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Wissenschaft · Wildtierquerung

Ein Kojote fand die Wildtierbrücke. Eine vollständige Überquerung ist noch nicht belegt

Das erste bekannte große Säugetier, das auf die Wallis Annenberg Wildlife Crossing kletterte, konnte die Reise nicht beenden. Neue Erdarbeiten könnten eine Überquerung nun ermöglichen – doch die eigentliche Prüfung ist die Wiedervernetzung.

Verfasst 5 Min. Lesezeit

Video in der Originalsprache

Aus dem englischen Original übersetzt.

Ein Kojote fand seinen Weg auf die Wallis Annenberg Wildlife Crossing, bevor die Bauarbeiten zur Verbindung der Route abgeschlossen waren. Das ist ein ermutigender erster Schritt bei einer Brücke, die Wildtiere wieder miteinander verbinden soll, deren Lebensräume durch den 101 Freeway getrennt wurden. Es ist jedoch noch kein Beleg dafür, dass ein großes Säugetier die gesamte Strecke überquert hat.⁠1

Das Tier wurde am 28. Oktober kurz nach 6 Uhr fotografiert und war damit das erste bekannte große Säugetier, das auf die Struktur nahe Agoura Hills kletterte, berichtet die Los Angeles Times. Der National Park Service machte die Nachricht am 4. November öffentlich – eine Woche nach dem Besuch, nicht am Tag des Geschehens. Auf dem Schwarz-Weiß-Bild geht der Kojote bergauf und verschwindet fast vollständig in seiner Umgebung; nur ein Auge leuchtet weiß.⁠1

Seine Reise endete vorzeitig, weil die Querung noch nicht fertiggestellt war. Die Route besteht aus zwei Überführungen, eine über dem Freeway und eine weitere über einer angrenzenden Straße, die durch einen angeschütteten Hang verbunden sind. Als der Kojote ankam, war noch nicht genug Erde aufgeschüttet, um sie miteinander zu verbinden. Seitdem haben die Bauarbeiter rasch Erde aufgebracht, sodass größere Tiere nun möglicherweise die gesamte Strecke zurücklegen können, berichtete die Times. Diese Bauaktualisierung ist wichtig: Das Hindernis auf dem Foto ist nicht unbedingt das Hindernis, vor dem Tiere heute stehen.⁠1

Der belastbare Meilenstein ist daher begrenzt, aber wichtig. Ein Tier fand den Weg zur Zufahrt und kletterte darauf. Kleinere Tiere, darunter Westliche Zauneidechsen, waren bereits auf der Querung gesichtet worden; der Kojote war nicht ihr erster tierischer Besucher. Der Bericht belegt auch keine vollständige Überquerung durch ein großes Säugetier.⁠1

Für Beth Pratt, Präsidentin des Wildlife Crossing Fund, war das Foto dennoch ein Durchbruch.

Oh mein Gott, es funktioniert ja schon.

Beth Pratt 1

Pratt hatte dafür gesorgt, dass jemand hinschauen würde. Nach einer Pressekonferenz am 8. Oktober forderte sie den Wildtierbiologen Jeff Sikich vom National Park Service auf, eine Kamera auf den Weg zur südlichen Seite der Querung auszurichten. Sie hakte täglich per SMS nach. Sikich installierte die Kamera am 14. Oktober; sie erfasste einen Teil des Hangs nahe der Agoura Road. Zwei Wochen später nahm sie den Kojoten auf. Der Bericht der Times vom 4. November ist die Quelle für die genauen Angaben zur Sichtung und zu den anschließenden Erdarbeiten.⁠1

Eine Brücke braucht mehr als Besucher

Das rund 114 Millionen Dollar teure Projekt soll laut Times am 2. Dezember 2026 eröffnet werden, sofern heftige Winterstürme die Arbeiten nicht verzögern. Die Kostenangabe ist eine berichtete Näherung, keine abschließend geprüfte Abrechnung. Caltrans hatte in einer Mitteilung vom 25. Juni 2025 die Fertigstellung für den Herbst 2026 anvisiert; die spätere Berichterstattung nennt einen genaueren Eröffnungstermin, ist aber kein Beleg dafür, dass eine frühere Frist im Dezember versäumt wurde.⁠1⁠16

Caltrans verortet die Querung westlich der Liberty Canyon Road in Agoura Hills im Los Angeles County und beschreibt sie als begrünte Brücke, die Freiflächen auf beiden Seiten des US-101 verbindet. Für Pumas geht es nicht einfach darum, über den Verkehr hinwegzukommen. Es geht darum, andere Pumas zu erreichen.⁠12

