Zum Inhalt springen
Jetzt

Unternehmen · Stellenabbau bei Woodside

Woodside plant mindestens 500 Stellenstreichungen. Wie viele davon werden WA treffen?

Woodside will mit weniger Beschäftigten mehr produzieren. Der Plan, mindestens 500 Stellen zu streichen, lässt für Westaustralien die wichtigste Frage offen: Wo werden die Kürzungen anfallen?

Verfasst 5 Min. Lesezeit · 18 Quellen

Video in der Originalsprache

Aus dem englischen Original übersetzt.

Wie stark wird sich Woodsides globaler Stellenabbauplan auf Westaustralien auswirken? Diese Frage stellt sich unmittelbar nach der Ankündigung des Energieunternehmens vom 5. November 2026, weltweit mindestens 500 Stellen streichen zu wollen. Die Belegschaft ist stark in Australien konzentriert, insbesondere in WA. Bislang wurde öffentlich nicht nach Ländern, Geschäftsbereichen oder Funktionen aufgeschlüsselt, wo die Stellen wegfallen sollen.⁠1

Die grundsätzliche Richtung ist klarer: Woodside will mit einer kleineren Belegschaft ein größeres Produktionsgeschäft betreiben und mehr Wert aus seinen Anlagen schöpfen. Es handelt sich um geplante Kürzungen, nicht um eine Bestätigung, dass bereits 500 Menschen ihre Arbeit verloren haben. Und «mindestens» bedeutet, dass 500 die Untergrenze und nicht die endgültige Zahl sind.⁠8

Mindestens 500Geplante weltweite Stellenstreichungen 18
Etwa 80 %Anteil der Belegschaft in Australien 1
US$400mAngestrebte jährliche strukturelle Einsparungen ab 2028 13

Die Ankündigung erfolgte am Kapitalmarkttag von Woodside in Sydney und in einer Mitteilung des Unternehmens an die ASX vom 5. November. Der Abbau wird als ungefähr jede zehnte Stelle beschrieben. Reuters nennt in einem von Offshore Engineer veröffentlichten Bericht 4,693 Beschäftigte im Dezember 2025; das ist eine historische Momentaufnahme und kein bestätigter Personalstand am Tag der Ankündigung der Kürzungen.⁠3⁠12⁠8

Etwa 80 Prozent der Woodside-Belegschaft arbeiten in Australien, der weitaus größte Teil davon in WA. Die australischen LNG-Anlagen des Unternehmens befinden sich hauptsächlich vor der Küste des Bundesstaats. Diese Konzentration macht die Ankündigung für Beschäftigte in WA bedeutsam, belegt aber nicht, wo die Kürzungen anfallen werden. Den australischen Anteil der Belegschaft auf den weltweiten Stellenabbau umzurechnen, würde eine unbelegte Schätzung der lokalen Arbeitsplatzverluste ergeben.⁠1

Auch ist 2028 keine bekanntgegebene Frist für Entlassungen. Ab dann sollen die wiederkehrenden jährlichen Einsparungen beginnen. Woodside hat weder die betroffenen Stellen noch einen Anteil für Australien oder einen verbindlichen Zeitplan für die Umsetzung genannt – Angaben, die Beschäftigte benötigen, um eine unternehmensweite Warnung von einer Entscheidung über ihre eigene Stelle unterscheiden zu können.⁠1⁠13

Kleinere Belegschaft, größeres Geschäft

Die Einsparungszahlen müssen mit Vorsicht betrachtet werden. Im Bericht von Xinhua vom 5. November über Woodsides Mitteilung an die ASX ist von jährlichen strukturellen Kostensenkungen in Höhe von US$400 Millionen ab 2028 die Rede. Der ABC-Bericht desselben Tages nennt jährlich $550 Millionen, weist die Währung jedoch nicht ausdrücklich aus. Der Zusammenhang zwischen den Zahlen ist nicht belegt: Die zweite Zahl kann weder verlässlich als Umrechnung in australische Dollar bezeichnet noch als Beweis für ein anderes Unternehmensziel behandelt werden.⁠13⁠1

Das Programm umfasst auch Veränderungen beim Portfolio und in der Lieferkette; das gesamte Einsparungsziel bezieht sich daher nicht auf Personalkosten. Unter der Geschäftsführerin Liz Westcott hat Woodside seine Gasfelder in Trinidad und Tobago sowie seinen Anteil an Greater Sunrise verkauft und plant den Verkauf eines Projekts für sauberes Ammoniak.⁠13⁠8

«Unsere Priorität besteht jetzt darin, mehr Wert aus unserem Portfolio zu schöpfen», sagte Westcott in einer Erklärung vor dem Kapitalmarkttag. Woodside will seine Produktion bis 2032 um 32 Prozent auf 280 Millionen Barrel Öläquivalent steigern – eine Kennzahl, die Öl und Gas zusammenfasst. Das ist ein Ziel, keine bereits erreichte Produktionsmenge.⁠8

