Zum Inhalt springen

Wissenschaft · Ameisenigel auf Lungtalanana

Lungtalananas «einsamster Ameisenigel» hat wahrscheinlich Gesellschaft – aber wie viele?

Kameraaufnahmen von Orten, die etwa acht Kilometer auseinanderliegen, legen nahe, dass die überlebenden Ameisenigel auf Lungtalanana Gesellschaft haben. Für die Ranger, die das Land wiederherstellen, sind das wertvolle Belege – aber noch kein Nachweis für eine Erholung der Population.

Verfasst 6 Min. Lesezeit

Video in der Originalsprache

Aus dem englischen Original übersetzt.

Wie viele Ameisenigel können sich auf einer Insel verstecken, auf der Ranger bis vor Kurzem befürchteten, es könnte nur noch einen geben?

Auf Lungtalanana in der Bass-Straße wird die Antwort zunehmend hoffnungsvoller, ohne dass es bislang eine Zahl gibt. Aufzeichnungen von Wildkameras an Orten, die etwa acht Kilometer voneinander entfernt liegen, stützen die Annahme, dass der einst als «Australiens einsamster Ameisenigel» bezeichnete Ameisenigel Gesellschaft hat. Sie zeigen eine größere Verbreitung, als die ersten Fotos erkennen ließen – für sich genommen aber keine sich erholende Population.⁠2

Die stärksten zusätzlichen Belege in der Mitteilung von WWF-Australia vom 5. November 2026 sind ein Foto, das am 23. August nahe der Landebahn der Insel aufgenommen wurde, und ein weiteres vom 20. Oktober aus der im Süden gelegenen Rebecca Bay. Der Ameisenigel-Experte der University of Tasmania, Associate Professor Stewart Nicol, hält es für sehr unwahrscheinlich, dass alle Beobachtungen dasselbe Tier betreffen. Niemand hat festgestellt, wie viele Individuen auf den Aufnahmen zu sehen sind.⁠2

Diese Unterscheidung ist für die Pakana-Ranger wichtig, die diese im Besitz der Aboriginal People befindliche Insel wiederherstellen. Zu wissen, was überlebt hat, ist der Ausgangspunkt für seinen Schutz. Die Mitteilung vom November bündelt jedoch Beobachtungen, die sich über Jahre angesammelt haben; es handelt sich nicht um eine Entdeckung am Tag der Veröffentlichung.

Von einem Ort zu mehreren

Lungtalanana, auch Clarke Island genannt, liegt in der Furneaux-Gruppe vor der Nordostküste Tasmaniens. Die Insel ging 2005 wieder in den Besitz der Aboriginal People über. ABC News gibt ihre Fläche mit etwa 8.230 Hektar an. Das Tasmanian Aboriginal Centre leitet die Wiederherstellung; Ranger bekämpfen Unkraut, führen kulturelle Brandpflege durch und beobachten die Tierwelt. Ameisenigel heißen in palawa kani, der Sprache der Aboriginal People Tasmaniens, trimanya.⁠1

Die ersten fotografischen Belege stammten von einem Kamerastandort in einem westlichen Teebaumgebüsch. Zwei im Abstand von mehreren Monaten im Jahr 2023 aufgenommene Bilder galten zunächst als Aufnahmen desselben Tieres. Die Ranger identifizierten sie erst im November 2024: Die Auswertung der Bilder musste in den vollen Arbeitsalltag auf dem Land passen. Bis zum 20. März 2025 war die Wiederentdeckung öffentlich bekannt. Damals fragte der WWF, ob dies der einzige überlebende Ameisenigel der Insel sein könnte. Das war eine Frage, nie eine bestätigte Bestandszahl.⁠6

Wie sich die Belege mehrten

  1. 1. August und November 2023

    Eine Kamera nimmt zweimal am selben Ort im westlichen Teebaumgebüsch einen Ameisenigel auf.

    62
  2. November 2024

    Ranger identifizieren die ursprünglichen Bilder bei ihrer Überprüfung.

    6
  3. Oktober 2025 und Januar 2026

    Kameras nehmen einen Ameisenigel neben einer Lagune auf, mehr als vier Kilometer östlich des ursprünglichen Standorts.

    2
  4. 23. August 2026

    Eine Kamera fotografiert einen Ameisenigel nahe der Landebahn.

