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Technologie · Kühlung in SupermärktenFortlaufendes Thema · Bericht 2 von 2

Kühlungsausfälle verderben Lebensmittel in sechs europäischen Ländern; Cyberangriff wird vermutet

Ein Geschäft in Belgien schätzt den Wert entsorgter Waren auf 100.000 €, während Einzelhändler die Folgen nächtlicher Kühlungsausfälle bewältigen. Ein einzelner Cyberangriff, der alle sechs Länder verbindet, ist weiterhin nicht nachgewiesen.

Verfasst 6 Min. Lesezeit · 23 Quellen

Video in der Originalsprache

Aus dem englischen Original übersetzt.

Was sich seit unserem letzten Bericht geändert hat

19 Tage später

Damals

Hackerangriff auf französische Supermärkte verdirbt Lebensmittel, während Einzelhändler um sichere Kühlung bemüht sind

Was wir als offen bezeichnet hatten

  1. Angreifer, Motiv, genaue Zugriffsmethode, vollständiges Ausmaß der physischen Schäden und endgültige Verluste sind weiterhin nicht geklärt.

    Noch offen

    Die neuen Berichte nennen weder Angreifer noch Motiv oder genauen Zugangsweg und liefern keine vollständige Bilanz der physischen oder finanziellen Schäden. Auch stellen sie keine forensische Verbindung zwischen den Angriffen in Frankreich und der Störung im November her.

  2. Ob Einzelhändler eine sichere Kühlung überprüfen, exponierte Zugänge schließen und betroffene Verkaufsbereiche ohne eine weitere Störung wieder öffnen können.

    Noch offen

    Bei den neuen Vorfällen gibt es teilweise Fortschritte im Betrieb: Sjöbo wurde wiedereröffnet, Carrefour hielt seine Geschäfte geöffnet, Coop meldete die Eindämmung und Sabcobel trennte Geräte vom Netzwerk. Keine dieser Entwicklungen bestätigt den Abschluss der Wiederherstellung an allen neu betroffenen Standorten oder klärt die frühere Frage nach der Wiederherstellung in Frankreich.⁠1

Jetzt

Ein Geschäft in Belgien schätzt den Wert entsorgter Waren auf 100.000 €, während Einzelhändler die Folgen nächtlicher Kühlungsausfälle bewältigen. Ein einzelner Cyberangriff, der alle sechs Länder verbindet, ist weiterhin nicht nachgewiesen.

Ein Supermarktleiter in Hoeilaart, Belgien, schätzt, dass Waren im Wert von 100.000 € weggeworfen werden mussten. Dabei sind die Geschäftseinbußen während der Schließung der Delhaize-Filiale noch nicht eingerechnet. Es ist die deutlichste Bezifferung der Kosten für einen einzelnen Betrieb infolge eines Kühlungsausfalls, der Geschäfte in sechs europäischen Ländern mit wärmer werdenden Kühlmöbeln, verdorbener Ware und unterbrochenem Geschäftsbetrieb konfrontierte.⁠1

Die Störung ereignete sich über Nacht zum 2. November und betraf Einzelhändler in Belgien, Luxemburg, Schweden, Irland, den Niederlanden und Estland. Mehrere Unternehmen und Lieferanten berichten von gezielten Eingriffen in die Kühlsteuerungen. Sabcobel, das die Kühlsysteme von Delhaize betreibt und einige der betroffenen Geräte herstellt, bezeichnet seinen Vorfall als Cyberangriff. Ein einzelner Angriff, der alle sechs Länder verbindet, ist jedoch nicht nachgewiesen.⁠1⁠2

Die physischen Schäden sind besser belegt als die digitale Erklärung. Lebensmittel wurden aus dem Verkauf genommen, Beschäftigte müssen die Aufräumarbeiten bewältigen und einige Geschäfte wurden vorübergehend geschlossen. Andere blieben geöffnet oder wurden wiedereröffnet. Es gibt weiterhin weder eine vollständige Bilanz der verlorenen Waren noch einen bestätigten Zeitplan für die Wiederherstellung an allen betroffenen Standorten oder einen identifizierten Angreifer.⁠1⁠2

