Wissenschaft · Gesundheit der Honigbienen
130 Bienenvölker verloren: Auch der bessere Winter in Nordirland forderte einen hohen Tribut
Die Umfrageteilnehmer verloren im Winter 2025/26 130 von 570 Honigbienenvölkern. Die Verluste gingen zurück, doch widersprüchliche Prozentangaben und unsichere langfristige Trends schmälern die Aussagekraft der Verbesserung.
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ThemenverlaufTag 2
1 Bericht12 Medien29 Quellen
130 Honigbienenvölker gingen in einem einzigen Winter verloren – unter den Imkern in Nordirland, die an der jüngsten Haltungsumfrage des AFBI teilnahmen. Sie waren mit 570 lebenden Völkern in den Winter 2025/26 gestartet: Etwa jedes vierte Volk überstand ihn nicht. Das ist eine Verbesserung gegenüber dem vorherigen Winter, aber immer noch ein erheblicher Verlust – für sich genommen kein Beleg für eine Erholung. 1
An der jährlichen Umfrage des Agri-Food and Biosciences Institute nahmen mehr als 100 Imker teil – so viele wie seit fünf Jahren nicht mehr. Ihre Antworten vermitteln ein Bild von ihren Völkern und ihrer Imkereipraxis, sind aber keine Bestandsaufnahme jedes Bienenstocks in Nordirland. Dieser Unterschied ist wichtig: Die Zahl 130 bezeichnet die von den Teilnehmern gemeldeten Verluste, nicht die Gesamtzahl für die Region. 1
Bei der veröffentlichten Prozentzahl besteht zudem ein ungeklärtes Problem. In ihrer Mitteilung vom 27. Oktober 2026 nennt AFBI eine Verlustquote von 23%. Der Bericht von BBC Northern Ireland vom 28. Oktober nennt 24% und führt zugleich die Zahlen von 130 verlorenen Völkern bei insgesamt 570 an. Die Division dieser Zahlen ergibt rund 22,8%, was auf 23% gerundet wird. 2 1
Aus dieser Rechnung geht weder hervor, wie die Umfrage ihre Quote berechnet hat, noch erklärt sie die BBC-Zahl. Eine methodische Erläuterung oder eine Korrektur könnte die Abweichung klären; die verfügbaren Belege bieten beides nicht. Die solide Schlussfolgerung ist enger gefasst, aber eindeutig: Beide veröffentlichten Quoten liegen unter dem für den Winter 2024/25 gemeldeten Verlustdurchschnitt von 33%. 1 2
Ein besserer Winter, aber noch keine Erholung
Der jüngste Verlauf lässt die Verbesserung eines einzelnen Jahres weniger beruhigend erscheinen, als es zunächst klingt. Die gemeldeten Verluste lagen 2021/22 bei 11% und 2022/23 bei rund 14%, bevor sie 2023/24 auf 24% und 2024/25 auf 33% stiegen. Das jüngste Ergebnis liegt, ob mit 23% oder 24% angegeben, nahe am Niveau von zwei Wintern zuvor – und bedeutet keine Rückkehr zu den niedrigeren Verlusten davor. Der höchste in der BBC-Berichterstattung genannte historische Wert lag im Winter 2012/13 bei 43%. 1
Die Umfrage wird seit 18 Jahren jährlich durchgeführt, doch eine langjährige Erhebung liefert nicht automatisch einen verlässlichen langfristigen Trend. Aus den verfügbaren Belegen geht nicht hervor, ob in den jüngsten Wintern dieselben Imker teilnahmen, wie sich die Rekrutierung veränderte oder wie einheitlich die Umfragen die Völker der Region erfassten. Mehr Antworten liefern zusätzliche Informationen; für sich genommen beweisen sie nicht, dass die Stichprobe für alle Imker repräsentativ ist. 1
Die AFBI-Entomologin Joanna Kirbas beschrieb den Zweck der Umfrage als Überwachung der Gesundheit von Honigbienen, Erfassung der Winterverluste und Untersuchung der Krankheitsvorbeugung. Ihr Wert liegt darin, diese Aufzeichnungen zu führen und die Beweislage zu verbessern – nicht darin, jede Schwankung zu einem Urteil über die Zukunft zu machen. 1
Archie Murchie, Leiter der Abteilung für Pflanzengesundheit und integriertes Schädlingsmanagement des AFBI, sagte, das Wetter beeinflusse Bienen, ihre Nahrungsquellen und ihre Anfälligkeit für Infektionen. Seine Einschätzung enthielt jedoch auch eine wichtige Einschränkung. 1
Wir haben noch nicht genügend Daten, um langfristige Trends zu analysieren, doch veränderte Wettermuster könnten zu den Verlusten von Bienenvölkern beitragen.
