Kultur · Bücher und Meinungsfreiheit
Faber stellt Auslieferung von Sally Rooneys Büchern im Vereinigten Königreich wegen Terrorismusrechtsrisikos ein
Von *Normal People* wurden im Vereinigten Königreich mehr als eine Million Exemplare verkauft. Faber plant nun, die Auslieferung von Rooneys Werken in keinem Format mehr fortzusetzen – wegen des Risikos, ihr Einnahmen auszuzahlen, nicht wegen einer nachgewiesenen gerichtlichen Anordnung gegen ihre Romane.
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Aus dem englischen Original übersetzt.
ThemenverlaufTag 1
1 Bericht29 Medien53 Quellen
Allein im Vereinigten Königreich wurden mehr als eine Million Exemplare von Normal People verkauft. Das ist ein Roman von Sally Rooney in einem Markt – nicht ihre kumulierte Leserschaft. Nun hat Faber beschlossen, ihre Werke in diesem Markt in keinem Format mehr auszuliefern, weil das Unternehmen nach eigenen Angaben ein Risiko nach den Terrorismusgesetzen darin sieht, seine Autorin zu bezahlen. 1 22
Die am 14. Oktober 2026 bekannt gegebene und mit Rooneys Einverständnis getroffene Entscheidung macht aus einer Drohung, die sie im vergangenen Jahr ausgesprochen hatte, eine konkrete Einschränkung des Verlagsvertriebs. Faber erklärt, ihre Werke in anderen Gebieten weiterhin zu verkaufen. Die Einschränkung betrifft die Auslieferung im Vereinigten Königreich, nicht Rooneys Schreiben überall. 1
Das unmittelbare Problem ist das Geld, nicht ein festgestelltes Verbot der Inhalte der Romane. Rooney sagte öffentlich zu, Palestine Action über ihre Einnahmen und ihre öffentliche Plattform zu unterstützen, nachdem die Organisation im Juli 2025 im Vereinigten Königreich als terroristische Organisation verboten worden war. Faber erklärt, die geltende Gesetzgebung lasse es nicht zu, ihr ihre Einnahmen aus dem Vereinigten Königreich auszuzahlen, ohne einen Verstoß gegen das Terrorismusrecht zu riskieren. 1 11
Diese Unterscheidung ist wesentlich. Die Berichterstattung belegt eine Entscheidung des Verlags über sein rechtliches Risiko; sie belegt weder eine gerichtliche oder staatliche Anordnung, Rooneys Bücher zu verbieten, noch eine Verurteilung Rooneys wegen eines Finanzierungsdelikts oder eine gerichtliche Feststellung, dass ihre Romane rechtswidrig seien. Ebenso wenig belegt sie, dass jede Tantiemenzahlung an sie zwangsläufig eine Straftat darstellt. 1 4 29
Was Leser tatsächlich verlieren werden
Fabers Entscheidung betrifft Rooneys Werke in jedem Format, nicht nur einen einzelnen Roman oder eine Ausgabe. In den Berichten werden Normal People und Conversations with Friends genannt, aber es liegt keine vollständige Liste der einzelnen Titel vor. Die Zahl von einer Million Exemplaren bezieht sich allein auf Normal People. 1 6 22
Die Einstellung der Auslieferung ist nicht dasselbe wie das sofortige Verschwinden jedes Exemplars. Die praktischen Folgen der Ankündigung sind teilweise noch ungeklärt: Es gibt weder einen festgelegten Zeitplan für die Umsetzung noch eine Erklärung dazu, was Buchhändler mit vorhandenen Beständen tun sollen, noch Angaben zu gesonderten Regelungen für bestimmte Formate. Leser wissen noch nicht, wie schnell sich die Verfügbarkeit ändern wird.
Auch gibt es weder eine verifizierte Summe für die betroffenen Tantiemen noch einen Prozentsatz von Rooneys Einkommen, der auf dem Spiel steht, noch eine bezifferte Einbuße für Faber und die Buchhändler. Die beträchtliche Leserschaft macht die Entscheidung folgenreich, ohne dass eine erfundene finanzielle Belastungssumme nötig wäre.
Die Zusage hinter dem Zahlungsrisiko
Rooneys Haltung war im August 2025 eindeutig. Sie beabsichtigte, die Einnahmen aus ihren Werken und ihre öffentliche Plattform weiterhin zur Unterstützung von Palestine Action zu nutzen, obwohl die Organisation verboten worden war. 11
Ich möchte klarstellen, dass ich Palestine Action und direkte Aktionen gegen Völkermord weiterhin unterstützen will.
