Zum Inhalt springen
Jetzt

Wissenschaft · SS United States

Die SS United States steht vor ihrer letzten Fahrt zum Meeresboden im Golf von Mexiko

Der rekordverdächtige Ozeandampfer soll vorbehaltlich der Wetterbedingungen am 12. November zu einem künstlichen Riff werden. Die Klage zum Erhalt des Schiffs wurde abgewiesen – damit ist die Frage nach den Gründen für die Versenkung jedoch nicht geklärt.

Verfasst 6 Min. Lesezeit · 25 Quellen

Video in der Originalsprache

Aus dem englischen Original übersetzt.

Fast 1.000 Fuß eines Ozeandampfers sollen unter dem Golf von Mexiko verschwinden – nicht bei einem Unglück, sondern planmäßig. Floridas Okaloosa County plant, die SS United States zu versenken und das rekordverdächtige Passagierschiff so in das größte künstliche Riff der Welt zu verwandeln.⁠1

In der Ankündigung des Countys vom 26. Oktober wird Donnerstag, der 12. November 2026, vorbehaltlich der Wetterbedingungen als Termin für die Versenkung genannt; für den 11. November ist eine Abschiedszeremonie geplant. Es handelt sich weiterhin um einen Plan, nicht um eine bereits erfolgte Versenkung. Wird er umgesetzt, wird das erhaltene Schiff zu einem dauerhaften Ziel unter Wasser statt zu einem historischen Schiff über der Wasseroberfläche.⁠2

Die im Zusammenhang mit dem Projekt oft erwähnte Klage zum Erhalt des Schiffs belegt nicht, dass ein Gericht den Betrieb aufhält. Das Bundesverfahren wurde am 6. August 2025 mangels Klagebefugnis abgewiesen. Damit wurde geklärt, ob die Kläger diese Klage erheben durften – nicht, ob die Versenkung des Ozeandampfers historisch oder ökologisch die richtige Entscheidung ist.⁠25⁠20

Diese Unterscheidungen sind wichtig, weil das Projekt drei sehr unterschiedliche Dinge vereint: einen bevorstehenden Einsatz auf See, eine unumkehrbare Entscheidung über den Erhalt und eine Tourismusinvestition, deren Erträge noch ausstehen.

Ein endgültiges Ziel, das noch nicht erreicht ist

Der vorgesehene Standort des Riffs liegt etwa 22 Seemeilen südwestlich von Destin und 32 Seemeilen südöstlich von Pensacola. Das County beschreibt die Lage in Bezug auf Destin–Fort Walton Beach. Die Entfernungen geben ungefähr das Gebiet vor der Küste an; sie bezeichnen nicht die bestätigte endgültige Position des Schiffs. In den Tagen vor der Versenkung soll das Schiff von Mobile in Alabama geschleppt werden.⁠1⁠2

Die Arbeiten sollen am 12. November um 10 Uhr beginnen. Im vorliegenden Bericht wird keine Zeitzone angegeben; ein geplanter Betriebsbeginn ist keine Zusicherung, dass das Schiff genau zu diesem Zeitpunkt unter die Wasseroberfläche sinken wird. Die verfügbaren Berichte nennen keine genaue Abfahrtszeit für den Schleppvorgang.⁠1

Entscheidend ist die Größe. Hier wird nicht ein kleines Schiff in einen lokalen Tauchparcours integriert, sondern ein ganzer Ozeandampfer – mehr als 100 Fuß länger als die Titanic. Die geplante Tiefe des Oberdecks beträgt ungefähr 60 Fuß, der Meeresboden liegt etwa 180 Fuß unter der Oberfläche. Das sind Prognosen, keine Messwerte aus einer Untersuchung nach der Versenkung.⁠1

Das Schiff würde sich zu mehr als 500 künstlichen Riffen im Okaloosa County gesellen, darunter einem Dutzend kleinerer Schiffswracks. Der geplante Standort liegt etwa 12 Seemeilen von der USS Oriskany entfernt, einem Flugzeugträger, der 2006 als Tauchziel versenkt wurde. Dieses bestehende Netzwerk erklärt die regionale Attraktivität des Standorts. Es belegt für sich genommen jedoch nicht, welche Gewinne für Lebensräume oder den Tourismus gerade dieses Schiff bringen wird.⁠1

