Justiz · Urteil zu Shakahola
Mackenzie wegen 191 Todesfällen in Shakahola verurteilt, doch Familien warten weiter auf Antworten
Ein kenianisches Gericht machte Mackenzie und 28 Mitangeklagte für ein tödliches Fastenregime verantwortlich. Das Urteil betrifft 191 Todesfälle – nicht das gesamte Ausmaß der Tragödie von Shakahola – und die Strafzumessung ist für den 6. November angesetzt.
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ThemenverlaufTag 3
1 Bericht28 Medien38 Quellen
Für Familien, die Antworten auf den Tod von 190 Kindern und einem Erwachsenen in Shakahola suchen, stellt das Mordurteil die strafrechtliche Verantwortung fest. Es stellt jedoch nicht fest, dass jedes Opfer identifiziert wurde, und klärt auch nicht den Tod aller Menschen, deren Überreste im Wald und bei damit verbundenen Suchaktionen geborgen wurden. Genau darin liegt der Abstand zwischen diesem Urteil und der umfassenden Aufarbeitung, die Kenias Tragödie um den Hungerkult noch erfordert. 1 4
Am 19. Oktober 2026 verurteilte der High Court in Mombasa den Prediger Paul Nthenge Mackenzie und 28 Mitangeklagte wegen Mordes im Zusammenhang mit den 191 Todesfällen. Richterin Diana Kavedza Mochache stellte fest, dass die Angeklagten gemeinsam gehandelt hatten, um ein tödliches Fastenregime einzuführen und aufrechtzuerhalten. Die Todesfälle seien, so ihr Befund, auf rechtswidrige Handlungen und Unterlassungen der Verantwortlichen zurückzuführen. 4 9 10
Diese Unterscheidung ist wichtig. Es handelte sich nicht lediglich um die Feststellung, dass Anhänger nach der Annahme einer religiösen Lehre gestorben waren. Vielmehr wurde festgestellt, dass diejenigen verantwortlich waren, die das Regime aufrechterhielten, das sie das Leben kostete.
Die wichtigsten Fakten
Wofür das Gericht sie verantwortlich machte
Mackenzie gründete die Good News International Church in der Küstenstadt Malindi. 2023 entdeckte Leichen am Stützpunkt der Gruppe im Shakahola-Wald machten die Todesfälle sichtbar, die Gegenstand von Suchaktionen und Strafverfahren wurden. Der Mordprozess fand in Mombasa statt; er war nicht dasselbe wie die Bergungs- und Identifizierungsarbeiten im Wald. 2 4
Die Staatsanwaltschaft erklärte, Mackenzie und die Kirche hätten eine Sekte organisiert, die ihre Anhänger angewiesen habe, sich selbst und ihre Kinder auszuhungern, weil sie glaubten, so in den Himmel zu gelangen. Die Feststellung der Richterin ging über die Beschreibung dieses Glaubens hinaus: Das Fasten sei als Weg in den Himmel gefördert und durchgesetzt worden, beginnend bei den Kindern. Al Jazeera berichtete, das Gericht habe Mackenzies Einwand zurückgewiesen, er habe die Opfer nicht zum Hungern gezwungen. 1 2 7
Diese Zurückweisung ist für das Urteil zentral. Mackenzies Bestreiten sollte ihn von den Todesfällen unter den Anhängern abgrenzen. Das Gericht machte stattdessen ihn und die anderen Angeklagten dafür verantwortlich, das tödliche Regime gemeinsam aufrechterhalten zu haben. Religiöse Sprache hob die strafrechtliche Verantwortung, die die Richterin in ihrem Verhalten festgestellt hatte, nicht auf.