Auch The Times und The Independent berichteten, dass die Zusage Einnahmen aus BBC-Adaptionen umfasste, die sie jeweils als Honorare beziehungsweise Tantiemen bezeichneten. Es ist weder ein Betrag noch ein Prozentsatz oder eine abgeschlossene Überweisung belegt. Diese Berichte nennen nicht sowohl Normal People als auch Conversations with Friends als die konkreten Adaptionen, aus denen die zugesagten Einnahmen stammen sollten. Eine angekündigte Absicht ist kein Beleg für eine spätere Zahlung. 46 47
Die rechtlichen Bedenken gehen daher über die Äußerung einer politischen Meinung durch eine Autorin hinaus. Es geht darum, jemandem Geld zu zahlen, der erklärt hat, eine verbotene Organisation unterstützen zu wollen. Section 15 des Terrorism Act 2000 zählt die Bereitstellung von Geld oder anderem Vermögen zu den Tatbestandsmerkmalen eines Finanzierungsdelikts; zusätzlich ist Wissen oder Verdacht erforderlich. Der vollständige gesetzliche Tatbestand und seine Anwendung auf Rooneys Tantiemen sind hier nicht geklärt. 29
Section 14 definiert terroristisches Vermögen als Geld oder anderes Vermögen, das wahrscheinlich für terroristische Zwecke verwendet wird, einschließlich der Ressourcen einer verbotenen Organisation. Diese Definition allein belegt jedoch nicht, dass eine Zahlung an Rooney sämtliche Tatbestandsmerkmale eines Finanzierungsdelikts erfüllt. Ob eine konkrete Zahlung gegen das Gesetz verstoßen würde oder eine Schutzvorkehrung eine Zahlung ermöglichen könnte, ist weiterhin ungeklärt. Fabers Risikoeinschätzung darf nicht mit einer gerichtlichen Feststellung der Haftung verwechselt werden. 32 29
Die Unsicherheit hatte Rooneys Pläne bereits verändert. Im September 2025 berichtete The Guardian, sie könne nicht reisen, um einen Literaturpreis entgegenzunehmen, weil sie befürchtete, bei einer Einreise ins Vereinigte Königreich verhaftet werden zu können. Das war eine Folge für ihre Reiseplanung aufgrund ihrer geäußerten Sorge, keine Festnahme. 25
Am 27. November 2025 berichtete die BBC, Rooney habe vor dem High Court gewarnt, es sei „so gut wie sicher“, dass sie keine neuen Romane im Vereinigten Königreich veröffentlichen könne und möglicherweise bereits erschienene Bücher zurückziehen müsse. Damals war ein Rückzug eine Möglichkeit. Die Ankündigung vom Oktober 2026 ist die spätere Entscheidung, die Auslieferung einzustellen. 4 1
Die Einstufung steht vor einer weiteren rechtlichen Prüfung
Der breitere Kontext der Strafverfolgung ist gravierend, sagt für sich genommen aber nichts über Rooneys rechtlichen Status aus. The Guardian berichtete am 14. Oktober, dass seit dem Verbot vermutlich mehr als 3,700 Personen wegen des mutmaßlichen Unterstützens von Palestine Action festgenommen worden seien; etwa 2,500 seien angeklagt worden. Laut dem Bericht war bis dahin keiner der Angeklagten vor Gericht gestellt worden. Dabei handelt es sich um eine geschätzte Zahl von Festnahmen und eine ungefähre Zahl von Anklagen – nicht um Verurteilungen und nicht um Zahlen, die addiert werden sollten. 1
Die Anfechtung des Verbots von Palestine Action
- 13. Februar 20261819
Der High Court fällte ein Urteil, das später im Berufungsverfahren aufgehoben wurde.
- 15. Juni 20261914
Der Court of Appeal entschied, dass das Verbot rechtmäßig war, und hob die Entscheidung des High Court auf.
- 30. Juli 202617
Über die Zulassung einer Anfechtung vor dem Supreme Court wurde berichtet; die Zulassung hob das Verbot nicht auf.
Der Fall vor dem Supreme Court, R (on the application of Ammori) v Secretary of State for the Home Department, ist für eine Anhörung im November angesetzt. In der offiziellen Mitteilung ist für den 5. November eine Nachmittagssitzung aufgeführt, die nicht öffentlich zugänglich sein und nicht live übertragen werden wird. Der vollständige Anhörungskalender ist nicht bekannt; ebenso wenig ein Urteilsdatum. 12
Die jüngste inhaltliche Entscheidung des Berufungsgerichts bestätigt das Verbot. Die verfügbaren Informationen sprechen dafür, dass es weiterhin gilt, klären aber nicht unabhängig davon jede Folgeverfügung oder einen möglichen späteren Aufschub. Ein Ergebnis vor dem Supreme Court ist nicht bekannt. 19 14 12
Selbst ein künftiges Urteil, das die Einstufung ändert, könnte den Lesern für sich genommen nicht garantieren, dass Faber die Auslieferung im Vereinigten Königreich wieder aufnimmt. Sowohl die rechtlichen Folgen des Urteils als auch die Reaktion des Verlags wären von Bedeutung. Vorerst ist das konkrete Ergebnis enger gefasst, aber dennoch deutlich: Rooneys Verlag will ihre Werke anderswo weiter verkaufen und die Auslieferung im Vereinigten Königreich einstellen, weil er die Auszahlung ihrer Einnahmen für rechtlich zu riskant hält. 1
Quellen zu diesem Bericht
Ankündigung im Oktober: Bericht von The Guardian; Bericht von The Irish Times; Erklärungsseite von Faber. 1 22 23
Rooneys Position im August: ihr Artikel in The Irish Times; The Guardian zu ihrer Zusage, die Organisation zu finanzieren; BBC News zu ihrer fortgesetzten Unterstützung; The Times, The Independent und The Telegraph zu Einnahmen aus BBC-Adaptionen. 9 8 11 46 47 49
Die frühere Warnung zum Verlagswesen: BBC News; Reuters; RTÉ; Sky News; The Canary; The Independent; Shropshire Star. Der Bericht über die Reise im September: The Guardian. 4 5 7 10 26 27 48 25
