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AfD auf Kurs zur ersten rechtsextremen Landesregierung in Deutschland

Erste Prognosen sehen die AfD in Sachsen-Anhalt bei 44.5 Prozent – mehr als doppelt so viel wie 2021 –, die CDU bei 18.5 Prozent. Eine absolute Mehrheit – 42 von 83 Sitzen – hängt nun an der Fünfprozenthürde.

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44.5 Prozent. Man kann es zweimal sagen, und es klingt trotzdem nicht nach einem deutschen Wahlergebnis – nicht in einem Land, in dem die extreme Rechte seit 1945 nie ein Bundesland regiert hat. Doch genau dort schlossen am Sonntag, dem 6. September 2026, um 18:00 Uhr in Sachsen-Anhalt die Wahllokale, und erste Prognosen sahen die Alternative für Deutschland (AfD) bei etwa 44.5 Prozent und die regierenden Christdemokraten bei 18.5 Prozent. 24 28 Rund 1.7 Millionen Menschen waren wahlberechtigt, und bis 16:00 Uhr hatte die Wahlbeteiligung bereits etwa 65 Prozent erreicht – mehr als die gesamte Wahlbeteiligung von 60.3 Prozent im Jahr 2021. 30 Ein amtliches Ergebnis wird für Montagfrüh erwartet, doch die Dimension steht bereits fest: ein Vorsprung von 26 Punkten, eine Verdopplung, ein Bruch.

Die wichtigsten Fakten

  1. 44.5%AfD-Anteil laut erster Prognose 28
  2. 18.5%CDU-Anteil laut Prognose, Einbruch 28
  3. ~65%Wahlbeteiligung bis 16:00 Uhr, über 2021 30
  4. 42Benötigte Sitze im Landtag mit 83 Sitzen 9

Um den Umschwung zu begreifen, muss man fünf Jahre zurückgehen. 2021 holte die AfD in Sachsen-Anhalt 20.8 Prozent, die CDU 37.1 Prozent und die Staatskanzlei. 9 Die ersten Prognosen kehren diese Reihenfolge nun um und verdoppeln sie dann: AfD bei etwa 44 bis 44.5 Prozent in den Prognosen beider Sender, CDU bei 18.5 Prozent. 28 Umfragen vor der Wahl hatten in dieselbe Richtung gewiesen – AfD bei 40 bis 43 Prozent, CDU bei 22 bis 24 Prozent –, doch die Prognose liegt am oberen Ende der AfD-Spanne und am unteren Ende für die CDU. 12 16 Es wäre das stärkste Ergebnis der extremen Rechten in einem deutschen Bundesland seit dem Krieg und das schlechteste für eine Partei, die hier seit 2002 ununterbrochen den Regierungschef stellt. 10

Der Widerspruch: Platz eins war nie die Frage. Die Macht ist es. Der reguläre Landtag hat 83 Sitze, 42 bedeuten also eine absolute Mehrheit. 9 Die Sitzhochrechnungen auf Basis dieser Prognosen sehen die AfD bei 39 bis 41 Sitzen und die CDU bei 16 bis 17, die Linke bei 8 bis 9, die Grünen bei 8 bis 9 und die SPD bei 7 bis 8. 28 Das neue linkspopulistische BSW steht mit 4.8 bis 5.0 Prozent auf der Kippe, die FDP scheidet mit etwa 2 bis 2.5 Prozent aus. 28 Weil Parteien unter fünf Prozent ihre Stimmen verlieren, blähen diese verlorenen Stimmen den Sitzanteil des Siegers auf – weshalb ein Universitätsmodell einer AfD-Alleinmehrheit selbst ohne 42 Prozent der Stimmen noch eine Wahrscheinlichkeit von etwa 26 Prozent einräumte. 20 Ob das BSW die fünf Prozent überspringt und wie sich die übrigen Stimmen verteilen, entscheidet darüber, ob aus 44 Prozent eine Regierung wird.

