Wissenschaft · Maugean-Stechrochen
Entscheidung über den Lebensraum des Stechrochens könnte die Lachszucht im Macquarie Harbour neu gestalten
Wissenschaftliche Berater sagen, dass das letzte bestätigte Rückzugsgebiet des Stechrochens die Voraussetzungen für Schutz erfüllt. Die Abgrenzung und der Bewirtschaftungsplan könnten die Lachszucht neu gestalten – doch eine Ausweisung wurde noch nicht vorgenommen.
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Lachszüchter im Macquarie Harbour auf Tasmanien könnten verpflichtet werden, weniger Fische zu halten – oder die Zucht dort möglicherweise ganz einzustellen –, wenn vorgeschlagene Schutzmaßnahmen für den bedrohten Maugean-Stechrochen zu erheblichen neuen Auflagen führen. Für den Stechrochen steht sein einziges bestätigtes verbliebenes Rückzugsgebiet auf dem Spiel. Keine der beiden Folgen ist beschlossene Sache: Wissenschaftliche Berater haben den Schutz als kritischen Lebensraum empfohlen, doch der Bundesstaat hat ihn nicht ausgewiesen. 1
Diese Lücke zwischen wissenschaftlicher Empfehlung und rechtlichem Handeln ist das zentrale Thema von Regierungsdokumenten, über die ABC Tasmania am 28. Oktober berichtete. Der Wissenschaftliche Beratungsausschuss Tasmaniens ist zu dem Schluss gekommen, dass der Macquarie Harbour die Voraussetzungen für einen Schutz erfüllt. Nun muss der Staatssekretär des Ministeriums, Jason Jacobi, entscheiden – ohne bekannt gegebenen Zeitplan oder vorgeschlagene Abgrenzung. Diese Grenzen und die daraus folgenden Bewirtschaftungsmaßnahmen werden bestimmen, was der Schutz tatsächlich für die Lachsindustrie bedeutet. 1
Der Hafen an Tasmaniens Westküste wird von drei großen Aquakulturunternehmen gemeinsam genutzt, die jährlich Tausende Tonnen Lachs produzieren. Eine Ausweisung wäre die erste Einstufung als kritischer Lebensraum, seit das Threatened Species Protection Act des Bundesstaats vor drei Jahrzehnten in Kraft trat. Sie wäre für sich genommen keine Ankündigung, dass Fischfarmen schließen müssen. 1
Ein Rückzugsgebiet mit wenig Spielraum für Fehler
Die Lage des Stechrochens ist ungewöhnlich stark auf ein Gebiet konzentriert. Eine Studie aus dem Jahr 2026 in Endangered Species Research nennt den Macquarie Harbour und den Bathurst Harbour als die beiden bekannten Vorkommensgebiete, berichtet jedoch, dass die Art seit 1992 nicht mehr im Bathurst Harbour registriert wurde. Die Studie beschreibt ein mögliches funktionales Verschwinden dort – nicht ein nachgewiesenes Aussterben. Der Macquarie Harbour ist weiterhin das einzige bestätigte Gebiet mit einer überlebenden Population. 24
Im April schrieb Tasmaniens Wissenschaftlicher Beratungsausschuss an das Umweltministerium, nachdem er Empfehlungen von vier unabhängigen Experten erhalten hatte. Diese waren sich einig, dass der Macquarie Harbour für das Überleben und die Erholung des Stechrochens entscheidend sei. Sie identifizierten sinkende Werte gelösten Sauerstoffs, Auswirkungen der Aquakultur und klimatische Einflüsse als miteinander wechselwirkende Bedrohungen mit hohem Risiko. Wichtig ist, dass sie außerdem zu dem Schluss kamen, zumindest einige Bedrohungen könnten durch gezielte menschliche Eingriffe im gesamten Hafen bewältigt werden. 1
Der Ausschuss formulierte seine Schlussfolgerung eindeutig: „Der Macquarie Harbour erfüllt die Kriterien für die Ausweisung als kritischer Lebensraum des Maugean-Stechrochens.“ Dies ist die Einschätzung, dass Eingriffe helfen könnten, nicht die Feststellung, dass die Art nicht mehr zu retten ist. 1
