Unternehmen · Krise bei Kreuzfahrten für dauerhaftes WohnenFortlaufendes Thema · Bericht 2 von 3
Villa Vie plant Chapter 11 – kann das Unternehmen den Bewohnern ihr Zuhause auf See zurückgeben?
Der Betreiber von The Odyssey hat einen angestrebten rechtlichen Weg aus seiner Liquiditätskrise benannt. Ein Insolvenzantrag, ein finanzierter Neustart und umfassende tatsächlich geleistete Unterstützung für die verdrängten Bewohner sind weiterhin nicht bestätigt.
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Der Betreiber von The Odyssey hat einen angestrebten rechtlichen Weg aus seiner Liquiditätskrise benannt. Ein Insolvenzantrag, ein finanzierter Neustart und umfassende tatsächlich geleistete Unterstützung für die verdrängten Bewohner sind weiterhin nicht bestätigt.
Kann eine Sanierung im Insolvenzverfahren die verdrängten Bewohner von Villa Vie zurück in ihr Zuhause auf See bringen – und das von ihnen gezahlte Geld schützen? Der Geschäftsführer des Unternehmens hat Chapter 11 nun als seinen angestrebten Weg aus einer Liquiditätskrise bezeichnet. Das ist eine bedeutende Entwicklung, aber noch kein Beleg für einen eingereichten Insolvenzantrag, eine finanzierte Rettung oder einen Termin, zu dem Passagiere auf The Odyssey zurückkehren können. 2
Mikael Petterson legte den Plan am Mittwoch, dem 28. Oktober 2026, in einem Telefoninterview mit CBS News offen. Er sagte, dem Kreuzfahrtunternehmen für dauerhaftes Wohnen sei das Geld ausgegangen, während es nach einem Finanzpartner gesucht habe. Ein Insolvenzantrag ist nicht bestätigt: Weder Einreichungsdatum, Gericht und Aktenzeichen noch die rechtliche Identität des vorgesehenen Schuldners stehen fest. Um zu verstehen, was als Nächstes geschieht, ist es daher entscheidend, zwischen der Absicht, gerichtlichen Schutz zu beantragen, und dessen tatsächlicher Erlangung zu unterscheiden. 2
Am 28. Oktober berichtete HeyDay News, dass Villa Vie Residences den Betrieb von The Odyssey in Kambodscha ausgesetzt, die Bewohner an Land geschickt und eine 60-tägige Umstrukturierungs- und Rekapitalisierungsphase angekündigt hatte. Die neue Entwicklung ist die ausdrückliche Absicht, Chapter 11 zu beantragen, nicht eine weitere Ankündigung der Betriebsaussetzung. In seiner Erklärung vom 27. Oktober teilte das Unternehmen mit, dass weder eine Finanzierung noch eine Transaktion abgeschlossen sei, und warnte, dass kein Ergebnis garantiert sei. Eine später abgeschlossene Rettungsvereinbarung ist nicht belegt. 9
Chapter 11 ist das US-amerikanische Insolvenzverfahren, das Unternehmen zur Umschuldung nutzen. Die Benennung dieses Weges bedeutet für sich genommen weder, dass ein Gericht Villa Vie beaufsichtigt, noch klärt sie die vertraglichen Rechte der Bewohner oder stellt das für den Schiffsbetrieb benötigte Geld bereit.
Eine Geldknappheit, die über die Treibstoffkosten hinausgeht
Pettersons jüngste Darstellung beschreibt eine finanzielle Belastung, die über die zunächst von Villa Vie hervorgehobenen Treibstoffrechnungen hinausgeht. Dazu gehören Kreditaufnahme und Druck auf die Lohnzahlungen, ohne Angaben zur Höhe der aufgenommenen Kredite, deren Konditionen oder einer bestätigten Gesamtsumme ausstehender Löhne. 2
„Wir haben Geld geliehen, unsere Lohnzahlungen so weit gestreckt, wie wir konnten, und sind an einem Punkt angelangt, an dem wir kurz vor dem Zusammenbruch stehen und Kapital brauchen.“
Er sagte CBS, der Treibstoff habe im Schnitt etwa $700 pro Tonne gekostet, bevor Ende Februar der Iran-Krieg begann, und koste seitdem $2,000–$3,000 pro Tonne. Den monatlichen Verbrauch des Schiffes bezifferte er auf 700–800 Tonnen. Separat erklärte er, die monatlichen Ausgaben seien von $400,000 auf $2 million gestiegen, wodurch eine Lücke von $1.6 million entstanden sei. Dies sind Zahlen des Managements, keine unabhängig geprüften Konten; die Ausgabenkategorien hinter den monatlichen Gesamtsummen nannte er nicht. Sie können nicht als abgestimmte Gesamtdarstellung der Finanzen des Unternehmens gelten. 2
Villa Vie verwendete in seiner eigenen Mitteilung eine andere Kennzahl: Die auf eine Kabine umgerechneten monatlichen Treibstoffkosten hätten historisch bei etwa $1,800 gelegen und kürzlich in Teilen Asiens schätzungsweise $6,000–$8,000 erreicht. Das ist eine Aufteilung der Betriebskosten und kein Beleg dafür, dass den Bewohnern diese Beträge neu in Rechnung gestellt wurden. Das Unternehmen erklärte, es sei unrealistisch, die gesamte Erhöhung an die Bewohner weiterzugeben. 9
Das Management verlangsamte den Fahrplan und verlängerte die Aufenthalte in den Häfen, um Treibstoff zu sparen. Petterson beschrieb, dass man fünf oder sechs Tage in jedem Hafen verbrachte, in der Hoffnung, die Lage im Nahen Osten werde sich verbessern. Diese Maßnahmen hätten nach seinen Worten nicht ausgereicht. 2
Der Treibstoff ist damit die Erklärung des Managements für die unmittelbare Aussetzung des Betriebs, nicht aber eine nachgewiesene Erklärung für jede finanzielle Schwäche. Der Bewohner Randy Cassingham bot eine umfassendere Einschätzung und beschrieb eine Kettenreaktion aus Geschäftsmodell, Managementfehlern sowie Kosten und Verfügbarkeit von Treibstoff. Seine von The Guardian wiedergegebene Darstellung ist die Einschätzung eines Bewohners und keine geprüfte Aufschlüsselung der Verantwortlichkeiten. 45
Lokale Unterstützung ist keine Rückführung
Die neuere Berichterstattung klärt zwei grundlegende Ungewissheiten aus unserem früheren Bericht: Der Hafen ist Sihanoukville, einschließlich des Sihanoukville Autonomous Port, und die gemeldete Zahl der Passagiere betrug 203. Diese Passagiere hatten 15 verschiedene Staatsangehörigkeiten, überwiegend die US-amerikanische; außerdem befanden sich 156 Besatzungsmitglieder an Bord. Am Mittwoch lag das Schiff weiterhin in Sihanoukville, nachdem die Weiterfahrt nach Vietnam erwartet worden war. Der frühere Fahrplan reichte bis November 2027, doch daraus lässt sich nicht mehr ableiten, welche Reisen möglich sind. 4 5
Einige Passagiere hatten Kambodscha laut Cruise Parrot bis Mittwoch bereits auf dem Luftweg verlassen. Wie viele sich noch im Land befinden, welche individuellen Ziele sie haben und wie viele Personen insgesamt von Bord gegangen sind, ist nicht geklärt. 46
Das Management hat die Unterstützung nun konkreter beschrieben. Petterson sagte Bloomberg, Villa Vie übernehme die Kosten für Unterkunft und örtliche Beförderung, habe den Passagieren aber keine Mittel zur Verfügung gestellt, um Kambodscha zu verlassen. Nach dieser Regelung müssen die Bewohner ihre internationalen Reisen selbst bezahlen. 19