Die Verluste beginnen am Kühlmöbel

Die Schätzung aus Hoeilaart stammt vom Leiter der Filiale, der laut BBC mit der belgischen Nachrichtenzeitung Het Laatste Nieuws sprach. Sie umfasst entsorgte Waren in einem einzelnen Geschäft in der belgischen Region Flandern und ist keine geprüfte nationale Verlustbilanz. Berichte lokaler Medien beziffern die weiterreichenden Lebensmittelverluste auf Millionen Euro, doch eine verlässliche Gesamtsumme oder Tonnage wurde nicht ermittelt. Die Schätzung der Filiale lässt sich nicht einfach zu diesen umfassenderen Angaben addieren: Dieselben Verluste könnten darin bereits enthalten sein.⁠1

In Belgien und Luxemburg zusammen waren rund 40 Delhaize-Supermärkte betroffen – nicht 40 in jedem Land. Carrefour meldete Störungen in 15 belgischen Filialen und erklärte, unmittelbare Maßnahmen hätten alle Geschäfte geöffnet gehalten. Die Colruyt Group, die belgische Spar-Filialen über Franchiseunternehmen betreibt, teilte mit, die Kühlsysteme von fünf Geschäften seien angegriffen worden. Dies sind Angaben einzelner Einzelhändler, keine abgeglichene Zählung aller betroffenen Standorte.⁠1

Zu den gemeldeten Opfern in den Niederlanden gehörten Metzgereien und kleine Nachbarschaftsläden. Ein Danfoss-Sprecher sagte dem niederländischen Sender NOS, die Temperaturen in Kühl- und Gefrierschränken seien über Nacht in mindestens 17 Betrieben verändert worden. Das ist eine Zahl von Betrieben, nicht von 17 Supermarktfilialen. Zudem zeigt es, warum die Folgen über die größten Lebensmittelketten hinausgehen.⁠6

SuperValu in Irland meldete betroffene Kühlsysteme in 13 Supermärkten. Der Eigentümer Musgrave Group beschrieb einen Cybervorfall, der auf ein «bestimmtes Modell» von Kühlschrank begrenzt gewesen sei. Diese Einschränkung ist wichtig: Sie bedeutet nicht, dass alle Kühlgeräte in diesen Geschäften ausgefallen oder der gesamte Bestand an SuperValu-Filialen betroffen gewesen wären. Eine bestätigte irische Verlustsumme oder ein vollständiger Zeitpunkt der Wiederherstellung wurde nicht ermittelt.⁠1

Die Kosten beschränken sich also nicht auf die Lebensmittel, die sich in einem ausgefallenen Gefrierschrank befanden. Ein Geschäft kann auch Umsätze verlieren, während Beschäftigte Waren entfernen und den Betrieb wiederherstellen. Die Schätzung des Filialleiters in Hoeilaart macht diesen Unterschied deutlich: Die Rechnung für die Lebensmittel war bereits beträchtlich, und die Schließung bedeutete einen zusätzlichen Verlust.

Eine Einstellung ist keine Temperatur

In Sjöbo im Süden Schwedens erklärte eine ICA-Filiale, jemand habe ihre Kühl- und Gefrierschränke auf 50 °C eingestellt, entsprechend 122 °F. Dies ist ein Bericht über eine geänderte Reglereinstellung – kein Beleg dafür, dass die Kühlmöbel oder ihr Inhalt diese Temperatur tatsächlich erreicht haben. Die Filiale schloss früher als üblich und wurde später wiedereröffnet. ICA erklärte, der Vorfall habe eine kleine Zahl von Filialen außerhalb des zentralen Netzwerks betroffen und das Unternehmen unterstütze sie. Eine Kompromittierung des zentralen Netzwerks selbst meldete ICA nicht.⁠1

Eine weitere Filiale, ICA Baronen in Stockholm, veröffentlichte einen Hinweis, dem zufolge alle Gefrierschränke wegen eines Cyberangriffs ausgefallen seien. Ihr Verkaufsleiter gab den Vorfall mit 2 Uhr Ortszeit und seine Entdeckung mit 5:30 Uhr an. Diese Zeiten beschreiben die Erfahrung einer einzelnen Filiale, nicht einen bestätigten Beginn und Entdeckungszeitpunkt der europaweiten Störung.⁠2

Die gemeldete Zahl betroffener schwedischer Coop-Filialen stieg zwischen den am 2. November veröffentlichten Berichten: Im früheren Bericht von The Independent waren sechs Filialen betroffen, im späteren Bericht der BBC waren es sieben von 800. Die spätere Zahl ersetzt die frühere, der Grund für die Änderung wurde jedoch nicht erklärt. Coop sagte der BBC, die Lage sei «derzeit eingedämmt und unter Kontrolle» – eine engere Aussage als die Bestätigung, dass alle Kühlmöbel wieder in Betrieb und sämtliche entsorgten Waren ersetzt seien.⁠2⁠1