    2
  5. 19. September 2026

    Rangerin Tasha Cooper begegnet einem Ameisenigel in einer Falle für verwilderte Katzen nahe der Lagune.

    2
  6. 20. Oktober 2026

    Eine Kamera nimmt in Rebecca Bay einen Ameisenigel auf, etwa acht Kilometer vom Standort der Aufnahme an der Landebahn entfernt.

    2

Coopers Begegnung war das erste gemeldete persönliche Zusammentreffen mit einem Ameisenigel auf der Insel seit Jahrzehnten. Sie lernte, verwilderte Katzen zu fangen, und näherte sich einem Käfig, weil sie dachte, wieder könnte ein Rabe hineingegangen sein. Stattdessen lag ein Ameisenigel zusammengerollt darin. «Die Aufregung war überwältigend. Ich wusste nicht, ob ich weinen, schreien oder was sonst tun würde», sagte sie ABC.⁠1

Das Tier wirkte ruhig, hatte aber zur Verteidigung seine Stacheln aufgerichtet. Cooper hielt die Käfigtür mit einem Stock offen und setzte ihre Arbeit fort. Stunden später war es noch immer dort, also ermutigte sie es behutsam, herauszukommen. Es begann, sich in den Sand zu graben, um seine Unterseite zu schützen. Die Mitteilung des WWF datiert die Begegnung ausdrücklich auf den 19. September 2026; es handelte sich um den unbeabsichtigten Fang eines überlebenden Tieres, nicht um eine Wiederansiedlung.⁠2

Warum mehr Sichtungen kein Wachstum bedeuten

Die datierte Kameraserie umfasst inzwischen sechs Nachweise: zwei aus dem Jahr 2023, einen aus dem Jahr 2025 und drei aus dem Jahr 2026. Sechs Aufzeichnungen bedeuten nicht sechs identifizierte Tiere. Auch belegen Fotos von verschiedenen Orten nicht automatisch, dass es sich um verschiedene Individuen handelt.⁠1⁠2

«Ameisenigel können in einer Nacht problemlos mehrere Kilometer zurücklegen, und die Männchen laufen während der Paarungszeit noch weiter», sagte Nicol in der Mitteilung des WWF. Selbst wenn man diese Bewegungen berücksichtigt, hielt er die Erklärung, es gebe nur ein Tier, für sehr unwahrscheinlich und vermutete, dass es noch viele weitere Ameisenigel geben könnte, die den Rangern nicht begegnet sind.⁠2

Seine Einschätzung stützt sich teilweise auf Messungen in den südlichen Midlands Tasmaniens, wo Männchen 90 Prozent ihrer Bewegungen innerhalb von 60 Hektar und Weibchen innerhalb von 35 Hektar unternahmen. Diese Messungen helfen, seine Interpretation der Entfernungen zu erklären. Sie wurden nicht an den Ameisenigeln von Lungtalanana vorgenommen und lassen sich nicht in eine Gesamtzahl für die Insel umrechnen.⁠2

Nicol sagte dem Sender ABC, er wäre überrascht, wenn weniger als ein Dutzend Ameisenigel auf der Insel lebten, und vermutete, es könnten mehr als 20 oder 30 sein. Das ist eine vorläufige Einschätzung eines Experten, keine Zählung. Er betonte, dass sich die Tiere wegen ihres scheuen Verhaltens ohne Nachverfolgung nur schwer zählen lassen.⁠1

Die Belege stützen somit drei unterschiedlich belastbare Aussagen: Ameisenigel sind definitiv vorhanden; mehrere Tiere sind sehr wahrscheinlich; ihre Gesamtzahl ist weiterhin unbekannt. Sie belegen weder eine Fortpflanzung noch ein Populationswachstum oder wie viele Tiere den verheerenden Buschbrand auf der Insel im Jahr 2014 überlebt haben. Mehr Kameras und weitere Suchgänge erhöhen zudem die Wahrscheinlichkeit, Tiere zu entdecken. Eine wachsende Fotosammlung kann Tiere sichtbar machen, die bereits dort waren.