Die Mehrheit hängt an fünf Prozent

Die beiden Männer an der Spitze des Stimmzettels könnten nicht deutlicher sagen, was als Nächstes kommt: nichts Gemeinsames. Ulrich Siegmund, 35, aus Tangermünde, seit 2016 im Landtag und seit 2022 Co-Vorsitzender der AfD-Fraktion, warb mit 45 Prozent plus X und einer AfD-Alleinregierung und schließt jede Koalition mit der CDU aus. 31 32 Sein Rivale Sven Schulze, 46, geboren am 31. Juli 1979 in Quedlinburg, von 2014 bis 2021 Europaabgeordneter und seit dem 28. Januar 2026 Ministerpräsident, nachdem Reiner Haseloff für einen Generationswechsel abgetreten war, schließt Minister von AfD und Linken aus und will die Koalition aus CDU, SPD und FDP fortsetzen. 4 5 Sowohl Bundeskanzler Friedrich Merz als auch Schulze lehnen jede Absprache mit der AfD ab; Siegmund lehnt jede Absprache mit der CDU ab. 1 Diese gegenseitige Absage ist die Brandmauer der CDU, der Beschluss des Bundesparteitags von 2018, der jede Koalition oder ähnliche Zusammenarbeit mit der AfD oder der Linken untersagt. 1

Platz eins war in Sachsen-Anhalt nie die Frage; die Frage ist, ob sich 44 Prozent in 42 Sitze verwandeln lassen.

Merz kleidete die Brandmauer in ökonomische Worte. Er sagte, er könne sich ausländische Investoren bei einem Spatenstich mit einem AfD-Ministerpräsidenten nicht vorstellen, und das Land würde erheblichen Schaden nehmen. 10 In Quedlinburg und in Leuna fügte er hinzu, Investoren würden es sich dreimal überlegen, wenn sich am Montag eine absolute Mehrheit für eine rechtspopulistische Partei verfestige, und das Land dürfe kein Experimentierfeld für Wutbürger werden. 1 Die Warnung hat Gewicht in einem Land, das um die energieintensive Chemie in Leuna herum aufgebaut ist, die älteste Erwerbsbevölkerung Deutschlands hat und unter Kostendruck steht. 8 Sachsen-Anhalt gibt 4 der 69 Stimmen im Bundesrat als Block ab; würden diese vier Stimmen aus dem CDU-nahen Lager herausgelöst, säße erstmals eine AfD-Stimme am nationalen Tisch, auch wenn ein einzelnes Land Bundesgesetze nicht allein blockieren kann. 8 Sachsen-Anhalt übernimmt zudem später in diesem Jahr den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz. 8

Wer ist wer

  • Ulrich SiegmundAfD-Spitzenkandidat, 35, Eckpunkt AfD-Alleinregierung
  • Sven SchulzeCDU-Spitzenkandidat, Ministerpräsident seit Jan. 2026
  • Friedrich MerzBundeskanzler, Verteidiger der Brandmauer
  • Gert PickelLeipziger Soziologe, Sachsen-Anhalt-Monitor 2025

Was das Ergebnis aus der Nähe weniger überraschend macht, ist der Boden, auf dem es gewachsen ist. Die Bevölkerung des Landes sank von etwa 3 Millionen zur Zeit des Mauerfalls auf heute rund 2.2 Millionen; Prognosen sehen sie um 2031 unter 2 Millionen und bis 2040 bei rund 1.8 Millionen. 1 Es ist das dokumentierte AfD-Paradox: 90 Prozent der AfD-Anhänger nennen Migration als ihr Hauptthema, doch der Ausländeranteil liegt bei etwa 8 Prozent und der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund bei etwa 11 Prozent, verglichen mit rund 30 Prozent bundesweit. 1 Die Partei ist dort am stärksten, wo Zuwanderung und Kriminalität am geringsten sind. 1 Die AfD tritt hier mit dem härtesten Landesprogramm der Partei an: Remigration und ausgeweitete Abschiebehaft, eine Arbeitspflicht für Asylbewerber, Kürzung der Mittel für Demokratieförderung, Verkleinerung der Ministerien, Umbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, Festhalten an der Kohle, Rückkehr zur Atomkraft, Lockerung der Sanktionen gegen russisches Gas über den Bundesrat sowie eine traditionalistische Schulbildung. 1 Siegmund nahm 2023 an dem von Correctiv aufgedeckten Potsdamer Treffen teil, bei dem über massenhafte Remigration gesprochen wurde. 1