Was beim Untergang eines Ozeandampfers erhalten bleibt

Die SS United States wurde auf Geschwindigkeit ausgelegt und sollte zugleich im Bedarfsfall als Truppentransporter für das Militär dienen. Auf ihrer Jungfernfahrt 1952 überquerte sie den Atlantik in drei Tagen, 10 Stunden und 40 Minuten, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 36 Knoten und 10 Stunden schneller als die Queen Mary. Sie hält weiterhin den Geschwindigkeitsrekord für ein Passagierschiff auf der Transatlantikroute. Zu ihren Passagieren zählten Staats- und Regierungschefs, Hollywoodstars und Tausende Einwanderer.⁠1

Fast drei Jahrzehnte lang war jedoch ihre prägende Eigenschaft, dass sie nicht mehr bewegt wurde. Sie lag in Philadelphia vor Anker, während Denkmalschützer Restaurierungspläne verfolgten, die wiederholt an den Kosten scheiterten. Ein Streit über Liegegebühren und Miete führte schließlich zu einer gerichtlichen Anordnung, das Schiff müsse seinen Anleger verlassen. Nach einem 12-tägigen Schleppvorgang erreichte es im März 2025 Mobile. Seitdem haben Arbeiter Kabel, Glas, Kunststoff und gefährliche Chemikalien entfernt, um es für die Umwandlung in ein Riff vorzubereiten.⁠1⁠3

Die unterschiedlichen Auffassungen über den Erhalt lassen sich nicht einfach in Menschen einteilen, denen das Schiff wichtig ist, und solche, denen es gleichgültig ist. Die SS United States Conservancy unterstützt eine Unterwasserattraktion in Verbindung mit einem Museum an Land. Die New York Coalition to Save the Steam Ship United States setzte sich dafür ein, die physische Zerstückelung, Zerstörung oder Versenkung des Schiffs zu verhindern. Beide verfolgten unterschiedliche Vorstellungen davon, was es bedeuten sollte, das Schiff zu retten.⁠1⁠18

Sollte das Schiff in ein künstliches Riff umgewandelt werden, wird es über und unter der Wasserlinie zu einer einzigartigen historischen Attraktion.

Susan Gibbs 1

Gibbs, die Präsidentin der Conservancy, unterstützt es, die Geschichte des Schiffs in diese neue Form zu überführen. Lokale Verantwortliche bezeichnen die Umwandlung in ein Riff als die einzige gangbare Alternative zur Verschrottung. Das ist ihre Einschätzung und keine gerichtliche Feststellung, dass alle anderen Möglichkeiten des Erhalts ausgeschöpft sind. Der praktische Kompromiss ist klar: Das erhaltene Schiff kommt unter Wasser, während eine zugängliche Darstellung seiner Geschichte an Land bleiben soll.⁠1

Die Koalition reichte ihre Klage vor einem Bundesgericht am 2. März 2025 bei der Pensacola-Abteilung des nördlichen Bezirks von Florida ein. Das Gerichtsregister dokumentiert, dass die Klage am 6. August desselben Jahres mangels Klagebefugnis abgewiesen und das Verfahren beendet wurde – Klagebefugnis ist die rechtliche Voraussetzung dafür, dass Kläger einen Fall vor Gericht bringen dürfen. Auch auf der eigenen Rechtsseite der Koalition wird über die Abweisung berichtet.⁠25⁠20

Eine frühere gerichtliche Anordnung setzte das Verfahren und die Beweisaufnahme aus, während die Zuständigkeit geprüft wurde; sie war keine Anordnung, die Arbeiten am Schiff oder dessen Versenkung zu stoppen. Die hier verfügbaren Unterlagen belegen weder eine einstweilige Verfügung noch eine vorläufige gerichtliche Anordnung, die diese Versenkung verhindert. Sie belegen auch nicht, welchen Stand ein etwaiges späteres Berufungsverfahren oder eine Wiederaufnahme bis zum 8. November 2026 erreicht hat. Die genaue Schlussfolgerung ist enger gefasst als entweder „Die Klage verhindert die Versenkung“ oder „Alle rechtlichen Fragen sind geklärt“.⁠24⁠25