Der estnische Sender ERR nannte einen betroffenen Selver-Supermarkt. Auch der Lieferant Kitman Coldtech berichtete von einem betroffenen Kunden aus einer Supermarktkette und geänderten Einstellungen auf +50 °C, ohne die Kette in diesem Bericht zu nennen. Aus diesen Meldungen lässt sich nicht auf zwei getrennte Opfer schließen; auch hier ist die Einstellung nicht mit einer gemessenen Lebensmitteltemperatur gleichzusetzen.⁠21⁠2

Eindämmung ist nicht gleich abgeschlossene Wiederherstellung

Die konkreteste Erklärung dafür, wie die Kühlung unterbrochen wurde, stammt von Sabcobel. Das Unternehmen erklärte, Verdampfer – Teile der Kühlsysteme, die zur Kühlung beitragen – seien in den Abtaumodus geschaltet worden, wodurch sich die Geräte erwärmten. Vorstandschef Stephan Moelans sagte der Nachrichtenagentur Belga, es handle sich um einen Cyberangriff, und beschrieb laufende Bemühungen, Geräte zu isolieren.⁠1

die ganze Nacht und den Vormittag daran arbeiten, die betroffenen Geräte vom Netzwerk zu trennen

Stephan Moelans, Vorstandschef von Sabcobel 1

Moelans sagte, die Schutzmaßnahmen hätten nach den früheren Angriffen in Frankreich begonnen und die betroffenen Geräte müssten physisch modifiziert werden; Softwareänderungen allein reichten nicht aus. Er empfahl, Kühlschränke über eine sichere Internetverbindung zu verwalten, und sagte, die meisten Sabcobel-Kunden hätten nach den Vorfällen in Frankreich umgestellt. Das sind die Darstellung des Lieferanten zu seinen Maßnahmen und seine Empfehlung zum Schutz – kein Beleg dafür, dass jedes gefährdete Gerät modifiziert oder die verbleibende Gefährdung beseitigt worden sei.⁠1

Am 14. Oktober berichteten wir, dass Hunderte französische Supermärkte frische und tiefgekühlte Lebensmittel entsorgt hatten, nachdem Angreifer die Kühlsteuerungen aus der Ferne manipuliert hatten. Der Bericht vom November über den Abtaumodus ähnelt diesem früheren Angriffsmuster. Geändert hat sich die gemeldete geografische Reichweite der Kühlungsstörungen; Forensikbelege, die die Angriffe in Frankreich mit all diesen neuen Vorfällen verbinden, liegen weiterhin nicht vor.

Ahold Delhaize meldete der Polizei im Oktober ebenfalls verdächtige Aktivitäten in seiner Infrastruktur. Ein nachgewiesener Zusammenhang zwischen diesen Aktivitäten und den Kühlungsausfällen im November besteht nicht. Ähnliche Zeitpunkte und Auswirkungen bei Einzelhändlern sind Anlass für Ermittlungen, aber kein Beweis für einen einzigen Täter, eine einzige kompromittierte Plattform oder einen einzigen Zugangsweg zu den Geräten.⁠2

Die nationalen Cybersicherheitsbehörden Belgiens und Schwedens beobachten den Vorfall. Das britische National Cyber Security Centre erklärte, es arbeite mit internationalen Partnern und der Branche daran, zu verstehen, was geschehen sei; betroffene Vorfälle im Vereinigten Königreich seien nicht gemeldet worden. Diese Reaktionen belegen keine gemeinsame Ursache in den sechs Ländern.⁠1

Für Einzelhändler kommt es nun ebenso auf praktische Maßnahmen wie auf die forensische Aufklärung an: zuverlässige Kühlung, Ersatzware und keine erneute Unterbrechung. Eine Tür wieder zu öffnen oder einen Regler vom Netzwerk zu trennen, ist ein Fortschritt. Eine abschließende Bilanz der verlorenen Lebensmittel oder eine gesicherte Beseitigung der Störung ist das noch nicht.