Die historische Warnung ist drastisch. Ein Bericht des Institute for Marine and Antarctic Studies, über den ABC berichtete, kam zu dem Schluss, dass die Zahl der Stechrochen zwischen 2014 und 2021 um 64 per cent sank, während die Sauerstoffwerte zurückgingen. Die Lachszucht wurde in diesem Zeitraum erheblich ausgeweitet. Diese Entwicklung belegt die Dringlichkeit; sie liefert weder eine Populationszahl für 2026 noch trennt sie sämtliche beitragenden Ursachen voneinander. 1
Das Ministerium erklärt, die jüngste Überwachung habe „ermutigende Anzeichen“ für den Stechrochen und die Bedingungen im Hafen gezeigt, legte jedoch weder eine neue Populationszahl noch einen gemessenen Trend vor, anhand dessen sich die Verbesserung beurteilen ließe. Im Juni 2026 wurden mehrere in Gefangenschaft gezüchtete Stechrochen im Hafen ausgesetzt. Weder diese Maßnahme noch die Zusicherung des Ministeriums belegen, dass die verbliebene Population gesichert ist. 1
Die Abgrenzung ist eine grundlegende Entscheidung
Die rechtliche Verantwortung liegt bei Jacobi, nicht beim Beratungsausschuss. Nach Abschnitt 23 des Landesgesetzes muss der Staatssekretär einen Lebensraum als kritisch einstufen, wenn er nach Rücksprache mit dem Ausschuss zu der Überzeugung gelangt, dass er für das Überleben einer gelisteten Art kritisch ist. Die wissenschaftliche Empfehlung hat daher weitreichende Bedeutung, ist aber nicht selbst die rechtliche Feststellung. 2
Im August bewilligte Jacobi A$12,800 für eine weitere unabhängige Beratung zu den geografischen Grenzen. Er bat um wissenschaftlich vertretbare Optionen, die vom „kleinsten ökologisch sinnvollen Gebiet“ bis zu weiter gefassten, praktikablen Grenzen reichen sollten, sofern sie durch Belege gestützt werden. Ob der Schutz den gesamten Macquarie Harbour umfassen würde, ist weiterhin offen. 1
Laut dem Bericht von ABC müsste nach einer Ausweisung innerhalb von 90 Tagen ein Bewirtschaftungsplan ausgearbeitet werden, und zwar in Absprache mit betroffenen Grundstückseigentümern und Pächtern. Diese Frist beginnt erst nach einer Ausweisung; sie läuft nicht bereits. Die Umweltrechtsexpertin der University of Tasmania, Jan McDonald, sagt, der Plan könnte zusätzliche Auflagen für die Fischfarmen vorsehen. 1
Der Bewirtschaftungsplan könnte möglicherweise eine erhebliche Verringerung des Fischbestands und möglicherweise die Einstellung der Lachsaquakultur im Macquarie Harbour verlangen.
McDonald betonte außerdem, dass das Ergebnis von der ausgewiesenen Fläche und den Anforderungen an Schutz und Bewirtschaftung abhänge. Eine Entschädigung für betroffene Parteien könnte zum Thema werden, sagte sie. Es wurden weder ein Anspruch noch eine Zahlungshöhe oder öffentliche Kosten festgelegt. Eine Verringerung des Fischbestands und eine Einstellung der Zucht sind mögliche Folgen späterer Entscheidungen, keine bereits angeordneten Maßnahmen. 1
Environment Tasmania setzt sich gemeinsam mit dem Environmental Defenders Office dafür ein, den gesamten Hafen einzubeziehen: sowohl die Gebiete mit Lachsfarmen als auch den Teil innerhalb des Tasmanian Wilderness World Heritage Area. Die Vertreterin der Organisation, Jess Coughlan, argumentiert, dass der gesamte noch verbliebene Lebensraum des Stechrochens geschützt werden müsse. Die praktische Frage lautet, ob eine kleinere gesetzliche Abgrenzung eine Art angemessen schützen könnte, die im gesamten Gewässer mehreren miteinander wechselwirkenden Bedrohungen ausgesetzt ist. 1
Der unabhängige Abgeordnete Peter George, dessen Antrag auf Informationszugang die Beratungen öffentlich machte, unterstützt den Schutz auch dann, wenn die Fischzucht reduziert oder eingestellt werden muss. Seine Einschätzung, die Lachszucht sei das größte Problem des Hafens, ist seine persönliche Beurteilung; die wissenschaftliche Empfehlung nennt mehrere miteinander wechselwirkende Bedrohungen. Auch Vica Bayley, stellvertretender Vorsitzender der Greens, fordert dringendes Handeln und warnt vor den Risiken sommerlicher Hitze. Seine Warnung ist ein Aufruf zur Vorsorge, kein Beleg dafür, dass bestimmte Hitzewellen oder künftige Populationsverluste nachgewiesen wurden. 1