Was das Überleben für das Land bedeutet

Die Befürchtungen, die Tiere könnten verschwunden sein, hatten einen düsteren Hintergrund. Die europäische Kolonisierung brachte Rodungen für Schaf- und Rinderweiden, eingeschleppte Katzen, die Wildtiere jagten, und den Ausschluss der Traditional Owners von der kulturellen Brandpflege mit sich. Der Brand von 2014 verwüstete dann die Insel. Der WWF nennt Ameisenigel und Tasmanische Pademelons als die größten Säugetiere, von denen bekannt ist, dass sie sowohl die Kolonisierung als auch den Brand überlebt haben.⁠6⁠2

Das genaue Ausmaß des Brands bleibt in der aktuellen Berichterstattung unklar. ABC beschreibt sowohl «98 Prozent der Vegetation» als zerstört als auch «80 Prozent der Insel» als abgebrannt. Dabei handelt es sich um unterschiedlich formulierte Angaben, deren zugrunde liegende Definitionen nicht verfügbar sind; sie sollten nicht zu einem einzigen definitiven Prozentsatz zusammengefasst werden. Klar belegt ist das Überleben nach schweren Schäden, nicht eine gemessene Erholung.⁠1

GreenCollar kündigte am 20. Oktober 2026 den offiziellen Start eines Wiederherstellungsprojekts an, doch die Arbeiten begannen nicht erst dann. Der WWF hatte bereits im Februar und Juli 2022 öffentlich über die Zusammenarbeit bei der Wiederherstellung berichtet. Der spätere Start ist ein Meilenstein einer bereits laufenden Initiative, nicht deren Anfang.⁠17⁠16⁠12

Zu den Zielen gehört die Rückkehr von mindestens sechs lokal verschwundenen Arten, darunter Bennett-Wallabys, Langnasen-Kängururatten und Wombats der Bass-Strait-Inseln. Die Entfernung verwilderter Katzen bleibt eine Priorität, bevor größere Wiederherstellungsmaßnahmen und die Rückkehr von Arten beginnen. «Wir wollen sicherstellen, dass sie weg sind, bevor wir mit größeren Wiederherstellungsmaßnahmen beginnen», sagte Healthy-Country-Ranger Tooarn Brown dem Sender ABC.⁠1

Der WWF stellte Startkapital und Wildkameras bereit und unterstützt weiterhin das von Rangern geleitete Monitoring. Die Ranger sichten Hunderttausende Bilder. Die Arbeit schafft zudem Beschäftigung, Ausbildung und Wissen, das zwischen Generationen weitergegeben wird: Die Kameras helfen Aboriginal People, die sich um ihr Land kümmern, zu verstehen, was noch vorhanden ist und wo Schutz nötig ist.⁠2

Die Fotos haben mir die Augen dafür geöffnet, wie viel Leben es auf Lungtalanana noch gibt.

Tamara Styles, Koordinatorin für Verwaltung und kulturelle Aktivitäten 2

Brown sieht die Ameisenigel-Sichtungen als ermutigendes Zeichen dafür, dass die Maßnahmen helfen. Um diese Wirkung nachzuweisen, werden jedoch mehr als zusätzliche Fotos nötig sein. Ein Datum für eine Zählung oder Ergebnisse einer Nachverfolgung wurden nicht angekündigt. Bislang ist der Erfolg zugleich bescheidener und bedeutender, als der alte Spitzname vermuten lässt: Ranger haben Belege für Ameisenigel in weit auseinanderliegenden Teilen Lungtalananas und bessere Informationen, um sich um die Wildtiere zu kümmern, die überlebt haben.⁠1⁠2

