anstieg nicht ausgleichen können; die gesamten Mehrkosten auf die Bewohner abzuwälzen, sei nicht realistisch gewesen. NBC News stellt diese Erklärung in den Zusammenhang mit Störungen der weltweiten Ölversorgung während des Krieges mit dem Iran. Die Finanzlage des Betreibers und das Ausmaß, in dem die Treibstoffkosten diese Aussetzung erklären, sind nicht unabhängig bestätigt. 1 2
Unser Schwerpunkt liegt nun darauf, Bewohner, Besatzung und Mitarbeiter zu unterstützen, während wir in den nächsten 60 Tagen auf eine Umstrukturierung und Rekapitalisierung hinarbeiten. Diese Arbeit läuft noch, und ihr Ausgang ist nicht gesichert.
Dieser letzte Satz ist die entscheidende Einschränkung. Die 60 Tage beschreiben einen Zeitraum, in dem eine finanzielle Sanierung versucht wird – nicht einen garantierten Neustart, eine Rückzahlung oder die Sicherung des Zugangs der Bewohner zu ihren Wohnungen.
Cassingham zufolge bezeichnete das Unternehmen die Aussetzung in seiner Mitteilung als „vorübergehende Stilllegung“ und führte sie auf eine „Kaskade von Problemen“ zurück, ohne diese in dem von NBC News zitierten Bericht näher zu erläutern. Laut Newsweek blieb die Besatzung während der Stilllegung an Bord. Ein bestätigtes Datum für die Wiederaufnahme des Betriebs ist nicht dokumentiert. Ebenso wenig belegen die verfügbaren Informationen eine Festsetzung durch eine maritime Behörde, einen formellen Insolvenzantrag oder eine endgültige dauerhafte Schließung. „Vorübergehend“ beschreibt den angekündigten Status; daraus geht nicht hervor, dass die Rückkehr in den Betrieb finanziert ist. 1 14 17 2
Auch das Ausmaß der Verdrängung ist unklar. Das 642 Fuß lange Schiff bietet laut Werbung Platz für 650 Bewohner; Villa Vie zufolge waren 85 % der Odyssey verkauft. Keine der beiden Zahlen gibt Aufschluss darüber, wie viele Menschen bei Einstellung des Betriebs an Bord lebten. Auch der genaue kambodschanische Hafen oder Ausschiffungsort ist nicht bestätigt. 1
Die Warnungen vor der Aussetzung
Schon vor der Ausreiseanordnung gab es Berichte über finanzielle Engpässe. Pamela Reckamp, 59, die zusammen mit ihrem Mann eine Kabine gemietet hatte und Anfang Oktober von Bord ging, berichtete NBC News von einem Treffen Anfang September in der Ha-Long-Bucht in Vietnam. Sie erinnerte sich, dass ein Unternehmensvertreter die Kabineneigentümer aufgefordert habe, dabei zu helfen, 1 Million Dollar aufzubringen, damit das Schiff auslaufen könne. 1
Laut Reckamp warnte der Vertreter, ohne das Geld blieben dem Schiff noch etwa vier Tage Betrieb: „Dann gehen die Lichter aus und die Klimaanlage geht aus.“ Das ist ihre Erinnerung an eine Warnung, kein Beleg dafür, dass einer der beiden Dienste später tatsächlich ausfiel oder dass das erbetene Geld aufgebracht wurde. Dennoch verweist der Bericht auf eine gemeldete Sorge um die Liquidität, die Wochen vor der Aussetzung Ende Oktober aufkam. 1
Bei einem weiteren Treffen einige Wochen später, erinnerte sich Reckamp, sagte eine Frau, sie habe im August eine Kabine gekauft, ohne über die finanziellen Probleme informiert worden zu sein. Reckamp erinnerte sich an ihre Worte: „Ich habe mein Haus verkauft. Ich habe mein Auto verkauft. Ich habe mir auf diesem Schiff ein Zuhause gekauft.“ Die Umstände der Frau sind nicht unabhängig bestätigt; der Bericht ist aus zweiter Hand. Doch er macht deutlich, warum diese Unterbrechung nicht nur als abgesagter Urlaub verstanden werden kann. Wer sein Zuhause an Bord verlegt hat, dessen Unterkunft und das dafür eingesetzte Geld sind demselben geschäftlichen Scheitern ausgesetzt. 1
