Kultur · Eva Marie Saint
Eva Marie Saint mit 102 Jahren gestorben – sie hinterlässt mehr als zwei Hollywood-Klassiker
Ein Oscar-prämiertes Debüt machte sie berühmt. Live-Fernsehen, eine 65-jährige Ehe und ein Hörspielauftritt in ihren 90ern erzählen die ganze Geschichte.
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Eva Marie Saint, deren erster Film ihr einen Oscar einbrachte, deren Berufsleben jedoch weit über die vertrautesten Hollywood-Bilder von ihr hinausging, starb am Dienstag, dem 6. Oktober 2026, in ihrem Zuhause in Los Angeles. Sie wurde 102 Jahre alt. Ihre Kinder Darrell und Laurette Hayden überleben sie, ebenso wie Enkel und Urenkel – ein Familienleben, für das sie während ihrer mehr als sieben Jahrzehnte umspannenden Karriere stets Raum schuf. 1 22
Der Familienvertreter Jeff Sanderson sagte, Saint sei im Beisein ihrer Familie und ihrer Angehörigen eines natürlichen Todes gestorben. Nachrichtenorganisationen wie CNN und die BBC berichteten über diese Umstände; sie stützen sich auf seine Angaben und nicht auf eine veröffentlichte Sterbeurkunde. 16 19
Für viele Zuschauer wird Saint Edie Doyle an der Seite von Marlon Brando in On the Waterfront bleiben oder Eve Kendall an der Seite von Cary Grant in Alfred Hitchcocks North by Northwest. Diese Rollen allein reichen aus, um ihr einen Platz in der Filmgeschichte zu sichern. Sie reichen nicht aus, um ihr Leben zu beschreiben. Vor ihnen lagen Live-Fernsehen und Theater; lange danach folgten ein Emmy, Animation und 2021 ein Hörspielauftritt im Alter von 96 oder 97 Jahren. Ihre Karriere war nicht einfach ein langer Ruhestand nach zwei berühmten Rollen. 10 24 100
Ein Debüt, kein Anfang
Saint wurde am 4. Juli 1924 in Newark, New Jersey, als jüngere Tochter von John Merle Saint und Eva Marie Rice Saint geboren. Ihre Eltern waren Quäker. Ihre Mutter war Lehrerin gewesen; ihr Vater arbeitete für B.F. Goodrich, zunächst in biografischen Darstellungen als reisender Reifenverkäufer beschrieben und später, nach dem Umzug der Familie nach Delmar nahe Albany im Bundesstaat New York, als Manager. Saint machte dort 1942 ihren Abschluss an der Bethlehem Central High School. 55 58
Auch sie selbst wollte zunächst Lehrerin werden: Sie wollte wie ihre Mutter die dritte Klasse unterrichten. An der Bowling Green State University in Ohio änderte die Schauspielerei diesen Kurs. Sie schloss ihr Studium 1946 ab; heute trägt ein Theater auf dem Campus ihren Namen. Es ist ein passendes Denkmal für den Moment, in dem aus einer geplanten Laufbahn im Klassenzimmer eine auf der Bühne wurde. 59 108
In New York bildete sie sich weiter, unter anderem am Actors Studio. Ende der 1940er-Jahre arbeitete sie bereits im Live-Fernsehen, mit Auftritten unter anderem in Studio One und Philco Television Playhouse. 1953 trat sie am Broadway in The Trip to Bountiful auf. Als Regisseur Elia Kazan sie für On the Waterfront besetzte, gab er einer erfahrenen Darstellerin ihren ersten Spielfilm – nicht ihren ersten Auftritt vor einer Kamera. 24 108
Der Film kam 1954 in die Kinos. Saint spielte Edie Doyle an der Seite von Brando und gewann im folgenden Frühjahr den Oscar als beste Nebendarstellerin. Die Unterscheidung dieser Daten ist wichtig: 1954 war das Debüt, 1955 die Auszeichnung. Bei der 27. Oscarverleihung, die am 30. März 1955 im RKO Pantages Theatre stattfand, erhielt sie den Preis in der Kategorie „Actress in a Supporting Role“. Bei der Zeremonie wurden Filme geehrt, die 1954 erschienen waren. 10 121
Bei der Preisverleihung war sie schwanger. Darrell wurde am 1. April geboren, zwei Tage später – eine bemerkenswerte Überschneidung zwischen dem öffentlichen Meilenstein, der sie berühmt machte, und dem Privatleben, das ihre Arbeitsweise prägen sollte. 64 34