Ob diese Unterstützung tatsächlich geleistet wird, ist umstritten. Cruise Parrot berichtete von Cassinghams gegenteiliger Darstellung, wonach den Passagieren nicht geholfen werde. Hier sind weder ein Hotel noch die Zahl der unterstützten Bewohner, die Dauer der Hilfe oder Buchungs- und Zahlungsnachweise belegt. Unklar ist, ob die Unterstützung von Passagier zu Passagier unterschiedlich ausfiel oder ob die zugesagte Hilfe noch nicht zu praktischer Unterstützung geworden war. Die frühere Aussage des Unternehmens, vorübergehende Unterkünfte zu suchen, lässt sich nicht als Beleg dafür werten, dass alle untergebracht wurden. 46 9
Der pensionierte Passagier Benjamin Schatz sagte CBS, man habe ihm am Mittwoch nur wenige Stunden Zeit gegeben, seine Sachen zu packen und zu gehen. Er beschrieb Menschen, die obdachlos waren, kaum Geld hatten und nicht wussten, was sie tun sollten. Das ist seine Schilderung der Folgen, keine bestätigte Zahl von Bewohnern ohne Unterkunft. 2
Dadurch sollte auch der frühere zeitliche Ablauf nicht in Vergessenheit geraten. Wie wir am 28. Oktober berichteten, schilderte Cassingham einen kurz nach 7 Uhr am Montag, dem 26. Oktober, ausgehängten Hinweis, der verlangte, bis 14 Uhr von Bord zu gehen – noch vor der öffentlichen Bekanntgabe der Betriebsaussetzung am Dienstag. Seine Darstellung und die von Schatz beziehen sich auf unterschiedliche Zeitpunkte für Benachrichtigung und Abreise; keine von beiden belegt eine einheitliche Frist für alle Bewohner. 8
Was die Bewohner gekauft haben, ist weiterhin wichtig
Auch das finanzielle Risiko fällt unterschiedlich aus. CBS berichtete von Kabinenkäufen in der Startphase für mehrere Hunderttausend Dollar und einer Mindestgarantie für einen 15-jährigen Aufenthalt. Carol Larson beschrieb ihre eigene Vereinbarung dagegen als Möglichkeit, bis zu 15 Jahre an Bord zu leben. Diese Beschreibungen klären weder den Wortlaut der einzelnen unterzeichneten Verträge noch begründen sie einen einheitlichen Rückerstattungsanspruch. 2 45
Die 69-jährige Larson sagte der Associated Press, sie habe in Raten $120,000 zuzüglich monatlicher Instandhaltungsgebühren gezahlt, wie aus dem von The Guardian wiedergegebenen Interview hervorgeht. 18 Monate lang hatte sie mit ihrer Schwester, der 72-jährigen Crystal Lavering, an Bord gelebt. Larson sagte, das Leben auf See habe ihre Gesundheit verbessert; obwohl ihr die Risiken eines Start-ups bewusst gewesen seien, bereue sie ihre Beteiligung nicht. Ihre Erfahrung bildet einen wichtigen Gegenpol zur Notlage, doch ihr Kaufpreis ist keine allgemeine Preisliste. 45
Villa Vie hat keine Regelung für Rückerstattungen, Entschädigungen, laufende Gebühren, Kabinenrechte oder den Zugang zu persönlichen Gegenständen festgelegt, die für alle gilt. Entscheidend bleiben die jeweiligen Kauf- oder Mietverträge und deren Änderungen. Die erklärte Absicht, Chapter 11 anzustreben, entscheidet keine dieser Fragen. 46
Eine weitere finanzielle Frage aus unserer früheren Berichterstattung bleibt unbeantwortet. Die ehemalige Mieterin Pamela Reckamp erinnerte sich an eine Anfang September gestellte Bitte an Kabineneigentümer, dabei zu helfen, $1 million aufzubringen, damit das Schiff die Ha-Long-Bucht in Vietnam verlassen könne. Ihre Erinnerung belegt nicht, wie viel Geld tatsächlich zusammenkam; seitdem wurde kein Betrag bestätigt. 8
Das nächste mögliche Ereignis betrifft das Schiff, nicht unbedingt seine Bewohner. Cruise Parrot berichtete, kambodschanische Behörden erwarteten eine Betankung und eine mögliche Abfahrt am Samstag, dem 31. Oktober. Das ist weiterhin ungewiss; weder eine Wiederaufnahme des Passagierbetriebs noch ein nächstes Ziel sind bestätigt. Laut derselben Darstellung bleiben Besatzungsmitglieder an Bord, um wichtige Systeme zu warten; die vollständigen Regelungen zu ihrer Bezahlung, Beschäftigung und Rückführung sind nicht geklärt. 46
Ein Schiff kann weiterfahren, ohne dass sein Geschäft mit dauerhaftem Wohnen wiederhergestellt ist. Für die Passagiere von Villa Vie ist nicht allein entscheidend, ob The Odyssey Sihanoukville verlässt. Entscheidend ist, ob das Unternehmen eine Finanzierung sichert, seine rechtliche Lage klarstellt und einen gangbaren Weg zurück an Bord ermöglicht – oder transparent darlegt, was die Bewohner zurückerhalten können, falls dies nicht gelingt.
