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Bericht

Ukraine droht Geldnot wie 2022, während russische Milliarden eingefroren bleiben

Serhij Martschenko sagt, Kyjiw stehe kurz vor einem Liquiditätsengpass wie 2022, mit einer Lücke von 32,6 Mrd. $ für 2027 und einer Rüstungsrechnung von 27 Mrd. $, und will, dass die EU die eingefrorenen russischen Vermögenswerte von Euroclear in Verwahrung nimmt.

Aus dem englischen Original übersetzt.

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Europa verfügt über genug eingefrorenes russisches Geld, um die Haushaltslücke der Ukraine für 2027 sechsmal zu decken – und dennoch kann die Ukraine in diesem Winter ihre nicht kriegsbezogenen Rechnungen womöglich nicht bezahlen.154 Diesen Widerspruch hielt Finanzminister Serhij Martschenko – in manchen Berichten auch Sergii oder Serhii Marchenko geschrieben – Europa in einem am 4. September 2026 veröffentlichten Exklusivinterview mit Euronews vor.24 Er sagte, die Ukraine stehe vor dem knappsten Haushalt seit Beginn des umfassenden Krieges 2022 und nähere sich wieder dem Liquiditätsengpass, der den Staat in jenem Jahr beinahe zum Zusammenbruch gebracht hätte.24

Seine Warnung war unverblümt und konkret: Ohne neues Geld müsse Kyjiw vor einem, wie er es nannte, sehr schwierigen Winter möglicherweise nicht kriegsbezogene Zahlungen aufschieben und Ausgaben kürzen, wobei Soldatensold, das Funktionieren des Staates und das Heizen von Wohnungen um Geld konkurrieren, das nicht vorhanden ist.27 Der Haushalt, den Kyjiw derzeit aufstellt, geht davon aus, dass der Krieg das gesamte Jahr 2027 andauert; alle folgenden Zahlen stehen also im Zeichen eines weiteren vollen Kriegsjahres.5

Die wichtigsten Fakten

  1. 32,6 Mrd. $Ungedeckte Lücke 2027, Krieg bis Ende 2027 angenommen 45
  2. ~50 Mrd. $Jährlicher externer Finanzierungsbedarf 45
  3. ~195 Mrd. €Russische Vermögenswerte bei Euroclear, Belgien 15
  4. 90 Mrd. €EU-Paket schneller aufgebraucht als geplant 19

Der Grundbedarf der Ukraine an Geld von außen liegt bei rund 50 Mrd. $ pro Jahr.45 Für 2027 sind davon etwa 32,6 Mrd. $ ungedeckt – eine Zahl, die das Finanzministerium einer Mission des Internationalen Währungsfonds mitteilte, die drei Tage in Kyjiw arbeitete.45 Ein Vorbehalt zieht sich durch die Berichterstattung: Manche Darstellungen geben dieselbe Lücke für 2027 mit etwa 32,6 Mrd. € statt Dollar an – gleiche Zahl, andere Währung.8 Der Unterschied ist für die Buchführung relevant, nicht aber für die Schlussfolgerung, dass für die Finanzierung des nächsten Jahres noch mehr als die Hälfte des Jahresbedarfs fehlt.

Zusätzlich zur Lücke gibt es eine Rüstungsfrage über 27 Mrd. $, die die Belege nicht vollständig klären.11 Laut Rundfunkbericht handelt es sich um einen zusätzlichen Vorstoß des Verteidigungsministeriums in diesem Jahr – etwa 23,2 Mrd. € –, um Waffenbeschaffungen für 2027 vorzuziehen, also jetzt zu kaufen, statt auf Hilfe zu warten, die möglicherweise verspätet eintrifft.12 Andere Berichte schreiben eine Zahl von 27 Mrd. $ Ministerpräsident Serhij Korezkyj zu, der am 1. September 2026 vor dem Parlament sagte, die Ukraine stehe angesichts steigender Kriegskosten vor einem Defizit von 27 Mrd. $ im Verteidigungshaushalt; 70 Milliarden Hrywnja an inländischen Mitteln seien ermittelt worden, die vollständig in die Verteidigung umgeleitet werden sollen.11 Ob vorgezogener Kauf oder Haushaltsdefizit – die Forderung läuft auf dasselbe hinaus: Es wird jetzt mehr Geld für Waffen benötigt.

