Unternehmen · Abrechnung des Bahnvertrags
KPMG berechnete 425 $ für Bahnarbeiten, die 35-$-Rollen zugewiesen waren, so der Bericht
CBS California stellte eine Lücke von rund 2 Millionen $ zwischen dem erfolgreichen Angebot von KPMG und vier Monaten Abrechnungen für den Bahnvertrag fest. Eine angekündigte unabhängige Prüfung ist noch nicht als begonnen bestätigt worden.
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1 Bericht23 Medien44 Quellen
KPMG berechnete für Tausende Stunden Arbeit an der kalifornischen Hochgeschwindigkeitsbahn 425 $ pro Stunde, obwohl diese Aufgaben in dem erfolgreichen Angebot mit 35 $ angesetzt waren. Das geht aus einer Auswertung von Arbeitsaufträgen und Rechnungen durch CBS California hervor. Die Differenz zwischen den beiden Sätzen beträgt 390 $ pro Stunde. 1
Über einen Zeitraum von vier Monaten stellte die Firma CBS zufolge schätzungsweise rund 2 Millionen $ mehr in Rechnung, als ihr erfolgreiches Kostenangebot auswies. Die am 23. Oktober 2026 veröffentlichten Erkenntnisse veranlassten Steve Kawa, den Vorsitzenden des Board der California High-Speed Rail Authority, eine unabhängige Prüfung zu versprechen – eine Bestätigung, dass diese tatsächlich begonnen hat, liegt jedoch bislang nicht vor. Bei der gemeldeten Differenz handelt es sich weder um einen Prüfungsbefund noch um einen nachgewiesenen Verlust für Steuerzahler oder eine Feststellung, dass KPMG seinen Vertrag verletzt hat. 2
Die Frage geht über die Kosten von Beratern hinaus: Haben die Preise, mit denen KPMG öffentliche Aufträge gewann, die späteren Rechnungen tatsächlich begrenzt?
Die wichtigsten Fakten
Nach der Veröffentlichung erklärte Kawa gegenüber CBS, er werde das Office of Inspector General formell bitten, den Vertrag, die Abrechnungspraktiken und die Aufsichtsverfahren der Behörde zu prüfen. Das Amt wird von Ben Belnap geleitet. In den verfügbaren Belegen ist weder ein formeller Antrag noch dessen Annahme, ein Eröffnungsdatum oder ein Zeitplan für diese konkrete Prüfung belegt. Das Versprechen, eine Prüfung anzustreben, ist ein Schritt zur Rechenschaftslegung, nicht die Prüfung selbst. 2 19
Die Preise standen Kopf
Bei der Vereinbarung handelt es sich um einen vierjährigen Finanzberatungsvertrag im Wert von 24 Millionen $. KPMG bot in seinem erfolgreichen Vorschlag einen durchschnittlichen Stundensatz von rund 200 $ an; der durchschnittlich abgerechnete Satz war mehr als doppelt so hoch, berichtete CBS. Fast die Hälfte des Vertragswerts war bereits im ersten Jahr ausgegeben. Dieses Tempo lässt weniger Spielraum für die verbleibende Arbeit, belegt aber weder eine Überschreitung der Vertragssumme noch unzulässige Ausgaben. 2
Der Vorschlag kehrte das übliche Verhältnis zwischen Dienstalter und Preis um. Managing Directors, Manager und Senior Associates – Klassifizierungen, die unter der früheren Vereinbarung Hunderte von Dollar pro Stunde gekostet hatten – wurden mit 35 $ angesetzt. Bei der Associate-Klassifizierung mit der geringsten Berufserfahrung ging es in die andere Richtung: von 45 $ im Rahmen der früheren Vereinbarung auf 425 $ im neuen Angebot. Der frühere Satz von 45 $ ist ein historischer Vergleich, kein aktueller Satz. 3
Ein ungewöhnlich gestalteter Preisplan beweist für sich genommen kein Fehlverhalten. Er macht die Wahl der Klassifizierung jedoch besonders folgenreich. Hier bedeutete die Abrechnung einer Stunde als Associate statt als Manager, mehr als das Zwölffache des vorgeschlagenen Manager-Satzes zu berechnen.