Freeways und Bebauung haben die Wildtiere in den Santa Monica Mountains eingeschlossen und den Zugang zu nicht verwandten Paarungspartnern eingeschränkt. Die Querung soll Tiere mit den Simi Hills und den dahinterliegenden Lebensräumen verbinden und zugleich Löwen von außerhalb der Santa Monica Mountains Zugang ermöglichen. Sikich sagte der Times, selbst ein einziger zuwandernder Puma, der sich fortpflanzt, könnte die genetische Vielfalt spürbar verbessern. Entscheidend ist eine erfolgreiche Fortpflanzung – nicht bloß ein Foto eines Löwen auf der Brücke.⁠1

Belege für die Fortpflanzung naher Verwandter gibt es bereits seit Jahren, lange vor diesem Baufortschritt. In einer Mitteilung vom 9. Januar 2014 bezeichnete der National Park Service P-32 als eines von drei kürzlich geborenen Jungtieren, die aus einer „Inzucht ersten Grades“ hervorgegangen waren. Das belegt eine sehr enge Verwandtschaft, ohne hier das konkrete Verwandtschaftsverhältnis der Eltern zu benennen. Im September 2020 beschrieb die Times einen weiteren männlichen Puma, P-81, mit einem Knick im Schwanz in L-Form und nur einem abgestiegenen Hoden – Missbildungen, die mit Inzucht in Verbindung gebracht werden.⁠5⁠6

Eine Zusammenfassung späterer Forschung der UCLA berichtete über Fortpflanzungsanomalien und warnte, dass Pumas in den Santa Monica und Santa Ana Mountains mehr genetische Vielfalt benötigten, um ein lokales Aussterben zu vermeiden. Das ist eine Warnung vor einem Risiko, keine Prognose, dass ein Aussterben unvermeidlich ist – und auch kein Beleg dafür, dass diese Querung allein es verhindern wird.⁠8

Beobachten, was jenseits der Zufahrt geschieht

Wissenschaftler bereiten sich darauf vor, diesen Unterschied zu messen. Am 3. November, als die Erdverbindung verbessert wurde, installierte Sikich sechs Kameras direkt auf der Querung. Das endgültige System soll mehr als 50 Fotokameras und vier Wärmebild-Videokameras umfassen. Bilder und Videos werden öffentlich zugänglich gemacht, aber nicht live gestreamt. Diese höheren Zahlen beschreiben das geplante Netzwerk, nicht bereits bestätigte, in Betrieb befindliche Geräte.⁠1

Kameras werden nur einen Teil der Geschichte zeigen. Die Forschenden planen, Pumas, Rotluchse, Kojoten, Hirsche und Graufüchse mit GPS-Funksendern zu verfolgen, um festzustellen, wohin sie sich bewegen. Außerdem implantieren sie Hirschen kleine Aufzeichnungsgeräte, sogenannte Biologger; als Nächstes sind Pumas vorgesehen. Die Geräte sollen Körpertemperatur, Herzfrequenz und Fettreserven erfassen und den Wissenschaftlern helfen, Fragen zu untersuchen – etwa, ob die Fortbewegung oberhalb des Freeway-Verkehrs eine messbare Stressreaktion auslöst.⁠1

Diese Arbeit baut auf einer langjährigen Feldforschung auf. Wissenschaftler des National Park Service begannen 1996 in Liberty Canyon, Rotluchse und Kojoten mit Funkhalsbändern zu versehen, und nahmen 2002 die Erforschung von Pumas auf. Bis 2022 hatten laut Behörde mehr als 25 Jahre Wildtierforschung den Bedarf an der Querung belegt. Nun bietet sich die Gelegenheit, die Wiedervernetzung zu untersuchen, statt nur die Isolation zu dokumentieren.⁠1⁠3

In der Nähe gibt es Tiere, die beobachtet werden können. Innerhalb von weniger als zwei Monaten nahm eine andere Kamera nahe dem südlichen Ende einen Puma mit zwei größeren Jungtieren sowie einen weiteren Puma ohne Halsband auf. Diese Aufnahmen belegen Aktivität rund um die Anlage, nicht aber eine Nutzung der Brücke.⁠1

Bislang hat der Kojote eine bescheidene Frage beantwortet: Kann ein großes Säugetier den Weg zur Zufahrt finden? Die größeren Prüfungen stehen noch aus – abgeschlossene Überquerungen, wiederholte Nutzung, sichere Bewegungen über die Querung hinaus und schließlich die Fortpflanzung zwischen Puma-Populationen. Das Foto ist ein Anfang, den man feiern kann. Es ist nicht das Ergebnis, das die Brücke erzielen soll.

