Justiz · Misslungene HinrichtungFortlaufendes Thema · Bericht 6 von 6
Zwei Dosen, ständige Schmerzen: Christa Pike spricht nach misslungener Hinrichtung in Tennessee
In ihrer ersten öffentlichen Erklärung, seit sie zwei Dosen Pentobarbital überlebt hat, beschreibt Pike anhaltende Schmerzen. Ihre Anwälte streben lebenslange Haft an; Gouverneur Bill Lee geht davon aus, dass ihre Todesstrafe bestehen bleibt.
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Das ganze ThemaWas sich seit unserem letzten Bericht geändert hat
17 Tage später
Damals
Nach Christa Pikes gescheiterter Hinrichtung wurde ihr Rettungsnotruf als Fehlalarm abgetanWas wir als offen bezeichnet hatten
Ob Pike aufwacht, welche Verletzungen sie hat und ob ein staatlicher Arzt ihren Zustand bestätigen wird.
Noch offenWas das Scheitern verursachte und ob das Medikament in ihren Blutkreislauf gelangte.
Noch offenDie Ursache des Scheiterns ist weiterhin ungeklärt, auch ob das Pentobarbital wie vorgesehen in ihren Blutkreislauf gelangte.
Wann Stanton Bericht erstattet und ob die Ergebnisse veröffentlicht werden.
Noch offenAus den neuen Berichten geht weder ein Termin hervor, zu dem Stanton seine Untersuchungsergebnisse vorlegen wird, noch eine Zusage, sie vollständig zu veröffentlichen.
Stradas Rücktritt wird Ende Oktober wirksam, und ein kommissarischer Leiter soll ernannt werden.
Noch offenDie neuen Berichte bestätigen den erwarteten Wechsel in der Führung nicht und nennen auch keinen kommissarischen Leiter.
Ob Lee vor dem Ende seiner Amtszeit Mitte Januar auf das Gnadengesuch antwortet.
Noch offenLee hat erklärt, dass er davon ausgeht, dass das Urteil bestehen bleibt, aber keine endgültige Entscheidung über das Gnadengesuch angekündigt. 1
Ob Suttons Antrag aufgrund einer geistigen Behinderung angehört wird.
Noch offenEs gibt keine neuen Informationen, aus denen hervorgeht, ob Suttons Antrag aufgrund einer geistigen Behinderung angehört wird.
Jetzt
In ihrer ersten öffentlichen Erklärung, seit sie zwei Dosen Pentobarbital überlebt hat, beschreibt Pike anhaltende Schmerzen. Ihre Anwälte streben lebenslange Haft an; Gouverneur Bill Lee geht davon aus, dass ihre Todesstrafe bestehen bleibt.
Zwei Dosen Pentobarbital töteten Christa Pike nicht. Einen Monat nachdem Tennessee versucht hatte, sie hinzurichten, sagt sie, seitdem habe es keinen Moment ohne Schmerzen gegeben. Ihre Anwälte wollen, dass ihre Todesstrafe in lebenslange Haft umgewandelt wird. Gouverneur Bill Lee hat signalisiert, dass er davon ausgeht, dass das Urteil bestehen bleibt. 1
Damit erholt sich Pike von einem Hinrichtungsversuch, ohne die Zusicherung, dass sie keinem weiteren ausgesetzt sein wird. Ihre erste öffentliche Erklärung, die am Freitag, dem 30. Oktober, über ihre Anwälte veröffentlicht wurde, schildert ihre eigene Sicht auf die Genesung. Sie enthält weder eine medizinische Prognose noch eine Erklärung dafür, warum die Hinrichtung misslang, noch eine endgültige Entscheidung über ihren Antrag auf lebenslange Haft.
Die 50-jährige Pike diktierte die Erklärung in der Krankenstation des Debra K. Johnson Rehabilitation Center, wohin sie nach ihrem Krankenhausaufenthalt zurückgebracht wurde. Sie sagte, sie sei in die Hinrichtungskammer gegangen, bereit, in Frieden zu sterben, und habe sich nie ein Leben nach ihrem Hinrichtungstermin vorgestellt. Stattdessen sei sie allein und verwirrt in einem Krankenhausbett aufgewacht. 1
Seit jener Nacht gab es keinen Moment, in dem ich keine Schmerzen hatte.
„Mein Körper tut weh. Meine Arme tun weh. Meine Hände tun weh. Mein Hals tut weh. Ich habe immer noch Schwierigkeiten zu sprechen“, sagte sie. „Und der Schmerz ist nicht nur körperlich. Es gibt Schmerz in meinem Geist und in meiner Seele.“ Dies sind Pikes Beschreibungen ihrer Symptome, keine unabhängige klinische Einschätzung des Ausmaßes oder der Dauerhaftigkeit ihrer Verletzungen. 1
Ihre Anwälte hatten zuvor von einer Lungenentzündung, erheblichen Schwellungen an ihren Armen und der Unfähigkeit zu schlucken nach dem Versuch vom 30. September berichtet. Die Erklärung vom Freitag ergänzt ihre anhaltenden Schwierigkeiten beim Sprechen und ihre Einschätzung, dass sie stärker werde. „Aber Heilung ist nicht dasselbe wie in Ordnung zu sein“, sagte sie. Daraus geht nicht hervor, ob die früheren Komplikationen abgeklungen sind oder ob sie ihre Arme wieder vollständig einsetzen kann. 2
Was sich seit unseren Berichten geändert hat
Am 8. Oktober berichtete HeyDay News, dass Pike sechs Tage nach dem Hinrichtungsversuch aufgewacht war und zu sprechen begonnen hatte, während sie weiterhin schwer krank war und keinen der beiden Arme bewegen konnte. Wir berichteten auch über die Anordnung der Kanzlerin des Bezirksgerichts Davidson County, I’Ashea Myles, vom 7. Oktober, mit der die Behörden Tennessees angewiesen wurden, Beweise aus dem Hinrichtungsversuch zu sichern. Ihr Erwachen ist daher keine neue Entwicklung. Neu ist, dass sie in einer eigenen öffentlichen Erklärung schildert, was danach geschah.
Am 13. Oktober berichteten wir über eine etwa halbstündige Verwirrung darüber, ob ein Krankenwagen tatsächlich benötigt wurde. Ein Anrufer schilderte einen bewusstlosen Gefangenen, der nach der Verabreichung der Hinrichtungsmedikamente langsam und mühsam atmete. Später wurde der Leitstelle mitgeteilt, die Meldung sei falsch und medizinische Hilfe nicht erforderlich. Dieser Ablauf wirft eine gesonderte Frage zum Notfalleinsatz auf; für sich genommen erklärt er nicht, warum die Giftspritzen versagten.
Pikes Rückkehr ins Gefängnis steht fest, doch das genaue Datum ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus bleibt unklar. Ein Bericht von BBC News vom 30. Oktober datiert ihre Entlassung auf Ende September; dieser Zeitpunkt lässt sich nicht mit dem von uns zuvor berichteten Erholungsverlauf Anfang Oktober in Einklang bringen. Er sollte nicht als gesichert gelten. Die neuen Berichte enthalten ihre Erklärung und frühere Schilderungen ihrer Anwälte, aber keine neue unabhängige medizinische Beurteilung. 1 2
Pike dankte den medizinischen Fachkräften, die ihr das Leben retteten, und den Menschen, die ihr Freundlichkeit entgegenbrachten. Ihre Dankbarkeit klärt nicht die Fragen dazu, wie sie im Notfall Hilfe erhielt, ebenso wenig wie ihre Beschreibung der Besserung belegt, welche Behandlung oder Rehabilitation sie möglicherweise noch benötigt. 1
Ein unverändertes Urteil, eine fehlende Erklärung
Lee sagte diese Woche zu Reportern: „Ich vermute, dass ihr Urteil dasselbe bleibt wie zuvor, sofern die Gerichte nichts anderes bestimmen.“ Seine Worte bringen eine Erwartung zum Ausdruck, kein Gerichtsurteil. Sie stellen auch keine angekündigte endgültige Ablehnung des Gnadengesuchs ihrer Anwälte dar. Weder eine Strafminderung noch ein Termin für einen weiteren Hinrichtungsversuch wurden bekannt gegeben. 1
Der Gouverneur hat eine Untersuchung gefordert und Tennessees weitere für dieses Jahr geplante Hinrichtung durch die Giftspritze verschoben. Diese Maßnahmen erkennen an, dass der gescheiterte Hinrichtungsversuch untersucht werden muss. Pikes Urteil ändern sie nicht. Die vorliegenden Berichte enthalten weder abgeschlossene Untersuchungsergebnisse noch eine Erklärung dazu, ob das Medikament wie vorgesehen in ihren Blutkreislauf gelangte, noch einen Zeitplan für die Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse. 1
Hier gibt es zwei Entscheidungen, die nicht miteinander vermengt werden sollten: festzustellen, was Tennessee falsch gemacht hat, falls überhaupt etwas, und zu entscheiden, ob Pike weiterhin zum Tode verurteilt bleiben sollte. Eine Untersuchung ist keine Begnadigung. Die Erwartung, dass ein Urteil bestehen bleibt, ist keine Erklärung dafür, wie eine Hinrichtung eine Gefangene schwer krank, aber am Leben zurückließ.
Das Verbrechen, für das Pike verurteilt wurde, bleibt für diese Darstellung wesentlich. 1995 schlugen, folterten und töteten sie und ihr damaliger Freund Tadaryl Shipp die 19-jährige Colleen Slemmer, die sie in einem Berufsausbildungslager für einkommensschwache Jugendliche kennengelernt hatten. Zu der Tötung gehörte ein Messerangriff. Pike war 18 Jahre alt. Shipp galt rechtlich als Jugendlicher und wurde von der Todesstrafe verschont; er ist weiterhin inhaftiert. Pike sitzt seit etwa 30 Jahren im Gefängnis. 1 2
In ihrer Erklärung warf Pike den Verantwortlichen für den Hinrichtungsversuch Inkompetenz vor und gedachte zugleich der Familie Slemmer. „Ich denke weiterhin an die Familie meines Opfers und an den schrecklichen Schmerz und Verlust, den sie ertragen musste“, sagte sie. Der Vorwurf der Inkompetenz stammt von ihr; die neuen Berichte belegen keine konkrete Ursache für das Scheitern. Slemmer ist tot, und der Verlust ihrer Familie wird durch die Ereignisse in der Hinrichtungskammer nicht ungeschehen gemacht. 1
Pike sagt, sie wisse nicht, warum sie überlebt habe oder was als Nächstes komme. Bislang hat der Staat sie mit derselben Todesstrafe zurückgelassen, während er den Versuch untersucht, sie zu vollstrecken. Ihre unmittelbare Aufgabe sei enger gefasst, sagte sie: „Im Moment versuche ich, mich zu erholen, einen Tag nach dem anderen.“ 1
Wie ausgestrahlt 15 Zeilen
- Christa Pike describes constant pain after surviving two lethal injections. Her lawyers want her death sentence reduced to life imprisonment, while Tennessee's governor expects it to stay in place. Whether she will recover under that same death sentence is still unresolved.
- On October 8, we reported that Pike had awakened and begun speaking six days after the attempt. She was still seriously ill and unable to move either arm. Now, in her first public statement, she describes continuing pain and difficulty speaking.
- Pike, who's 50, survived two doses of pentobarbital, the execution drug, on September 30. The injections left her critically ill. She was taken to hospital and later returned to prison. Her attorneys released her statement on Friday, October 30, a month after the execution attempt.
- Pike dictated the statement from the infirmary at the Debra K. Johnson Rehabilitation Center. She said she entered the execution chamber prepared to die in peace, then woke alone and confused in a hospital bed.
- She said she'd never contemplated a life beyond her execution date. Now she describes pain in her arms, hands and throat, along with emotional suffering. Her lawyers had earlier described pneumonia, substantial swelling in her arms and an inability to swallow.
- Pike said, “There hasn’t been a moment since that night when I haven’t been in pain.” She also described pain beyond her physical injuries, saying, “There is pain in my mind and in my soul.”
- Pike says she's recovering and getting stronger. But she adds, “But healing is not the same as being okay.” She thanked the medical workers who saved her life and the people who showed her kindness. The struggle she describes follows unanswered questions about how emergency help reached her.
- On October 13, we reported roughly half an hour of confusion over whether an ambulance request was genuine. A caller described an unconscious prisoner breathing slowly and with difficulty. Dispatch was subsequently told the report was false and medical help wasn't needed.
- A judge had already ordered Tennessee officials to preserve evidence from the execution attempt. Davidson County Chancellor I’Ashea Myles issued that order on October 7. The emergency-call sequence adds to the demand for an explanation, but the cause of the failed execution still hasn't been explained.
- Governor Bill Lee expects Pike's death sentence to continue. This week, he said, “I suspect her sentence will be the same as before unless determined otherwise by the courts.” Her attorneys are asking him to commute it to life imprisonment.
- Lee has called for an investigation into the failed execution. He's also postponed Tennessee's other lethal injection scheduled for this year. Pike's death sentence remains in place, and Lee hasn't announced a final decision on her lawyers' request. There's no announced date for another execution attempt.
- Pike has returned to prison, although the exact date she left hospital is unclear. Her statement gives her own account of recovery. Lee hasn't said when investigative findings will be released or whether the full findings will be made public.
- Colleen Slemmer was 19 when Pike and her then-boyfriend, Tadaryl Shipp, beat, tortured and killed her in 1995. The killing included a stabbing. They'd met at a job-training camp for low-income young people. Pike was 18. She's now spent about 30 years in prison.
- Shipp was legally a juvenile when they killed Slemmer, so he was spared the death penalty. He remains imprisoned. Pike blamed incompetence for the execution attempt and said she continues to think about her victim's family and their pain and loss.
- Pike says she doesn't know why she survived or what comes next. Her request for life imprisonment remains unresolved while the state investigates the attempt to execute her. She described her immediate task this way: “For now, I am trying to heal, one day at a time.”
Quellen
2 Quellen2 Medien
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