Bei sieben von CBS geprüften Arbeitsaufträgen wies die Behörde Managern und Senior Associates mehr als 9.000 Stunden zu. Tausende Stunden, die diesen Rollen zugeordnet waren, tauchten auf Rechnungen zum Associate-Satz von 425 $ auf. CBS fand in den geprüften Rechnungen keine einzige Arbeitsstunde, die mit 35 $ abgerechnet wurde. 1 3
Diese Zahlen müssen getrennt betrachtet werden. Bei den mehr als 9.000 Stunden handelte es sich um Arbeitsaufträge, nicht um eine verifizierte Zahl von Stunden, die alle mit 425 $ in Rechnung gestellt wurden. Würde man die gesamte Zahl der zugewiesenen Stunden mit der Differenz von 390 $ multiplizieren, würde das die Beweislage falsch darstellen, statt die Schätzung von rund 2 Millionen $ wiederzugeben. 1
Die Schätzung vergleicht die Rechnungsbeträge mit dem erfolgreichen Angebot. Die vollständige Berechnung für jede einzelne Rechnung, die genauen Leistungsmonate und die zugrunde liegenden Unterlagen wurden hier nicht unabhängig nachvollzogen. Ebenso wenig belegt ein Abgleich mit einem Zahlungsbuch, ob jede strittige Forderung bezahlt, angepasst, teilweise bezahlt oder noch offen ist. Deshalb ist die Formulierung „über den Angebotspreisen abgerechnet“ gerechtfertigt, „Steuerzahler verloren 2 Millionen $“ hingegen nicht. 2
Die Warnung kam vor den Rechnungen
Dieses Risiko kam nicht völlig unerwartet. CohnReznick Advisory, der konkurrierende Bieter, erzielte bei den technischen Qualifikationen eine höhere Bewertung, verlor CBS zufolge aber wegen der Preisgestaltung mit zwei Punkten Abstand. In seinem Einspruch behauptete das Unternehmen, KPMG habe für leitende Positionen künstlich niedrige Preise angeboten, obwohl es nie vorgehabt habe, diese zu besetzen, und stattdessen geplant, Personal unter anderen, teureren Klassifizierungen abzurechnen. Das war der Vorwurf eines unterlegenen Wettbewerbers, keine belegte Feststellung einer Manipulation des Vergabeverfahrens. 3
Im Einspruch wurde auch Thierry Prate hervorgehoben, der Managing Director von KPMG, der den Vertrag unterzeichnete. Für ihn war ein Satz von 460 $ pro Stunde als Partner vorgesehen, nicht die Klassifizierung als Managing Director zu 35 $. Ein Unternehmenstitel und eine Klassifizierung in einem Staatsvertrag sind nicht unbedingt austauschbar; allein die Differenz belegt nicht, dass seine Einstufung unzulässig war. 2
Die Prüfer der Behörde hatten Bedenken zum Budget geäußert und vermerkt, dass KPMG keinem der drei 35-$-Kategorien Beschäftigte zugeordnet hatte. Dennoch vergab die Behörde den Auftrag. Zur Verteidigung der Vergabe erklärte sie, die vorgeschlagene Personalbesetzung und die Klassifizierungen erfüllten die Ausschreibungsanforderungen und es gebe keine Hinweise darauf, dass KPMG seine Preise nicht einhalten würde. 1 2
Das kalifornische Department of General Services wies den Einspruch zurück. Der zuständige Anhörungsbeauftragte bezeichnete die Behauptung, KPMG habe vorgehabt, mehr als geboten zu berechnen oder jemanden zu einem höheren Klassifizierungssatz einzusetzen, als „bloße Spekulation“. Diese Vergabeentscheidung bezog sich auf die Beweise, die dem Prüfer damals vorlagen; sie entlastete KPMG nicht von den Rechnungen, die nun untersucht werden. 2
Es liegt in der Verantwortung der Vertragsmanager der Behörde, zu überprüfen, ob die von ihrem Auftragnehmer ausgeführte Arbeit der zutreffenden Klassifizierung entspricht und nicht mehr als der Satz dieser Klassifizierung bezahlt wird.