Fünf Jahre nach ihrem Filmdebüt spielte Saint Eve Kendall in Hitchcocks Thriller North by Northwest von 1959. Zu ihren späteren Filmen gehörten Exodus aus dem Jahr 1960, Grand Prix aus dem Jahr 1966 und The Stalking Moon, in dem sie Sarah Carver spielte. Letzterer kam im Dezember 1968 in die Kinos; die New Yorker Premiere folgte im Januar 1969. Ihre Filmografie reichte über die beiden Titel hinaus, die am ehesten mit ihrem Namen verbunden werden. 24 48
Ein Leben jenseits der Besetzungslisten
Saint lernte 1949 in den U-Bahn-Passagen unter dem Rockefeller Center den Regisseur und Produzenten Jeffrey Hayden kennen. Sie trug ein Modelbuch mit ihrem Namen bei sich. Die Geschichte ist in einer Kolumne der Los Angeles Times aus dem Jahr 2018 überliefert, die auf ihren Erzählungen und ihrem Terminkalender beruht: eine alltägliche Begegnung in New York, am Beginn einer ungewöhnlich langen Partnerschaft. 116
Sie heirateten am 28. Oktober 1951. Hayden starb am 24. Dezember 2016 im Alter von 90 Jahren in Los Angeles an Krebs. Ihre Ehe dauerte 65 Jahre. Ihre Tochter Laurette wurde 1958 geboren, drei Jahre nach Darrell. 64 80
Während sie ihre Kinder großzog, beschränkte sich Saint im Allgemeinen auf etwa einen Film pro Jahr. Diese Entscheidung hilft, den Verlauf ihrer Karriere zu erklären: ausgewählte Auftritte statt einer ununterbrochenen Folge von Veröffentlichungen. Eine kleinere Filmografie bedeutet nicht zwangsläufig ein kleineres Leben, und in Saints Fall waren die Abstände zwischen den Filmen Teil einer bewussten Vereinbarung zwischen Arbeit und Familie. 1 58
Das Fernsehen blieb ein wichtiger Teil ihrer Arbeit. 1990 gewann sie einen Emmy für ihre Darstellung von Lil Altemus in NBCs People Like Us. Die Television Academy führt die gewonnene Kategorie als „Outstanding Supporting Actress In A Miniseries Or Special“. Zu ihren späteren Fernsehauftritten vor der Kamera gehörten My Ántonia, die Miniserie Titanic von 1996 und Frasier. 84 6
Ihre Stimme überdauerte den Spielfilm
Saint trat 2005 in Because of Winn-Dixie auf und spielte 2006 Martha Kent in Superman Returns. Eine weitere Generation lernte ihre Stimme als die ältere Katara in The Legend of Korra kennen; ihre Mitwirkung erstreckte sich von 2012 bis 2014. Die Zeitspanne zwischen Live-Fernsehen in den späten 1940er-Jahren und einer Animationsserie in den 2010er-Jahren ist mehr als ein Maß für Langlebigkeit: Sie zeigt eine Darstellerin, die über den Wandel der Formate hinweg weiterarbeitete. 24 76
Ihr letzter Film war nicht ihr letzter Auftritt.
Ihr letzter Kinofilm war Winter’s Tale, in dem sie die erwachsene Willa Penn spielte. Der US-Kinostart war am 14. Februar 2014, vor ihrem 90. Geburtstag im Juli desselben Jahres. Dieser Film allein belegt daher keine Arbeit in ihren 90ern, und die Ausstrahlungstermine von Sprechrollen verraten nicht unbedingt, wann sie aufgenommen wurden. 72 119
Der eindeutigere Beleg für ihre späte Karriere ist The Bus Ride, ein Hörspiel aus dem Jahr 2021 für The Pack Podcast. Im Nachruf der Associated Press heißt es, Saint habe die Tante von Marisa Tomei gespielt. Sie war in jenem Jahr 96 oder 97 Jahre alt; aus den verfügbaren Angaben geht der Monat der Aufnahme nicht hervor. Belegt ist jedoch, dass ihre berufliche Laufbahn weit über ihren letzten Spielfilm hinaus andauerte. 100
Ihre überlebenden Enkel sind Eli, Tyler, Molly und Stella; ihre namentlich genannten Urenkel sind Arlo und Finley. Nach dem Tod von Olivia de Havilland im Jahr 2020 wurde Saint als älteste lebende Oscar-Preisträgerin bezeichnet. Doch wie Auszeichnungen erzählt auch das Alter nur einen Teil der Geschichte. Sie hinterlässt Darbietungen, die weiterhin Meilensteine sind, und eine Karriere, deren weniger bekannte Kapitel neben ihnen sichtbar bleiben sollten. 22 24
Quellen und Belege
Wie ausgestrahlt 23 Zeilen
- Eva Marie Saint has died at 102. Her career spanned more than seven decades, brought an Oscar with her first feature film, and continued into her nineties. How late did she keep performing, and what can the dates actually establish?
