Wissenschaft · Invasive Karpfen
Im Inneren des Karpfens: Minnesotas neuer Scanner unterstützt die Suche nach einer Schallschranke
Ein neuer Scanner am Bell Museum könnte Forschenden helfen, Töne zu untersuchen, die invasive Karpfen abschrecken. Nachzuweisen, dass diese Töne einheimische Fische verschonen und dauerhaft wirken, ist die schwierigere Aufgabe.
Video in der Originalsprache
Aus dem englischen Original übersetzt.
Die Bemühungen, die Ausbreitung invasiver Karpfen im Einzugsgebiet des Mississippi zu verhindern, umfassen seit Langem eine ungewöhnliche Art von Barriere: Schall. Forschende der University of Minnesota gehen das Problem nun von der Anatomie der Fische aus an. Ein neuer CT-Scanner im Bell Museum in St. Paul ermöglicht es ihnen, intakte Exemplare dreidimensional zu untersuchen – und der Frage nachzugehen, ob die Anatomie der Karpfen dabei helfen könnte, Töne zu identifizieren, die invasive Fische abschrecken, ohne einheimische Arten zu blockieren.261
Das ist eine neue Forschungsmöglichkeit, keine nachgewiesene neue Schutzmaßnahme für die Gewässer Minnesotas. Der Scanner kann innere Strukturen sichtbar machen, ohne dass die Tiere seziert werden müssen. Ob diese Strukturen auf einen Ton hinweisen, den Karpfen meiden, und ob diese Reaktion anhält, muss noch festgestellt werden.
Bei dem Instrument handelt es sich um einen Nikon VOXLS 20 C-225 Mikro-CT-Scanner. Die Universität gab seine Anschaffung am 3. August 2026 bekannt und beschrieb ihn in einem Artikel vom 14. Oktober als installiert. Der Bericht von CBS Minnesota vom 4. November erläutert konkret die Frage zu Karpfen, der Forschende mit dem Gerät nachgehen wollen.13111
Während sich ein Exemplar dreht, nimmt das Gerät eine Folge von Röntgenansichten auf. Ein Computer setzt sie zu einem dreidimensionalen Objekt zusammen. So können Forschende das Innere untersuchen, während das Originalexemplar für künftige Studien intakt bleibt. «Dann führt der Computer eine ganze Menge komplexer Berechnungen durch, um daraus ein 3D-Objekt zu machen», sagte Kassandra Ford gegenüber CBS Minnesota.1
Ford ist Kuratorin für Fische und Weichtiere am Bell Museum sowie Assistenzprofessorin für Fischerei-, Wildtier- und Naturschutzbiologie an der University of Minnesota. Sie möchte untersuchen, wie sich die Schädel invasiver Karpfen entwickelt haben und ob ihre Anatomie Hinweise auf Unterschiede beim Hörvermögen liefert. Das praktische Ziel ist es, Töne zu finden, die invasive Karpfen wahrnehmen, einheimische Fische jedoch nicht.131
Und dann können wir im Grunde den Ton erzeugen, der dazu führt, dass die Karpfen nicht in diesem Gebiet sein wollen.
Von der Anatomie zur wirksamen Barriere
Zwischen einem detaillierten Bild und diesem Ergebnis liegen mehrere Schritte. Zunächst muss ein anatomischer Unterschied mit dem Hörvermögen in Verbindung gebracht werden. Dann muss das Wahrnehmen eines Tons dazu führen, dass die Fische ihn meiden. Und das Meideverhalten muss auch nach wiederholter Exposition noch nützlich sein, ohne einheimische Fische davon abzuhalten, dieselben Gewässer zu durchqueren.
