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Wissenschaft · Tiefsee-Aale

2.8 Millionen Aale versammeln sich vor Tasmanien. Das bedeutet nicht, dass sie sicher sind

Eine riesige Laichansammlung vor Tasmanien liefert Forschenden eine Ausgangsbasis, um gefährdete Basketwork-Aale zu beobachten – aber keinen Beleg dafür, dass die Art gesichert ist.

Ausgestrahlt Verfasst 5 Min. Lesezeit17 QuellenHeyDay News Desk · About usWatch report

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ThemenverlaufTag 1

1 Bericht9 Medien17 Quellen

Etwa 2.8 Millionen Basketwork-Aale versammeln sich an einem Laichplatz südlich von Tasmanien. Ihre Art wird weltweit zudem als gefährdet eingestuft. Beides kann zutreffen: Eine spektakuläre Ansammlung von Tieren ist nicht dasselbe wie ein gesicherter Bestand. Die neue Schätzung macht diese Ansammlung messbar, sichert aber nicht ihre Zukunft. 1

Eine von CSIRO geleitete Studie, über die ABC News am 28. Oktober anlässlich ihrer Veröffentlichung in Royal Society Open Science berichtete, beziffert die Aale, die sich nahe dem Patience Seamount im Huon Marine Park versammeln. Erhebungen aus den Jahren 2023 bis 2025 liefern eine Ausgangsbasis, mit der Forschende künftige Beobachtungen vergleichen können. Darin liegt der zentrale Erfolg – nicht im Nachweis, dass sich die Aalbestände erholen. 1 2

Die wichtigsten Fakten

  1. Etwa 2.8 MillionenGeschätzte Zahl der Aale in der Ansammlung 1
  2. Etwa 1,000 MeterTiefe unter der Oberfläche 1
  3. 2023–2025Von den Erhebungen abgedeckte Jahre 23

Die Ansammlung erstreckt sich über die berichteten Abmessungen von ungefähr zwei mal drei Kilometern. Diese Angaben beschreiben eine weitläufige Ansammlung in tiefem Wasser, kein sauber abgegrenztes Rechteck, das gleichmäßig mit Fischen gefüllt ist. Laut dem Bericht von ABC versammeln sich die Aale jedes Jahr dort und bleiben monatelang. Forschende bezeichnen Patience als die einzige bekannte Laichansammlung ausschließlich ozeanischer Tiefseeaale – eine Aussage darüber, was bislang entdeckt wurde, kein Beweis dafür, dass es keinen weiteren Standort gibt. 1

Ein Seeberg ist ein Berg, der sich vom Meeresboden erhebt. Dieser bietet Forschenden, die schwer zu beobachtende Tiere untersuchen, etwas ungewöhnlich Nützliches: einen klar bestimmbaren Laichplatz, zu dem sie zurückkehren können. Doch zu wissen, wo sich die Aale versammeln, lässt einen großen Teil ihres Lebens im Verborgenen. Ihre Herkunft und das Schicksal ihrer Nachkommen sind weiterhin unbekannt. 1

Wie sich Millionen Tiere unter Wasser erfassen lassen

Bei der Schätzung handelt es sich nicht um eine Zählung jedes einzelnen Tieres. Der öffentliche CSIRO-Datensatz des Teams beschreibt integrierte hydroakustische Untersuchungen und Erhebungen mit einer tief geschleppten Kamera am Patience Seamount in den Jahren 2023–2025. Er umfasst rohe akustische Beobachtungen sowie verarbeitete Messungen zurückkehrender Echos, bekannt als Rückstreuung. Schall und Bilder liefern sich ergänzende Beobachtungen von Tieren weit unter der Oberfläche. 2 3

Dieser Unterschied ist wichtig, wenn man die Schlagzeilenzahl liest. Etwa 2.8 Millionen ist eine auf Erhebungen beruhende Schätzung, keine exakte Zählung. Aus dem verfügbaren Material gehen weder ein numerisches Unsicherheitsintervall noch die Ergebnisse der akustischen Kalibrierung oder die Umrechnung hervor, mit der die Beobachtungen in eine Bestandsschätzung überführt wurden. Die Angabe sollte weiterhin mit „etwa“ versehen werden; die Belege rechtfertigen keine größere Genauigkeit. 1 3

