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Bericht

Im Jemen kann die Flucht vor den Kämpfen einem Kind den Platz im Klassenzimmer kosten

Muneer Farie verkauft Socken, statt zur Schule zu gehen, nachdem seine Familie vor den Kämpfen in Taiz geflohen ist. Neue Vertreibungszahlen zeigen das größere Ausmaß der Umwälzungen – nicht aber, wie viele Kinder zur Arbeit gedrängt wurden.

ThemenverlaufTag 1

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Aus dem englischen Original übersetzt.

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Was gibt eine Familie auf, wenn die Flucht vor den Kämpfen auch bedeutet, dass ihre Kinder zum Überleben beitragen müssen? Für den 13-jährigen Muneer Farie ist die Antwort nicht nur sein Dorf im jemenitischen Gouvernement Taiz. Es ist auch die Zeit im Klassenzimmer. Wie The Guardian berichtet, verkaufen er und sein Bruder inzwischen außerhalb eines Vertriebenenlagers Socken und andere preiswerte Waren, statt zur Schule zu gehen. Ihr Vater, Ghaleb Farie, sagt, er habe sie gebeten zu arbeiten, weil die Familie das Geld zum Überleben brauche. 1

Muneer hatte gehofft, der erste Lehrer in seiner Bauernfamilie zu werden. Bevor sie aus ihrem Dorf im Distrikt al-Wazeyah flohen, konnte er von seinem Klassenzimmer aus Explosionen und Schüsse hören. Die Kämpfe rückten näher; die Familie floh. Seine Ambitionen wurden nicht durch eine humanitäre Erhebung erfasst, doch sein Alltag hat sich verändert: An die Stelle des Unterrichts ist die Arbeit auf dem Markt getreten. Das ist der Bericht einer Familie und kein Beleg dafür, dass alle vertriebenen Kinder denselben Weg eingeschlagen haben. 1

Die wichtigsten Fakten

  1. 145,308Seit Juni in acht Gouvernements vertriebene Menschen 2
  2. 15,870Anstieg vom 21. bis 28. September 2
  3. 137,000+Schulkinder, deren Bildung massiv beeinträchtigt ist 28

Was die Zahl der Vertriebenen zeigt

Erneute Kämpfe zwischen den Huthi und den Regierungstruppen haben Familien in Lager im Südwesten Jemens getrieben. Die jüngste verfügbare Schätzung der Internationalen Organisation für Migration (IOM) vom 28. September zählt 145,308 Menschen in 24,218 Haushalten, die seit Beginn der Eskalation an der Westküste im Juni über acht Gouvernements hinweg vertrieben wurden. Eine Woche zuvor hatte die vergleichbare Zahl bei 129,438 Menschen in 21,573 Haushalten gelegen. Die Differenz beträgt 15,870 Menschen und 2,645 Haushalte – ein Anstieg der Personenzahl um mehr als 12% innerhalb einer Woche. 1 2

Diese Abgrenzungen sind wichtig. Die Gesamtzahl vom 28. September bezieht sich nicht allein auf Taiz und bedeutet auch nicht, dass alle 145,308 Menschen im September geflohen sind. Ebenso lässt sich daraus nicht ermitteln, wie viele Familien im Lager von Muneer untergekommen sind. Sie zeigt jedoch, dass die Vertreibung in den betroffenen Gouvernements zum Zeitpunkt der jüngsten Erhebung weiter zunahm, statt einer allgemeinen Rückkehr nach Hause Platz zu machen. 2

Andere Zahlen beziehen sich auf frühere Momentaufnahmen oder andere Berichtszeiträume. The Guardian meldete am 17. September eine damals aktuelle Zahl von 125,000 Vertriebenen; diese Zahl wurde durch die spätere Erhebung der IOM überholt. Eine separate Schätzung vom 25. September bezifferte die Zahl der Menschen, die in den vorangegangenen drei Wochen vertrieben worden waren, auf fast 130,000, darunter etwa 71,000 Kinder. Sie erfasst einen jüngeren Zeitraum, nicht die kumulierte Vertreibung in acht Gouvernements seit Juni. Die 71,000 Kinder als Kinder zu zählen, die die Schule verlassen haben – oder sie zur Gesamtzahl der IOM hinzuzurechnen –, würde eine Frage beantworten, für die diese Zahlen nicht erhoben wurden. 4 2 32

Unterrichtsausfall ist kein Schulabbruch

Wie am 15. September berichtet, war die Bildung von mehr als 137,000 Kindern im schulpflichtigen Alter durch die erneuten Kämpfe massiv beeinträchtigt. Das belegt eine weitreichende Unterbrechung, ist aber keine bestätigte Zahl dauerhaft ausgeschulter Kinder oder von Kindern, die neu zu arbeiten begonnen haben. In Taiz haben einige Kinder den Zugang zum Unterricht verloren, während andere, wie die Farie-Brüder, laut Berichten arbeiten, um den Bedarf ihrer Familie zu decken. Für diese Eskalation gibt es keine gesicherte Zahl vertriebener Kinder, die zu arbeiten begonnen haben. 28 1