Der Preis und der versprochene Nutzen

Okaloosa County hat sich verpflichtet, 10,1 Millionen Dollar für den Erwerb, den Transport, die Reinigung und das Versenken des Ozeandampfers bereitzustellen. The Independent berichtet, dass darin 1 Million Dollar für ein Museum an Land vorgesehen sind. Das ist eine Finanzierungszusage, keine geprüfte Schlussabrechnung; der für das Museum vorgesehene Betrag belegt nicht, dass ein Museum gebaut oder eröffnet wurde.⁠1

Zwei getrennte Posten von je einer Million Dollar müssen auseinandergehalten werden. Die County-Kommissare stimmten am 1. Oktober 2024 mit 4–1 für die Genehmigung der Vereinbarung zum Erwerb; zeitgenössische Berichte nannten einen Kaufpreis von 1 Million Dollar für das Schiff und eine Mittelbewilligung von 10,1 Millionen Dollar. Der Kaufpreis ist nicht mit der separat berichteten Zuweisung für das Museum gleichzusetzen. Der zugrunde liegende Einzelhaushalt und die Vereinbarung zur Finanzierung des Museums lagen nicht zur Überprüfung vor.⁠5⁠6⁠1

Die regionale Partnerschaft erhielt außerdem 1,5 Millionen Dollar von Tourismusvertretern aus Pensacola und 500.000 Dollar von der Coastal Conservation Association Florida, die als größte Einzelspende der Organisation in 40 Jahren bezeichnet wurden. Diese Beiträge lassen sich nicht hinreichend genau mit der Zusage des Countys abgleichen, um sie zu einem verlässlichen Gesamtpreis des Projekts zusammenzurechnen.⁠1

Der County-Vertreter Paul Mixon erwartet, dass die Zusammenarbeit dem Tourismus im Nordwesten Floridas und im gesamten Bundesstaat zugutekommt. Tauchunternehmen, Anbieter von Charter-Angeltouren und Hotels rechnen mit jährlichen Einnahmen in Millionenhöhe. Das sind Erwartungen an eine Attraktion, die noch nicht eingerichtet wurde – keine gemessenen Erträge. Dasselbe gilt für den versprochenen Lebensraum im Meer: Die Vorbereitung eines Riffs belegt nicht, welche ökologischen Auswirkungen es letztlich haben wird.⁠1

Für alle, die die Versenkung beobachten oder später zum Wrack tauchen möchten, ist ein geplanter Termin für die Versenkung keine Ankündigung, dass der Zugang möglich ist. Ein Hinweis der Küstenwache vom 30. Oktober beschreibt eine sich bewegende Sicherheitszone mit einem Radius von 100 Yards um den Ozeandampfer und die offiziell am Schleppvorgang beteiligten Schiffe. Diese Einschränkung legt weder die Sperrgrenzen am Versenkungsort noch spätere Tauchregeln fest. Ein bestätigtes Datum, ab dem die Öffentlichkeit dort tauchen darf, ist hier nicht angegeben.⁠12

Das nächste fest terminierte Ereignis ist die Abschiedszeremonie am 11. November; darauf folgt die wetterabhängige Versenkung am 12. November. Bis der Schleppvorgang und die Versenkung bestätigt sind, bleibt die SS United States ein geplantes Riff. Die prognostizierte Tiefe ist keine Taucherlaubnis, das Budget ist nicht die Schlussrechnung, und der neue Zweck des Schiffs macht nicht ungeschehen, was verloren gehen wird: die Möglichkeit, diesem Ozeandampfer über Wasser zu begegnen.⁠2⁠1

Quellen17

Von den hier zitierten Quellen veröffentlichte https://www.fox10tv.com zuerst, 42 Stunden vor der Ausstrahlung dieses Berichts. 1 weiteres Medium folgte.

