Justiz · Zahlen zu Tötungsdelikten in Schottland
Partner oder Ex-Partner töteten zwei Drittel der weiblichen Opfer von Tötungsdelikten in Schottland
Zehn von fünfzehn weiblichen Opfern wurden von einem Partner oder Ex-Partner getötet. Die landesweite Zahl stieg auf 56, blieb aber die viertniedrigste seit Beginn der vergleichbaren Statistiken.
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Bei zehn der fünfzehn Frauen, die laut den jüngsten schottischen Tötungsdelikten-Zahlen getötet wurden, war die beschuldigte Person ein aktueller oder früherer Partner. Diese Häufung von Todesfällen innerhalb intimer Beziehungen ist der deutlichste Befund eines Jahres, in dem die Zahl der Tötungsdelikte landesweit stieg, obwohl sie weiterhin weit unter dem Niveau von vor zwei Jahrzehnten lag. 12
Partner oder Ex-Partner waren 2025-26 für zwei Drittel der weiblichen Opfer verantwortlich – der höchste Anteil seit Beginn der Erfassung der Beziehungen im Jahr 2006, berichtet BBC Scotland. Die veröffentlichte Zusammenfassung der schottischen Regierung bestätigt, dass es sich um zehn von fünfzehn Frauen handelte, enthält jedoch nicht die historische Beziehungsreihe, auf der dieser Rekordvergleich beruht. 1 12
Es handelt sich um einen Rekordanteil, nicht um eine Rekordzahl getöteter Frauen. Ebenso wenig misst er, wie verbreitet häusliche Gewalt in Schottland ist. Die Aussage ist enger gefasst und dennoch von weitreichender Bedeutung: Unter den Frauen, deren Tod in diese Tötungsdelikt-Statistik einging, bestand die häufigste Beziehung zur beschuldigten Person in einer intimen Partnerschaft.
Die wichtigsten Fakten
Die am 27. Oktober 2026 von der schottischen Regierung veröffentlichten Zahlen beziehen sich auf Tötungsdelikte, die die Polizei in Schottland 2025-26 erfasst hat. Es gab neun Opfer mehr als in der jüngsten Gesamtzahl des Vorjahres, die bei 47 lag. Dennoch war 56 die viertniedrigste jährliche Zahl seit Beginn der vergleichbaren Gesamtstatistiken 1976. Die Erfassung der Beziehungen und die Gesamtstatistik zu Tötungsdelikten haben unterschiedliche Ausgangsjahre; die beiden historischen Aussagen dürfen nicht verwechselt werden. 2 1
Ein Anstieg innerhalb eines längerfristigen Rückgangs
Schottlands langfristiger Trend ist ein deutlicher Rückgang der Zahl verlorener Menschenleben. Die Polizei erfasste 2006-07 121 Opfer von Tötungsdelikten, gegenüber 56 in 2025-26 – ein Rückgang um 65 Todesfälle oder 54%. Gegenüber den 65 Opfern in 2016-17 lag die jüngste Gesamtzahl um neun niedriger, ein Rückgang um 14%. 12
Sowohl der jährliche Anstieg als auch der längerfristige Rückgang sind real. Ein Anstieg um fast ein Fünftel gegenüber einem Rekordtief belegt für sich genommen nicht, dass sich jahrzehntelange Fortschritte umgekehrt haben. Ebenso ist eine historisch niedrige landesweite Gesamtzahl kein Grund, neun zusätzliche Todesfälle oder die Umstände, unter denen Frauen getötet wurden, außer Acht zu lassen.
