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Konflikte · Bedrohungen im Luftverkehr

Bombendrohungen gegen Flüge in Europa weiten sich auf mindestens 15 Flüge an einem Tag aus

Zwei Finnair-Flüge mit 321 Passagieren landeten sicher, während die gemeldete Tageszahl auf mindestens 15 stieg. Bei den Durchsuchungen wurde kein Sprengstoff gefunden, doch einige Ergebnisse und der Ursprung der Drohungen sind weiterhin ungeklärt.

Verfasst 6 Min. Lesezeit · 24 Quellen

Video in der Originalsprache

Aus dem englischen Original übersetzt.

Was in unserer Berichterstattung zunächst als ein umgeleiteter Flug von Dublin nach Rom erschien, hat sich inzwischen zu einer deutlich größeren Störung des europäischen Luftverkehrs ausgeweitet. Am 5. November um 10:31 UTC berichtete HeyDay News, dass ein Airbus A320 von Aer Lingus nach einer Bombendrohung auf dem Luftwaffenstützpunkt Évreux in Frankreich gelandet war. Spätere Berichte sprechen von mindestens 15 betroffenen Flügen am Donnerstag. Damit setzt sich eine Woche voller Drohungen fort, die Umleitungen, Kampfjet-Eskorten und Durchsuchungen von Flugzeugen erzwungen haben.⁠1

Zu den weiteren Flügen gehörten zwei Finnair-Verbindungen mit 321 Passagieren und 13 Besatzungsmitgliedern. Beide erreichten sicher ihr Ziel, und alle Passagiere gingen von Bord. Bei den beschriebenen Vorfällen wurde bei abgeschlossenen Durchsuchungen kein Sprengsatz gefunden, obwohl mehrere abschließende Prüfergebnisse noch ausstehen. Die Störungen sind belegt; ob die Drohungen aus einer gemeinsamen Quelle stammten, ist es nicht.⁠1⁠2

Mindestens 15Am Donnerstag Berichten zufolge betroffene Flüge 1
Mehr als 20Im Laufe der Woche betroffene Flüge 1
321Passagiere auf den beiden Finnair-Flügen 2

Die täglichen und wöchentlichen Zahlen beschreiben sich überschneidende Gruppen und dürfen nicht zu getrennten Gesamtzahlen addiert werden. CBS News berichtet, dass im Laufe der Woche mindestens sieben frühere Flüge bedroht wurden. Mit den Vorfällen am Donnerstag stieg die Wochenzahl auf mehr als 20.⁠1

Auch die Tagesbilanz bedarf einer Einschränkung: Es handelt sich um eine von einem Medienunternehmen gemeldete Zahl, nicht um ein unabhängig bestätigtes, europaweites offizielles Register. Die Liste von CBS umfasst einen Aer-Lingus-Flug, zwei Finnair-Verbindungen, zwei Wizz-Air-Flüge, einen LOT-Flug, drei Ryanair-Flüge mit Ziel Bulgarien, vier nach Prag fliegende Flugzeuge und zwei weitere Ankünfte am Mailänder Flughafen Malpensa. Das ergibt insgesamt 15. Für elf sind die Strecken angegeben; bei den vier nach Prag fliegenden Maschinen fehlen in der verfügbaren Berichterstattung die einzelnen Flugnummern und Abflughäfen.⁠1

Sichere Ankünfte, aber unterbrochene Reisen

Finnair-Flug AY1761 von Helsinki nach Rom beförderte 144 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder. Ein italienischer Kampfjet eskortierte das Flugzeug in die Hauptstadt, wo es für Sicherheitskontrollen empfangen wurde. Anadolu berichtete unter Berufung auf Stiina Tuunanen, Kommunikationsmanagerin bei Finnair, dass der Flug planmäßig ankam. Die zweite Verbindung, AY1471 von Helsinki nach Wien, beförderte 177 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder; der von Jettime durchgeführte Flug landete normal.⁠1⁠2⁠12