Europas Kriegskasse wird knapp

Die Dringlichkeit ergibt sich daraus, dass die Notfinanzierung versiegt, die Europa zusammengestellt hat, um die Ukraine durch den Krieg zu tragen.19 Das über die Weihnachtsfeiertage im Dezember 2025 beschlossene EU-Paket über 90 Mrd. € wird schneller aufgebraucht als geplant; einer Analyse zufolge hat Europas große Antwort gerade einmal acht Monate gehalten.1912 Kyjiw drängt nun darauf, ursprünglich für 2027 vorgesehene Mittel vorzuziehen.19 Diese Forderung hat den weit größeren Streit über Russlands eingefrorene Milliarden neu entfacht.

Eine solche Situation hatten wir seit 2022 nicht mehr; damals haben wir wirklich unter dem Liquiditätsmangel gelitten. Derzeit kommen wir demselben Szenario viel zu nahe.

Serhij Martschenko 24

Statt Regierungen um mehr Geld zu bitten, fordert Martschenko die EU-Finanzminister auf, unkonventionell zu denken und das zu tun, was sie bislang abgelehnt haben.310 Sein Vorschlag: die Verwahrung der eingefrorenen Vermögenswerte der russischen Zentralbank vom belgischen Verwahrer Euroclear auf die Europäische Union selbst zu übertragen und die Koalition hinter diesem Schritt zu erweitern, sodass neben den Ministern, auf die er direkt Druck ausübt, auch Schweden und Polen einbezogen werden.317 Er argumentiert, eine Verlagerung der Verwahrung in EU-Zuständigkeit würde das rechtliche Risiko abschwächen, das das Geld bislang blockiert und ungenutzt gelassen hat.312

Der Streit um die eingefrorenen Milliarden

  1. Feb. 2022

    Reserven der russischen Zentralbank nach der großangelegten Invasion eingefroren.

    15
  2. Ende März 2025

    Rund 195 Mrd. € an russischen Vermögenswerten liegen bei Euroclear in Belgien.

    15
  3. Dez. 2025

    EU beschließt über Weihnachten 90-Mrd.-€-Paket für die Ukraine.

    19
  4. Sep. 2026

    Martschenko fordert Übertragung der Verwahrung an die EU; Belgien bleibt hart.

    317

Es geht um enorme Summen, und die Gesamtbeträge unterscheiden sich je nach Stichtag, Umfang und Währung.1512 Rund 195 Mrd. € an russischen Vermögenswerten lagen Ende März 2025 bei Euroclear, dem Wertpapierverwahrer mit Sitz in Brüssel.15 Nach eigener Rechnung der EU belaufen sich die russischen Staatsvermögen auf etwa 210 Mrd. €, während rund 300 Mrd. $ an Reserven der russischen Zentralbank auf westlichen Konten blockiert sind.12 Belgien hat sich jedem Schritt widersetzt; Vertreter des Landes warnen, dies würde eine Büchse der Pandora rechtlicher Risiken öffnen, und die Bank von Russland hat vor dem Moskauer Schiedsgericht eine Klage gegen die Euroclear Bank anhängig.1215 Der Streit darüber, ob das Geld ausgegeben werden soll, hat sich still und leise zu einer Solvenz- und Glaubwürdigkeitskrise für Euroclear selbst entwickelt – und zu einer aktuellen Debatte darüber, was es jeden Staat kostet, Reserven im Westen zu parken.21