Wie ausgestrahlt
  1. A coyote climbed onto a wildlife bridge before crews finished joining its two overpasses. It's the first large mammal known to reach the Wallis Annenberg Wildlife Crossing near Agoura Hills. The route could give isolated mountain lions access to unrelated mates across the 101 Freeway. Scientists now need to learn whether animals will travel the whole route and reconnect those populations.
  2. The coyote reached a slope where the soil wasn't yet high enough to connect the two overpasses. One spans the freeway, and the other spans an adjacent road. The animal could climb onto the structure, but couldn't travel its entire length.
  3. Crews have since rapidly added soil, and larger animals may now be able to make the full journey. Mountain lions, bobcats and coyotes could all use that connection. Smaller animals, including Western fence lizards, had already appeared on the crossing. The coyote's milestone was the first known ascent by a large mammal.
  4. A camera installed October 14 photographed the coyote on October 28, shortly after six in the morning. Six cameras went onto the crossing November 3. The National Park Service shared the news November 4, a week after the animal's visit.
  5. The black-and-white photograph shows the animal heading uphill, almost blending into its surroundings, with one eye shining bright white. Beth Pratt, president of the Wildlife Crossing Fund, had pushed for that camera. After an October 8 news conference, she urged wildlife biologist Jeff Sikich to watch the southern approach, then followed up with daily texts.
  6. Pratt greeted the discovery by saying, “Oh my God, it's already working.” A different camera near the southern end had already recorded a mountain lion with two older kittens and another uncollared lion in less than two months. Those animals were moving nearby.
  7. The project has a reported cost of roughly 114 million dollars and is scheduled to open December 2, 2026. Fierce winter storms could delay that date. Caltrans's June 2025 schedule had targeted completion in fall 2026. The crossing sits in Los Angeles County, west of Liberty Canyon Road, and is designed as a vegetated connection between open spaces separated by the freeway.
  8. Even one incoming mountain lion that breeds could meaningfully improve genetic diversity. The crossing is intended to connect wildlife in the Santa Monica Mountains with the Simi Hills and habitat beyond, allowing lions to seek mates outside the range and others to enter.
  9. Freeways and development have hemmed in these animals, and close relatives have bred within the local mountain-lion population. Scientists have documented physical and reproductive abnormalities linked to inbreeding. Restoring movement could bring unrelated animals together and give their offspring a broader genetic inheritance. The need reaches beyond protecting a single animal from traffic.
  10. In 2014, scientists identified P-32 among three kittens resulting from close-relative breeding. In 2020, P-81 had an L-shaped tail and only one descended testicle. Researchers later documented a 93 percent abnormal sperm rate among the animals studied.
  11. Researchers warned that mountain lions in the Santa Monica and Santa Ana mountains need greater genetic diversity to avoid local extinction. National Park Service scientists began radio-collaring bobcats and coyotes in Liberty Canyon in 1996. Mountain-lion research followed in 2002. By 2022, more than 25 years of wildlife research had supported the case for this crossing.
  12. Sikich installed six cameras on the crossing as the soil connection improved. The eventual network is planned to include more than 50 still-photo cameras and four thermal video cameras. Images and video will be shared publicly, but won't be streamed live.
  13. GPS radio tracking will follow mountain lions, bobcats and coyotes, along with deer and gray foxes, to establish where they move. Researchers are also implanting small recording devices called biologgers in deer, with mountain lions planned next. Those devices are intended to measure body temperature, heart rate and fat reserves.
  14. An animal's heart rate could reveal whether crossing above freeway traffic produces a stress response. Sikich says decades spent documenting wildlife isolation have led to an opportunity to study reconnection. Tracking movement and physiology will help scientists examine what animals experience as they use the route.
  15. A complete large-mammal crossing still hasn't been documented. The coyote has shown that an animal can find the approach, and the December 2 opening remains weather-dependent. Scientists will watch for repeated, safe journeys beyond the bridge. For mountain lions, the genetic benefit depends on animals moving between populations and successfully reproducing.

Quellen10

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Übersetzung aktualisiert:

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