Finnair bezeichnete die Warnungen in einer vom Guardian veröffentlichten Mitteilung als „unbegründete oder vorgetäuschte Bombendrohungen“. Die Fluggesellschaft erklärte, sie nehme jede potenzielle Bedrohung ernst, prüfe jede Situation sorgfältig und arbeite mit den örtlichen Behörden zusammen. Diese Beschreibung der Drohungen sollte nicht mit einer abgeschlossenen Entwarnung für jedes Flugzeug verwechselt werden, das in den größeren Vorfall verwickelt war.⁠2

Die Untersuchung des nach Rom fliegenden Flugzeugs ergab tatsächlich einen negativen Befund. Weniger klar ist, was mit dem Flughafenbetrieb geschah. In ihrem Bericht vom 5. November schrieb CBS News, der Flughafen Leonardo da Vinci–Fiumicino habe den Flugverkehr 30 Minuten lang eingestellt. In der Berichterstattung des Guardian vom 5. November wurde eine Erklärung des Flughafenbetreibers ADR wiedergegeben, wonach die Überprüfung und Freigabe „ohne jede Beeinträchtigung des normalen Flughafenbetriebs“ abgeschlossen worden seien. Ausmaß und Zeitpunkt einer möglichen Unterbrechung sind nicht miteinander in Einklang gebracht; der eine Bericht lässt sich nicht einfach in den anderen einordnen.⁠1⁠2

Für den Wizz-Air-Flug von Mailand-Malpensa nach Warschau ging während des Flugs eine Drohung ein; das Flugzeug wurde nach Wien umgeleitet. Die Fluggesellschaft erklärte, die Besatzung habe die geltenden Sicherheitsverfahren befolgt und arbeite mit den Behörden zusammen. Ein separater Wizz-Air-Flug von Malpensa nach Bukarest landete sicher und wurde nach Kontrollen des rumänischen Nachrichtendienstes freigegeben; dabei wurde nichts Besorgniserregendes gefunden. Ein endgültiges Prüfergebnis für das nach Warschau fliegende Flugzeug liegt nicht vor.⁠2

In Bulgarien sollten drei von Drohungen betroffene Ryanair-Flüge aus Madrid, Kopenhagen und London Stansted nach Sofia fliegen. Die ersten beiden setzten ihren Flug nach Sofia fort; das Flugzeug aus London wurde nach Plowdiw umgeleitet. Diese Umleitung ist einer der drei Flüge und kein vierter Vorfall. Alle drei wurden überprüft; Sprengstoff, verdächtige Gegenstände oder andere Probleme wurden nicht festgestellt.⁠1⁠2

Der Betrieb in Sofia und Plowdiw kehrte nach Angaben des bulgarischen Verkehrsministeriums zur Normalität zurück. Ryanair organisierte den Transport von Plowdiw nach Sofia. Für diese Passagiere bedeutete die sichere Landung dennoch eine unterbrochene Reise: Die Mitteilung bestätigte, dass die Weiterreise organisiert wurde, nicht aber, dass alle ihr eigentliches Ziel erreicht hatten.⁠2

LOT-Flug LO235 von Warschau nach Brüssel wurde zweimal kontrolliert. Nachdem die Besatzung Informationen über eine mögliche Sicherheitsbedrohung erhalten hatte, durchsuchte sie das Flugzeug an Bord und fand keine verdächtigen Gegenstände. Nach der Landung in Brüssel durchsuchten die Behörden das Flugzeug erneut und fanden ebenfalls nichts Gefährliches oder Verdächtiges.⁠2

Durchsuchungsergebnisse liegen vor, eine Zuordnung nicht

Der Bericht aus Prag geht inzwischen über die zuvor beschriebenen Vorbereitungen hinaus. The Guardian berichtete zunächst, dass die tschechische Polizei vier ankommende Flugzeuge erwartete und Sprengstoffkontrollen vorbereitete. Die Polizei stufte die Glaubwürdigkeit der Drohungen als gering ein, leitete aber Sicherheitsmaßnahmen ein, um Störungen möglichst gering zu halten. CBS berichtete später, dass alle vier Flugzeuge gelandet und durchsucht worden seien, ohne dass Sprengstoff oder verdächtige Vorrichtungen gefunden wurden. Dieses spätere Ergebnis ersetzt den zuvor noch ausstehenden Stand; es handelt sich nicht um einen Widerspruch zwischen den Medien. Die individuellen Kennungen der Flugzeuge fehlen weiterhin.⁠2⁠1