Die stärkste Verbesserung nach Altersgruppen gab es bei den 16- bis 24-Jährigen. In den fünf Jahren von 2006-07 bis 2010-11 gab es in dieser Altersgruppe 113 Opfer; von 2021-22 bis 2025-26 waren es 28. Das ist ein Rückgang um etwa 75% im Vergleich zweier Fünfjahreszeiträume – kein Rückgang um 75% im jüngsten Jahr. Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Veränderung, zeigen aber nicht, welche Maßnahmen dafür ursächlich waren. 12
Die Ausgangsbasis für den jüngsten jährlichen Anstieg ist nicht geklärt. Am 28. Oktober 2025 gab die Regierung für 2024-25 45 Opfer bekannt. In ihrer Veröffentlichung vom Oktober 2026 nennt sie für dasselbe Jahr 47. Die neuere Zahl ersetzt die frühere für den aktuellen Vergleich, doch die geprüften veröffentlichten Unterlagen erklären die Abweichung nicht. Der gemeldete Anstieg um 19% bedeutet daher 56 gegenüber 47, nicht gegenüber den ursprünglich bekannt gegebenen 45. 9 2
Unterschiedliche Muster hinter der Gesamtzahl
Männer stellten die meisten Opfer von Tötungsdelikten: 41 der 56, beziehungsweise gerundet 73%. Weiblich waren 15 Opfer, das entspricht 27%. Die häufigste Beziehungskategorie unterschied sich jedoch deutlich. Bei 27 der 41 männlichen Opfer, beziehungsweise 66%, wurde ein Bekannter erfasst; BBC Scotland beschreibt diese Kategorie als Freund oder Bekannten. Bei Frauen waren Partner oder Ex-Partner für zehn von fünfzehn Todesfällen verantwortlich, also 67%. Jeder Prozentsatz bezieht sich auf die jeweilige Opfergruppe, nicht auf die Gesamtzahl der Tötungsdelikte. 12 1
Scharfe Gegenstände waren bei 29 Opfern, beziehungsweise 52%, die wichtigste Tötungsmethode und sind es seit zwanzig Jahren in jedem Jahr. Diese Kategorie ist weiter gefasst als eine Zählung von Tötungen mit Messern: Sie umfasst statistisch auch zerbrochene Flaschen, Schwerter, geschärfte Schraubendreher und andere spitze oder scharfkantige Waffen. Alle 29 Todesfälle als Tötungen mit Messern zu bezeichnen, würde über das hinausgehen, was die Klassifizierung belegt. 2
In der Veröffentlichung werden 81 wegen Tötungsdelikten beschuldigte Personen erfasst – 75 Männer und sechs Frauen, was gerundet 93% und 7% entspricht. Bei einigen Vorfällen gab es mehrere Beschuldigte; bei keinem Vorfall in 2025-26 gab es mehr als ein Opfer. Die Zahl der Beschuldigten ist daher keine separate Zahl der Todesopfer, und eine Beschuldigung ist kein Schuldspruch. 12 1
Die Regierung teilt außerdem mit, dass der zugehörige Fall bei allen 56 Opfern als aufgeklärt erfasst wurde. Das bedeutet nicht, dass alle 81 Beschuldigten verurteilt wurden. Die jüngste Zusammenfassung definiert weder die genaue statistische Bedeutung von „aufgeklärt“ noch weist sie individuelle Gerichtsurteile aus. Der erfasste Status eines Falls und der Ausgang eines Strafverfahrens müssen getrennt betrachtet werden. 2
Auch die lokale Lage muss mit ähnlicher Vorsicht betrachtet werden. Im Bericht von BBC Scotland vom 27. Oktober werden zwölf Tötungsdelikte in Glasgow City und jeweils fünf in Aberdeen, Dundee und Edinburgh aufgeführt; ausdrücklich wird jedoch angegeben, dass diese Zahlen für die Kommunalverwaltungen 2024-25 betreffen. Diese Jahresangabe wurde nicht mit einer primären Tabelle der Kommunalbehörden abgeglichen. Anhand dieser Zahlen lässt sich nicht zuverlässig feststellen, wo sich die 56 Todesfälle des jüngsten Jahres ereigneten. 1
Zu dem Befund über weibliche Opfer sagte Justizminister Neil Gray, er bekräftige die „absolute Entschlossenheit“ der Regierung, Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu bekämpfen, berichtete BBC Scotland. Der Sender erinnerte außerdem an die frühere Beschreibung dieser Gewalt als „nationalen Notstand“ durch First Minister John Swinney. Dies sind Aussagen zur Position der Regierung, keine statistischen Belege dafür, dass eine bestimmte politische Maßnahme erfolgreich war oder gescheitert ist. 1
Die Zahlen stellen Schottland vor zwei Wahrheiten, denen es sich stellen muss – und nicht vor die Wahl zwischen einer beruhigenden und einer alarmierenden Erzählung. Es werden weit weniger Menschen getötet als vor zwanzig Jahren. Doch dieser landesweite Fortschritt besteht neben einer Häufung der Todesfälle von Frauen in aktuellen oder früheren Partnerschaften. Eine über Jahrzehnte niedrigere Zahl von Tötungsdelikten ist ein wichtiger Erfolg; sie ist nicht gleichbedeutend mit Sicherheit vor einer nahestehenden Person.