Sauerstoffpumpen sind kein Beweis für eine Erholung
Salmon Tasmania hat sich nicht direkt dazu geäußert, ob das Unternehmen die vorgeschlagene Ausweisung unterstützt. In seiner Stellungnahme hebt es stattdessen Forschung, Sauerstoffanreicherung und eine verringerte Produktion hervor. Es erklärt, „Aquakultur koexistiert im Hafen mit dem Maugean-Stechrochen“ und die Produktion sei „deutlich zurückgegangen“, ohne eine Zahl für den Rückgang oder einen Vergleichszeitraum zu nennen. Diese Zusicherungen klären weder, ob die bestehenden Auflagen ausreichen, noch, ob ein künftiger Bewirtschaftungsplan eine unveränderte Fortsetzung der Fischzucht erlauben würde. 1
Maßnahmen zur Abmilderung der Folgen laufen bereits. Salmon Business berichtete am 8. September, dass aktualisierte, von der EPA genehmigte Pläne die Fischfarmen verpflichten, täglich 10.3 Tonnen Sauerstoffverbrauch auszugleichen; dazu wird in 30 bis 40 Metern Tiefe mit Sauerstoff angereichertes Wasser gepumpt. Die Tagesmenge bezeichnet den der Meeresfischzucht zugerechneten Verbrauch, nicht den gesamten Sauerstoffbedarf des Hafens. Eine behördliche Auflage und die Beschreibung der Pumpvorgänge belegen weder, dass die Maßnahmen vollständig umgesetzt werden, noch ein wiederhergestelltes Sauerstoffgleichgewicht oder eine Erholung des Stechrochens. 18
In einem Projektverzeichnis der Fisheries Research and Development Corporation wird der Budgetaufwand für die Überführung der Sauerstoffanreicherung aus dem Pilotbetrieb in den regulären Betrieb mit A$3.75 million angegeben. Das von Sean P. Riley über Salmon Tasmania geleitete Projekt ist dort mit einem Zeitraum vom 3. Juli 2025 bis zum 29. Juni 2026 aufgeführt, trägt jedoch weiterhin den Status „aktuell“. Das Verzeichnis enthält kein abschließendes Ergebnis zur Leistung. Es belegt eine Investition in Maßnahmen zur Abmilderung der Folgen, nicht, dass der Eingriff ausreichend Schutz bietet. 20
Ein anderer Weg zu stärkerem Schutz
Die Entscheidung des Bundesstaats folgt auf die Verengung eines anderen Schutzwegs. Umweltverbände wollten, dass die Genehmigung der Bundesregierung von 2012 zur Ausweitung der Lachszucht angesichts des Rückgangs des Stechrochens erneut geprüft wird. Vor der Wahl 2025 schloss das Parlament eine erneute Prüfung von Genehmigungen für Branchen aus, die seit mehr als fünf Jahren tätig sind. 1
Im Februar 2026 ließ auch die Bundesumweltministerin die Einstufung des Stechrochens als bedroht bestehen, statt ihn als vom Aussterben bedroht einzustufen; sie folgte damit der wissenschaftlichen Beratung des Bundes. Diese bundesweite Entscheidung über die Einstufung der Art ist von Tasmaniens geplantem Schutz des Lebensraums selbst getrennt. Keine der beiden Entscheidungen beantwortet die Frage, welche Bewirtschaftung der Hafen jetzt benötigt. 1
Das Landesministerium sagt Konsultationen zu, erklärt jedoch, es könne sich nicht zum Zeitplan einer Entscheidung, zum möglichen Gebiet oder zu den Auswirkungen auf Branchen und Lizenzen äußern. Die wissenschaftliche Grundlage für den Schutz als kritischer Lebensraum liegt auf dem Tisch. Was weiterhin fehlt, ist die Verwaltungsentscheidung, mit der die Umsetzung in verbindliche Auflagen beginnen würde. Entscheidend wird nicht allein die Einstufung sein, sondern ob die Abgrenzung und der Bewirtschaftungsplan das verbliebene Rückzugsgebiet des Stechrochens schützen. 1
Wie ausgestrahlt 20 Zeilen
- Macquarie Harbour holds the Maugean skate's only confirmed surviving population.