Jemens Bildungskrise begann schon vor den jüngsten Kämpfen. Ein landesweiter Bericht zu Jemen vom April 2026 bezifferte die Zahl der Kinder außerhalb des Schulsystems auf 3.2 Millionen. Die genaue operative Definition dieser älteren Schätzung wurde hier nicht unabhängig überprüft. Die Zahl darf nicht als 3.2 Millionen Kinder beschrieben werden, die in diesem Monat neu aus den Klassenzimmern geholt wurden, und auch nicht zur September-Zahl der Kinder addiert werden, deren Schulbildung beeinträchtigt ist. Die eine Zahl betrifft ein seit Langem bestehendes nationales Problem; die andere beschreibt Beeinträchtigungen während der erneuten Kämpfe. 26 30 28

Der Druck auf die Familien geht über die Frage hinaus, ob eine Schule geöffnet ist. In Taiz haben blockierte Straßen den Verkehr und den Handel beeinträchtigt und die Preise für lebensnotwendige Güter erhöht, wie aus der Berichterstattung von The Guardian hervorgeht. Für einen Haushalt, der bereits in einem Lager lebt, lässt sich der Bedarf an sofortigem Einkommen dadurch schwerer zurückstellen. Der vorliegende Bericht beziffert weder die einzelnen Straßensperrungen noch deren Dauer oder die Preissteigerungen. Daher lässt sich nicht genau feststellen, wie stark diese Belastungen zu Ghaleb Faries Entscheidung beigetragen haben. Er sagt, die Arbeit seiner Söhne sei für das Überleben der Familie notwendig. 1

Bekannt

  • Die Farie-Brüder arbeiten, statt zur Schule zu gehen; die Vertreibung nimmt zu, und das Bildungswesen ist weithin beeinträchtigt. 1228

Unbekannt

  • Wie viele neu vertriebene Kinder arbeiten oder wann die Brüder wieder zur Schule gehen können.

Als Nächstes

  • Ob die Familie sicher zurückkehren kann und die Jungen wieder am Unterricht teilnehmen können.

Die Zahlen zeigen das Ausmaß der Vertreibung und die Reichweite der Bildungsunterbrechungen. Muneers Geschichte zeigt etwas Engeres und Unmittelbareres: Wenn eine Familie ihr Zuhause verliert und Geld braucht, kann der Arbeitstag eines Kindes den Schultag ersetzen. Weder die Zahlen noch seine Erfahrung verraten, wann dieser Zielkonflikt enden wird. 1 2 28

Wie ausgestrahlt 9 Zeilen
  1. Thirteen-year-old Muneer Farie sells socks outside a displacement camp instead of studying. His family fled fighting in Yemen’s Taiz governorate, while the latest displacement count across eight governorates has reached 145,308 people. What do the figures tell us about children losing school—and what remains unknown?
  2. Muneer and his brother sell socks and other cheap goods to help their family survive in the camp. Their father, Ghaleb Farie, says he asked the boys to work because the family needs the money. Muneer had hoped to become the first teacher in his farming family. Before they fled their village in al-Wazeyah district, he could hear explosions and gunfire from his classroom. Now work has taken the place of lessons for both brothers.
  3. The family fled as fighting drew close to its village. Renewed clashes between Houthi forces and Yemen’s government-side forces have broken a period of relative calm in the southwest and driven families into camps. But the count of people uprooted reaches well beyond Taiz: it covers eight governorates affected by the West Coast escalation that began in June.
  4. The September 28 count is 15,870 people and 2,645 households higher than the comparable count one week earlier. That is a rise of more than twelve percent in the number of displaced people. It shows displacement was still growing through September 28; it does not say all 145,308 people fled during September, or that they are all in Taiz. There is no established count for Muneer’s camp.
  5. Earlier figures describe earlier snapshots or different periods, not competing totals for the same date. A September 17 account used a then-current figure of 125,000. A separate estimate released September 25 covered the preceding three weeks: nearly 130,000 people displaced, including about 71,000 children. That three-week window cannot be substituted for the cumulative eight-governorate count since June. And the roughly 71,000 children displaced cannot automatically be counted as children who stopped attending school.
  6. As reported September 15, more than 137,000 school-aged children faced major disruption to their education amid the renewed fighting. Some children in Taiz cannot reach classes; others leave lessons to earn money. But disruption is not the same as permanent dropout, and that figure does not tell us how many children have begun working. Muneer and his brother are two specifically described cases, not a measure of child labour across Yemen.
  7. Schooling was already in crisis before this escalation. An April Yemen-wide estimate put 3.2 million children out of school, after years of civil war had interrupted education. The precise definition behind that older measure has not been independently established. It is not a count of children newly pushed out of class this September, and it must not be added to the figure for children facing disruption from the new fighting.
  8. Displacement brings other pressures alongside the loss of a classroom. In Taiz, blocked roads are disrupting travel and trade and making basic goods more expensive. That raises the cost of meeting immediate needs for families already forced from home. The specific roads affected, how long they have been blocked and the size of the price rises have not been established here.
  9. The answer to how many newly displaced children have moved from school into work is still unknown. The education-disruption and child-displacement figures measure different things; neither provides that count. For Muneer and his brother, work has replaced study, and there is no established date when they can return to school or when their family can safely go home.

Quellen

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