Diese Unterscheidung ist wichtig. Das DGS erklärte gegenüber CBS, seine Aufgabe betreffe die Einhaltung der Verfahren und Anforderungen des Vergaberechts, nicht die Überwachung dessen, was Behörden nach Vertragsunterzeichnung bezahlen. Die Prüfung der Arbeit, ihrer zutreffenden Klassifizierung und des zulässigen Satzes blieb Aufgabe der Bahnbehörde. Eine bestandene Vergabeprüfung entband sie nicht davon, den Vertrag zu verwalten. 2
Die unterzeichneten Vertragsbedingungen müssen noch erläutert werden
Eine zweite Abweichung macht den unterzeichneten Vertrag für jede Schlussfolgerung zu einer unzulässigen Abrechnung unerlässlich. CBS berichtete, dass im erfolgreichen Angebot, das der Staat geprüft hatte, für Manager in den Jahren drei und vier ein Satz von 36,05 $ pro Stunde angegeben war, während im unterzeichneten Vertrag 453,20 $ standen. Diese späteren Jahresbeträge sind von dem zentralen Vergleich 35 $ gegenüber 425 $ zu unterscheiden. 2
CBS zufolge hätte die Verwendung des höheren Manager-Satzes für die späteren Jahre im Angebot das Ergebnis des Vergabeverfahrens umgekehrt. Die vollständige Bewertungstabelle, die unterzeichneten Tarifpläne, etwaige Änderungen und der Grund für die Abweichung wurden jedoch nicht unabhängig miteinander abgeglichen. Die Abweichung ist schwerwiegend; für sich genommen beweist sie aber keine unzulässige Vertragsänderung. 2
Diese Erklärung rückt die Klassifizierungsdefinitionen des Staates in den Mittelpunkt, gleicht die Arbeitsaufträge aber nicht mit den Rechnungen ab. Die Offenlegung eines Personalplans ist relevant dafür, was die Verantwortlichen wussten; sie erklärt für sich genommen jedoch nicht, weshalb Arbeiten, die einer Klassifizierung zugeordnet waren, zum deutlich höheren Satz einer anderen abgerechnet wurden.
Der CEO der Behörde, Ian Choudri, und Prate beantworteten die per E-Mail gestellten Fragen von CBS nicht. Choudri lehnte es außerdem nach einer Sitzung des Board ab, Fragen persönlich zu beantworten, und die Behörde gab CBS vor der Veröffentlichung keine inhaltliche Erklärung zu den Abrechnungsabweichungen. Ihr Schweigen beweist kein Fehlverhalten. Es lässt die Genehmigungs- und Zahlungsentscheidungen der Behörde unerklärt. 2
Eine unabhängige Untersuchung müsste die Personaldefinitionen, verbindlichen Tariftabellen, Arbeitsaufträge, Rechnungen und tatsächlichen Zahlungen miteinander verknüpfen. So ließe sich zwischen einer offengelegten, zulässigen Vereinbarung, einer falschen Klassifizierung, einer unzulässigen Änderung der Vereinbarung oder einer rückforderbaren Überberechnung unterscheiden. Bis dahin bleibt der Betrag von rund 2 Millionen $ eine gemeldete Abrechnungsdifferenz – kein nachgewiesener Verlust. Die Behörde schuldet weiterhin eine Antwort auf die Frage, die sich aus den Rechnungen ergibt: Welchen praktischen Wert hatten die erfolgreichen Angebotspreise, sobald die Arbeit begann?
Wie ausgestrahlt 21 Zeilen
- KPMG billed $425 an hour for work assigned to positions it priced at $35.
- The reported difference totals roughly two million dollars over four months on a public rail consulting contract. The board chair now promises to seek an independent review. Did the prices that won the contract actually govern the work taxpayers were billed for?