Zwei weitere bedrohte Flugzeuge kamen ohne Umleitung sicher am Mailänder Flughafen Malpensa an: Aegean-Airlines-Flug A3552 aus Thessaloniki und Ryanair-Flug FR8953 aus Porto. Nach den verfügbaren Angaben untersuchten Sprengstofftechniker beide Flugzeuge. Diese Ankünfte sind von den beiden Wizz-Air-Abflügen zu unterscheiden; aus den sicheren Landungen geht nicht hervor, dass die Durchsuchungen abgeschlossen waren.⁠1

Der Aer-Lingus-Flug aus unserem früheren Bericht ist ebenfalls in der Bilanz für Donnerstag enthalten. Alle 151 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder verließen das Flugzeug in Évreux sicher, während Bombenentschärfungsteams des Militärs es untersuchten, wie das Büro des französischen Premierministers mitteilte. Das endgültige Ergebnis der Durchsuchung liegt in der hier ausgewerteten Berichterstattung noch nicht vor. Neu sind die umfassendere Flugliste und weitere Durchsuchungsergebnisse – nicht ein erneutes Auftreten dieser Umleitung.⁠1

Einige Drohungen erreichten Fluggesellschaften per E-Mail; der Übermittlungsweg jeder einzelnen Nachricht ist jedoch nicht geklärt. Der Experte für Luftsicherheit Paul Mason sagte BBC Radio 5 Live, die Häufigkeit sei „ungewöhnlich“, und vermutete eine gezielte Aktion statt zufälliger böswilliger Anrufe. CBS berichtete über seine Einschätzung und verwies zugleich auf die entscheidende Einschränkung: Keine Behörde hatte einen Zusammenhang zwischen den Drohungen bestätigt, und weder eine Einzelperson noch eine Gruppe hatte die Verantwortung übernommen.⁠1

Masons Schlussfolgerung ist ein Anlass, ein mögliches Muster zu untersuchen, aber kein Beweis für einen einzelnen Täter. Ähnliche Vorsichtsmaßnahmen bei verschiedenen Fluggesellschaften zeigen, dass Besatzungen und Bodenteams auf die Drohungen reagieren; sie belegen für sich genommen nicht, dass die Nachrichten denselben Ursprung haben.

Bekannt

  • Die beschriebenen Flüge landeten sicher. Bei den bislang gemeldeten abgeschlossenen Durchsuchungen wurde kein Sprengsatz gefunden. 12

Unbekannt

  • Die endgültigen Prüfergebnisse für das Aer-Lingus-Flugzeug, den nach Wien umgeleiteten Wizz-Air-Flug und die beiden weiteren Ankünfte in Mailand liegen noch nicht vor. Eine gemeinsame Quelle der Drohungen wurde nicht festgestellt.

Als Nächstes

  • Achten Sie auf die noch ausstehenden Durchsuchungsergebnisse, genauere offizielle Angaben zu den Flügen, eine Klärung der betrieblichen Störungen in Rom und Ermittlungsergebnisse zum Ursprung der Nachrichten.

Eine Drohung ist kein Beleg dafür, dass sich eine Bombe an Bord befand. Doch auch eine unbegründete Drohung kann eine Reise unterbrechen, militärische Unterstützung erforderlich machen und Passagiere weit von ihrem Ziel zurücklassen. Die Durchsuchungen haben bislang beruhigende Ergebnisse erbracht. Zu klären, wer die Störungen verursacht hat – und ob diese Vorfälle zu einer einzigen Kampagne gehören –, ist eine separate, noch offene Aufgabe.

Quellen23

Von den hier zitierten Quellen veröffentlichte dw.com zuerst, 3 Stunden vor der Ausstrahlung dieses Berichts. 16 weitere Medien folgten.