Wie ausgestrahlt
  1. Trail cameras recorded echidna sightings about eight kilometres apart on Lungtalanana. The animals survived on an island where fire and introduced predators had fuelled fears they'd disappeared. Their wider presence gives Aboriginal rangers valuable information as they restore Country. How many echidnas are living there, and what can these sightings tell us about their survival?
  2. Lungtalanana, also called Clarke Island, lies in Bass Strait's Furneaux group, off Tasmania's north-east coast. It returned to Aboriginal ownership in 2005. The island covers a reported 8,230 hectares, with Pakana rangers monitoring wildlife and managing the land.
  3. A camera photographed an echidna near the airstrip on August twenty-third. Another recorded one at Rebecca Bay in the south on October twentieth. Those locations are about eight kilometres apart, strengthening the case that several animals live on the island.
  4. The November fifth announcement brings together observations gathered over several years. Rangers recently recognised those airstrip and Rebecca Bay records while reviewing camera images. The photographs extend the known spread of sightings beyond the animal once nicknamed Australia's loneliest echidna.
  5. The first photograph dates to August first, 2023, with another that November. Rangers identified the images in November 2024. By March twentieth, 2025, the rediscovery was public, along with the question of whether this could be the island's only surviving echidna.
  6. Both original pictures came from the same western tea-tree scrub location, months apart, and were initially thought to show one animal. Reviewing images had to fit around the rangers' work on Country. These were the first reported echidna photographs there in decades.
  7. Increased camera monitoring produced records in October 2025 and January 2026 beside a lagoon. Thick reeds sheltered those sightings, more than four kilometres east of the original location. Rangers still couldn't tell whether one animal had travelled between them.
  8. The dated sequence now contains two camera records from 2023, one from 2025 and three from 2026. Six detections give rangers more places to investigate, but they don't identify six different animals.
  9. Tasha Cooper found an echidna inside a feral-cat trap on September nineteenth, 2026. She was learning to trap cats near the lagoon and expected another raven. Instead, she came face to face with an echidna, the first reported direct encounter in decades.
  10. “The excitement was overwhelming,” Cooper said. The animal appeared calm, with its quills raised defensively. She propped the cage open with a stick and continued working. Hours later, it was still inside. She gently encouraged it out, and it dug into the sand to protect its underbelly.
  11. University of Tasmania echidna expert Stewart Nicol thinks it's very unlikely all the observations show the same animal. Echidnas can travel several kilometres overnight, he says, and males travel further during breeding season. Even allowing for that movement, he suspects unseen animals remain.
  12. Nicol draws on measurements from Tasmania's southern Midlands. There, males made 90 percent of their movements within 60 hectares, and females within 35 hectares. That comparison helps explain his judgement about movement. It can't supply a population total for Lungtalanana.
  13. Nicol says he'd be surprised if fewer than a dozen echidnas lived there, and suggests possibly more than twenty or thirty. That's a tentative estimate. Their elusive behaviour makes counting difficult without tracking, and nobody yet knows the island's population.
  14. The photographs show survival across widely separated locations. More cameras and more searching also increase the chance of finding animals. Establishing population growth would require tracking change over time, beyond this growing collection of sightings.
  15. Echidnas and Tasmanian pademelons are the largest mammals known to have survived both European colonisation and the island's 2014 fire. Colonisation brought clearing for sheep and cattle, introduced cats that preyed on wildlife, and prevented Traditional Owners from practising cultural burning.
  16. The 2014 bushfire devastated the island. Its damage has been described as 98 percent of vegetation destroyed and 80 percent of the island burned. Those differently worded measures haven't been reconciled, so there's no single reliable percentage to give here.
  17. The Tasmanian Aboriginal Centre formally launched its restoration project on October twentieth, 2026. Work was already under way years earlier, with restoration collaboration publicly described in February and July 2022. Rangers remove weeds, conduct cultural burning and control invasive species while monitoring the wildlife that remains.
  18. The project aims to return at least six locally lost species. Bennett's wallabies, long-nosed potoroos and Bass Strait Islands wombats are among the planned returns. Feral-cat removal remains a priority before major rehabilitation and species reintroductions.
  19. WWF-Australia supplied seed funding and trail cameras and continues supporting ranger-led monitoring. Rangers are working through hundreds of thousands of images. Alongside that work, the project creates training and employment opportunities for Palawa people and strengthens connection to Country and knowledge shared between generations. Echidnas are called trimanya in palawa kani, the language of Tasmania's Aboriginal people.
  20. Healthy Country Ranger Tooarn Brown wants the feral cats gone before major rehabilitation begins. He sees the echidna sightings as a hopeful sign that management is helping. Measuring that effect will require more than additional photographs.
  21. The distances between records make several echidnas likely, while their total number remains unknown. Rangers haven't announced a date for a census or tracking results.

Quellen15

22 Quellen aus 15 Medien· Meistzitierte zuerst

Die gesamte Redaktionskarte erkunden ↗

Übersetzung aktualisiert:

Kürzlich ausgestrahlt