10 ältere Beiträge als Hintergrund gelesen.9 Medien ohne Datumsangabe:CourtListenerdelawareonline.comFederal RegisterFindLawmyokaloosa.comnacionale.com

Alle Quellen nach Medium

25 Quellen aus 17 Medien· Meistzitierte zuerst

Wie ausgestrahlt
  1. Okaloosa County plans to sink the SS United States to create the world's largest artificial reef. The nearly thousand-foot liner would become a permanent underwater destination, ending its future as an above-water vessel. What would survive of its history, and what has to happen before the ship goes under?
  2. The county has scheduled the sinking for November 12, 2026, weather permitting. The ship is nearly one thousand feet long, more than one hundred feet longer than Titanic. Its conversion would put an entire ocean liner on the Gulf seabed.
  3. The SS United States still holds the transatlantic speed record for a passenger ship. On its maiden voyage in 1952, it crossed in three days, ten hours and forty minutes, averaging 36 knots. It cut ten hours from Queen Mary's record. Built to double as a military troopship, the liner carried world leaders, Hollywood stars and thousands of immigrants.
  4. The planned reef site lies about 22 nautical miles southwest of Destin and 32 nautical miles southeast of Pensacola. The ship is to be towed from Mobile, Alabama, in the preceding days. Those distances describe the intended offshore area approximately.
  5. The liner spent nearly three decades docked in Philadelphia while preservationists sought a restoration plan. High costs repeatedly defeated those projects. A dispute over dockage fees and rent eventually brought a court order requiring it to leave. The ship reached Mobile in March 2025 after a twelve-day tow. Workers have since removed wiring, glass, plastic and hazardous chemicals to prepare it.
  6. The New York Coalition to Save the Steam Ship United States sued on March 2, 2025, seeking to prevent its destruction and sinking. A federal court dismissed the case on August 6 that year for lack of standing, and terminated it.
  7. Standing concerns whether someone has the legal right to bring a case. The dismissal left the historical and environmental merits of sinking the ship undecided. An earlier court pause covered the litigation and evidence-gathering while the judge considered jurisdiction. The coalition's lawsuit therefore can't simply be treated as a court order holding up this deployment.
  8. Okaloosa County committed ten point one million dollars to acquiring, transporting, cleaning and submerging the liner. That funding covers the work of turning a historic ship into a reef. The commitment also includes a reported allocation for a museum ashore.
  9. County commissioners approved the acquisition arrangement by four votes to one on October 1, 2024. The ship's purchase price was one million dollars. A separate one million dollars is reportedly earmarked for the onshore museum. The museum is intended to tell the vessel's story to visitors who'll never see it underwater. The county commitment is a budget figure, with actual expenditure still to come.
  10. Conservancy president Susan Gibbs supports preserving the ship's history through an underwater attraction and an onshore museum. She said the liner has inspired millions as a symbol of American pride and excellence, and described the proposed reef as a historic attraction.
  11. The conservancy and the coalition pursued different futures for the same ship. The coalition sought to keep the physical vessel from being destroyed or sunk. Local leaders describe reefing as the only viable alternative to scrapping. Under their plan, the surviving vessel goes underwater, while an accessible account of its history is meant to remain ashore.
  12. County official Paul Mixon expects the collaboration to benefit tourism across Northwest Florida and the state. Dive businesses, charter fishing operators and hotels anticipate millions of dollars in annual tourism revenue. Those are expectations for a reef that hasn't yet been deployed.
  13. Pensacola tourism officials contributed one point five million dollars to the regional partnership that helped secure the location. Coastal Conservation Association Florida contributed five hundred thousand dollars, its largest single donation in forty years. Those contributions haven't been reconciled with the county commitment closely enough to calculate a separate overall project price.
  14. The upper decks are expected to sit roughly sixty feet below the surface, with the seabed approximately one hundred eighty feet down. Those are planned depths. The final position will depend on the deployment, and nobody has announced a public diving opening date.
  15. The liner would join more than five hundred artificial reefs in Okaloosa County, including a dozen smaller shipwrecks. Its planned site is about twelve nautical miles from USS Oriskany, the aircraft carrier sunk as a dive site in 2006. That existing network gives the project a regional setting. New habitat and tourism gains from this ship still lie ahead.
  16. The sendoff ceremony is scheduled for November 11. Deployment operations are due to begin at ten a.m. on November 12, weather permitting. That's the scheduled start of the operation. It doesn't promise the moment the ship will pass beneath the surface.
  17. The Coast Guard has described a one-hundred-yard moving safety zone around the ship and vessels officially involved in its tow. That restriction covers the tow operation. Officials haven't announced a public diving opening date or the sinking site's exclusion boundaries. A planned upper-deck depth of sixty feet doesn't give anyone permission to dive.

Übersetzung aktualisiert:

Kürzlich ausgestrahlt