Reckamp äußerte Mitgefühl für die Bewohner und die Mitarbeiter. Über ihre eigene frühere Abreise sagte sie gegenüber NBC News: „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.“ 1
Fragen zu den finanziellen Angaben des Betreibers gab es auch schon vor dieser Aussetzung. In einer 2025 eingereichten Klage warf ein Unternehmen, das eine Kabine für 469.000 Dollar gekauft hatte, Villa Vie Betrug vor und behauptete, das Unternehmen habe seine finanzielle Stabilität falsch dargestellt. Die Kläger beantragen ein Verfahren vor einer Jury und Schadenersatz von mehr als 100.000 Dollar. Villa Vie weist die Vorwürfe zurück; das Verfahren läuft noch. Die derzeitige Aussetzung ist keine gerichtliche Feststellung, dass die Vorwürfe zutreffen. 1
Unterschiedliche Verträge, dasselbe unmittelbare Problem
Kabinen wurden zum Kauf oder zur Miete angeboten; die finanzielle Belastung der Bewohner lässt sich daher nicht auf einen einzigen beworbenen Preis reduzieren. 2024 bewarb Villa Vie Wohnmöglichkeiten ab 119.000 Dollar. Davon getrennt beschreibt ein Beschluss eines Gerichts in Delaware einen individuellen Mietvertrag, der im Dezember 2023 unterzeichnet wurde: 1.289 Tage für 162.745 Dollar, später geändert. Diese historischen Zahlen sind weder eine aktuelle Preisliste noch ein Erstattungsplan oder ein Beleg für die Rechte anderer Bewohner. 1 4
Die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Unternehmens ergänzen einen Kaufvertrag über Kabinenrechte. Aus den vorliegenden Bedingungen gehen weder die Dauer der Rechte einzelner Bewohner noch wiederkehrende Gebühren oder Zahlungsregelungen für den Fall einer Aussetzung hervor. Diese Fragen lassen sich nur anhand der jeweils geltenden Verträge und Änderungen beantworten – nicht durch die Annahme, dass alle Kabineninhaber dasselbe gekauft haben. 9
Die Odyssey hatte bereits einen schwierigen Start hinter sich. Ihre geplante erste Wohnreise sollte dreieinhalb Jahre dauern; vor dem Verlassen des Hafens am 30. September 2024 lag sie jedoch 17 Wochen lang in Belfast auf. Anschließend blieb sie bis zur Weiterfahrt am 3. Oktober vor der Grafschaft Down vor Anker. Diese Chronologie verortet die Aussetzung in Kambodscha etwa zwei Jahre nach der Abfahrt. Die geplante Reisedauer bestimmt nicht, wie lange die Kabinenrechte eines bestimmten Bewohners gelten. 10
Im Juli sagte Geschäftsführer Mikael Petterson, die Odyssey habe beweisen sollen, dass Wohnen auf Kreuzfahrtschiffen nicht nur möglich, sondern auch nachhaltig sei. Zu der Aussetzung wollte er NBC News keine weiteren Einzelheiten nennen; auf die Anfrage des Mediums am Dienstagabend hatte das Unternehmen bis dahin nicht weiter reagiert. 1
Die konkrete Bewährungsprobe ist jetzt anspruchsvoller als dieses Verkaufsversprechen: Unterkünfte, in die die Menschen tatsächlich einziehen können, Klarheit darüber, wer die Kosten trägt, Zugang zu persönlichen Gegenständen sowie schriftliche Auskünfte zu Kabinenrechten, laufenden Gebühren und Rückerstattungen. In der verfügbaren Berichterstattung sind diese Antworten nicht belegt. Bis dahin brauchen die Bewohner sofort eine Unterkunft, während das Unternehmen eine ungewisse finanzielle Rettung anstrebt. 1 12
Wie ausgestrahlt 20 Zeilen
- Villa Vie ordered residents off their floating homes in Cambodia.
- People who bought or rented cabins aboard Odyssey now face the cost of living somewhere else. The operator is seeking new financing, with no guaranteed outcome. What support will residents get, and what happens to the homes and money they've put into the ship?