Die berichtete CT-Arbeit hat diese Wirkungskette bislang nicht nachgewiesen. In Fords Bericht werden keine erfolgreiche Frequenz, kein gemessener Hörbereich, kein Vergleich mit einheimischen Fischen und kein abgeschlossener Schallversuch genannt, der aus den Scans hervorgegangen wäre. Auch wird nicht angegeben, auf welche Karpfenarten ihr Scanprojekt abzielt. Die Unterscheidung ist wichtig: Minnesota stuft Silberkarpfen, Marmorkarpfen, Graskarpfen und Schwarze Amurkarpfen als invasiv ein, während sich die hier erörterte Forschung zu Hörvermögen und Abschreckung ausdrücklich auf Silberkarpfen und Marmorkarpfen bezieht. Ergebnisse zu diesen beiden Arten lassen sich nicht ohne Weiteres auf alle vier übertragen.1232226
Unabhängige Akustikexperimente zeigen, wie Forschende den verhaltensbezogenen Teil des Problems angehen. In einer Studie von 2025 in Transactions of the American Fisheries Society setzten die Forschenden mit Sendern ausgestattete Silberkarpfen in Erdteiche mit Unterwasser-Überwachungsanlagen. Sie spielten den Fischen 30 Minuten lang drei verschiedene Töne vor: eine Chirp-Säge, ein Chirp-Rechtecksignal und den Motor eines 100-horsepower-Boots. Der verfügbare Abstract-Auszug beschreibt diesen Versuchsaufbau, belegt jedoch nicht, wie wirksam die einzelnen Töne die Fische abschreckten. Diese Experimente waren keine Ergebnisse von Fords Bildgebungsarbeit.25
Eine weitere Arbeit aus dem Jahr 2025 beschreibt in PLoS ONE breitbandige akustische Abschreckungsmittel als vielversprechend und als Gegenstand von Untersuchungen in Schleusenkammern am Mississippi. Solche nichtphysischen Barrieren sollen die Passage von Karpfen verringern und gleichzeitig Schiffe durchlassen. Das Abstract der Arbeit benennt jedoch auch die zentrale Einschränkung: Kein einzelnes Abschreckungsmittel ist vollständig wirksam, und Fische können sich an wiederholte Schallreize gewöhnen.26
Ein Review von Allen F. Mensinger aus dem Jahr 2026 berichtet von unterschiedlich erfolgreichem Einsatz akustischer Abschreckungsmittel und einer vergleichsweise schmalen Grundlage kontrollierter oder langfristiger Studien. In einigen Berichten wird der Schall zudem nicht ausreichend genau beschrieben – ein Problem, wenn der Schall selbst die zu untersuchende Intervention ist. Eine Reaktion bei einer einzigen Exposition reicht nicht aus, um einen dauerhaften Schutz eines Gewässers nachzuweisen.27
Schall hat dennoch praktische Vorteile. Er kann beträchtliche Entfernungen zurücklegen, ist relativ unabhängig von Licht und Wetter und muss die Schifffahrt nicht beeinträchtigen. Das Review beschreibt akustische Abschreckungsmittel außerdem als vergleichsweise kostengünstig in der Umsetzung. Das sind Gründe, weiter zu forschen, aber keine Garantie für Wirksamkeit und auch keine Preisangabe für etwas, das aus der Arbeit mit dem Scanner des Bell Museum hervorgehen könnte.27
Eine Ressource für das Museum – nicht nur Ausrüstung für Karpfen
Der Wert des Scanners geht über die Möglichkeit eines Fisch-Abschreckungsmittels hinaus. Ford hob einen Fledermausschädel als besonders eindrucksvoll in der dreidimensionalen Darstellung hervor und beschrieb Möglichkeiten, die Evolutionsanatomie erhaltener Tiere zu untersuchen. Die Ausrüstung kann studentische Forschung unterstützen; Karpfen sind eine von Dutzenden möglichen Anwendungen. Ihre Erwähnung von Tieren mit Stammesgeschichten, die Hunderte Millionen Jahre zurückreichen, bezieht sich auf deren Evolutionslinien, nicht auf das Alter der Museumsexemplare.1
Die Förderung deckt außerdem ein umfassenderes Projekt ab. Fords ursprünglicher Antrag für «Visualizing Minnesota’s Natural Resources with CT-Scanning» belief sich auf $1,062,000. Im genehmigten Arbeitsplan ist ein Projektbudget von $955,000 aufgeführt; er wurde am 5. Juni 2025 eingereicht und am 24. Juni genehmigt. Keine der beiden Zahlen gibt den alleinigen Kaufpreis des Scanners an. Das gesamte Projektbudget als Preis der Ausrüstung darzustellen, würde den Leserinnen und Lesern eine Genauigkeit suggerieren, die die Dokumente nicht hergeben.122