Erhebungen über drei Jahre dürfen auch nicht mit der kontinuierlichen Beobachtung derselben Fische verwechselt werden. Sie belegen wiederholte Überwachung, nicht, dass bestimmte einzelne Tiere während des gesamten Zeitraums am Seeberg blieben. Auch lässt sich aus dem Vorhandensein einer großen Ansammlung allein nicht ablesen, ob ihre Zahl steigt oder fällt. Um einen Trend festzustellen, braucht es Vergleiche über die Zeit, statt die Größe einer einzelnen Ansammlung als Urteil über ihren Zustand zu behandeln. 2 9

Gewichtsdifferenz weiterhin ungeklärt

Bei einer berichteten Kennzahl der Ansammlung ist die Sachlage weitaus weniger klar als bei der geschätzten Anzahl: ihrem Gesamtgewicht beziehungsweise ihrer Biomasse. Der Bericht von ABC vom 28. Oktober nennt 3.5 Tonnen. UA.NEWS berichtet, die Biomasse habe im Mai mehr als 3,500 Tonnen betragen. Diese Angaben unterscheiden sich um mehr als das Tausendfache. 1 6

Die Berechnung der Biomasse und die verwendeten Einheiten der Primärstudie konnten anhand des verfügbaren Materials nicht überprüft werden. Daher gibt es hier keine solide Grundlage, stillschweigend eine der Angaben auszuwählen, den Unterschied zu erklären oder eine davon als gesichert darzustellen. Der öffentliche Datensatz von CSIRO bestätigt die akustischen Daten und Kameradaten, doch die verfügbare Beschreibung klärt den Widerspruch bei den Gewichtsangaben nicht auf. 3

Das begrenzt, was sich verantwortungsvoll über die Masse der Ansammlung sagen lässt. Dadurch wird die separat angegebene Bestandsschätzung weder zu einer exakten Zählung, noch ersetzt die Korrektur einer Zahl die Überprüfung der anderen. Die nützliche Schlussfolgerung bleibt enger gefasst: Forschende haben eine geschätzte Zahl von Aalen als Ausgangsbasis für die Überwachung, während die Angaben zur Biomasse noch geklärt werden müssen.

Schutz ist kein Beweis für Erholung

Die Sorge um den Erhalt der Art reicht über Patience hinaus. Basketwork-Aale, Diastobranchus capensis, werden weltweit als gefährdet eingestuft, wie ABC berichtet. Der Bericht verweist außerdem auf einen Rückgang um 85 Prozent über 40 Jahre an einem bestimmten Kontinentalhang in Neuseeland. Das ist ein lokales Warnsignal – keine Schätzung eines weltweiten Rückgangs und keine Messung der Veränderung am Patience Seamount. 1

Welcher neuseeländische Hang genau gemeint ist, wann die Erhebungen stattfanden und welche Bestandsgröße zugrunde liegt, ist anhand der verfügbaren Belege nicht festzustellen. Ohne diese Angaben lässt sich der Prozentwert nicht verantwortungsvoll zu einer globalen Aussage ausweiten. Er unterstreicht jedoch, warum Millionen Tiere an einem Laichplatz nicht stellvertretend für den Zustand der gesamten Art stehen können. 1

Basketwork-Aale werden als Beifang gefangen, wenn Fischereiteams auf Orange Roughy zielen. Der CSIRO-Datensatz erfasst auch Ansammlungen, in denen Basketwork-Aale und Orange Roughy vorherrschen, und schließt damit beide Arten in die Erhebungen ein. Ihr gemeinsames Auftreten beziffert jedoch nicht die fischereibedingte Sterblichkeit: Die verfügbaren Belege weisen weder eine Beifangmenge noch Verluste nach, die dieser speziellen Ansammlung von Aalen zuzuschreiben wären. 1 3

Am Standort gibt es eine konkrete Schutzmaßnahme. Shaun Barclay, Leiter der Abteilung für Meeresparks bei Parks Australia, sagt laut ABC, dass ein 2025 eingeführter Managementplan den Patience Seamount vor Grundschleppnetzfischerei schützt. Das ist ein spezifischer Schutz für den Laichlebensraum, aber kein Beleg dafür, dass jede Fischereiaktivität oder jeder Druck auf die Art beseitigt wurde. 1

