Justiz · Fall Ueno Bank
Peña im Fall Ueno Bank in Untersuchungshaft genommen, während Millionen auf ihre Ersparnisse warten
Ein Richter ordnete an, den abgesetzten Präsidenten Paraguays im Rahmen der Ermittlungen zur Ueno Bank in Untersuchungshaft zu nehmen. Die Staatsanwaltschaft muss seine mutmaßliche Rolle noch beweisen – und Millionen Kunden warten weiterhin auf den Zugang zu ihren Einlagen.
Verfasst 4 Min. Lesezeit · 25 Quellen
Video in der Originalsprache
Aus dem englischen Original übersetzt.
2,94 Millionen Kunden: So groß war die Reichweite der Ueno Bank, bevor die Bankenkrise in Paraguay zu einer Krise um den Präsidenten wurde. Die von DW gemeldete Zahl bezieht sich auf Kunden – nicht auf einzelne eingefrorene Konten oder Menschen, deren Ersparnisse dauerhaft verloren sind. Sie zeigt jedoch das Ausmaß der Notlage hinter der Amtsenthebung von Santiago Peña: Millionen Sparer können nicht auf ihre Einlagen zugreifen, und auch das Geld großer öffentlicher Institutionen ist eingefroren.1
Peña wird nun beim Präsidialen Eskortenregiment in Asunción festgehalten. Richter Humberto Otazú ordnete am 7. November 2026 seine Untersuchungshaft an, einen Tag nach seiner Amtsenthebung und Festnahme, während die Staatsanwaltschaft mutmaßliche Untreue und Eigengeschäfte im Zusammenhang mit Ueno untersucht. Die Anordnung legt fest, wo sich der ehemalige Präsident während des Verfahrens aufhalten wird. Sie stellt nicht fest, dass er diese Straftaten begangen oder die Bankenkrise verursacht hat.112
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil drei verschiedene Fragen miteinander verknüpft wurden: ob Peña Präsident hätte bleiben sollen, ob die Staatsanwaltschaft strafbares Fehlverhalten beweisen kann und wann die Kunden ihr Geld zurückerhalten. Seine Amtsenthebung beantwortete die erste Frage. Seine Inhaftierung beantwortet keine der beiden anderen.
Vom Eingriff bei der Bank zur Untersuchungshaft des Präsidenten
- 3. November 2026119
Der Eingriff der Zentralbank wurde öffentlich, als Ueno mit Solvenzproblemen zu kämpfen hatte und Kunden nicht auf ihre Einlagen zugreifen konnten.
- 6. November 202612
Peña wurde nach einem Amtsenthebungsverfahren aus dem Amt entfernt und festgenommen.
- 7. November 2026112
Otazú ordnete Untersuchungshaft im Präsidialen Eskortenregiment an, wo Peña bereits die vorangegangene Nacht verbracht hatte.
Die Transaktionen, die die Staatsanwaltschaft nachweisen muss
Peña verbrachte am 7. November etwa drei Stunden in der Fiscalía General in Asunción, bevor die gerichtliche Entscheidung erging. Das war sein Erscheinen vor der Staatsanwaltschaft, nicht die Dauer der anschließenden Gerichtsanhörung. Die Staatsanwaltschaft beantragte Untersuchungshaft; Otazú ordnete sie nach einer gesonderten Anhörung an, an der Peña und sein Anwalt teilnahmen.1
Staatsanwältin Nancy Salomón bezeichnete die mutmaßlichen Straftaten als Untreue und Verwaltung zum persönlichen Vorteil, auch als Eigengeschäfte beschrieben. Dabei handelt es sich um Vorwürfe der Staatsanwaltschaft, nicht um erwiesene Beschreibungen von Peñas Handeln. Im Mittelpunkt des Falls steht die Frage, wie öffentliche Gelder und Pensionsgelder mutmaßlich zu Ueno gelangten – und warum sie dort blieben.1
Dem von DW beschriebenen Dokument der Staatsanwaltschaft zufolge könnte Peña bei der Anlage, Verlängerung und dem weiteren Verbleib erheblicher Summen bei der Bank mitgewirkt haben, die öffentlichen Institutionen und Pensionskassen gehörten. Die Staatsanwaltschaft behauptet außerdem, dass er zuvor wirtschaftliche und geschäftliche Beziehungen zur Unternehmensgruppe von Ueno unterhielt.1
Der Bericht bringt diese Einlagen mit einer weiteren Reihe von Transaktionen in Verbindung: Ueno soll öffentliche Mittel erhalten haben, während es Kredite an Unternehmen vergab, die mit seiner eigenen Unternehmensgruppe verbunden waren. Das Dokument der Staatsanwaltschaft verweist auf Beanstandungen der Aufsichtsbehörden und Unregelmäßigkeiten, die die Aufsichtsorgane der Zentralbank bei diesen Kreditgeschäften festgestellt hätten. Es handelt sich um Vorwürfe zu miteinander verbundenen Transaktionen; eine Kette strafrechtlicher Verantwortung, die bis zu Peña reicht, ist damit noch nicht nachgewiesen.1