Das ist ein plausibler möglicher Beitrag, aber keine gemessene Erklärung für diesen speziellen Winter. Die hier verfügbaren Ergebnisse beziffern nicht, welchen Einfluss ein bestimmter benannter Sturm, ein Temperaturverlauf oder eine andere konkrete Wetterbedingung auf die Verluste 2025/26 hatte.
Probleme mit der Königin machen den größten Teil der gemeldeten Verluste aus
Die größte näher bezeichnete Verlustkategorie betraf die Bienenkönigin. Rund 51% der Verluste standen im Zusammenhang mit Problemen mit der Königin – etwa die Hälfte der verlorenen Völker, nicht die Hälfte aller 570 Völker, die in den Winter gingen. Zu den weiteren gemeldeten Ergebnissen gehörten tote Bienen oder ein leerer Bienenstock. Diese Befunde beschreiben gemeldete Probleme und Ergebnisse; sie sollten nicht als vollständige, unabhängig überprüfte Erklärung für jeden Verlust dargestellt werden. 1
Der Verlust eines Volkes bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Bienenstock voller toter Bienen ist. Dem BBC-Bericht zufolge können die Bienen gestorben oder davongeflogen sein und manchmal eine Königin sowie einige Ammenbienen zurücklassen. Gezählt wird ein Volk, nicht eine einzelne Biene oder der physische Bienenstock. 1
Weitere 10% der Verluste wurden unter Sturm, Überschwemmung und Diebstahl zusammengefasst. Obwohl der Bericht diese als „Naturgefahren“ bezeichnet, ist Diebstahl keine Naturgefahr, und die kombinierte Zahl lässt sich nicht ehrlich als Anteil des Wetters beschreiben. Ohne eine Aufschlüsselung lässt sich daraus weder ablesen, wie viele Verluste auf Stürme zurückgeführt wurden, noch wie viele auf Überschwemmungen oder Diebstahl. 1
Für Imker, die sich auf den nächsten Winter vorbereiten, kann ein niedrigerer Umfragewert ein funktionierendes Volk mit erreichbaren Futtervorräten nicht ersetzen. In einer im September 2026 veröffentlichten Anleitung empfiehlt die National Bee Unit, die Vorbereitungen im Spätsommer zu beginnen und auf Völker mit einer funktionierenden Königin, gesunden Bienen, ausreichenden Futtervorräten und wetterfesten Bienenstöcken hinzuarbeiten. 13
Futter muss nicht nur vorhanden, sondern auch erreichbar sein. Die Hinweise der Einheit zum Verhungern raten dazu, sowohl die Menge als auch die Erreichbarkeit der Vorräte zu überwachen. In ihren Winterhinweisen empfiehlt sie regelmäßige Kontrollen während des Winters, insbesondere im zeitigen Frühjahr, wenn das Risiko des Verhungerns hoch ist. Das sind allgemeine Maßnahmen der Imkereipraxis für den kommenden Winter und kein Beleg dafür, dass unzureichende Fütterung oder eine bestimmte Haltungsentscheidung die gerade gemeldeten Verluste verursacht hat. 12 13
Eine weitere Bedrohung außerhalb dieser Umfrage
Die Umfrage befasst sich auch mit der Krankheitsvorbeugung und dem Umgang mit Varroa, einer parasitären Milbe, die sich von Honigbienen ernährt und zum Zusammenbruch und Sterben eines Volkes beitragen kann. AFBI verzeichnet ihren ersten Nachweis im Vereinigten Königreich im Jahr 1992 und den ersten Nachweis in Nordirland im Jahr 2002; sie gilt nicht mehr als gesetzlich geregelter Schädling. 1 17
Dieser etablierte Schädling ist klar von Tropilaelaps zu unterscheiden, einem Parasiten asiatischen Ursprungs, der sich an sich entwickelnden Bienen befällt. Die offiziellen Leitlinien der National Bee Unit stufen Tropilaelaps als exotischen, meldepflichtigen Schädling ein und erkennen eine versehentliche Einschleppung ins Vereinigte Königreich als ernstes Risiko an. Nichts im Umfragebericht belegt, dass Tropilaelaps die Verluste in Nordirland im Winter 2025/26 verursacht hat. 27 1
Hinter der Warnung steht eine konkrete Entwicklung. Die National Bee Unit erklärt, die türkischen Behörden hätten am 31. August 2026 einen Nachweis in Borçka, an der Grenze zu Georgien, bestätigt, wo der Schädling zuvor bereits gemeldet worden war. Das ist das Bestätigungsdatum und nicht unbedingt der Zeitpunkt, zu dem die Milbe eingetroffen ist. Murchie datierte den Nachweis in Georgien auf 2024; die offizielle Mitteilung bestätigt frühere Meldungen aus Georgien, ohne dieses Jahr unabhängig zu belegen. 26 1
Murchie warnte, dass sich die Milben rasch vermehren und einen Bienenstock schnell überwältigen können. Das verfügbare Material enthält jedoch weder eine bezifferte Wahrscheinlichkeit noch einen Zeitrahmen für eine weitere Ausbreitung in Europa und klärt auch nicht, ob der Schädling derzeit in Nordirland vorkommt. Eine mögliche künftige Bedrohung darf nicht mit einer Erklärung für bereits gezählte Verluste verwechselt werden. 1 27
Der unmittelbare Befund ist bereits erheblich genug: Die teilnehmenden Imker verloren trotz eines besseren Winters 130 Völker. Als Nächstes gilt es, die veröffentlichte Prozentzahl mit den gemeldeten Zahlen in Einklang zu bringen und festzustellen, ob die Verbesserung anhält. Bis dahin ist dies eine Entlastung nach einem schlechteren Jahr – noch keine nachgewiesene Erholung.