- The 642-foot Odyssey offered cabins for purchase or rent while residents traveled the world. For people using those cabins as their homes, the order to leave meant finding somewhere else to live while the business behind their accommodation stopped operating.
- Resident Randy Cassingham says a company message appeared shortly after seven in the morning, requiring everyone to leave by two that afternoon. That gave residents roughly seven hours to prepare. He described the message as announcing a “temporary lay up,” and called the interruption the end of his journey.
- The residents' notice came on Monday, October 26. Villa Vie publicly announced the suspension on Tuesday, October 27. Those were separate stages of the same shutdown in operations. Crew remained aboard during the lay-up.
- Cassingham blamed a “cascade of problems,” without detailing them at that point. Villa Vie's explanation centered on fuel. The company says extraordinary price increases overwhelmed its efforts to reduce consumption, and that passing the whole increase to residents wasn't realistic.
- Odyssey's suspension leaves its residents ashore in Cambodia. The company hasn't named the precise port or disembarkation location. The wider fuel squeeze follows disruptions to global oil supplies during the war with Iran, with oil prices reaching their highest levels since spring this month.
- Villa Vie says it's coordinating disembarkation and looking for temporary living arrangements. Residents still need to know who will pay for accommodation and onward travel. The company hasn't explained what housing support has actually reached them. Its stated financial timetable stretches well beyond the few hours residents were given to leave.
- Villa Vie says it will work toward restructuring and recapitalization over the next 60 days. That means reorganizing the business and seeking fresh money. The company adds, “no outcome is assured.” It hasn't given residents a date for returning aboard.
- The number of people affected is still unclear. Villa Vie has promoted both the ship's capacity and its cabin sales, but those figures measure different things. Some cabins were rented, others purchased. Each resident's exposure depends on their own agreement and what they paid.
- Villa Vie advertises room for 650 residents. It also said Odyssey was 85% sold, repeating that claim in a 2026 announcement of a second ship. Nobody has said how many residents were actually aboard when operations stopped.
- A former renter describes financial warnings weeks before the suspension. Pamela Reckamp, 59, rented a cabin with her husband and left earlier in October. She recalls an early-September meeting where a company official asked cabin owners to help raise one million dollars so Odyssey could leave Ha Long Bay, Vietnam.
- Reckamp recalls the official warning they had about four days of ship operations left without that money. She remembers being told, “Then the lights will go off and the AC will go off.” Her account describes the warning given at that meeting.
- At another meeting a few weeks later, Reckamp recalls a woman saying she'd bought a cabin in August without being told about the financial problems. Reckamp remembers her saying, “I sold my house. I sold my car. I bought my home on this ship.” Reckamp expressed concern for residents and staff, and said, “We dodged a bullet.”
- A company that bought a cabin for $469,000 sued Villa Vie in 2025, alleging fraud and misrepresentation of financial stability. It seeks a jury trial and damages exceeding $100,000. Villa Vie denies the allegations. The case is ongoing.
- Residents also entered at different prices. In 2024, Villa Vie advertised homes starting at $119,000. One individual contract, signed in December 2023, covered a rental of 1,289 days for $162,745 and was later modified. Those historical amounts don't determine another resident's refund or continuing charges during the suspension.
- Executive Mikael Petterson said in July that Odyssey was meant to prove residential cruising could be sustainable. He declined to provide further details about the suspension. Villa Vie hadn't supplied an additional response by Tuesday night.
- Odyssey had already endured a long interruption before its maiden voyage. Its intended residential journey was three and a half years. Residents waited through 17 weeks of delays in Belfast before the ship left the harbour in September 2024. The Cambodia suspension came about two years after that departure.
- Odyssey left Belfast harbour on September 30, 2024, then stayed anchored off County Down until proceeding onward on October 3. The planned voyage length doesn't determine how long any individual resident's cabin rights last.
- Residents now face immediate displacement while Villa Vie seeks financing. The company hasn't explained how cabin rights, access to belongings or continuing charges will be handled during the suspension. It has announced no refund arrangement. Residents face the cost of living elsewhere while the future of their homes aboard remains unresolved.
Quellen
28 Quellen27 Medien
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