Bekannt

  • Ungedeckte Lücke für 2027 von etwa 32,6 Mrd. $, einer dreitägigen IWF-Mission in Kyjiw mitgeteilt. 45
  • Haushalt 2027 geht von Krieg während des gesamten Jahres 2027 aus. 5
  • Belgien lehnt Verlagerung der Verwahrung ab; Moskauer Klage gegen Euroclear ungeklärt. 12

Unbekannt

  • Kein vereinbartes EU-Instrument für Verwahrungsübertragung, Haftungsabsicherung oder Struktur aus Kredit oder Beschlagnahme.
  • Ob die 27 Mrd. $ ein Vorziehen des Verteidigungsministeriums oder ein vom Ministerpräsidenten genanntes Defizit sind, sowie Euro- oder Dollarangabe der Lücke.

Als Nächstes

  • Ob die EU-Finanzminister einer EU-Verwahrung zustimmen und Mittel für 2027 vor dem Winter vorziehen.

Das Urteil, auf das die Fakten hindeuten, ist eher drastisch als technisch.219 Die Ukraine bittet Europa weniger darum, neue Hilfe zu erfinden, als vielmehr darum, die rechtliche Adresse bereits eingefrorenen Geldes zu ändern – denn die bereits zugesagte Hilfe geht vor dem Winter aus, den sie abdecken sollte.319 Solange Europa keinem Mechanismus zustimmt, den es bislang abgelehnt hat, hängt Kyjiws Fähigkeit, Soldaten zu bezahlen, den Staat am Laufen zu halten und Wohnungen zu heizen, an einer Lücke, die Europa sehen und beziffern kann – und die es vorerst nicht mit den in Brüssel liegenden Milliarden schließen will.212

Wie ausgestrahlt 11 Zeilen
  1. Ukraine's 2027 budget is short thirty-two-point-six billion dollars before a hard winter. Its finance minister says the country is close to the liquidity crunch that nearly broke it in 2022, and that without new money Kyiv may have to postpone non-war payments and cut spending. The question: will the European Union now do what it has so far refused — unlock Russia's frozen billions to close the gap?
  2. The arithmetic behind the warning is stark. Ukraine's baseline need for outside money runs about fifty billion dollars a year. For next year, the uncovered financing gap is roughly thirty-two-point-six billion dollars — a figure the finance ministry shared with an International Monetary Fund mission that spent three days in Kyiv, and one built on a budget that assumes the war lasts through all of 2027. Every number is framed by another year of fighting.
  3. The IMF team examined the figures and left the shortfall standing. That is the hole Ukraine has to fill while the war grinds on.
  4. The fear is not just arithmetic. Marchenko says Kyiv may have to postpone non-war payments and cut spending before a very difficult winter — with keeping soldiers paid, the state running, and homes heated competing for money that is not there.
  5. So the war effort needs fifty billion dollars a year, and thirty-two-point-six billion of next year's financing is still missing. On top of that, the Defence Ministry is pressing for twenty-seven billion dollars — around twenty-three-point-two billion euros — this year, so Kyiv can buy weapons now rather than wait for aid that may arrive late. And the large European package approved over Christmas is being spent down faster than planned.
  6. There are real disagreements in the numbers. The same 2027 gap also appears quoted in euros rather than dollars — thirty-two-point-six billion either way, just a different currency. The twenty-seven-billion figure is not settled either: it is tied to a Defence Ministry push to buy weapons early, and separately to a defence-budget shortfall. The frozen-asset totals differ by date, scope, and currency. Even the finance minister's name appears in three spellings.
  7. Europe's grand ninety-billion-euro answer to Ukraine's funding crisis lasted only about eight months after it was approved over the Christmas holidays. Kyiv is now asking to pull forward money originally scheduled for 2027 — and that is what has reopened the argument about Russia's frozen money.
  8. Here is where Marchenko wants Europe to go. Rather than ask governments for more money, he is urging EU finance ministers to think outside the box — and to do something they have so far declined: transfer custodianship of Russia's frozen central-bank assets from the Belgian depository Euroclear to the European Union itself.
  9. The money has been frozen since the invasion, and roughly one hundred ninety-five billion euros of it sits inside Euroclear in Belgium. The EU's own accounting puts Russian sovereign assets at about two hundred ten billion euros, and across Western accounts roughly three hundred billion dollars of central-bank reserves are immobilized. Belgium has resisted any move, warning it would open a Pandora's box of legal exposure, and the Bank of Russia has a lawsuit against Euroclear Bank running before the Moscow Arbitration Court. The dispute has quietly become a solvency-and-credibility crisis for Euroclear itself — and a live argument about what it costs any sovereign to park reserves in the West.
  10. He dates the danger to the first year of the full-scale war, when Kyiv ran out of cash. The financing Europe assembled then is running thin now, and with the ninety-billion-euro package draining faster than planned, the gap he is warning about is exactly the one a shift in custody is meant to close.
  11. The European Union has not agreed to any of it. No custody transfer is in place, Belgium is holding the line, and the Moscow court case is unresolved. With a thirty-two-point-six-billion-dollar hole in 2027 and a twenty-seven-billion-dollar arms bill to frontload, Ukraine's ability to keep soldiers paid, keep the state running, and keep homes heated this winter rests on Europe agreeing to a mechanism it has so far refused.