Darin besteht die Beweisaufgabe, die nun ansteht. Eine frühere Geschäftsbeziehung beweist für sich genommen nicht, dass ein Präsident die Einlagen einer öffentlichen Institution gelenkt hat. Ebenso lässt sich aus dem Scheitern einer Bank nicht ableiten, wer ihre Verluste verursacht hat. Die Staatsanwaltschaft muss den mutmaßlichen Einfluss mit den Transaktionen verknüpfen und die von ihr benannten Straftaten nachweisen.
Auch der ehemalige Präsident der Banco Central del Paraguay, Carlos Carvallo, wird in der paraguayischen Berichterstattung als Mitbeschuldigter genannt. Seine Rolle muss von der Peñas getrennt betrachtet werden: Der eine leitete die Zentralbank, der andere das Land. Die unterzeichnete Haftanordnung und die vollständigen Anklageunterlagen wurden für diesen Bericht nicht unabhängig geprüft, und die verfügbaren Belege weisen weder einen bezifferten Peña zurechenbaren Schaden noch die Höhe eines persönlichen Vorteils für ihn nach.171
Ein neuer Präsident, Ersparnisse weiterhin eingefroren
Peñas Amtsenthebung machte ihn für eine mangelhafte Amtsführung verantwortlich – ein politisches Urteil, das sich von einer strafrechtlichen Verurteilung unterscheidet. Sein ehemaliger Vizepräsident Pedro Alliana folgte ihm nach und begann am 7. November seinen ersten vollständigen Tag als Präsident. Beide gehören der Colorado-Partei an. Das Präsidentenamt wechselte den Inhaber, nicht aber die Partei.14
Für die Einleger löste dieser Machtwechsel das unmittelbare Problem nicht. Die Zentralbank griff angesichts von Solvenzproblemen ein, und Medienberichte über das Bankwesen beschrieben den Beginn eines Abwicklungsverfahrens. Ein Abwicklungsverfahren bedeutet nicht automatisch, dass die Liquidation abgeschlossen ist. Ebenso beweist eine unzugängliche Einlage nicht, dass ihr gesamter Wert dauerhaft verloren ist. Wie viel die Kunden zurückerhalten, hängt davon ab, was als Nächstes geschieht.192124
Die Einschränkungen betrafen sowohl Ersparnisse privater Haushalte als auch staatliche Gelder. Darauf folgten große Straßenproteste, die die Polizei laut DW zurückdrängte. In dem für diesen Bericht verfügbaren Material ist keine verifizierte Zahl zu Todesopfern oder Festnahmen belegt.1
Es gab eine gesetzgeberische Reaktion: Der paraguayische Senat meldete die Zustimmung zu einer Maßnahme, die eine Vorauszahlung auf Einlagensicherungen vorsieht. Das ist ein konkreter politischer Schritt, doch die Zustimmung belegt nicht, dass Kunden bereits Zahlungen erhalten haben, und sie stellt nicht sicher, dass jede Einlage vollständig zurückerstattet wird. Ein bestätigter Termin für die Wiederherstellung des Zugangs oder eine verifizierte Gesamtsumme der letztlich zurückgezahlten Beträge liegen hier nicht vor.25
Quellen20
theparaguaypost.com
ABC
MacroHerald
The Asunción Times
senado.gov.py
Google News México (MX:es-419)
La Nación
RTVE.es
- +6 weitere Medien
- HeyDay News
Alle Quellen nach Medium
25 Quellen aus 20 Medien· Meistzitierte zuerst
ABCabc.com.py4
- Zuerst berichtet
- Peña permanece en prisión preventiva mientras Paraguay da paso a un nuevo Gobierno - Mundo - ABC Color
- Santiago Peña queda preso en el Regimiento Escolta Presidencial - Nacionales - ABC Color
- Caso Ueno: Fiscalía imputa y pide prisión preventiva para Santiago Peña y el extitular del BCP - Política - ABC Color
- Ueno Bank: BCP explica la resolución y qué va a pasar ahora - Economía - ABC Color
La Naciónlanacion.com.py2
Cuarto Podercuartopoder.com.py1
El Nacionalelnacional.com.py1
- Zuerst berichtet
- Privilegios del poder: Juez salva a Peña de la cárcel
France 24france24.com1
Google News España (ES:es)dw.com1
Google News México (MX:es-419)bbc.com1
Investing.com 香港investing.com1
MacroHeraldmacroherald.com1
- Zuerst berichtet
- Paraguay’s central bank moves to resolve Ueno Bank
Wie ausgestrahlt