Wie ausgestrahlt 17 Zeilen
- Beekeepers lost 130 honey bee colonies in a single winter.
- Losses fell from the previous winter, but roughly one colony in four still disappeared among Northern Ireland's survey participants. The question is whether that improvement points to healthier colonies over time.
- The participating beekeepers started winter 2025/26 with 570 living colonies and lost 130. Dividing those losses by the starting total gives 22.8 percent. Those counts anchor the findings, but they also expose a discrepancy in the published percentage.
- More than 100 beekeepers answered the survey, the highest response count in five years. The Agri-Food and Biosciences Institute, or AFBI, has run the annual exercise for 18 years. It follows beekeeping practices and challenges. These figures describe the people who answered, rather than every colony across Northern Ireland.
- The winter loss rate appears as both 23 percent and 24 percent. The lower figure matches the rounded calculation from 130 divided by 570. Nobody has explained whether the difference comes from the survey calculation or needs a correction.
- Either percentage puts losses below the previous winter's 33 percent. But the earlier figures show how much losses can move between winters. The latest result sits close to the level two winters earlier, while losses in the two winters before that were considerably lower.
- Losses were 11 percent in 2021/22, then around 14 percent the following winter. They climbed to 24 percent in 2023/24 and 33 percent in 2024/25, before falling to the latest conflicting figures of 23 percent and 24 percent.
- The highest historical figure identified was 43 percent in winter 2012/13. These annual percentages give researchers a useful history, but they can't be turned into a regional total of lost colonies. A larger response also doesn't automatically mean the survey represents every beekeeper.
- AFBI entomologist Joanna Kirbas says the survey helps monitor bee health, track winter losses and examine disease prevention. Archie Murchie, who heads its plant health and integrated pest management branch, says weather affects bees, their food sources and their susceptibility to infections.
- Murchie says changing weather patterns could contribute to colony losses. How much particular conditions contributed to this winter's losses hasn't been measured. The largest specified category in the findings concerned problems with the queen bee.
- Queen problems were linked to about 51 percent of losses, roughly half the colonies lost. Storms, flooding and theft together accounted for 10 percent. Because that total includes theft, it can't tell us the share lost to weather alone.
- Other outcomes included dead bees or an empty hive. A lost colony can mean the bees died or left, sometimes leaving a queen and some nurse bees behind. For beekeepers preparing for winter, the practical task is keeping a functioning colony alive, with food it can reach.
- The National Bee Unit's September 2026 guidance recommends starting preparations in late summer. Colonies should have a functioning queen, healthy bees, adequate food and weatherproof hives. Food also needs to be accessible. Bees can starve even when they have stores they can't reach.
- The guidance calls for regular winter checks, especially in early spring when starvation risk is high. The survey also examines management of Varroa, a mite that feeds on honey bees and can contribute to colony collapse. First detected in the UK in 1992 and Northern Ireland in 2002, it's no longer a statutory pest.
- Turkish authorities confirmed detection of a different mite, Tropilaelaps, on 31 August 2026 in Borçka, bordering Georgia. Murchie places its Georgian detection in 2024. Tropilaelaps attacks developing bees, and he warns it breeds rapidly and can quickly overwhelm a hive.
- Official guidance treats this Asian-origin parasite as an exotic pest that must be reported. Accidental introduction into the UK is a serious risk. Murchie warns it could spread further into Europe, but there's no timetable for that spread.
- One better winter gives participating beekeepers some relief after heavier losses. Establishing whether that improvement lasts takes more than a single year's decline. AFBI's researchers say they still don't have enough data to analyse long-term trends.
Quellen
29 Quellen12 Medien
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Übersetzung aktualisiert:
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