Auch die größte Zahl im Zusammenhang mit dem Scanner muss sorgfältig eingeordnet werden. Forschende beschreiben einen möglichen Umfang von bis zu drei Millionen Exemplaren, darunter Insekten, Vögel, Reptilien und Säugetiere. Auch im Bericht der Universität vom Oktober ist von etwa drei Millionen Exemplaren die Rede. Das ist weder die Zahl der bereits gescannten Exemplare noch eine nachgewiesene jährliche Verarbeitungskapazität oder ein bestätigter Fertigstellungstermin.111
Es gibt auch eine ungeklärte Frage zur Zählweise. Auf der Sammlungsseite des Bell Museum sind mehr als 1.2 Millionen wissenschaftliche Exemplare aufgeführt. In den verfügbaren Berichten werden diese Bestandszahlen nicht mit dem Scan-Umfang von rund drei Millionen Exemplaren in Einklang gebracht; auch wird nicht erklärt, ob unterschiedliche Definitionen oder Bestände zugrunde liegen. Die Zahlen sollten nicht gegeneinander ausgetauscht werden.1411
Bekannt
Unbekannt
- Es wurde nicht gezeigt, dass ein aus CT-Daten abgeleiteter Ton die anvisierten Karpfen zuverlässig vertreibt und zugleich einheimische Fische verschont. Für einen solchen Test wurde in den berichteten Arbeiten auch kein datierter Meilenstein angekündigt.
Als Nächstes
- Achten Sie auf Belege, die einen konkreten anatomischen Befund mit Hörmessungen, selektivem Meideverhalten und einer Reaktion verbinden, die wiederholte Exposition überdauert.
Der ökologische Gewinn besteht nicht einfach darin, Karpfen dazu zu bringen, sich von einem Geräusch zu entfernen. Es geht darum, invasive Fische abzuschrecken und gleichzeitig die Passage einheimischer Arten zu erhalten. Der Scanner bietet den Forschenden einen detaillierteren Ausgangspunkt für diese Untersuchung. Ob er dazu beiträgt, wird sich zeigen, wenn die Anatomie mit einem Verhalten verknüpft werden kann, das auch über die erste Begegnung hinaus wirkt.
Wie ausgestrahlt
- A new scanner lets researchers look inside invasive carp without cutting the specimens apart.
- University of Minnesota researchers want those images to help protect waterways from invasive fish while preserving movement for native species. They're investigating whether carp anatomy could point to sounds that drive invasive fish away. Can that research produce a deterrent that works selectively and keeps working?
- The Bell Museum in St. Paul now houses a Nikon VOXLS 20 C-225 micro-CT scanner. It creates three-dimensional views of internal anatomy while keeping preserved specimens intact, giving researchers another way to explore how animals evolved.
- Kassandra Ford is the museum's curator of fishes and mollusks and a University of Minnesota assistant professor in fisheries, wildlife and conservation biology. She singled out a bat skull as particularly striking in three dimensions. The equipment also opens opportunities for student research, with carp among dozens of possible applications.
- The specimen rotates while the scanner collects a succession of X-ray views. A computer then reconstructs those views into a three-dimensional object. Researchers can examine the interior while leaving the original specimen in one piece for further study.
- Ford wants to investigate how invasive carp skulls evolved and whether their anatomy offers a clue to differences in hearing. The practical goal is a sound carp can detect and avoid, while native fish continue through the same water. An anatomical difference gives researchers somewhere to start. They still have to connect it to hearing and behavior.
- Ford's ambition is to produce a sound that makes carp avoid an area. Her CT work hasn't yet demonstrated a sound that reliably repels carp while sparing native fish. That selective protection is the result researchers are pursuing.
- Invasive carp are spreading through the Mississippi River basin and pose ecological risks. Existing hearing and sound-deterrent research specifically includes silver and bighead carp. Minnesota also classifies grass and black carp as invasive. Findings about silver and bighead carp can't simply be extended to all four species, and Ford hasn't identified which carp species her scanning project targets.