- Santiago Peña is being held at the Presidential Escort Regiment. A judge has ordered the ousted president to remain in custody while prosecutors investigate alleged misuse of public and pension money. Millions of savers can't access deposits at the bank at the center of the case. Can prosecutors prove Peña used his influence over that money?
- Peña had already spent Friday night at the regiment in Asunción. Judge Humberto Otazú ordered him to remain there on November 7. The ruling keeps the former president in custody while the criminal investigation into Ueno Bank continues.
- Earlier that day, Peña spent about three hours being questioned by prosecutors in the capital. Prosecutors then sought pretrial detention. Otazú granted their request after a separate hearing attended by Peña and his lawyer.
- Peña lost the presidency and was arrested on November 6. His impeachment found him responsible for poor performance of duties. On November 7, the judge ordered pretrial detention. The impeachment decided his political future. Prosecutors still have to prove the criminal allegations.
- Prosecutor Nancy Salomón identified the alleged offenses as breach of trust and administration for personal benefit, also described as self-dealing. The prosecution is examining whether Peña helped direct substantial public and pension funds into Ueno Bank and keep them there.
- Prosecutors allege Peña intervened when public institutions and pension entities placed money at Ueno, renewed those placements and left funds there. They also allege the bank received public resources while lending to companies connected to its own business group.
- Prosecutors say Peña had an earlier economic and corporate relationship with the bank's business group. They also point to supervisory observations and irregularities identified by the central bank in the lending operations. Those alleged connections are what investigators must now turn into evidence against him.
- Otazú's decision determines where Peña will remain during the proceedings. It leaves prosecutors with the task of proving their accusations, including his alleged role in the transactions. The court hasn't decided his guilt or found that he caused the bank's crisis.
- Ueno's customers face a more immediate problem. The central bank intervened amid solvency problems, and the crisis became public on November 3. Savers lost access to deposits, while public institutions also found money they held at the bank frozen.
- Ueno Bank had 2.94 million customers. That figure counts the bank's customers, rather than individual frozen accounts. Major state institutions were among those with funds frozen, so the restrictions reached public money as well as personal savings.
- The central bank began a resolution process to deal with the troubled bank. Customers' eventual recovery depends on what happens through that process. Restricted access to a deposit doesn't by itself tell a saver how much money will ultimately be recovered.
- Large street protests followed the loss of access to savings, and police repelled protesters. The bank crisis spilled into public anger before the change at the presidency. Removing Peña from office left customers facing the same restrictions on their money.
- Lawmakers have approved legislation for an advance on deposit guarantees. That creates a response for savers waiting for money, but payments to customers haven't been confirmed. The political transfer has also kept the presidency within the same party.
- Pedro Alliana succeeded Peña after serving as his vice president. November 7 was his first full day as president, and both men belong to the Colorado Party. Carlos Carvallo, who previously headed the central bank, is also accused in the Ueno investigation.
- Prosecutors still have to connect Peña's actions to the movement of public savings and the bank's lending in court. How much public or pension money was improperly placed remains unclear. For customers, there's still no confirmed date for restoring access to deposits, or a verified total of what they will ultimately recover.
Übersetzung aktualisiert:





