Justiz · Vorgehen gegen Casino-Betrug
Kambodschas Strafen gegen Casinos lassen die Frage nach den Betrugsnetzwerken offen
Kambodscha zufolge wurden im vergangenen Jahr 18 mit Prince verbundene Casino-Lizenzen widerrufen und 10 ausgesetzt. Die schwierigere Frage ist, ob es den Ermittlern gelingt, die dahinterstehenden Netzwerke zu zerschlagen.
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Aus dem englischen Original übersetzt.
Kann Kambodschas Vorgehen gegen mit der Prince Group verbundene Casinos auch die Menschen erreichen, die Online-Betrug organisieren, finanzieren und schützen – oder bleibt es bei ihren Glücksspiellizenzen?
Die jüngste Bilanz der Regierung gibt Aufschluss über die Durchsetzung der Lizenzvorschriften, beantwortet aber noch nicht die Frage nach den dahinterstehenden Netzwerken. Bei einer Pressekonferenz am 6. November 2026 in Phnom Penh gab Senior Minister Chhay Sinarith bekannt, dass 18 mit dem Netzwerk der Prince Group verbundene Casino-Geschäftslizenzen widerrufen und weitere 10 ausgesetzt worden seien. Zudem sagte er eine engere Zusammenarbeit mit dem FBI und Interpol im Kampf gegen grenzüberschreitende kriminelle Netzwerke zu.1
Die entscheidende Einschränkung betrifft den Zeitrahmen. Laut dem Bericht von Cambodia Business Watch vom 7. November fanden die Lizenzmaßnahmen im Laufe des vorangegangenen Jahres statt. Der 6. November war das Datum der Pressekonferenz und kein Beleg dafür, dass die Behörden an diesem Tag alle 28 Strafen verhängten. Es handelte sich um eine Bilanz der über die Zeit erfolgten Durchsetzung, nicht um 28 neu angekündigte Maßnahmen.7
Sinarith leitet das Sekretariat der kambodschanischen Kommission zur Bekämpfung von Online-Betrug. Zu den Zuhörern im Außen- und Kooperationsministerium gehörten 46 Vertreter diplomatischer Vertretungen und internationaler Organisationen; weitere 18 Vertreter kambodschanischer diplomatischer Missionen im Ausland nahmen online teil. Damit hatte die Regierung ein internationales Publikum für ihre Zahlen zur Durchsetzung der Vorschriften und ihre Zusage zu weiteren Ermittlungen.1
Bei diesen Zahlen handelt es sich weiterhin um offizielle Angaben aus der Pressekonferenz. Die zugrunde liegenden Anordnungen der Aufsichtsbehörde, die Zeitpunkte ihres Inkrafttretens und ein entsprechendes Verzeichnis der betroffenen Lizenzinhaber für November wurden nicht unabhängig überprüft. Dadurch ist nur begrenzt feststellbar, welche Unternehmen genau sanktioniert wurden und wann.75
Warum die Zahlen nicht addiert werden können
Hinter der Schlagzeile steht bereits eine umfangreiche Vorgeschichte bei der Durchsetzung der Vorschriften. Am 8. September meldete die staatliche kambodschanische Nachrichtenagentur Agence Kampuchea Presse, dass im landesweiten Vorgehen gegen Betrug 18 Casino-Lizenzen widerrufen und neun ausgesetzt worden seien. Die mit der Prince Group verbundenen Zahlen vom November – 18 und 10 – ähneln diesen auffällig, doch die Belege weisen nicht nach, dass beide Meldungen dieselben Unternehmen betreffen.137
Es wäre daher falsch, die 18 Widerrufe vom September zu den 18 Widerrufen vom November zu addieren. Ebenso falsch wäre es, den Anstieg von neun auf 10 Aussetzungen als Beleg dafür zu werten, dass gerade ein weiteres mit Prince verbundenes Casino ausgesetzt wurde. Beide Berechnungen erfordern einen Vergleich jeder einzelnen Lizenz, den die verfügbare Berichterstattung nicht bietet.
Gegen ein namentlich genanntes, mit Prince verbundenes Unternehmen war bereits Monate zuvor eine Strafe verhängt worden. Mekong Independent berichtete im Februar, dass die Lizenz des Golden Fortune World Resort Casino in der Provinz Kandal vollständig widerrufen worden sei. Ob es in der Gesamtzahl vom November enthalten ist, wurde nicht belegt. Diese frühere Maßnahme unterstreicht dennoch den zentralen Punkt zum Zeitpunkt: Die jüngste Pressekonferenz kann nicht als Entscheidungsdatum für jede darin zusammengefasste Strafe gelten.4
Auch der Unterschied zwischen Widerruf und Aussetzung ist wichtig. Ein Widerruf entzieht einem Unternehmen die Casino-Lizenz. Bei einer Aussetzung wird die Genehmigung vorübergehend unterbrochen, ohne dass damit festgestellt ist, dass die Lizenz dauerhaft entzogen wurde. Aus der Berichterstattung vom November geht nicht hervor, unter welchen Bedingungen die 10 ausgesetzten Lizenzen wiederhergestellt werden könnten.5
Keine der beiden Kategorien ersetzt den Nachweis strafrechtlicher Verantwortung. Eine Lizenzstrafe belegt für sich genommen weder eine strafrechtliche Verurteilung eines Eigentümers oder Betreibers noch, dass alle betroffenen Standorte geschlossen wurden oder illegale Aktivitäten nicht an einen anderen Ort verlagert werden können. Auch die Verbindung zu demselben Unternehmensnetzwerk belegt nicht, dass alle Lizenzinhaber dieselben Eigentumsverhältnisse oder dieselbe rechtliche Verantwortung haben.
Den Geld- und Schutzstrukturen folgen
Die angekündigten Ermittlungen gehen über die Lizenzzahlen hinaus. Sinarith sprach von vertieften Ermittlungen zu Personen und Organisationen, die mit der Prince Group verbunden sind und von US-Sanktionen betroffen wurden. Zudem skizzierte er eine engere Zusammenarbeit mit dem FBI und Interpol, um gegen transnationale Netzwerke vorzugehen. Das ist eine Zusage Kambodschas zur Zusammenarbeit – keine Bestätigung, dass eine der beiden Behörden eine bestimmte Razzia gemeinsam durchgeführt hat.148
Für diese 18 Widerrufe und 10 Aussetzungen wurde bislang weder eine gemeinsame Operation mit Namen noch eine daraus resultierende Festnahme oder eine Zahl identifizierter Opfer belegt. Zahlen aus der breiter angelegten Kampagne lassen sich nicht als Ergebnisse dieser konkreten Lizenzentscheidungen ausgeben. Es fehlt der Nachweis, der Verwaltungsstrafen mit Konsequenzen für die Menschen verbindet, die den Betrug betreiben.816
Zu den von Sinarith beschriebenen Finanzermittlungen gehören verschleierte Vermögenswerte, Kryptowährungstransaktionen und der Verdacht, dass Casinounternehmen genutzt wurden, um illegales Online-Glücksspiel zu verschleiern. Cambodia Business Watch berichtete außerdem über seine Darstellung von Ermittlungen dazu, ob private Sicherheitsunternehmen oder Amtsträger an Betrugsaktivitäten beteiligt waren, dabei halfen oder sie duldeten. Dies sind Gegenstände laufender Ermittlungen, keine Schuldfeststellungen gegen ein bestimmtes Unternehmen oder einen bestimmten Amtsträger.7
Die eigene Darstellung der Regierung zeigt, warum diese Unterscheidung wichtig ist. Sinarith sagte, große Betrugskomplexe seien zerschlagen worden, beschrieb zugleich aber, wie Netzwerke in gemietete Häuser, Hotels, Cafés und abgelegene Orte auswichen und dort in kleineren, stärker verstreuten Strukturen operierten. Die Behauptung, große Komplexe seien zerschlagen worden, ist nicht unabhängig belegt. Selbst wenn man seine Darstellung für sich betrachtet, räumt sie ein, dass kriminelle Aktivitäten außerhalb dieser Anlagen weitergehen.7
Die Menschen in diesen Betrieben erfordern eine andere Art der Prüfung. Der angekündigte Ansatz umfasst die Identifizierung ausländischer Staatsangehöriger, die getäuscht oder zur Arbeit in Betrugsbetrieben gezwungen wurden, ihren Schutz und Hilfe bei der Rückkehr in ihre Heimat. Zugleich sollen diejenigen verfolgt werden, die freiwillig aus Profitgründen mitmachen oder weiterhin Straftaten begehen. Allein der Umstand, dass eine Person an einem Betrugsstandort angetroffen wird, klärt nicht, welcher Kategorie sie angehört.7
Diese Unterscheidung hat Folgen, die ebenso schwer wiegen wie die Finanzermittlungen. Die Kampagne betrifft sowohl Menschen, deren Geld gestohlen wird, als auch Menschen, die dazu gezwungen werden, es zu stehlen. Auf Grundlage der verfügbaren Belege lässt sich den konkreten Casino-Strafen keine Zahl geschützter oder zurückgeführter Opfer zuordnen.816
Bislang steht das Ergebnis: Berichten zufolge wurden im mit der Prince Group verbundenen Netzwerk Casino-Genehmigungen entzogen oder ausgesetzt; zugleich wurde zugesagt, gegen dessen grenzüberschreitende Verbindungen vorzugehen. Als nächster aussagekräftiger Beleg wären ein entsprechendes Verzeichnis der Lizenzinhaber mit Entscheidungsdaten für November, ein Abgleich mit der Bilanz vom September und konkrete Ermittlungsergebnisse gegen Organisatoren, Vermögenswerte und Schutznetzwerke nötig. Bis dahin misst die Zahl der Lizenzen einen Teil des Vorgehens – nicht dessen Abschluss.
Quellen19
8 ältere Beiträge als Hintergrund gelesen.5 Medien ohne Datumsangabe:
Alle Quellen nach Medium
22 Quellen aus 19 Medien· Meistzitierte zuerst
Mekong Independentmekongindependent.comZuerst2
Agence Kampuchea Presse - AKPakp.gov.kh1
BangkokScoopbangkokscoop.com1
- Zuerst berichtet
- Cambodia revokes licences of 18 casinos linked to Prince
CBW柬埔寨商业观察cambodiabusinesswatch.com1
- Zuerst berichtet
- 柬埔寨吊销陈志、黄继茂关联18张赌场牌照|CBW柬埔寨商业观察
Gambling Industry Newsgamblingindustrynews.com1
- Zuerst berichtet
- Cambodia freezes nearly US$1bn in Prince Group assets
Google News Việt Nam (VN:vi)tuoitre.vn1
IAGasgam.com1
iGaming.orgigaming.org1
- Zuerst berichtet
- Cambodia Plans Tougher Checks On Licensed Casinos
Khaosod Englishkhaosodenglish.com1
- Zuerst berichtet
- Cambodia revokes licences of 18 casinos linked to Prince Group
Wie ausgestrahlt
- Cambodia has revoked 18 casino licenses linked to Prince Group and suspended 10 more. The penalties target businesses tied to an anti-scam campaign whose stakes include stolen money and people forced into scam work. Can investigators reach the organizers, money and protection networks behind the casinos?
- Senior Minister Chhay Sinarith presented the figures in Phnom Penh on November sixth. He heads the secretariat of Cambodia's commission combating online scams. He also pledged closer cooperation with the FBI and Interpol against cross-border criminal networks.
- The licensing actions accumulated over the preceding year. Authorities didn't impose all 28 penalties on the day of the briefing. That timeframe puts the announcement in perspective. It brings together earlier enforcement, while the investigation into the people behind the businesses continues. And the two categories of penalty have different consequences.
- Eighteen licenses have been revoked, withdrawing the businesses' permission to operate casinos. Another 10 have been suspended, stopping their authorization without permanently withdrawing it. The government hasn't explained what those businesses would need to do to regain permission.
- Criminal responsibility still has to be proved against the people involved. Each owner's or operator's role needs its own examination, even where businesses share a connection to Prince Group. Removing a license also leaves a separate enforcement task: stopping illegal activity at the premises and following the people who can move it elsewhere.
- Forty-six diplomatic and international-organization representatives attended the briefing at the foreign ministry. Another 18 representatives of Cambodian diplomatic missions abroad joined online. Sinarith used that international audience to set out the licensing penalties and the government's plans for further investigations.
- Golden Fortune casino in Kandal province had already lost its license by February. That was a named Prince-linked business facing an earlier penalty. Its place in the November total hasn't been confirmed. Months later, Cambodia announced a national enforcement tally strikingly close to the figures now attached to the Prince-linked network.
- In September, authorities announced 18 licenses revoked and nine suspended across the national anti-scam campaign. November's Prince-linked figures are 18 and 10. The businesses covered haven't been matched, so those figures can't show how many additional penalties authorities imposed.
- The license holders and decision dates are needed to reconcile those announcements. Investigators also have a wider assignment. Sinarith described deeper inquiries into people and entities associated with Prince Group that were covered by United States sanctions. Following those connections means examining how scam operations get financed, where their proceeds go and who helps keep them running.
- The inquiries include concealed assets and cryptocurrency transactions, along with suspected use of casino businesses to hide illegal online gambling. Sinarith also described examining whether private security companies or officials participated in, helped or tolerated scam activity. Those inquiries are continuing.
- The FBI and Interpol cooperation pledge concerns pursuing these networks across borders. Sinarith said Cambodia would strengthen that work as investigations expand. The people inside scam operations also require different treatment. Some foreign nationals have been deceived or forced into the work. Others may have joined willingly for profit or continued committing crimes.
- Sinarith says criminal networks are shifting into rented homes, hotels, cafés and remote locations. He described smaller, more scattered operations, even while saying large scam compounds had been eliminated. His own account places continuing criminal activity beyond the large compounds.
- The government's approach includes identifying people forced or tricked into scam work, protecting them and helping them return home. It also calls for pursuing willing participants. Being found at a scam site alone doesn't settle which category someone belongs in. That decision affects whether a person receives protection or faces prosecution.
- The immediate result is a loss or interruption of casino authorization. The government hasn't shown whether these particular actions have reached the organizers and protection networks. A matching November license schedule and concrete results against those networks would show how far the crackdown has gone.
Übersetzung aktualisiert:
Kürzlich ausgestrahlt

Auf Englisch verfügbar
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