Unterlagen des Supreme Court: Fallseite UKSC/2026/0099 und Seite zu den Sitzungen der laufenden Amtsperiode. 12 13
Unterlagen der Justiz: Urteil und Pressezusammenfassung vom Februar; Pressezusammenfassung vom Juni; Urteilsseite zu Home Secretary v Huda Ammori; öffentliches Urteil und genehmigtes Urteil vom Juni; Seite zur öffentlichen Berufungsverhandlung; Urteil zu den Berichterstattungsbeschränkungen; Urteilsseite zu Huda Ammori; ergänzender Schriftsatz der Berufungsklägerin. 18 20 14 38 39 41 40 42 43 44
Berichte und Kommentare zum Berufungsverfahren: BBC News zur Entscheidung des Court of Appeal; Express and Star und Algemeiner zur Zulassung einer Anrufung des Supreme Court; The British Eye; Blackstone Chambers; truthaholics. 19 17 15 16 45 21
Legislation.gov.uk, Terrorism Act 2000: Section 15; Auszug zu historischen Straftatbeständen; Fassung vom Juni 2026; erlassenes Gesetz; Auszug aus dem historischen Part III; erlassene Section 15; Fassung vom November 2000; Hauptteil vom April 2021; erlassene PDF-Fassung; erlassene Section 1. 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37
Wie ausgestrahlt 16 Zeilen
- Faber has decided to stop supplying Sally Rooney’s books across the UK in every format. Normal People alone has sold more than a million copies there. Faber says paying Rooney her earnings risks breaching terrorism law. What would have to change for the publisher to pay her and resume UK supply?
- Faber made the decision with Rooney’s agreement and announced it on October 14. It says it will continue selling her work in other territories. The publisher has drawn the boundary around its UK supply.
- The decision reaches readers and booksellers through the publisher’s supply chain. Faber hasn’t explained what happens to copies shops already hold, or when the changes take effect. Readers can’t yet tell how quickly the decision will affect availability.
- Normal People has sold more than one million copies in the UK alone. Conversations with Friends is another of Rooney’s novels affected by the supply decision. Faber’s announcement covers her work across formats, extending beyond one title or edition.
- The money connects this publishing decision to Palestine Action. The group was proscribed as a terrorist organisation in the UK in July 2025. Rooney then publicly pledged to keep supporting it through her earnings and her public platform.
- Rooney made that pledge in August 2025. She said, “I want to be clear that I intend to go on supporting Palestine Action and direct action against genocide.” Her declared use of earnings is central to Faber’s concern about paying her.
- Her funding pledge included income from television adaptations, described as royalties or fees. She also said she would support Palestine Action “in whatever way I can”. Those intentions leave Faber facing a question about where money paid to its author could go.
- The Terrorism Act defines terrorist property to include resources of a proscribed organisation. Its funding provisions also cover providing money, alongside a knowledge-or-suspicion requirement. How that requirement applies to Rooney’s royalty payments remains unresolved.
- Faber is making a judgment about its own legal exposure. It says current legislation prevents it from passing her UK earnings to her without risk. The practical result is that a publisher’s concern about paying an author now determines whether it supplies her books.
- Rooney had already changed her plans because of possible arrest. In September 2025, she couldn’t travel to collect a literary prize. She said entering the UK could expose her to arrest because of her support for Palestine Action.
- By November 27, 2025, she had warned the High Court about publication itself. She said it was “almost certain” she couldn’t publish new novels in the UK, and existing books might have to be withdrawn. The October announcement turns that warning into Faber’s decision to halt supply.
- More than 3,700 people are believed to have been arrested over alleged support for Palestine Action since its proscription. About 2,500 have been charged. As of October 14, none of those charged had yet been tried.
- The charges concern alleged support for the group. The arrest and charge figures describe different stages of enforcement, so they overlap and cannot be added together. A charge still has to be tested at trial.
- The Court of Appeal ruled the proscription lawful on June 15, overturning the High Court’s February 13 judgment. On July 30, permission to pursue a Supreme Court challenge was reported. The next court will consider the appeal against that designation.
- The Supreme Court appeal is listed for November. Its listing includes an afternoon session on November 5 that will be closed to the public and won’t be livestreamed. The case challenges the government’s proscription of Palestine Action.
- A future ruling could change the designation behind Faber’s concern, but nobody can yet promise that it will restore UK supply. That would depend on the judgment’s legal effects and Faber’s response. For now, the latest substantive appellate decision upholds the proscription.
Quellen
53 Quellen28 Medien1 Agenturtext
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Übersetzung aktualisiert:
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