Dieses Programm trifft auf eine Wählerschaft, die die Forscher als bereitwillig, aber fragil beschreiben. Der Sachsen-Anhalt-Monitor 2025 unter Leitung des Leipziger Soziologen Gert Pickel ergab, dass zwar 87 Prozent die Demokratie abstrakt befürworten, aber nur 43.5 Prozent autoritäre Alternativen ablehnen. 1 Vierundfünfzig Prozent – die fragilen Demokraten – akzeptieren die Demokratie, würden aber ein Einparteiensystem, einen starken Führer oder eine Diktatur nicht ausschließen, und etwa 3 Prozent werden als Autokraten eingestuft. 1 Pickels Punkt ist nicht, dass diese Wähler Antidemokraten seien, sondern dass sie das System in einem Bruch nicht verlässlich verteidigen würden – genau das Reservoir, in dem die AfD wächst. 1 Das ist auch der Kontext für die rechtliche Linie: Der Verfassungsschutz Sachsen-Anhalts stuft den AfD-Landesverband seit dem 7. November 2023 als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein – eine Einstufung, gegen die die Partei in Magdeburg vor Gericht vorgeht; das Verfahren ruht bis zur Entscheidung im Bundesverfahren in Köln, und die Einstufung schließt die Partei nicht von der Wahl aus. 1

Bekannt

  • Erste Prognosen sehen die AfD bei 44 bis 44.5 Prozent und die CDU bei 18.5 Prozent. 28
  • 83 Sitze stehen zur Wahl, 42 sind für eine absolute Mehrheit nötig. 9
  • Die Wahlbeteiligung lag bis 16:00 Uhr bei etwa 65 Prozent, über der gesamten Beteiligung von 2021. 30

Unbekannt

  • Noch kein amtliches Ergebnis und keine bestätigte Entscheidung, ob das BSW die fünf Prozent schafft.
  • Keine bestätigte Sitzzahl der AfD und kein Weg zu einer Koalition, falls sie die Mehrheit verfehlt.