Quellen

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Zitierte Quellen

  1. Ukraine finance chief warns of tightest budget since war startedeuronews · 4. Sept. · Video
  2. Exclusive: Ukraine finance chief warns of tightest budget since war started ahead of 'very difficult winter' | Euronewswww.euronews.com
  3. Kyiv to EU: 'Think outside the box' on Russia's frozen assetswww.euronews.com
  4. Ukraine faces worst budget outlook since 2022 as 2027 funding gap hits $32.6 bln – Finance Ministeren.interfax.com.ua
  5. Ukraine preparing 2027 budget with USD 32.6B funding gap, Finance Minister sayswww.ukrinform.net
  6. Video. Ukraine finance chief warns of tightest budget since war started | Euronewswww.euronews.com
  7. Finance Minister Marchenko warned of Ukraine’s most difficult budget situation since the start of the war ahead of a "very difficult winter" - media | УННunn.ua
  8. 🫴 Ukraine is already short €32.6 billion for 2027 - Sergey Marchenko, Ukrainian finance minister, stated in an interview with Euronews - Pravda ENnews-pravda.com
  9. Exclusive: Ukraine finance chief warns of tightest budget since war started ahead of ‘very difficult winter’ – Daily Guardian Europedailyguardian.eu
  10. Kyiv to EU: ‘Think outside the box’ on Russia’s frozen assets – Daily Guardian Europedailyguardian.eu
  11. Ukraine faces $27 billion defense budget shortfall, seeks emergency funding from allies - PMhromadske.ua
  12. Could an EU custodian break the long deadlock on the Russian assets? | Euronewswww.euronews.com
  13. EU can gain by moving Russia's frozen fundswww.reuters.com
  14. Confiscation of immobilised Russian sovereign assetswww.europarl.europa.eu
  15. Euroclear and the 195 billion euro question | Investment Officer CMScms.investmentofficer.com
  16. www.cfr.orgwww.cfr.org
  17. Ukraine proposes shifting frozen Russian assets from Belgian to EU custody - https://eutoday.neteutoday.net
  18. Euroclear Russian Assets Proposed for Transfer to EU Body | Global Happeningsglobalhappenings.com
  19. Ukraine’s cash crisis reopens Russia’s frozen billions [ANALYSIS]tvpworld.com
  20. Legal Frameworks for Using Frozen Russian Assets | Ukraine War Analyticsukraine-war-analytics.com
  21. Europe Froze Russia's Reserves. The Blowback Is Landing in Brussels.www.alphabriefing.com

Übersetzung aktualisiert: 24. September 2026 um 08:02 GMT-5

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