Kein hier angeführter Vorher-nachher-Vergleich zeigt, dass der Plan die Zahl der Aale erhöht hat. Schutz und Überwachung beantworten unterschiedliche Fragen: Die eine betrifft die Bewirtschaftung des Standorts, die andere kann zeigen, was mit den Tieren geschieht, die sich dort versammeln. Künftige Erhebungen werden gerade deshalb wichtig sein, weil sich ihr Ergebnis nicht im Voraus annehmen lässt.

Die größten offenen Fragen betreffen weiterhin das Leben der Aale jenseits des Seebergs. Forschende wissen nicht, woher die ankommenden Tiere stammen oder was mit ihren Nachkommen geschieht. Solange diese Zusammenhänge ungeklärt sind, lässt sich der Schutz dieses einen bekannten Laichplatzes nicht mit dem Schutz eines gesamten Lebenszyklus gleichsetzen. Die neue Schätzung liefert einen Ausgangspunkt für die Beobachtung – keinen Schlussstrich unter die Geschichte des Artenschutzes. 1

Wie ausgestrahlt 17 Zeilen
  1. Millions of basketwork eels gather to spawn beside a single underwater mountain.
  2. Researchers estimate the gathering holds about 2.8 million eels. But the species is globally listed as vulnerable to extinction, even with so many animals concentrated in one place.
  3. What can this enormous breeding gathering tell us about the species' future?
  4. Patience Seamount lies in Huon Marine Park, south of Tasmania. The eels gather about 1,000 metres below the surface, across reported dimensions of roughly two by three kilometres. That describes an extensive gathering spread through deep water.
  5. A seamount is a mountain rising from the seabed. At Patience, researchers have a known breeding site where they can return and measure change. The new work gives that monitoring a numerical starting point.
  6. About 2.8 million is an estimate built from surveys, rather than a count of every individual fish. Its immediate value is a baseline. Future measurements can be compared with it to track changes at this breeding gathering.
  7. CSIRO led the research, using surveys conducted from 2023 through 2025. Studying fish at this depth means combining different observations. Sound can survey animals through the water, while a towed camera supplies images from below.
  8. The team combined hydroacoustic observations, which use sound, with deep-towed-camera data. The dataset includes raw acoustic readings and processed measurements of returning echoes. Together, those observations support an estimate of how many eels occupy the gathering.
  9. Repeating the surveys across three years gives researchers measurements to compare over time. To learn whether numbers are increasing or falling, they'll need to keep making those comparisons. A large gathering on its own doesn't tell them the direction of change.
  10. The eels gather annually and stay for months. Researchers describe Patience as the only known spawning aggregation of purely oceanic deep-sea eels. That makes this a rare opportunity to study their breeding life in one identifiable place.
  11. The size of the gathering also has another measure: its total weight. And the published figures for that measure disagree sharply.
  12. Estimates of the gathering's total weight run from 3.5 tonnes to more than 3,500 tonnes in May. That's a difference of more than a thousandfold. The total weight remains uncertain, so neither figure can be treated as settled.
  13. The conservation picture reaches beyond this one seamount. Basketwork eels belong to a globally vulnerable species, and a concentration of millions at a breeding site represents only one part of that species' story.
  14. A reported decline of 85 per cent over 40 years concerns a particular continental slope in New Zealand. It's a local warning. Researchers monitoring Patience need repeated measurements of this gathering to understand how its own numbers change.
  15. Basketwork eels are also caught as bycatch, meaning they're taken while fishing crews target another species. Here, that fishing connection is orange roughy. The survey dataset includes gatherings dominated by both orange roughy and basketwork eels.
  16. Parks Australia says a management plan introduced in 2025 protects Patience Seamount from bottom trawling. That gives this breeding habitat a specific protection. Future eel surveys can track numbers there as management continues.
  17. Researchers still don't know where the arriving eels come from or what happens to their offspring. The estimate provides a starting point for measuring change at their known breeding gathering. Whether protection at this one seamount is enough to sustain them will take further research.

Quellen

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