Die Angeklagten hatten 2024 auf nicht schuldig plädiert, was die 191 Mordanklagen betrifft. Mackenzies Anwälte argumentierten, die Staatsanwaltschaft stütze sich weitgehend auf Indizien, Hörensagen und nicht schlüssige forensische Befunde. Das waren Einwände der Verteidigung, nicht die Schlussfolgerungen des Gerichts zur Beweiskraft des Falls. Trotz dieser Einwände verurteilte die Richterin die Angeklagten. 4
ABC News Australia berichtete, die Staatsanwaltschaft habe Beweise von 123 Zeugen vorgelegt. Die Deutsche Welle beschrieb eine mehr als achtstündige Verhandlung vor dem Urteil – eine Angabe zur Dauer der Verhandlung, die mit dem Urteil endete, nicht zur Dauer des gesamten Prozesses. Das vollständige Urteil und die Opferliste lagen nicht vor; daher ließ sich nicht feststellen, wie jeder Beweiseinwand behandelt oder die individuelle Rolle jedes Angeklagten bewertet wurde. 2 6
Die Zahlen, die dieses Urteil bestimmen
Die am stärksten bestätigte Zahl lautet: 29 verurteilte Personen, Mackenzie und 28 Mitangeklagte. CBS News berichtete diese Zahl am 19. Oktober ebenso wie die Deutsche Welle, deren Bericht zufolge die Richterin zu dem Schluss kam, dass die Anklage ihren Fall gegen alle 29 Angeklagten bewiesen hatte. Auch Berichte der kenianischen Medien KBC und Citizen Digital stützen die Zahl Mackenzie plus 28. 4 6 9 35
Es gibt eine abweichende Zahl. In einem Bericht vom 19. Oktober schrieb BBC News, dass neben Mackenzie 29 weitere Anführer verurteilt worden seien, was insgesamt 30 Personen bedeuten würde. Das weicht von der gleichentags veröffentlichten Meldung von CBS News über 28 Mitangeklagte ab. Die Diskrepanz ist ungeklärt; sie ist kein Grund, die besser belegte Gesamtzahl um eine weitere Person zu erhöhen. 8 4
Bei der Aufschlüsselung der Opfer stimmen die Angaben eher überein: 190 Kinder und ein Erwachsener, insgesamt 191. In der Schlagzeile des South China Morning Post vom 19. Oktober hieß es stattdessen, es seien 191 Kinder und ein Erwachsener gewesen, was 192 Opfer bedeuten würde; im Artikeltext nannte die Zeitung jedoch 190 Kinder und einen Erwachsenen. Auch ABC News Australia gab in seinem Bericht vom 20. Oktober die Gesamtzahl von 191 an. Eine Korrektur der Schlagzeile des Post ist nicht belegt, aber die dort implizierte höhere Zahl entspricht nicht dem belegten Umfang dieses Urteils. 5 2
Diese Zahlen sind nicht austauschbar. Die Zahl der Angeklagten gibt an, wer verurteilt wurde. Die 191 Fälle beziehen sich auf die Todesfälle, die Gegenstand dieser Strafverfolgung waren. Keine der beiden Zahlen beschreibt das gesamte Ausmaß der Katastrophe von Shakahola.
Ein Urteil ist keine abschließende Bilanz
Mehr als 400 Leichen wurden in Shakahola und bei damit verbundenen Suchaktionen geborgen. Überreste wurden in flachen und Massengräbern gefunden; weitere Funde erhöhten die Gesamtzahl in den Jahren nach der ersten Entdeckung. The Independent berichtet, dass die Ermittlungen zu Todesfällen, die über dieses Urteil hinausgehen, andauern. Die 191 Mordopfer sind daher Teil einer größeren Tragödie und nicht deren endgültige Opferzahl. 1 4 8
Ein Bericht der Daily Nation vom 19. November 2025 beschrieb, wie die Behörden versuchten, die Identität von 453 Opfern festzustellen. Das ist eine historische Zahl aus den umfassenderen Identifizierungsbemühungen, keine verifizierte endgültige Zahl der bis zum Tag des Urteils geborgenen Leichen. Aus den verfügbaren Berichten geht nicht hervor, nach welchen forensischen oder anklagerechtlichen Kriterien die 191 Todesfälle ausgewählt wurden, die hier strafrechtlich verfolgt wurden. 20
The Independent berichtete außerdem, dass nur 26 Leichen identifiziert worden seien. Datum, Bezugsgröße und Identifizierungsmethode hinter dieser Zahl sind jedoch unklar. Sie kann nicht verlässlich als Zahl der identifizierten Opfer unter diesen 191 behandelt oder dazu verwendet werden, zu berechnen, wie viele Opfer in diesem Fall unidentifiziert bleiben. Eine Verurteilung und eine Identifizierung beantworten unterschiedliche Fragen; Familien brauchen möglicherweise weiterhin beides. 1