- The California High-Speed Rail Authority awarded KPMG a four-year, $24 million financial-advisory contract. The Sacramento-based agency chose the firm through a competition in which its proposed prices helped determine who won.
- KPMG's winning proposal offered an average hourly rate of roughly $200. Its billed average was more than twice that. And nearly half the four-year contract's value had already been spent in the first year, leaving less available for the remaining work.
- The roughly two million dollar estimate covers four months of billing. It compares charges with the winning proposal. Whether those charges broke the signed agreement, or how much was actually paid, still needs to be determined.
- The pricing turned the usual seniority ladder upside down. Under the earlier agreement, senior classifications cost hundreds of dollars an hour. The new proposal priced Managing Directors, Managers and Senior Associates at $35. Meanwhile, the lowest-experience Associate classification rose from $45 under the earlier agreement to $425.
- KPMG says the authority knew its staffing plan before awarding the contract. The company says its December 2024 bid identified each person, their classification under the state's definitions, and their associated billing rate.
- That explanation puts the state's job definitions at the center of the dispute. A person's corporate title can differ from the classification used on a state contract. But the work assigned, the applicable classification and the price charged still have to fit together.
- For Managers and Senior Associates, the proposal listed $35 an hour. Thousands of hours assigned to those roles were billed at the $425 Associate rate. The difference is $390 an hour, more than twelve times the proposed price.
- Seven task orders assigned more than 9,000 hours to Managers and Senior Associates. Thousands of those assigned hours appeared on invoices at the higher rate. The invoices examined contained no staff hour billed at $35. The 9,000-hour assignment total therefore can't simply be multiplied by the price difference to calculate the billing gap.
- CohnReznick Advisory had warned about this risk before KPMG won. It scored higher on technical qualifications but lost by two points because of pricing. Its protest alleged KPMG offered artificially low prices for senior roles it never intended to staff, then planned to bill people under more expensive classifications.
- The protest also singled out KPMG Managing Director Thierry Prate, who signed the contract. It questioned his proposed Partner classification at $460 an hour. Prate and authority CEO Ian Choudri didn't answer emailed questions about the billing.
- Evaluators had already flagged budget concerns and noted that KPMG assigned nobody to the three $35 classifications. The authority nevertheless awarded the contract. Defending that decision, it said the staffing and classifications met the bidding requirements and argued there was no evidence KPMG would fail to honor its prices.
- California's Department of General Services denied the protest. Its hearing officer called the allegation that KPMG intended to charge more than it bid “mere speculation.” That decision addressed the procurement challenge before the invoices now under scrutiny.
- The hearing officer also placed invoice enforcement squarely on the authority's contract managers. They had to check that the work matched the appropriate classification and that payments stayed within that classification's rate.
- The Department of General Services says its role covers procedural compliance with procurement law. It doesn't oversee what agencies actually pay after signing. The rail authority retained that responsibility, including checking whether a different billing title justified a higher charge for the assigned work.
- A second reported discrepancy concerns Managers in years three and four. The reviewed bid listed $36.05 an hour. The signed contract listed $453.20, more than ten times higher. Using that higher price in the bid could have reversed the procurement outcome.
- Those later-year figures are separate from the $35 and $425 comparison. Their unexplained difference also shows why the signed terms matter when deciding whether particular bills were allowed. KPMG says it's investigating the proposal process and contract.
- The authority hasn't given a substantive explanation for the billing differences. Choudri also declined to answer questions in person after a board meeting. The newly disclosed figures became public on October 23, 2026. After publication, Board Chair Steve Kawa promised to seek outside scrutiny.
- Kawa says he'll formally ask the Office of Inspector General to examine the contract, billing practices and the authority's oversight. The office is led by Ben Belnap. It isn't clear yet whether it will take up this specific review.
- The proposed prices helped KPMG win, but whether they legally controlled each disputed bill still needs explaining. An independent review would have to connect the staffing definitions and signed rates with the task orders, invoices and payments. That would determine whether the higher charges were permitted and whether any money should be recovered.
Quellen
44 Quellen23 Medien2 Agenturtexte
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