- Silver carp have already faced 30-minute underwater sound tests in earthen ponds. Researchers tracked transmitter-equipped fish using underwater monitoring arrays. They played three sounds: chirp saw, chirp square, and a 100-horsepower boat motor. Those experiments were separate from Ford's imaging work.
- That experimental setup alone doesn't tell us how effectively the sounds deterred the fish. Other work on conditioning silver and bighead carp describes broad-frequency sound deterrents as promising and under assessment in Mississippi River navigation locks. Such barriers aim to reduce carp passage while allowing vessels through. But no single deterrent is completely effective, and fish may grow accustomed to repeated sound.
- Sound deterrents have had variable success. Researchers have relatively few controlled or long-term studies to judge, and some experiments haven't described their sounds precisely enough. A useful response must last through repeated exposure if it's going to help protect a waterway.
- Sound remains attractive because it can travel considerable distances and is relatively independent of light and weather. It can also work alongside navigation and may be relatively inexpensive to implement. Those advantages explain the interest. They don't provide a price or an effectiveness guarantee for anything that might emerge from this scanner project.
- The university announced the scanner's acquisition on August 3, 2026, and described it as installed by October 14. The November 4 explanation of Ford's carp research adds a practical ambition to that capability. Funding work began earlier: the CT project's work plan was submitted June 5, 2025, and approved June 24.
- Ford's original proposal requested $1,062,000. The approved project budget is $955,000. That funding covers the CT-scanning project, called Visualizing Minnesota's Natural Resources with CT-Scanning. The scanner's individual purchase price hasn't been identified within that total.
- The scanner's potential reach extends across insects, birds, reptiles and mammals. Ford also described studying animal groups whose evolutionary histories stretch back hundreds of millions of years. The images offer a way to investigate that long history across preserved animals, while leaving the museum's specimens available for future research.
- Researchers describe a prospective scope of up to three million specimens. The museum lists more than 1.2 million scientific specimens. Its biodiversity atlas holds over 2.2 million records. The museum hasn't explained how those counts fit together.
- A database record doesn't automatically represent another physical specimen, and the scanning figure describes future work. For carp, the scanner now supplies detailed anatomy to investigate. Researchers still need evidence that a sound discourages invasive fish, preserves native-fish passage, and keeps working after repeated exposure. They haven't announced a date for that test.
Quellen10
27 Quellen aus 10 Medien· Meistzitierte zuerst
CIDRAPumn.edu6
- Invasive carp get an earful from Mississippi River noise experiment | Minnesota Aquatic Invasive Species Research Center (MAISRC)
- Cacophony may curb carp | College | College of Science and Engineering
- Transformational CT scanner reveals more than anatomy | University of Minnesota
- Bell Museum acquires new sophisticated CT Scanner | Brief
- Collections at the Bell Museum - Bell Museum
- 2025 Bell Museum Report to the Community
CBS Minnesotacbsnews.comZuerst4
Minnesota Department of Natural Resourcesmn.us4
- Lock and Dam 5 Invasive Carp Deterrent Project | Minnesota DNR
- Feasibility Study: Using acoustic deterrents to prevent invasive bigheaded carp at Lock and Dam 5
- Comparative Analysis of the Bio-Acoustic Fish Fence (BAFF) and Underwater Acoustic Deterrent System (uADS) for Invasive Carp Deterrence at Lock and Dam #5
- Invasive Carp | Minnesota DNR
Jacob D. A. Faulkner et al., Transactions of the American Fisheries Society, 2025doi.org3
BibNewsbiblinkage.com1
- Zuerst berichtet
- Bell Museum installs CT scanner for 3 million specimens
MPR Newsmprnews.org1
- Zuerst berichtet
- Sound may deter invasive carp
Star Tribunestartribune.com1
Winona Daily Newswinonadailynews.com1
Übersetzung aktualisiert:
Kürzlich ausgestrahlt


Auf Englisch verfügbar
Key Biscayne helicopter crash: Boat-filming flight kills one, injures two