Chronologie

Tag 25 · 2 Berichte

Chronologie der Geschichte
  1. Berichtete zuerst

  2. 3 Tage später

  3. 19 Tage später

Wie ausgestrahlt
  1. Supermarkets are throwing away food after their refrigeration systems failed overnight. The disruption reaches shops in six countries, destroying stock and interrupting trading.
  2. On October 14, we reported that hundreds of French supermarkets had discarded food after attackers remotely manipulated refrigeration controls. Now, other countries face cooling failures. Can affected businesses restore reliable refrigeration and replace discarded stock without another interruption?
  3. Shops in Belgium, Luxembourg, Sweden, Ireland, the Netherlands and Estonia have reported refrigeration disruption. The failures happened overnight into November 2. Retailers and suppliers describe altered temperatures, warming freezers and food that had to be removed from sale.
  4. Around 40 Delhaize supermarkets were affected across Belgium and Luxembourg combined. Delhaize is investigating. Its refrigeration operator, Sabcobel, calls the incident a cyberattack. The losses are already tangible at one branch in Hoeilaart, in Belgium's Flanders region.
  5. The Hoeilaart store's manager estimates that discarded produce was worth 100,000 euros. That leaves out further losses from closing the shop. For this branch, the cost includes both the stock thrown away and the trading time lost.
  6. Regional food losses are reportedly in the millions of euros, but a reliable combined total isn't yet confirmed. The Hoeilaart estimate covers one branch, and can't simply be added to that broader figure.
  7. Workers face the physical cleanup as well as the cooling failure. They have to remove spoiled stock while businesses work to restore operations. Some shops have closed temporarily, while others have managed to keep their doors open.
  8. Carrefour says 15 Belgian stores were affected. It took immediate measures and kept all its shops open. Colruyt Group says five shops had their refrigeration systems attacked. The group operates Belgian Spar stores through franchises. Those figures describe the named retailers' impacts.
  9. An ICA branch in Sjöbo says someone set its refrigerators and freezers to 50 degrees Celsius, or 122 Fahrenheit. That's the reported controller setting. It doesn't tell us how hot the cabinets or their food actually became.
  10. The Sjöbo branch closed earlier and has since reopened. ICA says a small number of affected stores operate outside its central network, and it's supporting them. In Stockholm, ICA Baronen posted a notice saying all its freezers were broken because of a cyberattack.
  11. That store's sales manager put the incident at two in the morning, with discovery at half past five. Those times describe what happened at ICA Baronen. The disruption elsewhere has its own local circumstances.
  12. Coop's affected-store count ranges from six to seven out of its 800 Swedish stores. The difference hasn't been explained. Coop says the situation is currently contained and under control, though that doesn't specify when every affected cabinet returned to service.
  13. In Ireland, 13 SuperValu supermarkets had refrigeration systems affected. Owner Musgrave describes a cyber incident limited to a specific refrigerator model. In the Netherlands, equipment maker Danfoss says temperatures were altered at at least 17 businesses, including butchers and small neighbourhood shops.
  14. In Estonia, a Selver supermarket was affected. Supplier Kitman Coldtech also describes an affected supermarket-chain client and settings changed to 50 degrees Celsius. Its client account doesn't name the chain, so it can't be counted as another separate victim.
  15. Sabcobel says evaporators, the parts of the system that help provide cooling, were switched into defrost mode. That caused refrigeration units to warm. Chief executive Stephan Moelans says the company has been disconnecting affected equipment from the network.
  16. Moelans says Sabcobel has been working all night and morning to disconnect the affected units. His company operates Delhaize's systems and manufactures some affected equipment. That work describes containment still underway while shops deal with the consequences.
  17. Moelans says protection work began after the French attack, and affected units need physical modifications as well as software changes. He recommends managing refrigerators through a secure internet connection, and says most of Sabcobel's customers switched after France.
  18. Ahold Delhaize had also reported suspicious activity in its infrastructure to police in October. Nobody has identified who caused the current disruption or why. A shared operation linking all six countries, the earlier suspicious activity and the French attacks hasn't been demonstrated.
  19. Businesses have made partial progress. The Sjöbo store reopened, Carrefour kept shops open, Coop describes containment, and Sabcobel is disconnecting units. Reliable cooling and replacement stock across every affected site still haven't been confirmed, and there's no complete restoration timetable.
  20. Belgium's and Sweden's national cybersecurity agencies are monitoring the incident. The UK's National Cyber Security Centre is working with international partners and industry to understand what happened. No affected incidents have been reported in the United Kingdom.

Quellen22

Von den hier zitierten Quellen veröffentlichte ERR zuerst, 5 Stunden vor der Ausstrahlung dieses Berichts. 12 weitere Medien folgten.

9 Medien ohne Datumsangabe:Anadoluapnews.combrusselstimes.comdemorgen.behln.bemetro.co.uk

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