Scarborough ist zentral für diese Wachstumsgeschichte. Westcott sagte, das Projekt rund 375 Kilometer vor der Küste der Pilbara sei zu 99 Prozent fertiggestellt und werde in wenigen Wochen seine erste LNG-Ladung verschiffen. Woodside nennt zudem Browse vor der Küste der Kimberley als Wachstumsoption. Die Genehmigung, den Betrieb des North West Shelf bis 2070 fortzusetzen, eröffnet einen Weg zur Entwicklung von Browse; sie beseitigt jedoch nicht die verbleibenden Hürden des Projekts.⁠1

Außerhalb Australiens umfasst die Expansion das Ölprojekt Trion im Golf von Mexiko und die LNG-Anlage Louisiana LNG mit einer Jahreskapazität von 16,5 Millionen Tonnen, die bis 2029 den Betrieb aufnehmen soll. Woodside hat mit QatarEnergy eine Vereinbarung über 20 Jahre geschlossen, wonach das Unternehmen ab 2030 jährlich bis zu drei Millionen Tonnen aus Louisiana liefern soll; zugleich bemüht sich Woodside weiterhin, seinen Anteil an dem Projekt zu veräußern.⁠8

Diese Ambitionen sind für die Einordnung der Kürzungen wichtig. Die Ankündigung bedeutet nicht, dass Woodside weniger Energie produzieren will. Es handelt sich um eine Umstrukturierung, die die Rendite für Investoren verbessern und zugleich die Produktion steigern soll. Ein Wachstumsplan belegt jedoch für sich genommen nicht, warum jede geplante Stelle wegfallen muss oder wie die verbleibende Belegschaft das Vorhaben umsetzen soll.

Investoren und Beschäftigte stehen vor unterschiedlichen Fragen

Auch die Aktionäre sollen einer veränderten Vereinbarung zustimmen. Seit 2013 hatte Woodside Dividenden von bis zu 80 Prozent des bereinigten Nettogewinns ausgeschüttet. Die neue Richtlinie sieht 20 bis 40 Prozent des bereinigten operativen Cashflows vor: eine Basisdividende von 20 Prozent, ergänzt um weitere 20 Prozent, die für zusätzliche Dividenden oder Aktienrückkäufe zur Verfügung stehen.⁠8

Diese Prozentsätze lassen sich nicht als einfache Halbierung der Dividende jedes einzelnen Anlegers verstehen. Gewinn und Cashflow sind unterschiedliche Kennzahlen, und bei Aktienrückkäufen wird Geld zurückgegeben, indem Unternehmensanteile gekauft werden, statt allen Aktionären eine Dividende auszuzahlen. Einkommensorientierte Anleger könnten dennoch weniger erhalten. Jamie Hannah, Investmentmanager bei Van Eck, sagte Reuters, eine an den Cashflow gekoppelte Ausschüttung sei «wahrscheinlich wirtschaftlich sinnvoller», warnte jedoch, dass die niedrigere ausgewiesene Ausschüttungsquote diese Anleger schlechterstellen könnte.⁠8

Woodside strebt bis zur Mitte des kommenden Jahrzehnts bei seinen Projekten eine Investitionsrendite von 12 bis 15 Prozent an. Die bisherigen Schwellenwerte lagen bei mehr als 15 Prozent für Offshore-Öl, 12 Prozent für Gas und 10 Prozent für neue Energien. Dies sind finanzielle Ziele des Managements, keine garantierten Ergebnisse – und kein Beleg dafür, dass eine bestimmte Entlassung unvermeidbar ist.⁠8

In WA folgt die Ankündigung auf weitere Arbeitsplatzverluste im Rohstoffsektor. Hancock Iron Ore bestätigte im Juni Stellenstreichungen bei Roy Hill, ohne die Gesamtzahl zu nennen. Im Oktober kündigte BHP an, bis zu 300 Stellen in seinen Eisenerzbetrieben in der Pilbara abzubauen. Woodside plant einen weiteren erheblichen Stellenabbau, doch der lokale Anteil ist weiterhin unbekannt.⁠1

Die Schatzmeisterin von WA, Rita Saffioti, sagte, sie sei «sehr enttäuscht», betonte jedoch, die Regierung werde sich weiterhin «für Gas einsetzen». «Wir sind ein rohstoffreicher Bundesstaat, Gas ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Energieversorgung, und wir sollten den Gassektor weiterhin als Teil unserer übergeordneten wirtschaftlichen Vision unterstützen», sagte sie. Ihre Reaktion verknüpfte die Unterstützung für Rohstoffprojekte mit Beschäftigung, nannte jedoch weder eine lokale Aufschlüsselung der Kürzungen noch eine Zusage zum Schutz der betroffenen Stellen.⁠1

Die Sprecherin der Grünen in WA, Sophie McNeill, bezeichnete die Kürzungen als Beleg dafür, dass ein Unternehmen für fossile Brennstoffe «im Niedergang» sei, und sprach sich gegen Bohrungen am Scott Reef im Rahmen von Browse aus. Der Rohstoffanalyst Peter Strachan wies das Niedergangsargument zurück, verwies auf die hohen, mit dem Iran-Krieg verbundenen Ölpreise und beschrieb Westcotts Vorgehen als stark auf den Aktionärswert ausgerichtet. Dies sind konkurrierende Deutungen der Strategie, aber keine Antworten darauf, wessen Arbeitsplätze wegfallen.⁠1

Für die Beschäftigten liegt der ungelöste Kern der Ankündigung in diesem Unterschied. Woodside hat die weltweite Mindestzahl der Kürzungen und das angestrebte finanzielle Ziel genannt. Was die Beschäftigten noch brauchen, ist der Weg dorthin: welche Stellen betroffen sind, wo und wann Entscheidungen wirksam werden und welche Möglichkeiten den betroffenen Beschäftigten offenstehen.