- Tasmania's scientific advisers say the harbour qualifies for critical-habitat protection. That could bring new controls to salmon farms producing thousands of tonnes a year. Whether protection covers the whole harbour, and what it requires farmers to change, still needs deciding.
- Macquarie Harbour sits on Tasmania's west coast. The skate's other known population location is Bathurst Harbour, where it hasn't been recorded since 1992. Scientists describe a potential functional disappearance there. Macquarie remains its only confirmed surviving refuge.
- Four independent experts agreed that Macquarie Harbour is critical to the skate's survival and recovery. They identified interacting threats from falling dissolved oxygen, aquaculture and climate influences. They also found that targeted human intervention across the harbour could manage at least some of those threats.
- Tasmania's Scientific Advisory Committee sent that advice to the environment department in April 2026. It concluded the harbour meets the criteria for designation. A declaration would be Tasmania's first since its Threatened Species Protection Act took effect three decades ago.
- A declaration would require a management plan within 90 days, developed with affected landowners and leaseholders. That clock starts only after a declaration. The plan would set out how to protect the skate within the designated area.
- The decision belongs to department secretary Jason Jacobi. Under state law, he must determine habitat as critical if, after consulting the committee, he's satisfied it's critical to the species' survival. In August, he approved 12,800 Australian dollars for further independent advice on boundaries.
- Jacobi asked for scientifically defensible options, from the smallest ecologically meaningful area to broader practical boundaries. University of Tasmania environmental law expert Jan McDonald says the eventual plan could require substantial reductions in fish stocking, or potentially an end to salmon farming.
- McDonald says the necessary controls depend on the boundary and the conservation work required. She also says compensation for affected parties could become an issue. No compensation entitlement or amount has been decided. Salmon farms' operating conditions would depend on the decisions that follow.
- Skate numbers fell 64 per cent between 2014 and 2021 as oxygen levels declined. Salmon farming expanded substantially during that period. That historical decline explains the urgency, but it doesn't give us a population count for today.
- The department says recent monitoring shows encouraging signs for the skate and harbour conditions. It hasn't supplied a new population count or a measured trend. Several captive-bred skates were released into the harbour in June 2026 as part of efforts to protect the species.
- Environment Tasmania wants the entire harbour protected, including salmon-farm areas and the section within the Tasmanian Wilderness World Heritage Area. Working with the Environmental Defenders Office, its representative Jess Coughlan argues that the skate's whole remaining environment needs protection.
- Independent MP Peter George supports protection even if farming must shrink or end. He calls salmon farming the harbour's biggest problem. The scientific advice identifies several interacting threats. Greens deputy leader Vica Bayley wants urgent action, warning of an El Niño summer and heatwave risks.
- Salmon Tasmania says aquaculture can coexist with the skate. It points to research, oxygenation and significantly reduced production, without giving a reduction figure or comparison period. It hasn't directly said whether it supports the proposed designation. Three major aquaculture companies operate in the harbour.
- Updated mitigation plans approved by the environmental regulator require farms to offset 10.3 tonnes of oxygen consumption a day. That's the consumption attributed to marine farming. Oxygenated water is pumped at depths of 30 to 40 metres. Its effect on skate recovery remains unclear.
- An oxygenation project led by Sean Riley through Salmon Tasmania lists a budget of 3.75 million Australian dollars. Its purpose was to move oxygenation from a pilot to an operating system. The project listing gives no final performance result.
- The project ran on paper from July 2025 to June 2026, yet it's still labelled current despite that end date. The funding and pumping show mitigation efforts are underway. Whether those efforts provide enough protection is part of the decision facing the state.
- Another protection route has already narrowed. Environmental groups sought reconsideration of the federal government's 2012 approval for expanded salmon farming after the skate's decline. Before the 2025 election, parliament barred reconsideration of approvals for industries operating for more than five years.
- In February 2026, the federal environment minister kept the skate listed as endangered, following federal scientific advice. Tasmania's separate advisory committee is addressing the habitat itself. The state declaration would create its own process for deciding how that habitat should be managed.
- The department promises consultation with affected stakeholders. It hasn't announced when Jacobi will decide or how much of the harbour any designation would cover. Scientists have recommended protection. The boundary and management plan will determine what that protection requires of salmon farming.
Quellen
24 Quellen13 Medien1 Agenturtext
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