Wie ausgestrahlt 20 Zeilen
- Villa Vie now plans bankruptcy protection after its residential cruise left 203 passengers without their cabins. On October 28, we reported that the company had suspended The Odyssey’s operations in Cambodia and ordered residents ashore.
- Some residents sold their homes to buy cabins and expected to live aboard for years. Now they face temporary housing and travel costs. Can the company find enough money to restore their homes at sea and protect what they paid?
- The Odyssey carried 203 passengers from 15 nationalities, mostly Americans, and 156 crew members. It remained at Sihanoukville Autonomous Port on Wednesday, when its itinerary had called for sailing onward to Vietnam. Some passengers have already flown out of Cambodia.
- The earlier itinerary stretched through November 2027. That future now depends on rescuing the business. Chief executive Mikael Petterson described his Chapter 11 intention in a telephone interview on Wednesday, October 28. Chapter 11 is the U.S. bankruptcy process companies use to reorganize their debts.
- Petterson says the business ran out of money while searching for a financial partner. A bankruptcy petition hasn't been confirmed. The company had already announced a 60-day search for fresh financing and warned that success wasn't assured.
- Villa Vie said on October 27 that it hadn't finalized financing or a transaction. Petterson’s description of the cash shortage now reaches beyond fuel bills. He says the company borrowed money and pushed its payroll commitments as far as it could while trying to keep operating.
- Petterson said, “We’ve borrowed money, we’ve stretched our payrolls as far as we can, and we’re at a point where it’s just at a breaking point where we need capitalization.”
- He put monthly expenses at $400,000 before the increase and $2 million afterward. He asked where the company could find the $1.6 million difference. He didn't explain which expenses those totals cover. They're management’s figures, and they don't give residents a complete picture of the company’s finances.
- Petterson says fuel averaged about $700 per ton before the Iran war began in late February. Afterward, he says, it cost $2,000 to $3,000 per ton. He put the ship’s monthly consumption at 700 to 800 tons.
- Villa Vie also estimates its equivalent monthly fuel expense per cabin rose from about $1,800 to $6,000 to $8,000 in parts of Asia. Those figures describe the company’s allocation of operating costs. The company says passing the full increase to residents wasn't realistic.
- Management slowed the itinerary and kept the ship in each port for five or six days to save fuel. Petterson says they hoped conditions in the Middle East would improve. Those savings, he says, couldn't keep pace with the higher costs.
- Resident Randy Cassingham sees a broader failure. He describes a cascade involving the business model, management mistakes, and fuel cost and availability. That's his assessment of why the venture struggled. He also challenges management’s account of the help residents are receiving ashore.
- Petterson says Villa Vie is covering lodging and local transportation, but isn't funding passengers’ departure from Cambodia. Cassingham disputes that residents are being helped. It isn't clear whether support differs between passengers or whether promised help simply hasn't reached them.
- Residents who want to leave must arrange their own international travel under the policy Petterson describes. Retired passenger Benjamin Schatz says he was given only hours on Wednesday to pack and leave. He says some residents are homeless, have very little money, and don't know what they'll do.
- Schatz’s account describes his own departure. Cassingham had described an earlier notice, shortly after seven on Monday morning, requiring disembarkation by two that afternoon. That instruction preceded Tuesday’s public suspension announcement. Residents describe different notice and departure times.
- The money at risk also differs from cabin to cabin. At launch, purchases could cost several hundred thousand dollars, with a minimum 15-year residency guarantee described. Carol Larson describes her arrangement as an option to live aboard for up to 15 years. Individual agreements determine what each resident bought.
- Larson, who's 69, says she paid $120,000 in installments, plus monthly maintenance fees. She lived aboard for 18 months with her sister, Crystal Lavering, who's 72. Larson says living at sea improved her health, and she still doesn't regret participating.
- She knew a startup carried risk. Other residents now need answers about refunds, continuing charges and access to their cabins. Villa Vie hasn't explained a policy covering everyone’s contracts. Earlier, resident Pamela Reckamp recalled a request to help raise $1 million to leave Ha Long Bay. How much residents raised remains unclear.
- Cambodian officials expect refuelling and a possible departure on Saturday, October 31. That sailing is tentative. Crew are described as remaining aboard to maintain essential systems. A ship movement would still leave the residential voyage dependent on financing and arrangements for passengers.
- Villa Vie has named its intended legal route, but hasn't announced a completed financial rescue. Residents still have no confirmed return date. Management describes temporary local support while leaving passengers to pay for travel out of Cambodia.
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