Als Nächstes

  • Ob das amtliche Ergebnis am Montagfrüh der AfD allein 42 Sitze bringt.
  • Ob eine CDU-Minderheitsregierung Enthaltungen der Linken bräuchte und damit die andere Hälfte der Brandmauer auf die Probe stellen würde.
Wie ausgestrahlt 14 Zeilen
  1. First forecasts put Germany's far-right AfD at 44.5 percent in Saxony-Anhalt.
  2. That would give the AfD the first far-right state government in post-war Germany — led by a party its own state intelligence has branded a confirmed right-wing extremist organization since November 2023. The question now is whether it can claim the 42 of 83 seats needed for an absolute majority — or whether a five-percent hurdle and a small populist party decide the outcome.
  3. About 1.7 million people were eligible; turnout by 4 PM had already reached 65 percent, above the full 60.3 percent turnout of the 2021 election. A certified result is expected early Monday.
  4. The CDU's collapse is stark: from 37.1 percent five years ago to 18.5 percent in the forecast. The AfD has more than doubled its 20.8 percent from 2021. Both broadcasters' forecasts put the AfD around 44 to 44.5 percent.
  5. The 83-seat parliament needs 42 for a majority. The forecasts sketch the AfD at 39 to 41 seats, the CDU at 16 to 17, and the new left-populist BSW on the knife-edge at 4.8 to 5.0 percent. The FDP is heading out at two to 2.5 percent. Because of the five-percent threshold, wasted votes inflate the AfD's seat share. One university model put the chance of an AfD solo majority at about 26 percent. Whether BSW crosses five percent, and whether leftover votes concentrate, will decide if the AfD can rule alone.
  6. Both Merz and Schulze reject any deal with the AfD; Siegmund rejects any deal with the CDU.
  7. The AfD's lead candidate is 35-year-old Ulrich Siegmund, a Landtag member since 2016, who campaigned on winning 45 percent plus X and an AfD-only government. He rejects any coalition with the CDU. His rival is Sven Schulze, the incumbent Minister-President since January, an MEP from 2014 to 2021, who rules out AfD ministers and wants to continue the CDU-SPD-FDP coalition. The CDU has governed the state continuously since 2002, and essentially since reunification. Chancellor Merz has placed the firewall directly in play.
  8. Merz warned that investors would think three times if an absolute majority for the right-populist party locks in on Monday.
  9. The AfD is challenging that extremist classification in court; the Magdeburg case is stayed pending the federal case in Cologne.
  10. Saxony-Anhalt casts 4 of the Bundesrat's 69 votes as a bloc. An AfD government would put the first AfD voice at the national table, though a single state cannot block federal law. The state also takes the chair of the Conference of Minister-Presidents later this year.
  11. The deeper context is demographic and economic. The state's population has fallen from about 3 million at the fall of the Wall to roughly 2.2 million now, with forecasts under 2 million by 2031 and toward 1.8 million by 2040. It has the oldest workforce in Germany and an energy-intensive chemical industry under cost pressure at Leuna. Migration is the top issue for 90 percent of AfD supporters — yet the foreigner share here is about 8 percent, and the migrant-background share about 11 percent versus roughly 30 percent nationally. It's a paradox: the AfD is strongest where immigration is lowest.
  12. The 2025 Sachsen-Anhalt-Monitor found that while 87 percent of residents endorse democracy in the abstract, only 43.5 percent reject authoritarian alternatives. Fifty-four percent — fragile democrats — accept democracy but would not rule out a one-party system, a strong leader, or a dictatorship. The researcher says these voters would not reliably defend the system in a rupture — exactly the pool where the AfD grows.
  13. The AfD's state program is among the party's hardest: remigration and expanded deportation detention, a work duty for asylum seekers, cutting democracy-promotion funding, shrinking ministries, rewriting public broadcasting, keeping coal, returning to nuclear power, easing Russian-gas sanctions through the Bundesrat, and traditionalist schooling. Siegmund attended the 2023 Potsdam meeting that discussed mass remigration.
  14. The vote is a test of the firewall and of post-war precedent. The certified result early Monday will show whether the AfD can claim an absolute majority — and whether the CDU, facing a minority, might need Left abstentions, testing the left half of its own firewall.

Quellen

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Zitierte Quellen

  1. The Far Right's Rise: Is Germany at a Breaking Point? | To the PointDW News · 4. Sept. · Video
  2. 2026 Saxony-Anhalt state election - Wikipediaen.wikipedia.org
  3. Saxony-Anhalt election 2026: date, polls, candidatesstats-data.com
  4. Sven Schulze vs. Ulrich Siegmund – Duel of the Top Candidatesground.news
  5. Particle: CDU in Sachsen-Anhalt Endorses Sven Schulze as Lead Candidate After Haseloff’s Departureparticle.news
  6. Landtagswahl 2026 in Sachsen-Anhalt: Termin steht | mdr.dewww.mdr.de
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  8. Saxony-Anhalt: Small parties will be the kingmakerswww.dw.com
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  10. An election could produce postwar Germany's 1st far-right regional ...apnews.com
  11. Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026: Termin, Umfragen, Kandidatenrathausnachrichten.de
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  17. Election Poll Saxony-Anhalt: Latest Survey by INSA (August 6, 2026)politpro.eu
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  19. Saxony-Anhalt Election Could Reshape German Politics as AfD Surges | The Epoch Timeswww.theepochtimes.com
  20. Will AfD win an absolute majority of seats in | Lines.comwww.lines.com
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  24. Polling stations open in closely-watched German state vote | dpa internationaldpa-international.com
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  31. Das sind die Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt - WELTwww.welt.de
  32. AfD bei Wahl in Sachsen-Anhalt: Wer ist Spitzenkandidat Ulrich Siegmund?www.fr.de

Übersetzung aktualisiert: 24. September 2026 um 08:08 GMT-5

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