- Saint died on Tuesday, October 6, 2026, at her home in Los Angeles. She died of natural causes, surrounded by family and loved ones. Those circumstances have not been independently established through a published death certificate.
- Her death ends a life that connected live television, classic Hollywood cinema and a podcast performance. After Olivia de Havilland died in 2020, Saint was described as the oldest living Oscar winner.
- Saint played Edie Doyle opposite Marlon Brando in On the Waterfront, directed by Elia Kazan. It was her first film, released in 1954—not 1955. The later year belongs to her Oscar victory.
- On March 30, 1955, at the 27th Academy Awards in the RKO Pantages Theatre, she won Actress in a Supporting Role. The ceremony honored films released in 1954. Saint accepted while pregnant; her son Darrell was born on April 1, two days later.
- The 1954 debut and the 1955 Oscar were followed by another landmark in 1959. Five years after her first film, Saint played Eve Kendall opposite Cary Grant in Alfred Hitchcock’s North by Northwest.
- North by Northwest became one of Saint’s defining performances, but her film career extended well beyond that thriller. She appeared in Exodus in 1960, Grand Prix in 1966 and The Stalking Moon as Sarah Carver.
- The Stalking Moon was initially released in 1968, although it is sometimes dated 1969. Its Los Angeles premiere was December 12, 1968, and its initial release followed on December 25. The New York opening came on January 22, 1969. Those are different openings, not competing dates for the same release.
- Saint graduated from Bowling Green State University in Ohio in 1946. She had intended to become a third-grade teacher like her mother. Acting at university changed that plan, and a campus theater now bears her name.
- She was born on July 4, 1924, in Newark, New Jersey. Neighboring East Orange appears in some accounts, but Newark is the better-supported birthplace. She was the younger daughter of John Merle Saint and Eva Marie Rice Saint. Her parents were Quakers, and her mother had been a teacher.
- Her father worked for B.F. Goodrich as a traveling tire salesman and later a manager after the family moved to Delmar, near Albany. Calling him simply an executive is less precise. Saint graduated from Bethlehem Central High School there in 1942.
- She later trained in New York, including at the Actors Studio. By the late 1940s, she was working in live television, including Studio One and Philco Television Playhouse. She appeared on Broadway in The Trip to Bountiful in 1953. On the Waterfront was her first film—not her first screen work.
- Saint won an Emmy in 1990 for playing Lil Altemus in NBC’s People Like Us. The award was Outstanding Supporting Actress in a Miniseries or Special—the historical category, rather than the later limited-series and television-movie terminology.
- Her later on-camera television work included My Ántonia, the 1996 Titanic miniseries and Frasier. She appeared in Because of Winn-Dixie in 2005 and played Martha Kent in Superman Returns in 2006. She also voiced the elderly Katara in The Legend of Korra, with credits covering 2012 through 2014.
- Winter’s Tale, her final theatrical feature, opened on February 14, 2014, before her ninetieth birthday. But in 2021, she played Marisa Tomei’s aunt in The Bus Ride, an audio play for The Pack Podcast, at 96 or 97.
- That audio performance answers how far her working career reached: beyond her final feature and well into her nineties. The recording month is not established, so her exact age cannot be narrowed further. Winter’s Tale alone does not prove work after ninety, and television broadcast dates do not necessarily establish voice-recording dates.
- Saint met director and producer Jeffrey Hayden in 1949 in the subway corridors beneath Rockefeller Center. She was carrying a modeling book with her name on it. They married on October 28, 1951.
- Their marriage lasted 65 years, one month and 27 days. Saint generally limited herself to about one film a year while raising their children, choosing selected performances rather than a constant stream of releases.
- Hayden, born Raphael Levine, died of cancer in Los Angeles on December 24, 2016, aged 90. Their son Darrell Hayden was born April 1, 1955, and their daughter Laurette Hayden on July 19, 1958. Both survive Saint.
- Her surviving grandchildren are Eli, Tyler, Molly and Stella, and her named great-grandchildren are Arlo and Finley. A family headline gave four great-grandchildren, while its body gave two; the clearer accounting identifies those two by name.
- Eli Beller is Laurette’s child with Miles Beller. Tyler, Molly and Stella are Darrell’s children. The family spans four generations.
- The October 7 memorial paired a tribute to Saint’s seven-decade career with footage of Frank Sinatra presenting her Oscar. That was the earlier award presentation—not a new award ceremony or the family’s formal death announcement.
- The union tribute’s wording does not change her established October 6 death date. Saint had been a member since 1947 and was an advocate for organized labor, alongside a performing career that continued into 2021.
Quellen
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