Das Urteil legt auch keinen Ausgang in anderen Verfahren zu Shakahola fest. Die Deutsche Welle berichtete über separate Anklagen, die im Januar 2026 im Zusammenhang mit 52 Leichen erhoben wurden, die in einem nahegelegenen Dorf gefunden worden waren; ihr Ausgang ist hier jedoch nicht belegt. Ebenso ist keine Ankündigung einer Berufung durch die Verteidigung nach dieser Verurteilung belegt. 6
Der nächste angesetzte Schritt in diesem Mordverfahren ist die Strafzumessung am 6. November 2026. Mackenzie und die anderen verurteilten Angeklagten warten auf ihre Strafen; allein aus dem Schuldspruch lässt sich keine Strafe ableiten. Das Gericht wird über die Strafe für diese 191 Morde entscheiden, während die Identifizierungsarbeiten und die Ermittlungen zu weiteren Todesfällen noch nicht abgeschlossen sind. 2 7 1
Wie ausgestrahlt 14 Zeilen
- Paul Mackenzie has been convicted of murdering 190 children and one adult. Twenty-eight associates were also convicted, and all now await punishment for 191 murders. What did the court find they did, and how far does this verdict reach?
- The High Court in Mombasa delivered the verdict on October 19, 2026. The convictions hold the defendants responsible for deaths caused by a fasting regime that they worked together to keep in place.
- Justice Diana Kavedza Mochache found that Mackenzie and the other accused acted together to implement and sustain the deadly regime. She tied the deaths to their unlawful actions and failures to act. Her finding placed responsibility on those running it.
- The judge found that fasting was encouraged and enforced as a way to enter heaven, starting with children. Mackenzie maintained that he hadn't forced the victims to starve. The court rejected that defense and found him guilty of murder.
- Bodies discovered in Shakahola Forest in 2023 exposed the deaths at the group's base. Mackenzie had established Good News International Church in the coastal town of Malindi. The murder trial took place in Mombasa, separate from the forest recovery operation.
- Prosecutors said Mackenzie and the church organized a sect that instructed followers to starve themselves and their children. Followers were taught that doing so would take them to heaven. The court's finding was that the accused collectively maintained the regime that caused these deaths.
- Mackenzie and 28 associates make 29 convicted people. A conflicting count gives 29 associates, which would make 30. Justice Mochache said the prosecution proved its case against all 29 accused. The one-person discrepancy hasn't been resolved.
- Mackenzie and his associates pleaded not guilty to the 191 murder counts in 2024. His lawyers argued that the case relied largely on circumstantial evidence, hearsay and inconclusive forensic findings. The judge convicted the accused despite those objections.
- The victims were 190 children and one adult. A conflicting headline gives 191 children plus one adult, which would mean 192 victims. The article beneath that headline uses the 191-person total.
- Prosecutors reportedly presented evidence from 123 witnesses. The hearing that ended with the verdict lasted more than eight hours. That was the final hearing in a murder case in which the defendants had entered their pleas two years earlier.
- More than 400 bodies have been recovered from Shakahola and associated searches. This murder judgment covers 191 victims within that wider tragedy. Investigators continued finding bodies after the initial discovery, and investigations into other deaths are still open.
- Searchers found bodies in shallow graves and mass graves, with further discoveries increasing the total over the following years. By November 2025, authorities were trying to identify 453 victims. That historical identification figure doesn't give a final recovery total for the day of the verdict.
- Only 26 bodies have reportedly been identified, but it's unclear which group of remains that figure covers, or when it was counted. It can't tell families how many of the 191 victims in this prosecution have been identified.
- Mackenzie and the other convicted defendants now await sentencing on November 6, 2026. They could face life imprisonment. The court will decide their punishment for these 191 murders while the identification of victims and investigations into other deaths continue.
Quellen
38 Quellen28 Medien
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