6 Medien ohne Datumsangabe:Anadoluapnews.comburgasnews.comcbc.caMid-Daynovinite.com

Alle Quellen nach Medium

24 Quellen aus 23 Medien· Meistzitierte zuerst

Wie ausgestrahlt
  1. Two Finnair flights carrying 321 passengers landed safely after bomb threats. At least 15 flights are reportedly affected across Europe, prompting diversions, military escorts and aircraft searches. Investigators still haven't determined whether the threats share a source.
  2. Earlier on November 5, we reported that an Aer Lingus flight from Dublin to Rome had diverted to a French military base. The additional flights and completed searches now show how much farther the disruption reaches.
  3. The Aer Lingus Airbus A320 landed safely at Évreux. All 151 passengers and six crew left the aircraft safely while military bomb-disposal teams examined it. That flight is included in the wider count.
  4. The Thursday tally covers at least 15 flights. The week's total exceeds 20, including at least seven earlier journeys. Those earlier flights belong in the weekly figure, so they aren't added again to Thursday's count.
  5. The daily count has a specific breakdown. Eleven flights are identified by route, alongside four incoming Prague aircraft whose individual routes and flight numbers haven't been given. That makes the total a reported tally, with part of the flight-by-flight detail still missing.
  6. The list includes one Aer Lingus flight, two Finnair services and two Wizz Air flights. It also includes one LOT flight, three Bulgaria-bound Ryanair services, four Prague-bound aircraft and two additional arrivals at Milan.
  7. Finnair's Rome flight carried 144 passengers and seven crew. Its Vienna service carried 177 passengers and six crew. Both reached their destinations safely, and everyone disembarked. Together, those aircraft carried 321 passengers and 13 crew.
  8. An Italian fighter escorted the Rome aircraft, which arrived on schedule and was met for security checks. Jettime operated the Vienna service, which landed normally. Finnair called the alerts “unfounded or hoax bomb threats” and said it assesses every potential threat with local authorities.
  9. The Rome aircraft's search found nothing dangerous. But accounts disagree about the airport's operations. One describes a 30-minute flight stop. Airport operator ADR says normal operations weren't affected. The extent and timing of any pause remain unclear.
  10. A Wizz Air Airbus A321 bound from Milan Malpensa to Warsaw received a bomb threat while airborne and diverted to Vienna. The airline said its crew followed security procedures and that it was cooperating with the authorities.
  11. A second Wizz Air flight, from Milan Malpensa to Bucharest, landed safely. Romanian intelligence-service checks cleared that aircraft without finding anything worrying. Wizz Air said other airlines were also experiencing threats, diversions and searches.
  12. Three threatened Ryanair flights were heading to Sofia. The Madrid and Copenhagen services continued there, while the London Stansted aircraft diverted to Plovdiv. All three underwent inspections, and authorities found no explosives, suspicious items or other problems.
  13. The London aircraft is already one of those three flights. Operations at both Sofia and Plovdiv returned to normal. Ryanair was arranging onward transportation from Plovdiv to Sofia, leaving those passengers with another leg to complete after landing safely.
  14. LOT's Warsaw-to-Brussels flight underwent two inspections. After receiving information about a potential safety threat, the crew checked onboard and found no suspicious items. Authorities searched again after landing in Brussels and also found nothing dangerous or suspicious.
  15. Four Prague-bound aircraft have now landed and been searched, with no explosives or suspicious devices discovered. Earlier, Czech police had been preparing for their arrival. Police rated the threats' credibility as low but activated security measures and arranged explosives inspections.
  16. Police said those precautions were intended to limit disruption to passengers and airport operations. The completed searches move those four aircraft beyond the earlier stage when inspections were still being prepared.
  17. Two additional aircraft landed safely at Milan Malpensa without diverting. They were an Aegean Airlines service from Thessaloniki and a Ryanair flight from Porto. Explosives technicians were inspecting both. These arrivals are separate from the two Wizz Air departures.
  18. Some threats reached airlines by email. Across the incidents, crews and ground teams carried out onboard checks, ground searches and diversions, with military support on some flights. Those responses interrupted journeys even where searches found nothing.
  19. Air transport security expert Paul Mason called the frequency unusual. He suggested the pattern could reflect a deliberate act rather than unrelated malicious calls. He also emphasized the processes airline crews and ground staff use to assess a threat's credibility.
  20. Authorities haven't confirmed a link among the threats, and nobody has claimed responsibility. Completed searches have found no explosive device. Final inspection results are still awaited for the diverted Aer Lingus aircraft, the Wizz Air flight diverted to Vienna and the two additional Milan arrivals.

Übersetzung aktualisiert:

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