Wie ausgestrahlt 15 Zeilen
- Partners or ex-partners killed ten of Scotland's fifteen female homicide victims.
- That's the highest share since relationship records began in 2006. Across all victims, the death toll rose by almost a fifth from the previous year's record low. How does that increase fit with Scotland's much longer decline in homicide?
- Police recorded 56 homicide victims across Scotland in 2025-26. Despite the increase, that was still the fourth-lowest annual total since comparable records began in 1976. The national figures cover deaths recorded by police during that year.
- Forty-one victims were male and fifteen were female. That's 73 percent and 27 percent respectively, after rounding. But the most common relationship between victims and the people accused of killing them differed sharply between those groups.
- Ten of the fifteen female victims were killed by a current or former partner. That's 67 percent after rounding. The historical high concerns the proportion of female victims killed within those relationships. It doesn't measure how widespread domestic abuse is.
- Among male victims, an acquaintance was the most common relationship. That category includes friends. It accounted for 27 of the 41 male victims, or 66 percent. Each percentage describes its own group of victims.
- Scotland recorded 121 victims in 2006-07. By 2016-17, the total was 65. The latest figures put 2024-25 at 47, followed by 56 in 2025-26. Those selected years show how the recent increase fits inside the longer fall.
- The latest total is 65 deaths lower than in 2006-07, a reduction of 54 percent. Compared with 2016-17, it's nine lower, or 14 percent. So Scotland has both a substantial long-term reduction and a one-year increase of nine deaths, or 19 percent.
- People aged sixteen to twenty-four had the largest reduction over the longer period. There were 113 victims across 2006-07 to 2010-11, compared with 28 across 2021-22 to 2025-26. That 75 percent fall compares two five-year totals.
- The government originally put the 2024-25 national total at 45 when it published the figures in October 2025. It now uses 47 for that same year, without explaining the change. The latest annual increase of 19 percent uses that newer total of 47.
- Glasgow City's local count of twelve carries a 2024-25 label. Aberdeen, Dundee and Edinburgh each have five under that label. The year hasn't been clarified, so those numbers can't tell us where the latest year's 56 deaths happened.
- Sharp instruments were the main method of killing for 29 victims, or 52 percent. They've been the leading method in each of the past twenty years. The category includes knives, but also broken bottles, swords, sharpened screwdrivers and other pointed or edged weapons.
- Eighty-one people were accused of homicide. Seventy-five were male and six were female, or 93 percent and seven percent. Some incidents involved several accused people. Every incident in 2025-26 had one victim, which helps explain the difference between those totals.
- The government recorded the associated case as solved for each of the 56 victims. Court outcomes are separate, and the figures don't tell us how many accused people have been convicted. Being accused doesn't mean someone has been found guilty.
- Justice Secretary Neil Gray said the finding about female victims reinforced the government's “absolute determination” to tackle violence against women and girls. First Minister John Swinney had previously described violence against women and girls as a “national emergency”.
Quellen
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