Quellen17

Von den hier zitierten Quellen veröffentlichte Grafa zuerst, 12 Stunden vor der Ausstrahlung dieses Berichts. 12 weitere Medien folgten.

4 Medien ohne Datumsangabe:businesswire.comMarket Indexnews.cnWoodside

Alle Quellen nach Medium

18 Quellen aus 17 Medien· Meistzitierte zuerst

Wie ausgestrahlt
  1. Woodside plans to cut at least 500 jobs worldwide.
  2. That's roughly one position in ten at a company whose workforce is concentrated in Australia. The immediate question is how much of that reduction will fall on Western Australian workers.
  3. Woodside announced the reductions on November fifth at its Capital Markets Day in Sydney. At least 500 positions are slated to go. The company had 4,693 employees in December 2025, a historical snapshot before this roughly ten per cent reduction was announced.
  4. Five hundred is the minimum Woodside has set out, leaving room for a larger eventual reduction. The announcement puts employees on notice of a restructuring, with the company seeking a smaller workforce while pursuing growth across its energy business.
  5. About 80 per cent of Woodside's workforce is based in Australia, and the vast majority of those employees work in Western Australia. Its Australian operations producing liquefied natural gas, or LNG, are principally centred off the state's coast.
  6. The cuts follow other employment losses in the state's resources sector. Hancock Iron Ore confirmed job cuts at Roy Hill in June, without disclosing the total. In October, BHP announced plans to cut up to 300 jobs across its Pilbara iron ore operations. Woodside's announcement adds another large proposed reduction to that picture.
  7. Woodside is targeting annual structural savings of 400 million US dollars from 2028. A separate published figure puts savings at 550 million dollars, but its currency isn't clear. The relationship between those amounts is also unclear, so they can't safely be treated as competing targets.
  8. The savings program includes changes to Woodside's portfolio and supply chain alongside staff reductions. Westcott has already overseen sales of the company's Trinidad and Tobago gas fields and its stake in Greater Sunrise. Woodside is also looking to sell a clean ammonia project. Together, those changes form part of a wider effort to improve returns.
  9. Woodside wants to lift production by 32 per cent to 280 million barrels of oil equivalent by 2032. That measure combines oil and gas. Chief executive Liz Westcott said, “Our priority now is to extract more value from our portfolio.”
  10. Westcott said Scarborough was 99 per cent complete and weeks from its first LNG cargo. The project sits about 375 kilometres off the Pilbara coast. Woodside also identifies Browse, off the Kimberley coast, as a growth option. Approval to extend North West Shelf operations until 2070 helps open a path to developing that resource.
  11. Woodside's old dividend ceiling was 80 per cent of underlying net profit. Its replacement uses 20 to 40 per cent of adjusted operating cash flow. That includes a 20 per cent base, with another 20 available for extra dividends or buybacks.
  12. Share buybacks return money to investors by purchasing company shares. Investors who rely on dividend income could receive less under the new approach. But the two policies measure different things. A lower percentage of cash flow doesn't translate directly into the same percentage reduction in a dividend, because profit and cash flow can differ.
  13. Woodside is targeting investment returns of 12 to 15 per cent across projects by the middle of the next decade. Previously, its thresholds exceeded 15 per cent for offshore oil, 12 per cent for gas and ten per cent for new energy.
  14. Woodside's expansion plan includes Trion oil in the Gulf of Mexico and Louisiana LNG, due online by 2029. Louisiana's planned capacity is 16.5 million tonnes a year. Last week, Woodside signed a 20-year agreement to supply QatarEnergy with up to three million tonnes annually from 2030. Woodside also wants to sell down its stake in Louisiana LNG.
  15. WA Treasurer Rita Saffioti said she was “very disappointed” but would keep backing gas. WA Greens spokesperson Sophie McNeill called Woodside a company “in decline”. Resources analyst Peter Strachan rejected that description, pointing to high oil prices linked to the Iran war.
  16. McNeill said Woodside shouldn't be allowed to drill at Scott Reef as part of Browse. Saffioti said gas was integral to the state's energy supply and her government would continue “to bat for gas”. She linked support for resources projects with the desire for strong employment.
  17. Woodside hasn't disclosed how many Australian positions will go, which roles will be affected or when the reductions will take effect. The 2028 date is when recurring savings are expected to begin. Workers still need a local allocation and an implementation plan to know whose jobs are at risk and what options they'll have.

Übersetzung aktualisiert:

Kürzlich ausgestrahlt